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Verputzen am Strohballen-Rundhaus im Wald-Wasser-Garten Einjoch

Das Strohballenrundhaus soll mit einem Lehmputz aus lokalem Lehm versehen werden
Das Strohballenrundhaus soll mit einem Lehmputz aus lokalem Lehm versehen werden

Verputzen am Strohballen-Rundhaus im Wald-Wasser-Garten Einjoch in Eggendorf im Traunkreis
3. bis 7. Juni, Mo bis Do 8.00 bis 17.30 Uhr Fr 8.00 bis 12.00 Uhr
17. bis 21. Juni, Mo bis Do 8.00 bis 17.30 Uhr Fr 8.00 bis 12.00 Uhr

Es geht weiter, die im Vorjahr begonnene Bienenhütte, als Strohballen-Rundhaus ausgeführt, soll im Juni mit Lehm verputzt werden, dazu braucht es wieder einige fleissige Hände.

Wie letztes Jahr möchte ich euch gerne dazu einladen, wieder vorbei zu schaun und gemeinsam zwei schöne, lehrreiche Wochen im Wald-Wasser-Garten Einjoch, in Eggendorf im Traunkreis zu verbringen.

Es werden keine Workshopkosten eingehoben. Unterbringung wie letztes Jahr in mitgebrachten Zelten. Weitere Details gerne auf Anfrage.

Mandala-Garten mit Wildbienenhotel vor Bienenhütte
Mandala-Garten mit Wildbienenhotel vor Bienenhütte

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Die traditionellen Homegarden am Kilimanjaro

Die traditionellen Homegarden am Kilimanjaro

Gut erkennbare, ausgeprägte Ebenen eines Homegardens

Früher ernährte ein hoch produktiver Waldgarten mit einem Hektar Fläche eine große Familie. Heute schaffen dies die Bauern mit dem Anbau von Cash Crop wie Kaffee und Mais nicht mehr.
Das als Homegarden bekannte Bewirtschaftungssystem lieferte rund um das Jahr Lebensmittel, Futter für die Tiere, Medizin, Bauholz und Energieholz, Terrassen verhinderten Erosion.
Reste des ehemaligen florierenden Systems sind noch heute erkennbar.
So bilden Erdnüsse und Kartoffel die Knollenschicht, Buschbohnen und manchmal auch Kürbisse die Krautschicht.

Bananen mit Kaffeestauden dazwischen

Die nächste Ebene bilden verschiedene Arten an Yams, gefolgt von Kaffeestauden, zwischendurch Mais und immer wieder sind kleinere, Stickstoff sammelnde Bäume wie Leucena und Bohnenbaum zu finden. Auf dieser Ebene befinden sich auch Zitrusfrüchte, Granatapfel und Zimtbaum, eine weitere Ebenen bilden Bananen, Mango und Papaja, gefolgt von der Kronenebene, Bäume wie Avocado und verschiedene als Bauholz verwendete Stickstoffsammler. An Wasserkanälen findet man Zuckerrohr und verschiedene Kressen. Teilweise bis in die Kronenschicht rankt Queme, ein Ölkürbis, auf den niedrigeren Bäumen Passionsfrucht und Kajote. Oft sind die Grundstücke mit einer dicht verwachsenen blühenden Dornenhecke eingefasst, oder sind einfach nur mit starkwüchsigen Gräsern markiert.

Das Problem: Erosion und Nährstoffkonkurenz

Bewässerungssystem durch die Homegarden

Pflanzen wie Mais und Kaffee wurden auf Grund der Einführung von Steuern durch die wechselnden Kolonialmächte Deutschland und England als Cash Crop gepflanzt. Diese beiden Pflanzen verdrängen jetzt all zu oft in Monokulturfeldern die permanenten Waldgärten mit ihrer Biodiversität. Bananen und Mais sind Nährstoff- und Wasserkonkurrenten. Die Böden mit ihrer dünnen Humusschicht sind ohne eine Dauerkultur auf eine konstante Nährstoffzufuhr angewiesen.

Gut ausgeprägter Homegarden

Alle die sich den industriellen Dünger nicht leisten wollen, holen sich Dung von den Massai, einem typischen nomadisierenden Rinderzüchtervolk aus den Tiefebenen. Starke Regenfälle in den beiden Regenzeiten und heiße Winde in den Trockenzeiten verursachen erhebliche Erosionsschäden.

Auf zwei nebeneinander gelegenen Feldern, das eine durch Baumbewuchs geschützt und das andere nicht, hat sich am ungeschützten Feld das Niveau annähernd um 2 m in den letzten 40 Jahren gesenkt.

Von Erosion gezeichnete Straße

Von der ehemaligen Kolonialmacht Deutschland wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein Kanalsystem zur Bewässerung der Felder errichtet. Gespeist werden diese Kanäle vom Umbwe River. In Gemeinschaftsarbeit wurde das Kanalsystem von Einheimischen in den letzten Jahren ausgebaut, jedoch gibt es trotz Regelung immer wieder Streitigkeiten, wer wann wie viel Wasser entnehmen darf. In der Trockenzeit wird das Wasser zu wenig, da immer mehr Wald am Kilimanjaro gerodet wird und so der natürliche Wasserspeicher verschwindet.

Der selbst gebaute A-Frame wird zu einem wichtigen Werkzeug

In der Regenzeit kann der Boden die Wassermassen nicht aufnehmen und es kommt zu Überschwemmungen bis hin zu Muren. Ganze Straßen werden zu Wasserkanälen. Doch gerade hier wird das Problem zur Lösung, wenn die Straßenbäche auf die Felder geleitet und das Wasser dort gespeichert wird. Dies ist einfach mit waagrechten Wasserrückhaltegräben, welche die Bauern selber graben können, zu bewerkstelligen.

Brennen von Lehmziegeln in früheren Zeiten

In den 70er und 80er Jahren des 19 Jahrhunderts war die allgemeine Wirtschaftslage in Österreich sehr gut, auch die Landwirtschaft florierte, es gab gute Erträge und es setzte ein allgemeiner Bauboom in der Landwirtschaft ein. Viele der Höfe in Oberösterreich wurden neu errichtet oder ausgebaut.  So wurde auch damals noch das vorhandene Material verwendet. Transporte im Umfang wie sie heute geschehen, gab es in den ländlichen Gegenden noch nicht. Vorhandene Resourcen wurden genutzt.

Unmengen an Ziegeln wurden direkt Vorort gebrannt, dazu gab es Facharbeiter welche von Hof zu Hof zogen und dort die Leute in der Arbeit unterwiesen die Ziegel zu fertigen und das Brennen der Ziegel vornahmen. Noch heute findet man in der näheren Umgebung von Bauernhäusern Senken, wo der Lehm abgebaut, die Ziegel geschlagen, getrocknet und gebrannt wurden. Diese Abbaustätten  erkennt man noch heute, meist sind sie mit Bäumen bewachsen, Wasser hat sich gesammelt oder man hat sie teilweise wieder mit Bauschutt und Müll aufgefüllt.  Manchmal findet man auch noch ausgeschiedene, verbrannte oder gebrochene Ziegel an diesen Orten.

Den Ablauf der Erzeugung der Ziegel kann man sich folgender Maßen vorstellen:

Die Humusschicht wird abgetragen, die Lehmschicht freigelegt.
Der freigelegte Lehm wird in Holztrögen gesammelt und gereinigt.
Mit der Beigabe von geringen Mengen an Wasser wird der Lehm zu einer homogenen Masse verarbeitet.
Flinke Hände formen gleich große Laibe, welche auf einem mit Sand bestreuten Brett leicht gerollt werden.
Die Rohlinge werden in eine Holzform gepresst, überschüssiges Material wird mit einem mit Draht bespannten Bogen abgezogen.

Die Holzform hat überstehende Enden, so wird durch die Wucht des Aufpralls beim Schlagen der Form auf ein Holzbrett, der rohe Ziegel aus der Form auf das Brett geschleudert.
Je nach Witterung werden die so hergestellten Ziegel mindestens eine Woche an der Luft getrocknet. Die Ziegel sind gut getrocknet und ein wenig geschrumpft, sie werden jetzt im Verbund zu einem Tonnengewölbe geschlichtet, zum Wind hin bleiben sie offen, nach oben werden mehrere Abzüge eingebaut. Drei Schichten Ziegel werden so übereinander angeordnet, das mehrere Züge entstehen, mit Reisig und Erdreich abgedeckt.
Zwei Wochen hindurch wird der so entstandene Meiler mit Feuerholz beschickt, nebenan werden weitere Ziegel geschlagen , getrocknet und gebrannt.

Die gebrannten Ziegel wurden auch in der Reihenfolge verwendet wie sie gebrannt wurden. Unten die Ziegel aus der inneren Schicht, diese sind hart gebrannt, man kann sie leicht von den anderen an der Farbe unterscheiden, sie sind beinahe schwarz und schimmern an Bruchstellen teilweise violett. Sie wurden meist bis Fensteroberkante des Erdgeschosses verwendet. Die nächste Qualität wurde bis unters Dach verwendet, teilweise findet man Muster mit schwarzen Ziegeln gelegt. Die äußere Schicht an Ziegeln im Meiler wurde für die geschützten Stellen im Haus, wie Innenwände und die Ziegelböden unter dem Dach verwendet.

Teilweise wurde Ziegelwände auch mit runden Flusssteinen gemischt, zwei Reihen Ziegel und zwei Reihen Flusssteine, diese Art der Mauer bezeichnet man als Römische Mauer. Für das Fundament verwendete man Konglomeratgestein oder auch Granit bis Fensterunterkante. War jedoch kein Gestein zur Verwendung da, hinderte man das Wasser mit dünnen Schichten aus Holzkohle am Aufsteigen im Mauerwerk.