Wwoof-Abenteuer der Familie Hummer in England

Liebe Perma-Norikum-Freunde!
Wir schicken mit einiger Verspätung ganz herzliche Grüße von unserem Wwoof-Abenteuer in England!
Es ist schon ein Zeiterl her, dass wir bei Euch waren am Perma-Zertifikats-Kurs, und wir haben inzwischen oft an Euch und an die gute Zeit miteinander gedacht. Wir sind planmäßig 10 Tage später in Wien gestartet(Nachtzug Wien-Düsseldorf mit Auto am Zug), hatten am ersten Tag mittags eine gute Überfahrt von Calais nach Dover mit der Fähre, und mit dem Auto noch bis Brighton. Die Zeitverschiebung (eine Stunde früher) war weniger beeindruckend als der Wechsel der Fahrbahnseite (Linksverkehr – mit
rechtsgesteuertem Auto ein besonderes Erlebnis!) Die Hinweistafeln
„Drive left“ waren anfangs häufig und hilfreich. Am zweiten Tag konnten wir
Nach einer langen Auto-Stau-Fahrt gegen Abend EXETER und unseren ersten
Wwoof-Gastgeber Andrew erreichen, der uns mit einem guten Dinner
begrüßte.Hat unsere Erwartungen an die englische Küche völlig übertroffen, mit organisch gewachsenem Gemüse-Curry, Salaten, Basmati-Reis, Kartoffeln
und Kichererbsen…Unsere Zelte haben wir allerdings bei strömendem Regen aufgestellt! (Wir fanden eine Möglichkeit, sie trotzdem innen trocken zu halten).

Beim 2-Mann Zelt (Harald und Helene) mussten wir allerdings feststellen,
dass uns die Stangen fürs Vorzelt abhanden gekommen sind… könnte sein,
dass wir sie am Stadlhof in der Wiese vergessen haben? 2×2 ca. 1/2m
lange Alu-Steckstangen, jeweils 2 mit Bodenkappe und 2 mit Spitze? Falls ihr sie gefunden habt (oder vielleicht einer der anderen Teilnehmer, z.B.
Klaus?)könntet ihr sie bitte für uns reservieren?! Wäre fein!

Anfangs war es also etwas feucht auf unserem Camping“field“, aber wir Hatten auch genügend schönes Wetter um wieder durch und durch trocken zu werden.WEST-TOWN-FARM bedeutete zuerst einmal warm werden mit der englischen Sprache, und die Gastgeberfamilie und viele ihrer Freunde haben uns ganz herzlich aufgenommen. Äpfel pflücken, Kartoffel klauben, Kürbis ernten und Holz-Schuppen aufräumen haben uns die Zeit kurz gemacht. Mit der uns eigenen österreichischen Gründlichkeit sind wir recht gut angenommen worden, haben Freunde gewonnen und eine Einladung zum Wiederkommen.
Nach zwei Wochen sind wir etwas weiter in den Süden gefahren, zu unserer
nächsten Gastgeberfamilie in einem „Permakulturgarten“ (stand im
Wwoof-Buch). Vorgefunden haben wir eine große Dichte an Ressourcen, kaum
Bis keine Struktur und Null Planung. Und mehr Permakultur wollten sie auch nicht, war ihnen genug, so wie sie‘s hatten. Aber sonst waren die Leute nett. Die Woche war nicht allzu lang, nach dem Roden von diversen Unkräutern und einigen Teichgrabungen sind wir frohen Herzens wieder abgefahren.

Dann ging es ca. 100 Meilen nach Norden, zur nächsten Farm, MIDDLE
CAMPSCOTT, nahe ILFRACOMBE, Norddevon. 4 Hunde (Border-Collies
„Schafhunde“), 5 Katzen, 180 Schafe (davon 56 zu melken) und einige
Ziegen, ca. 60 Weidekühe (nicht zu melken, sondern für Beef), diverse Hühner (verschiedene, die grüne und blaue Eier legen), Enten, Gänse, … und vier wunderschöne Hähne. Hier hatten wir 2 Doppelzimmer, echt Luxus, und – ein eigenes Badezimmer mit Innentoilette! Nach 6 Wochen Zelt in diesem Sommer war das wie im Paradies. Harald und Helene waren täglich im Melkstand, ich durfte jede Woche mittwochs beim Käsemachen dabei sein, mal Ziegen- mal Schaf-Cheddar. Und den aßen wir auch gerne! Helmut war am Heumachen, Heckenschneiden,…Wir kochten gemeinsam mit den Farmleuten, und Lunch sowie Supper wurde im Dining-Room mit Silberbesteck serviert…
War eine sehr schöne Zeit, wir hatten viel Gelegenheit, englisch zu
sprechen. Und das schönste war die Landschaft! Aussicht über die
„Rolling Hills of Devon“ bis zum Meer, wunderschöne Küstenlandschaft, viele
wunderschöne Sandbuchten, Klippenwaderungen,… Wir wollten gar nicht so
gerne wieder wegfahren.

Dann kamen wir wieder ein Stück weiter nach Süden, Nähe Great
Torrington, zu einem neu gepflanztem Waldland: HEMBURY ORCHARD. Die Besitzerin hat seit dem Jahr 2000 ca. 1300 Bäume gepflanzt, Eichen, Buchen, Birken, Weiden, Eschen, Pappeln,… alles, was hier so im ursprünglichen moorähnlichen Waldland wächst. Wir haben mit ANNE einen alten Weidezaun wieder aufgestellt, und 70 Eichen und Eschen (ca. 1,5m hohe Containerpflanzen) gesetzt. Wir wohnten in einem geräumigen „Mobile Home“ mit eigener Kochecke und hatten zu jedem Frühstück frische Himbeeren. Auch von Anne haben wir eine Einladung, wiederzukommen, die Woche verging recht schnell. Planungsgemäß fuhren wir wieder weiter, diesmal tief nach Cornwall hinunter (also wieder Richtung Süden), Nähe TRURO.

KENNAL VALE MILL ist eine ehemalige Mühle (das Mühlrad gibt es noch), und
hier leben mehr 2- als 4-Beiner: Großeltern, Eltern, 2 Kinder und eine
Katze. Wir haben hier 2 Wochen lang Unkraut gerodet und Fenster gestrichen,
und geholfen, dass zumindest ein Teil des Gartens wieder seinen Namen
verdient, nach ca. 5 Jahren Verwilderung. Die Familie war froh, uns als
Helfer zu haben, und nachdem sie zuerst nicht so sicher waren, ob sie
wirklich gleich 4 Österreicher bei sich aufnehmen sollten, sind wir auch
hier eingeladen worden, wiederzukommen. Wir wohnten in einem aufgelassenen
Cottage, mit nur einem Nachtstrom-Heizofen und abends Kerzenlicht. Bad und Küchenbenützung im Cottage der Gastgeber. Die gemeinsamen Mahlzeiten mit
Der Familie waren ein gutes Sprachtraining. Helene machte meist 2x täglich Brot (mir dem Brotbackautomaten), das war recht gut zu essen, und morgens gab es täglich Porridge! Manchmal mit Haferflocken, manchmal mit Quinoa, das gibt ein gut wärmendes Frühstück, wenn‘s nächtens recht kühl ist!

In der Nähe von Truro haben wir eine neue Farm besucht, die seit einem Jahr auf Lama-Zucht umstellt (derzeit 40 – 60 Lamas?!). Wir haben die Menschen dort kennengelernt und werden ab ca. 8. November mit ihnen und den Lamas arbeiten. Wir freuen uns schon darauf. Seit Sonntag, 14. Oktober sind wir wieder in EXETER bei ANDREW, diesmal allerdings nicht im Zelt. Wir wohnen im umgebauten Hühnerstall, das ist ein neu isolierter Stallabschnitt, mit Holzofen beheizbar, offenem Halbstock mit Schlafplatz und nicht so gut beheizbarer Küche nebenan. Heute früh hatte es beim Frühstück 12°C, da darf der Tee und der Toast schon ordentlich heiß sein! Wir halfen, das Apfel- und Kürbisfest vorzubereiten, das am Wochenende hier stattfand. Zuerst haben wir einen großen Anhänger Kürbisse geerntet (würde gerne wissen, wie viele das waren!), und dann ging es ins Apfelpflückfinale. Gut, dass Helene und Harald schwindelfreie Baumkletterer sind! Das Apfel- und Kürbisfest war ein voller Erfolg! Am Samstag war das Wetter zwar trübe, und die Temperaturen mehr als „chilly“(würde eher frostig sagen, nach dem Raureif am Morgen), aber schon um 11 Uhr waren jede Menge Menschen da. Beim Kürbisschnitzen, Apfelschälen (wer schält die längste Apfelschalenschlange), Apfelverkosten und diversen anderen Aktivitäten, z.B.: zum Thema „Food-Miles“ war der Andrang groß. Wir halfen auch in Küche, Service und Verkauf, und der Tag verging wie im Flug. Sonntag war dann strahlend schönes Wetter, und noch mehr Besucher. Helmut war am Cider pressen (mit einer Handpresse), und wir hatten alle Hände voll zu tun und viel Spaß. Ein voller Erfolg für die Farm!

Die Frage, warum wir solange nichts von uns hören ließen, ist jetzt vielleicht beantwortet: Die Zeit vergeht so schnell, und es gibt soviel Abwechslung! An Dich – bzw. Euch im Stadlhof haben wir dennoch oft gedacht, nicht nur wegen der Zeltstangen. Wir haben viele Menschen kennengelernt, die alle mehr oder weniger schnell am Weg sind, nachhaltig und umweltbewusst ihre Lebensumstände zu gestalten, und das ist ein reiches Erfahrungsfeld. Wir wünschen Euch eine gute Zeit, viel Erfolg und gute Ideen und Fortschritte! Vielleicht lasst Du, Bernhard, auch mal was hören von zuhause…
Viele liebe Grüße von Helmut, Harald und Helene Barbara Hummer

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