Pilzzucht – Beimpfen von Baumstämmen

Da mich das Thema Pilzzucht schon länger interessiert und ich schon ein paar Berichte darüber gelesen hab, zum Beispiel zuletzt in Sepp Holzers Permakultur, wo er sehr ausführlich über die Zucht verschiedenster Pilze schreibt, hab ich mir für meinen Ausflug nach Schiltern fest vorgenommen mir eine Dübelbrut zu besorgen. Am ersten Mai war es dann so weit, gemeinsam mit meinem Gesangesbruder und Freund machten wir uns früh morgens auf den Weg zur alljährlichen Pflanzentauschbörse in Schiltern, nahe Langenlois in Niederösterreich. Bei vielen auch als Arche Noah bekannt. Dort waren wir von der Vielfalt der angebotenen Pflanzen überwältigt. Auf die Schwammerl hätt ich beinahe wieder vergessen, wenn ich nicht auf einen Stand mit Pilzbrut gestoßen wäre! Nach genauer Information entschlossen wir uns gemeinsam mit meinem Vater für die Getreidebrut des heimischen Stockschwämmchens.

Die Hauptbeweggründe für das Stockschwämmchen waren:
– die einfache Methode für den ersten Versuch
– bei Schnecken wenig beliebt
– kommen im Frühjahr und im Herbst
– pflegeleichter Pilz
– verwerten die Inhaltsstoffe des Holzes besonders lang
– heimischer Pilz
– verschiedenste Arten der Zubereitung möglich, wobei nur die Kappen verwendet werden, jedoch wird das ganze Büschel vom Holzstamm getrennt, um nicht Nahrung für Parasiten zu hinterlassen.

Nachteil:
Es kann vorkommen, dass die Stockschwämmchen auch erst nach 2 Jahren kommen.

Empfohlene Holzsorten: Buche, Hainbuche, Eiche, Birke, Erle und Pappel

Mein Vater hat sich für metrige Buchenstämme mit einem Durchmesser von 12 bis 15 cm entschieden, dazu verwendet man die Schnittmethode. Man schneidet mit einer Kettensäge den Stamm bis zur Hälfte ein, den nächsten Schnitt macht man gegengleich auf der gegenüberliegenden Seite. Die Schnittstellen werden rundum abgeklebt und nachträglich eine Öffnung zum Befüllen mit der Pilzbrut eingeschnitten. Der Schnitt wird wieder abgeklebt.

Ich wollte die Methode mit den gebohrten Löchern ausprobieren, so besorgten Hans und ich uns am Freitag den 13. April zwei Rotbuchenstämme mit einem Durchmesser zwischen 28 und 35 cm, die Hans mit der Kettensäge halbierte und 4 Birnbaumstämme um auch gleich noch eine andere Holzsorte zu testen. Vor seinem Biobauernhof bohrten wir die zwischen 35 und 50 cm langen Stücke zweireihig versetzt mit einem 2,5 mm Holzfräser ca. 5 cm an. Zwischendurch wurden wir von einem Bauern aus der Nachbarschaft besucht. Hans hat uns mit seinem mehrfach ausgezeichneten Most versorgt.

Nach der Pause haben wir beiden dann wieder alleine, die zehn Bohrlöcher je Reihe mit der Pilzbrut befüllt. Mit einem gut haftenden Gewebeband haben wir die Brutlöcher abgeklebt. Ich hab den Anfang des Klebebandes vor einem Loch gut fest gestreift, Hand hat dann den Stamm immer wieder ein Stück weiter gedreht.

Die Birnbaumstämme haben wir gleich mitgebohrt und dann am Montag mit der Pilzbrut  behandelt, die Löcher haben wir  mit Korkstoppeln wegen der sehr groben Birnbaumborke verschlossen.

Hinweis: unterschätze nicht das Gewicht der Holzstämme. Einen Buchenholzstamm mit einem Durchmesser von 30 cm und einer Länge von einem Meter kann man alleine fast nicht mehr manövrieren.

Montag Abends hab ich die Stämme zu Hause an der Gartenmauer eingemietet, dazu hab ich ein wenig Erde ausgehoben, die Stämme im ausgehobenen Loch gestapelt und die Stammenden mit der Grasnarbe abgedeckt. Auf den Haufen hab ich noch einen nassen Fetzen gegeben. Oben auf hab ich noch einige Töpfe mit Pflanzen platziert.

Hans hat seine beiden Rotbuchenstämme schon am Samstag an einem geschützten Platz stehend eingegraben.

Mein Vater hat den Versuch unternommen, das Myzel mit Sägemehl zu vermehren, der Erfolg stellte sich schon gut sichtbar nach einigen Tagen ein.

Das originale Myzel haben wir wie bereits erwähnt in Schiltern gekauft, bei Herrn Herbert Wurth aus Mistlbach 28, A-3922 Groß-Schönau.

Jetzt warten wir dass das Myzel wächst und gedeiht und dann die Schwammerl kommen.

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