Newsletter 0710

Liebe Permakultur-Freunde!

Gleich vorweg möchte ich ankündigen, dass wir uns auf Grund der großen Nachfrage nach einem weiteren Permakultur-Kurs, dazu entschlossen haben, im Sommer 2008 eine Permakultur-Aktivwoche zu veranstalten. Der Schwerpunkt dieser Woche wird beim kreativen Bauen und Renovieren mit Abfall sein. Es wird Abendvorträge und auch Exkursionen geben. Diese Woche wird so gestaltet werden, dass für jeden etwas dabei ist. Ein genaues Programm ist gerade in Ausarbeitung.

Infos in diesem Newsletter:
• Rückblick letzter Permakultur-Aktivtag und Treffen
• Vorschau nächster Permakultur-Aktivtag und Treffen
• Buchtip „Permakultur für alle“ von Sepp und Margit Brunner
• Kurse, Workshops und Möglichkeiten der Mitarbeit in Permakultur-Projekten

Permakulturelle Grüße

Bernhard Gruber
Schriftführer Perma-Norikum
http://www.perma-norikum.net

Rückblick Permakultur-Aktivtag und Treffen am Samstag dem 29.09.2007 in Weitersfelden
Kurz nach 9.00 Uhr trafen wir uns bei Gerhild und Gianni in Ritzenedt bei Weitersfelden. Da Giannis Nachbar sein Grundstück neu drainagierte und das Trinkwasser der Hochlandrinder auf dem gepachteten Hof zu verschmutzen drohte, halfen wir, diese zotteligen und mit ihren Hörnern imposant wirkenden Paarhufer auf eine andere Weide umzuleiten. Beim Nebenhergehen dieser Tiere war die morgendliche Kälte in uns schnell verflogen und auch die versprochenen Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg und klarten den Himmel auf. Nach diesem ersten Abenteuer gingen wir froh ans Werken, wir errichteten, zurück am bewohnten Hof eine Terrassierung mit alten Holzbalken. Wir schlugen Holzpflöcke ein und legten drei Reihen alter Balken übereinander, gruben den Hang mit Spitzhacke und Spaten ab und brachten Humus und Mist auf. Auf diese Weise errichteten wir drei Terrassen, wobei jede über 10 Meter lang ist. Dieser ungenützte Hang kann jetzt auch leicht kultiviert werden. Im Anschluss stellten wir Interessierten kurz unseren Verein vor. Für Mitglieder gab es wieder die Möglichkeit neu erworbene Bücher aus der Vereinsbibliothek zu entlehnen. Der Hausherr zeigte uns seine Vielfalt an Kartoffeln und seine Frau Gerhild, nach urzeitlichen Techniken getöpferte und gebrannte Keramiken. Um 16.00 Uhr führte uns Gianni noch über die Weiden und Feuchtwiesen, vorbei an monumentalen Steinformationen zu seinen Hochlandrindern.

• Permakultur-Aktivtag und Treffen in Wels am 20.10.2007
Um 9.00 Uhr beginnen wir mit den Fertigstellungsarbeiten am Strohballenhaus. Gemeinsam werden wir das im 72h Permakultur-Zertifikatskurs begonnene Strohballenhaus mit dem selbst hergestellten Lehmverputz verschmieren. Die Flaschenfenster im Strohballenhaus haben wir bereits in den letzten Wochen fertig gestellt.
Ab 15.00 Uhr gibt es das Permakultur-Treffen des Vereins Perma-Norikum. Gemeinsamer Austausch, Besichtigung des Tagesprojekts und des Waldgartenprojekts „Weberhäusl“. Nachbesprechung und Infos zum Vergangenen Permakultur-Zertifikatskurs mit Joe Polaischer. Bücher können aus der Vereinsbücherei entlehnt werden, Infos zum Verein, Pflanzen und Samen können getauscht werden.
Ort: Permakultur-Projekt Weberhäusl, Fam. Gruber, Stadlhof 25, 4600 Wels

• Permakultur-Treffen in Gaspoltshofen am Samstag dem 24. November 2007
Ab 14 Uhr gemeinsames Adventkranzbinden. Kerzen bitte selbst mitbringen. Bindematerial und Zweige sind vorhanden. Wer jedoch größere Mengen an Zweigen mitbringen möchte, setzt sich bitte mit Ingrid 0664 – 2620660 in Verbindung. Besichtigungsmöglichkeit der Pflanzenkläranlage, Eigenbau Hydraulischer-Widder und verschiedene andere Dinge. Es können auch kleine Gegenstände wie zum Beispiel Werkzeuggriffe auf der Drechselbank gedrechselt werden.
Weiters gibt es Infos zum Verein, Bücher aus der Vereinsbibliothek können ausgeliehen werden, Pflanzen und Samen können getauscht werden.
Ort: Ingrid und Wolfgang Putzinger, Aspoltsberg 1, A-4673 Gaspoltshofen

• Buchtip: „Permakultur für alle“ von Sepp und Margit Brunner – Harmonisch leben und einfach gärtnern im Einklang mit der Natur ISBN 978-3-7066-2394-0
Das Buch kann direkt und portofrei beim Löwenzahn-Verlag bestellt werden http://www.loewenzahn.at, weitere Info zu Sepp Brunner unter http://www.permakulturwerkstatt.net

• Workshop Steinkreis 13. – 14 Oktober 2007
Vereinsmitglied von Perma-Norikum, Rupert Peterlechner veranstaltet ein Seminar bei dem ein Steinkreis erbaut wird. Anastasialand – Rupert Peterlechner und Ursula Schmidbauer Hadermarkt 21, A-5121 St. Radegund. Referent ist der Geomantiker Hans Haslbeck. Anmeldung und Seminarprogramm bei Rupert oder Ursula, Tel. 06278-8479 oder 0676-5125165, sieron@aon.at

• Gartenseminare Herbst 2007 in Nyárliget im ungarischen Seewinkel
Innenhofbegrünung mit winterharten Exoten Sa.13.- So.14. Oktober 2007, 10-18 Uhr
Seminarinhalt: Besprechung des Stadtklimas und des Kleinstklima Innenhof; Vorstellung geeigneter Exoten und Raritäten; Bezugsquellen für exotische Pflanzen in Mitteleuropa; Gestaltung und Arbeitsaufwand; Laufende Pflege auf ein Minimum reduzieren; Winterschutz
Die Öko-Exotenhecke Fr.26.- Sa.27. Oktober 2007, 10-18 Uhr
Seminarinhalt: Besprechung der in Frage kommenden Pflanzen; Klimazonen in Österreich und die Bedeutung für die Pflanzenauswahl; Pflegeleichte Hecken; Optimaler Sichtschutz
Ort: Seminarraum, Schaugarten in Nyárliget im ungarischen Seewinkel an der österreichischen Grenze. Nähere Infos und Anmeldung bei Mag. Thomas Amersberger unter office@innenhofbegruenung.com, http://www.innenhofbegruenung.com oder 0699100 35 985

• Effektive Mikroorganismen, Freitag 19. Oktober 2007, 20.00 Uhr
Vortrag mit EM-Berater Johann Dickinger zum Thema EM für Garten, Haus und Gesundheit, in A-4501 Neuhofen an der Krems, Café Kemetmüller (direkt am Marktplatz) johann.dickinger@neuhofen.at, Tel. 07227 / 6610

• Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand, 19. – 21. Oktober
Vorträge, Workshops und Seminare zum Thema Geld und Wirtschaftssystem mit Zukunft, im Museum Arbeitswelt in A-4400 Steyr. Nähere Infos: Cliff James, cliffjames@eco-life.at, http://www.eco-life.at, Tel. 0650 6540654

• Mitarbeit bei Permakultur-Vernetzungsliste
Peter Hasler ist am Aufbau der Permakultur-Vernetzungs „Datenbank“www.pk-netzwerk.at/ Peter würde sich über eine gemeinsame Projektgruppe freuen, um diese Plattform weiter auszubauen. Mitarbeiten kann jeder, das Internet ist ja nicht regional gebunden. Diese Web-Page kann jeder einfach mit seinem eigenen Eintrag erweitern, oder auch dazu nutzen andere Permakulturisten zu finden. Kontaktaufnahme mit Peter Hasler per email über die Homepage oder telefonisch unter 0664 4204622

• Mitarbeit auf einem Permakultur-Projekt in Malaga / Spanien
José Vega pendelt zwischen der Schweiz und Spanien, er betreibt ein Permakultur-Projekt in Andalusien und sucht Leute die gerne in ihrem Projekt mitarbeiten und Erfahrung sammeln möchten. Nähere Infos gibt es per email direkt bei José j.vega@bluewin.ch

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Fest der Natur im Linzer Volksgarten / OÖ

Der Verein Perma-Norikum beteiligte sich beim Linzer Fest der Natur im Volksgarten mit einem Infostand und baute mit Interessierten Kindern und Erwachsenen einen einfachen Brotbackofen.

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Arbeiten mit saftfrischen Hölzern auf der Wippdrechselbank

Michael Stallmann mit seiner Wippdrechselbank
Michael Stallmann mit seiner Wippdrechselbank

Ein Bericht von Michael Stallmann, Tischler und Permakultur-Designer aus Deutschland

Die Geschichte der Wippdrechselbank
Die älteste Darstellung einer Drehbank stammt aus einem ägyptischen Grab des dritten vorchristlichen Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um eine Schnurzugdrehbank, die von zwei Personen bedient werden musste. Das Prinzip der Drehbank hat sich seither nicht verändert, doch findet man in der Geschichte viele unterschiedliche Möglichkeiten die Drehbank anzutreiben, zum Beispiel die Fidelbogendrehbank, welche man auch alleine bedienen kann. Erste Hinweise für die Nutzung einer Wippdrehbank, stammen (für den europäischen Raum) aus der Zeit des hohen Mittelalters. In spätmittelalterlichen Handschriften findet man auch vermehrt Abbildungen von Wippdrehbänken.

Während sich mit der Zeit in allen Handwerken gleichdrehende Drehbänke durchsetzen konnten, hat die wechseldrehende Wippdrechselbank, besonders im Holzhandwerk noch bis ins 19. Jahrhundert Verwendung gefunden. So wurden noch in der Zeit der Napoleonischen Befreiungskriege 1813-1815 für Landwehreinheiten Holzteller in Auftrag gegeben, die von Bauern auf der Wippdrehbank gefertigt wurden. In England gab es sogar bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch Familien, die mitsamt ihrem Werkzeug in den Wald zogen und auf vor Ort errichteten Wippdrehbänken, die Stuhlbeine für die Industrie vorzufertigen. Ganz ist die Wippdrechselbank zum Glück jedoch nie verschwunden. Auch heute arbeiten einige Handwerker mit dieser einfachen aber effektiven Konstruktion. Sogar Kurse über den Bau einer Wippdrechselbank kann man heute besuchen.

Wippdrechselbank
Wippdrechselbank

Besonderheiten einer Wippdrechselbank
Es mag vielleicht anfangs kompliziert erscheinen an einer Drechselbank zu arbeiten, die ihre Drehrichtung dauernd wechselt, aber man wird schnell feststellen, dass es kinderleicht ist und obendrein noch viel Spaß macht. Der größte Vorteil einer Wippdrechselbank im Gegensatz zu einer motorgetriebenen Drehbank ist für mich die Sicherheit. Eine Maschine dreht konstant mit hoher Geschwindigkeit und quittiert jeden Fehler des Drechslers mit einem starken Rückschlag. Auch kann das Werkstück in Stücke zerspringen oder das Werkzeug zum gefährlichen Geschoss werden. All das ist bei einer Wippdrechselbank nicht zu erwarten. Frisst sich das Werkzeug bei fehlerhafter Haltung fest, so stoppt die Wippdrechselbank fast augenblicklich. Da man selbst der Antrieb ist, hat man die volle Kontrolle über die Geschwindigkeit und kann quasi stufenlos die Geschwindigkeit an die jeweilige Arbeit anpassen. Dadurch eignet sich die Wippdrechselbank besonders für Anfänger. Ein weiterer großer Unterschied zu einer motorgetriebenen Drehbank ist, dass man saftfrische Hölzer verarbeitet. Frisches Holz ist viel weicher und lässt sich leichter bearbeiten. Deshalb entstehen beim Arbeiten auch weder Staub noch Splitter und das tragen von Atemschutz und Schutzbrille ist unnötig.

Meine Wippdrechselbank und die Permakultur
Ich selber besitze seit einigen Monaten eine Wippdrechselbank, die ich bei einem Workshop in der deutschen Altmark selbst gebaut habe und bin begeistert. Ich bin unabhängig vom Strom und kann bei schönem Wetter draußen im Garten drechseln. Will man drinnen arbeiten so ist das auch möglich, erfordert aber eine andere Wippe wenn Platzmangel besteht. Zum Beispiel kann man auch ein Gummiband an der Decke befestigen und so seine Drechselbank antreiben. Im Grunde genommen sind der Phantasie da keine Grenzen gesetzt und man muss einfach ausprobieren wie es einem am Besten gefällt.
Aus der Sicht der Permakultur ist die Wippdrechselbank ein gutes Beispiel für nachhaltige Technologie. Die Konstruktion ist einfach und mit etwas handwerklichem Geschick ist jeder in der Lage sich selbst eine Wippdrechselbank zu bauen und jede Reparatur, wenn es denn nötig ist, zu meistern. Der Antrieb erfolgt ohne Strom und ist unabhängig vom Standort. Man könnte also wie es früher die Stuhlmacher getan haben vor Ort im Wald arbeiten. Es entsteht kein Lärm und kein Abfall. Lediglich ein rhythmisches Schneidgeräusch und 1a Mulchmaterial. Und die Wippdrechselbank an sich ist zu 99% biologisch abbaubar. Das allein sind ihre äußeren Qualitäten. Hinzukommen die persönliche Befriedigung und der Spaß an einer solchen Drechselbank zu arbeiten. Wer auf seinem ersten Hocker sitz dessen Beine selbst gedrechselt wurden wird verstehen was ich meine. Und wem das noch nicht reicht, der kann Mike Abotts (1) Anregung folgen und versuchen den Wipprhytmus mit dem Herzschlag in Einklang zu bringen.

(1)Mike Abott ist Grünholzwerker und Wippdrechsler. Sein Buch „Grünholz“ ist quasi ein Muss für jeden der mit frischem Holz arbeiten will.

Aktivtag und Treffen beim Weberhäusl in Wels / Oö

Vorbereitend für den 72h Permakultur-Zertifikatskurs mit Joe Polaischer, im Juli 2007 in Wels, bauten wir gemeinsam bei unserem Aktivtag eine Komposttoilette aus Paletten und Abbruchholz. Im Anschluss führte Hans Hermann Gruber durch seinen Waldgarten.

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Exkursion Mischkulturbetrieb Langerhorst in Waizenkirchen / OÖ

Zu Besuch bei Familie Langerhorst in Waizenkirchen, welche seit den fühen 1970er Jahren ihre Landwirtschaft mit Mischkultur bewirtschaften. Margarete und Jakobus sind in der deutschsprachigen Gartenbauscene durch ihre jahrzehntelange Erfahrung geschätzt und auch durch Publikationen bekannt.

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Mit Permakultur gemeinsam Zukunft gestalten

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