Joe Polaischer ist von uns gegangen, doch er wird in unseren Herzen bleiben!

Permakultur Zertifikatskurs 2007Am 14. Februar 2008 ist Joe Polaischer in den Armen seiner Frau Trish gestorben. Noch im Sommer 2007 durften wir mit ihm, bei unserem 72h Permakultur-Zertifikatskus am Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ in Wels, eine wunderbare Zeit verbringen. Jetzt schied er völlig unerwartet auf Grund eines Gehirntumor von uns.

Joe Polaischer wurde ende der 40er Jahre geboren und wuchs auf einem Bauernhof in der West-Steiermark auf. Seinen Zugang zur Permakultur fand er in Entwicklungsländern rund um die Welt, wo er mit den Menschen lebte und viel Zeit verbrachte. Im Jahr 1984 besuchte er seinen ersten Permkultur-Designkurs und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Vertreter dieser Lebens- und Arbeitsweise, die weltweit immer mehr Aufmerksamkeit findet. Von Anfang an ein Rebell, kämpfte er unaufhaltsam für die Umwelt, betrieb eine biodynamische Landwirtschaft, schrieb Artikel und unterrichtet in Neuseeland, Japan und Europa.

kraeuterspiraleDie ersten Schritte zu Joes Landwirtschaft, der Rainbow Valley Farm Matakana / Neuseeland erfolgten im Jahr 1988, als er mit seiner Frau Trish Allen so genanntes Rubishland, durch intensive Landwirtschaft ausgelaugter, erodierter Boden, erwarb. Zunächst lebten sie ohne Strom und Telefon in einem Wohnwagen. Aus einem Meer von Stechginster entstanden schließlich wieder fruchtbare Gärten, Teichsysteme, Gebäude, ein ganz neues Ökosystem!

Seit Gründung der Farm, wurden über 13.000 Bäume, davon 800 Obst- und Nussbäume, gepflanzt. In dieser essbaren Landschaft gibt es zahlreiche Tiere, die zu diesem Zusammenspiel beitragen: Kühe zur Milch-, Joghurt- und Käseproduktion, Schafe für Wolle …lebende Rasenmäher… und Kunekune-Schweine, die helfen, den Boden umzugraben, um neue Pflanzengemeinschaften aufbauen zu können. Buntgemischtes Federvieh, hilft Nährstoffe zu erzeugen und zu verwerten, legt Eier und reguliert die Insekten-Population (Gänse, Enten, Hühner, Perlhühner, Tauben und Pfaue). Das Fleisch der Tiere wird natürlich auch gegessen.
holzDas Wasser für die Farm kommt aus einer eigenen Quelle, wird bergab über das Grundstück geleitet und in zahlreichen Teichen zwischengespeichert, bis es die Farm wieder sauber verlässt. Schwarzwasser gibt es nicht, da die wertvollen Nährstoffe in Kompostklos aufgefangen werden. Mikroorganismen und nicht zuletzt Regenwürmer helfen, den Nährstoffkreislauf wieder zu schließen. Das selbst gebaute Haus ist ein Passivsolarhaus mit Grasdach, Lehmziegelwänden und liebevoll gestalteten Details aus Holz, Glas und bunten Fliesenmosaiken.

Joes Ziel war es, die Einheit des ganzheitlichen Systems und des ganzheitlichen Lebens auf der Rainbow Valley Farm als sein Lebensprinzip weiter zu geben. Die Rainbow Valley Farm bietet Permakultur zum Ansehen und Anfassen. Im Laufe der letzten Jahre nahmen Gruppen aus Japan, China, Thailand, Indonesien, Südafrika und Europa sowie Neuseeland daran teil. Aus Neuseeland selber besuchten Joe zusätzlich auch Kinder und Pädagog/Innen aus Kindergärten und Schulen bis hin zu Student/Innen und Professor/Innen der Universitäten.

haselnussIm Sommer 2007 wurde Joe am Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ von Margit Wolfsberger, WUK-Radio, über sein Leben als Permakultur-Pionier interviewt.…anhören

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