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Arbeiten mit saftfrischen Hölzern auf der Wippdrechselbank

Michael Stallmann mit seiner Wippdrechselbank
Michael Stallmann mit seiner Wippdrechselbank

Ein Bericht von Michael Stallmann, Tischler und Permakultur-Designer aus Deutschland

Die Geschichte der Wippdrechselbank
Die älteste Darstellung einer Drehbank stammt aus einem ägyptischen Grab des dritten vorchristlichen Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um eine Schnurzugdrehbank, die von zwei Personen bedient werden musste. Das Prinzip der Drehbank hat sich seither nicht verändert, doch findet man in der Geschichte viele unterschiedliche Möglichkeiten die Drehbank anzutreiben, zum Beispiel die Fidelbogendrehbank, welche man auch alleine bedienen kann. Erste Hinweise für die Nutzung einer Wippdrehbank, stammen (für den europäischen Raum) aus der Zeit des hohen Mittelalters. In spätmittelalterlichen Handschriften findet man auch vermehrt Abbildungen von Wippdrehbänken.

Während sich mit der Zeit in allen Handwerken gleichdrehende Drehbänke durchsetzen konnten, hat die wechseldrehende Wippdrechselbank, besonders im Holzhandwerk noch bis ins 19. Jahrhundert Verwendung gefunden. So wurden noch in der Zeit der Napoleonischen Befreiungskriege 1813-1815 für Landwehreinheiten Holzteller in Auftrag gegeben, die von Bauern auf der Wippdrehbank gefertigt wurden. In England gab es sogar bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch Familien, die mitsamt ihrem Werkzeug in den Wald zogen und auf vor Ort errichteten Wippdrehbänken, die Stuhlbeine für die Industrie vorzufertigen. Ganz ist die Wippdrechselbank zum Glück jedoch nie verschwunden. Auch heute arbeiten einige Handwerker mit dieser einfachen aber effektiven Konstruktion. Sogar Kurse über den Bau einer Wippdrechselbank kann man heute besuchen.

Wippdrechselbank
Wippdrechselbank

Besonderheiten einer Wippdrechselbank
Es mag vielleicht anfangs kompliziert erscheinen an einer Drechselbank zu arbeiten, die ihre Drehrichtung dauernd wechselt, aber man wird schnell feststellen, dass es kinderleicht ist und obendrein noch viel Spaß macht. Der größte Vorteil einer Wippdrechselbank im Gegensatz zu einer motorgetriebenen Drehbank ist für mich die Sicherheit. Eine Maschine dreht konstant mit hoher Geschwindigkeit und quittiert jeden Fehler des Drechslers mit einem starken Rückschlag. Auch kann das Werkstück in Stücke zerspringen oder das Werkzeug zum gefährlichen Geschoss werden. All das ist bei einer Wippdrechselbank nicht zu erwarten. Frisst sich das Werkzeug bei fehlerhafter Haltung fest, so stoppt die Wippdrechselbank fast augenblicklich. Da man selbst der Antrieb ist, hat man die volle Kontrolle über die Geschwindigkeit und kann quasi stufenlos die Geschwindigkeit an die jeweilige Arbeit anpassen. Dadurch eignet sich die Wippdrechselbank besonders für Anfänger. Ein weiterer großer Unterschied zu einer motorgetriebenen Drehbank ist, dass man saftfrische Hölzer verarbeitet. Frisches Holz ist viel weicher und lässt sich leichter bearbeiten. Deshalb entstehen beim Arbeiten auch weder Staub noch Splitter und das tragen von Atemschutz und Schutzbrille ist unnötig.

Meine Wippdrechselbank und die Permakultur
Ich selber besitze seit einigen Monaten eine Wippdrechselbank, die ich bei einem Workshop in der deutschen Altmark selbst gebaut habe und bin begeistert. Ich bin unabhängig vom Strom und kann bei schönem Wetter draußen im Garten drechseln. Will man drinnen arbeiten so ist das auch möglich, erfordert aber eine andere Wippe wenn Platzmangel besteht. Zum Beispiel kann man auch ein Gummiband an der Decke befestigen und so seine Drechselbank antreiben. Im Grunde genommen sind der Phantasie da keine Grenzen gesetzt und man muss einfach ausprobieren wie es einem am Besten gefällt.
Aus der Sicht der Permakultur ist die Wippdrechselbank ein gutes Beispiel für nachhaltige Technologie. Die Konstruktion ist einfach und mit etwas handwerklichem Geschick ist jeder in der Lage sich selbst eine Wippdrechselbank zu bauen und jede Reparatur, wenn es denn nötig ist, zu meistern. Der Antrieb erfolgt ohne Strom und ist unabhängig vom Standort. Man könnte also wie es früher die Stuhlmacher getan haben vor Ort im Wald arbeiten. Es entsteht kein Lärm und kein Abfall. Lediglich ein rhythmisches Schneidgeräusch und 1a Mulchmaterial. Und die Wippdrechselbank an sich ist zu 99% biologisch abbaubar. Das allein sind ihre äußeren Qualitäten. Hinzukommen die persönliche Befriedigung und der Spaß an einer solchen Drechselbank zu arbeiten. Wer auf seinem ersten Hocker sitz dessen Beine selbst gedrechselt wurden wird verstehen was ich meine. Und wem das noch nicht reicht, der kann Mike Abotts (1) Anregung folgen und versuchen den Wipprhytmus mit dem Herzschlag in Einklang zu bringen.

(1)Mike Abott ist Grünholzwerker und Wippdrechsler. Sein Buch „Grünholz“ ist quasi ein Muss für jeden der mit frischem Holz arbeiten will.

Brennen von Lehmziegeln in früheren Zeiten

In den 70er und 80er Jahren des 19 Jahrhunderts war die allgemeine Wirtschaftslage in Österreich sehr gut, auch die Landwirtschaft florierte, es gab gute Erträge und es setzte ein allgemeiner Bauboom in der Landwirtschaft ein. Viele der Höfe in Oberösterreich wurden neu errichtet oder ausgebaut.  So wurde auch damals noch das vorhandene Material verwendet. Transporte im Umfang wie sie heute geschehen, gab es in den ländlichen Gegenden noch nicht. Vorhandene Resourcen wurden genutzt.

Unmengen an Ziegeln wurden direkt Vorort gebrannt, dazu gab es Facharbeiter welche von Hof zu Hof zogen und dort die Leute in der Arbeit unterwiesen die Ziegel zu fertigen und das Brennen der Ziegel vornahmen. Noch heute findet man in der näheren Umgebung von Bauernhäusern Senken, wo der Lehm abgebaut, die Ziegel geschlagen, getrocknet und gebrannt wurden. Diese Abbaustätten  erkennt man noch heute, meist sind sie mit Bäumen bewachsen, Wasser hat sich gesammelt oder man hat sie teilweise wieder mit Bauschutt und Müll aufgefüllt.  Manchmal findet man auch noch ausgeschiedene, verbrannte oder gebrochene Ziegel an diesen Orten.

Den Ablauf der Erzeugung der Ziegel kann man sich folgender Maßen vorstellen:

Die Humusschicht wird abgetragen, die Lehmschicht freigelegt.
Der freigelegte Lehm wird in Holztrögen gesammelt und gereinigt.
Mit der Beigabe von geringen Mengen an Wasser wird der Lehm zu einer homogenen Masse verarbeitet.
Flinke Hände formen gleich große Laibe, welche auf einem mit Sand bestreuten Brett leicht gerollt werden.
Die Rohlinge werden in eine Holzform gepresst, überschüssiges Material wird mit einem mit Draht bespannten Bogen abgezogen.

Die Holzform hat überstehende Enden, so wird durch die Wucht des Aufpralls beim Schlagen der Form auf ein Holzbrett, der rohe Ziegel aus der Form auf das Brett geschleudert.
Je nach Witterung werden die so hergestellten Ziegel mindestens eine Woche an der Luft getrocknet. Die Ziegel sind gut getrocknet und ein wenig geschrumpft, sie werden jetzt im Verbund zu einem Tonnengewölbe geschlichtet, zum Wind hin bleiben sie offen, nach oben werden mehrere Abzüge eingebaut. Drei Schichten Ziegel werden so übereinander angeordnet, das mehrere Züge entstehen, mit Reisig und Erdreich abgedeckt.
Zwei Wochen hindurch wird der so entstandene Meiler mit Feuerholz beschickt, nebenan werden weitere Ziegel geschlagen , getrocknet und gebrannt.

Die gebrannten Ziegel wurden auch in der Reihenfolge verwendet wie sie gebrannt wurden. Unten die Ziegel aus der inneren Schicht, diese sind hart gebrannt, man kann sie leicht von den anderen an der Farbe unterscheiden, sie sind beinahe schwarz und schimmern an Bruchstellen teilweise violett. Sie wurden meist bis Fensteroberkante des Erdgeschosses verwendet. Die nächste Qualität wurde bis unters Dach verwendet, teilweise findet man Muster mit schwarzen Ziegeln gelegt. Die äußere Schicht an Ziegeln im Meiler wurde für die geschützten Stellen im Haus, wie Innenwände und die Ziegelböden unter dem Dach verwendet.

Teilweise wurde Ziegelwände auch mit runden Flusssteinen gemischt, zwei Reihen Ziegel und zwei Reihen Flusssteine, diese Art der Mauer bezeichnet man als Römische Mauer. Für das Fundament verwendete man Konglomeratgestein oder auch Granit bis Fensterunterkante. War jedoch kein Gestein zur Verwendung da, hinderte man das Wasser mit dünnen Schichten aus Holzkohle am Aufsteigen im Mauerwerk.

Hydraulischer Widder

Nachdem ich letzte Woche von einem Bauern in unserer Gegend erfahren hab, dass vor ein paar Jahrzehnten der Hof, d.h. der Schweinestall, der Kuhstall, der Pferdestall und einige andere Punkte am Hof mit Hilfe eines Hydraulischen Widders mit frischem Quellwasser versorgt wurden, hab ich im WWW ein paar Nachforschungen zu dem Thema gemacht.

Es ist erstaunlich in so manchen Foren darüber zu lesen, wie viele Menschen so eine Pumpe für etwas unvorstellbares bzw. ein Perpetuum Mobile halten! … funktioniert aber nach einem ganz einfachen Prinzip. Der Hydraulische Widder ist eine Wasserpumpe, die unter Ausnützung eines Gefälles einen mehrfach höheren Druck erzeugen kann, das wesentliche ist die Tatsache, dass dies ohne Fremdenergie erfolgt. Der Hydraulische Widder muss unterhalb der Wasserquelle liegen und kann sodann Höhen bis 200 m überwinden! Man kann so Häuser und Teiche auf Hügeln gelegen mit der Quelle im Tal versorgen! Wesentlich ist die Zusammenarbeit zwischen zwei Ventilen!

Am Anfang des Arbeitstaktes ist das Stoßventil geöffnet und Wasser strömt von der Quelle her durch die Treibleitung in den Widder und verlässt ihn durch das Schlagventil. Bei zunehmender Wassergeschwindigkeit wird das Schlagventil „schlagartig“ geschlossen und erzeugt damit eine Druckerhöhung in der Triebleitung, die je nach Auslegung das Fünf- bis Hundertfache des statischen Druckes betragen kann. Dieser nun entstandene Überdruck entweicht durch das Förderventil in den Luftkessel, welcher mit der Förderleitung verbunden ist. Bei Erreichen des Druckausgleiches schließt das Förderventil und das Schlagventil wird geöffnet, und der nächste Arbeitstakt beginnt. Ein Teil des Wassers wird zum Antrieb benützt und muss vom Aufstellungsort des Widders abfließen können. Stellen Sie also den Widder nicht in den Keller! Eine sehr informative und empfehlenswerte Seite ist www.wasserwidder.de

Es gibt auch einige Hersteller im deutschsprachigen Raum:

Samweber Norbert
Hydraulische Widder
Moos 10 1/3
D- 84565 Oberneukirchen
Tel.: (+49) 0 86 30 / 9 85 19 01
Fax:  (+49) 0 86 30 / 9 85 19 02
Mobil:  (+49) 01 71 / 4 95 88 04
info@wama-widder.de
www.hydraulische-widder.de

Fa. Weinmann
Sondermaschinen und Steuerungsbau GmbH
Eichelgasse 8
D-91217 Hersbruck
Tel.: (+49) 09151 – 4232
Fax: (+49) 09151 – 3878
info@weinmann-online.de
www.weinmann-online.de/widder.html

Fa. A. Tobler
Heizung – Sanitär
Weier
CH-9656 Alt St. Johann
Tel.: (+41) 0071 999 14 70
Fax: (+41) 071 999 38 70
toblerhaustechnik@bluewin.ch

schlumpf innovations gmbh
Dorfstr. 10
CH-7324 Vilters
Tel: (+41) 081 723 80 09
Fax: (+41) 081 723 83 64
info@schlumpf.ch
www.hydraulischer-widder.ch

Errichtung eines geflochtenen Spelten-Zauns

Workshop im Rahmen des Permakultur-Zertifikatskurs des Ökozentrums Klosterneustift, am Schüsslerhof im Ahrntal in Südtirol.

Ein Bericht von Bernhard Gruber, Oberösterreich

Permakultur 2005 081Rudl, ein begeisterter Permakulturist aus Südtirol absolvierte selbst den Permakulturdesigner in der Ökowerkstatt von Klosterneustift unter Joe Polaischer im Jahr 2003 und ging auch sogleich ans Werk seinen auf 1200 m gelegenen Hof, den Schüsslerhof, mit Hilfe des Permakulturplanungssystems neu zu organisieren. Er legte eine terassierten Kräuter- und Gemüsegarten an, fasste Quellen für zwei Forellenteiche und baut auf einer beachtlichen Fläche wie in früheren Zeiten wieder Roggen an. Diese Anlage und Kuhgatter begrenzte er mit für die Region typischen Zäunen aus Lärchenholz. Die Teilnehmer des Kurses 2005 hatten Gelegenheit einen Ausflug dorthin zu machen und auch selbst Hand anzulegen.

Zur Begrüßung wurden wir durchs Gelände geführt und Rudl erzählte uns über seinen Hof, die Umstellung auf Permakultur und was er noch alles vorhat. Die Landwirtschaft der Familie Obermair umfasst 5,5 ha Wiese und 16 ha Wald. Der Permakulturgarten mit den Teichen ist ca. 0,5 ha groß. Getreide (Roggen, Weizen und Gerste) wird zu Versuchszwecken und Saatgutvermehrung auf ca. 300 m² angebaut. Ein zusätzliches Standbein der mehrköpfigen Familie sind ihre beiden Ferienwohnungen. Die Gäste sollen in Zukunft mit Kost aus dem Permakulturgarten versorgt werden sollen.

Nach der Einführung ging es dann zum praktischen Teil über, wir sollten unter der Anleitung des Hausherren, seiner Frau Monika und dem älteren Sohn ein Gatter für die Kühe errichten. Rudl zeigte uns, wie er 2 Meter lange, geschälte Lärchenholzstämme mit einem hydraulischen Holzspalter der Länge nach in schmale Latten teilt. Beim Spalten wird das Holz der Faser nach geteilt, wie es auch bei Dachschindeln geschieht, welche auf Grund der Haltbarkeit nicht geschnitten, sondern eben auch gespalten werden. Das Wasser läuft entlang der Faser und rinnt ab, bei geschnittenen Brettern dringt das Wasser in die Poren ein, die Feuchtigkeit bleibt im Holz. Zum Schutz gegen die Nässe im Übergangsbereich zwischen Luft und Boden, werden die unten zugespitzten Zaunlatten auf der doppelten Einschlaglänge von ca. 60 cm angebrannt.

Gut hundert Stück so vorbereiteter Latten transportierten wir zur nahe liegenden Baustelle. Rudl hatte auf einer Länge von 20 Meter Pfähle eingeschlagen und bereits auch zur Querverbindung Stangen eingezapft. Monika entfachte in einem halbierten, alten Ölfass ein Holzfeuer, darin wurden am Vortag geschnittene, fingerdicke Tannenäste so lange geröstet, bis diese schön biegsam waren. In der Zwischenzeit schlugen Rudl und sein Sohn eine Latte 30 Zentimeter in den Boden ein, mit dicken Arbeitshandschuhen an den Händen wurde die erste noch sehr heiße Rute übers Kreuz um Latte und Querstange geschlungen und straff gespannt. Zu diesem Zweck wird auf der anderen Seite des Zaunes ein Helfer, der die Rute dicht ans Holz drückt  und wieder zurück biegt gebraucht.

Nach den ersten in einer Rekordzeit vorgelegten Metern, durften auch wir unser Geschick zeigen. Paarweise und unter Rudls Anleitung errichteten wir mit sehr viel Freude am Werk einige Laufmeter eines sehr stabilen, zweckmäßigen und auch sehr schönen Zaunes. In der gleichen Zeit hätten wir nicht einmal einen herkömmlichen verzinkten Maschenzaun mit einbetonierten Stehern errichten können. Das Holz für den Zaun hatte Rudl aus seinem eigenen Wald.

Neben dem geflochtenen Speltenzaun findet man am Hof der Obermairs noch den Ringzaun, den Ranggen- oder auch Schärenzaun, den Stangenzaun und den Schrankzaun.
Für Interessierte hält Rudl gelegentlich auf Sepp Brunners Hof in Osttirol einen Workshop ab. Infos unter www.permakulturwerkstatt.net/
oder Sepp und Margit Brunner , A – 9951 Ainet, Glanz 21, Osttirol
Tel: 04853/5509  montags, mittwochs  17 -20 Uhr

Obermair Rudolf u.Monika
Schüsslerhof
Michelreiserweg 15
I – 39032 Sand in Taufers
Tel: 0039 / 0474-678772
schuesslerhof@web.de

Wer ist Bill Mollison?

Bill Mollison, 1928 in Tasmanien / Australien geboren, gilt gemeinsam mit David Holmgren als Begründer der Permakultur. Er selbst lebte Jahre lang mit dem indigenen Volk Australiens im Busch, studierte Tier und Pflanzenwelt. Im Jahr 1978 wurde von Bill Mollison das international anerkannte Institut für Permakultur (Permaculture Institute / http://www.tagari.com) gegründet. Das Institut hat als Ziel die Verbreitung der Permkultur in Bildung, Forschung und konkreter Umsetzung gesetzt. Im Jahr 1981 wurde Bill Mollison mit dem Alternativ-Nobelpreis für seine Ideen und sein Schaffen ausgezeichnet. So ist auch in den letzten Jahrzehnten eine Reihe an Büchern erschienen.

▪ Bill Mollison, David Holmgren: Permakultur: Landwirtschaft und Siedlungen in Harmonie mit der Natur
pala-verlag, 1984,
ISBN 3-923176-04-X

▪ Bill Mollison: „Permaculture: A Designers‘ Manual“
Tagari Publications, 1988,
ISBN 0-908228-01-5 (engl.)

▪ Bill Mollison, David Holmgren: „Permaculture One: A Perennial Agricultural System for Human Settlements“
Eco-Logic Books / Worldly Goods, 1990
ISBN 0-908228-03-1 (engl.)

▪ Bill Mollison: „Permaculture: A Practical Guide for a Sustainable Future“
Island Press, 1990,
ISBN 1-559630-48-5 (engl.)

▪ Bill Mollison: „Introduction to Permaculture“
Tagari Publications, 1994,
ISBN 0-908228-08-2 (engl.)

▪ Bill Mollison: Permakultur II. Praktische Anwendungen
pala-verlag, 1994,
ISBN 3-923176-05-8

▪   Bill Mollison: „Permakultur konkret“
pala-Verlag, 2005
ISBN 3-923176-60-0

Pilzzucht – Beimpfen von Baumstämmen

Da mich das Thema Pilzzucht schon länger interessiert und ich schon ein paar Berichte darüber gelesen hab, zum Beispiel zuletzt in Sepp Holzers Permakultur, wo er sehr ausführlich über die Zucht verschiedenster Pilze schreibt, hab ich mir für meinen Ausflug nach Schiltern fest vorgenommen mir eine Dübelbrut zu besorgen. Am ersten Mai war es dann so weit, gemeinsam mit meinem Gesangesbruder und Freund machten wir uns früh morgens auf den Weg zur alljährlichen Pflanzentauschbörse in Schiltern, nahe Langenlois in Niederösterreich. Bei vielen auch als Arche Noah bekannt. Dort waren wir von der Vielfalt der angebotenen Pflanzen überwältigt. Auf die Schwammerl hätt ich beinahe wieder vergessen, wenn ich nicht auf einen Stand mit Pilzbrut gestoßen wäre! Nach genauer Information entschlossen wir uns gemeinsam mit meinem Vater für die Getreidebrut des heimischen Stockschwämmchens.

Die Hauptbeweggründe für das Stockschwämmchen waren:
– die einfache Methode für den ersten Versuch
– bei Schnecken wenig beliebt
– kommen im Frühjahr und im Herbst
– pflegeleichter Pilz
– verwerten die Inhaltsstoffe des Holzes besonders lang
– heimischer Pilz
– verschiedenste Arten der Zubereitung möglich, wobei nur die Kappen verwendet werden, jedoch wird das ganze Büschel vom Holzstamm getrennt, um nicht Nahrung für Parasiten zu hinterlassen.

Nachteil:
Es kann vorkommen, dass die Stockschwämmchen auch erst nach 2 Jahren kommen.

Empfohlene Holzsorten: Buche, Hainbuche, Eiche, Birke, Erle und Pappel

Mein Vater hat sich für metrige Buchenstämme mit einem Durchmesser von 12 bis 15 cm entschieden, dazu verwendet man die Schnittmethode. Man schneidet mit einer Kettensäge den Stamm bis zur Hälfte ein, den nächsten Schnitt macht man gegengleich auf der gegenüberliegenden Seite. Die Schnittstellen werden rundum abgeklebt und nachträglich eine Öffnung zum Befüllen mit der Pilzbrut eingeschnitten. Der Schnitt wird wieder abgeklebt.

Ich wollte die Methode mit den gebohrten Löchern ausprobieren, so besorgten Hans und ich uns am Freitag den 13. April zwei Rotbuchenstämme mit einem Durchmesser zwischen 28 und 35 cm, die Hans mit der Kettensäge halbierte und 4 Birnbaumstämme um auch gleich noch eine andere Holzsorte zu testen. Vor seinem Biobauernhof bohrten wir die zwischen 35 und 50 cm langen Stücke zweireihig versetzt mit einem 2,5 mm Holzfräser ca. 5 cm an. Zwischendurch wurden wir von einem Bauern aus der Nachbarschaft besucht. Hans hat uns mit seinem mehrfach ausgezeichneten Most versorgt.

Nach der Pause haben wir beiden dann wieder alleine, die zehn Bohrlöcher je Reihe mit der Pilzbrut befüllt. Mit einem gut haftenden Gewebeband haben wir die Brutlöcher abgeklebt. Ich hab den Anfang des Klebebandes vor einem Loch gut fest gestreift, Hand hat dann den Stamm immer wieder ein Stück weiter gedreht.

Die Birnbaumstämme haben wir gleich mitgebohrt und dann am Montag mit der Pilzbrut  behandelt, die Löcher haben wir  mit Korkstoppeln wegen der sehr groben Birnbaumborke verschlossen.

Hinweis: unterschätze nicht das Gewicht der Holzstämme. Einen Buchenholzstamm mit einem Durchmesser von 30 cm und einer Länge von einem Meter kann man alleine fast nicht mehr manövrieren.

Montag Abends hab ich die Stämme zu Hause an der Gartenmauer eingemietet, dazu hab ich ein wenig Erde ausgehoben, die Stämme im ausgehobenen Loch gestapelt und die Stammenden mit der Grasnarbe abgedeckt. Auf den Haufen hab ich noch einen nassen Fetzen gegeben. Oben auf hab ich noch einige Töpfe mit Pflanzen platziert.

Hans hat seine beiden Rotbuchenstämme schon am Samstag an einem geschützten Platz stehend eingegraben.

Mein Vater hat den Versuch unternommen, das Myzel mit Sägemehl zu vermehren, der Erfolg stellte sich schon gut sichtbar nach einigen Tagen ein.

Das originale Myzel haben wir wie bereits erwähnt in Schiltern gekauft, bei Herrn Herbert Wurth aus Mistlbach 28, A-3922 Groß-Schönau.

Jetzt warten wir dass das Myzel wächst und gedeiht und dann die Schwammerl kommen.

„Grünes Geld“ eine kleine Initiative – eine Anregung zur Nachahmung

„Grünes Geld“ ist bei uns in Steinbach/St. kein pfarrliches Unternehmen, sondern hängt mit meiner regionalen Tätigkeit als Diakon zusammen.

Diese Form wird von mir nicht gezielt eingesetzt, sondern nur wenn es sich ergibt. z.B.: jemand will Geld zur Verfügung stellen (selten) oder (der Normalfall) es kommt eine Person und schildert seine Notsituation oder ich werde auf eine Not aufmerksam (gemacht).

Zuerst wird die Gesamtsituation der in Not geratenen Person (od. Kleinfirma) besprochen.
Wenn sich im Zuge der gemeinsamen Überlegungen (manchmal auch mit Finanzfachmann zusammen) als sinnvoll zeigt mit Hilfe von einem grünen Geld dieser Person (Kleinbetrieb …) zu unterstützen, dann versuche ich Leute zu finden, die bereit sind Geld zu verborgen (unverzinst bzw. mit Wertsicherung).

Diese Form der Unterstützung geht nur dort, wo der Schuldner Schulden bei einer Bank hat. Der Geldgeber (oder ich als Treuhänder) gibt dann das Geld der Bank und bekommt dafür eine Bankhaftung (Bankgarantie) d.h.,  mit dem Bankhaftbrief bekommt der Geldgeber jederzeit (innerhalb einer bestimmten Zeitspanne – bei uns meist 5 Jahre) sein Geld zurück. So ist der Geldgeber immer gedeckt. Sein Geld kann er nicht verlieren.

In der Regel ist es so, dass Schuldner und Geldgeber nichts voneinander wissen. In so überschaubaren Gebieten wäre dies nicht gut. Die Kontaktperson bin ich als Treuhänder.

Zusätzlich wird meist mit den Schuldnern noch ein Zusatzabkommen über Art der Rückzahlung (= Ansparung auf gut verzinstes Sparbuch) abgeschlossen. Die Guthabenzinsen darf der Schuldner sich dann auch behalten.
Meist vereinbaren wir noch in regelmäßigen Abständen Begleitgespräche  (vor allem bei Kleingewerbetreibenden) ….

Grünes Geld:
Der Vorteil für den Schuldner: keine Zinsen (oder nur Wertsicherung) für 5 Jahre (oder mehr) und Guthabenzinsen für sein Ansparen.

Wir haben es hier in den letzten 12 Jahren ca. 10x praktiziert. Derzeit sind es 4 – 5. Die Summen belaufen sich zwischen 10 – 30.000 €, 2x 70.000 € meist auf 5 Jahre.

April 05, Carlo Neuhuber