Schau mal wer da gackert – Hühnerhaltung aktueller den je!

Das Altsteirerhuhn zählt in Österreich wie das Sulmtalerhuhn zu den gefährdeten Haustierrassen

Das Altsteirerhuhn zählt in Österreich wie das Sulmtalerhuhn zu den gefährdeten Haustierrassen

Schau mal wer da gackert – Hühnerhaltung aktueller den je!

Für viele Menschen ist in den letzten Jahren die Verbindung zu den Lebensmitteln die wir zu uns nehmen wieder ins Zentrum gerückt. Gerne achtet man darauf, wo und unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden. Dem einen oder anderen ist das zu wenig, so hat Frau und Mann begonnen, im gepflegten Hausgarten Obstbäume und Beerensträucher zu pflanzen, Küchenkräuter auf einer Kräuterspirale anzuordnen, Gemüse und Salate auf Hochbeeten zu ziehen. Der Trend liegt gerade dabei, noch einen Schritt weiter zu gehen: Hühner im Garten!

Die Elterngeneration erinnert sich noch gerne an die Kindheit zurück, als Oma und Opa noch fast alles aus dem eigenen Garten hatten, da gehörten oft Hühner dazu. Und dieses Lebensgefühl möchten viele Eltern auch gerne den Kindern vermitteln, anstatt Vogelspinnen oder Ratten, gibt es jetzt wieder Hühner oder Enten als Haustiere. Hühnerhaltung ist nicht aufwändig, ist erst einmal ein Stall gebaut und ein Wiesenstück abgesteckt.

Hühner sind eigentlich sehr anspruchslose Wesen, sie brauchen Auslauf und Gesellschaft, suchen teilweise ihr Futter selbst, nehmen gerne ein Staubbad im Sand, halten sich gerne unter Bäumen und Sträuchern auf. Der Hühnerstall muss nicht isoliert sein, dafür brauchen sie unbedingt Sitzstangen, sonst kann es passieren, dass sie als Schlafquartier einen Baum vorziehen. Drei bis vier Hühner teilen sich ein Nest zur Eiablage. Dieser Ort kann im Hühnerstall sein, sollte auf jeden Fall abgedunkelt sein.

Hühner fressen neben Körnerfutter wie Maisschrot und Weizen, Gras, Würmer, Insekten, Schneckengelege, Küchenabfälle und altes Brot welches man in Wasser einweicht. Auch Eierschalen die immer wieder anfallen werden zerkleinert an die Hühner verfüttert. Als Tränke dient eine Schüssel mit Wasser befüllt. Eine wichtige soziale Funktion erfüllt der Hahn, er hält die Gruppe zusammen, schlichtet Streit unter den Hühnern, sucht Futter für die Hühner und warnt die Hühnerschar auch vor möglichen Feinden. All zu oft ist es jedoch nicht möglich, in Siedlungslage einen Hahn zu halten, da die nachbarschaftliche Beziehung sehr darunter leiden kann.

Ein alter Traktoranhänger zum Hühnerstall umgebaut

Ein alter Traktoranhänger zum Hühnerstall umgebaut

Ohne Hahn muss man sich befruchtete Bruteier besorgen und diese in einem abgesondertem Nest einer willigen Henne unterlegen. Sind die jungen Hühner gut ein halbes Jahr alt, beginnen sie auch schon mit dem Eierlegen. Um Rivalitäten zu vermeiden, sollten junge Hähne aus der Gruppe entfernt werden. Bei selbst gehaltenen Hühnern gibt es einen erheblichen Geschmacksunterschied, sie schmecken viel eher nach Wildgeflügel und sind qualitativ viel hochwertiger als Masttiere.

Legeleistung, Fleischmenge, Eigenschaften und Verhalten wird durch die Auswahl der Geflügelrasse bestimmt. Gerne greift man zu alten Geflügelrassen, die eine durchschnittliche Legeleistung und Fleischmenge bieten, so kann jeder Geflügelhalter aktiv an der Erhaltung alter Haustierrassen teilhaben. Gefährdet sind in Österreich das Altsteirer- und Sulmtalerhuhn, welches auch das Lieblingshuhn Kaiser Franz Josef war.

Ein gutes Sachbuch zum Thema Geflügelhaltung ist „Der Geflügelhof“, ISBN: 978-3-89566-147-1, vielleicht finden Sie auch jemanden in ihrer Nachbarschaft oder Freundeskreis, der schon Erfahrung mit Hühnern hat und gerne mit Rat und Tat beiseite seht.

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