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Die Permakulturbörse im Alpenraum entsteht

Die Permakulturbörse im Alpenraum entsteht!
Offenes Netzwerk für alle Akteure und Interessierten im Alpenraum

Ein Bericht von Beatrix Isermann aus Oberbayern

Wir erstellen gerade ein „Permakultur-Portal“ bzw. „Permakultur-Marktplatz“. Es ist uns sehr wichtig, schon Bestehendes zu respektieren und im Sinne der Permakultur zu nutzen. Daher möchte ich mein Permakultur-Diplom-Projekt ganz kurz erläutern und Euch fragen, ob Ihr an einer Vernetzung/Zusammenarbeit interessiert seid… und in welchen Form Ihr Euch das vorstellen könnt.

Unsere Ziele der Permakulturbörse:
* Unsere „Permakulturbörse im Alpenraum“ versteht sich weniger (bzw. nicht) als Diskussionsforum sondern mehr als interaktiver Marktplatz – und zwar für Wissen („Perma-Wiki“?) sowie für Material („Perma-Ebay ohne €“?), Menschen („Perma-MyHammer ohne €“?) und Termine (Kurse, Workshops, Seminare, Events, Stammtische,…). Mit „Menschen“ meine ich den Austausch von Arbeitskraft, Mithilfe,…Potenzialen. Und sie versteht sich als Platz, wo sich Interessierte und aktive Permakulturler „treffen“ und zusammenfinden. Dieser Teil ist noch nicht online – er folgt in Kürze – bisher gibt es „nur“ den Wissens- und Veranstaltungstermine-Austausch.
* Das Regionalprinzip. Mein Anliegen ist die regionale Vernetzung – und zwar im deutschsprachigen Alpenraum (regionale Erweiterungen möglich…wenn sich jemand findet). Menschen, die handwerklich aktiv werden wollen, gemeinsam kleine Paradiese schaffen, zusammen ernten, Workshops besuchen usw. sollen zueinander finden. Aber auch die regionale „Wirtschaft“ wollen wir stärken.
Ein Branchenbuch quasi. Kriterien: regional – ökologisch – fair. Ein Beitrag um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
* Nun der wichtigste Punkt – die Unabhängigkeit! Wir wollen einen
unabhängigen Marktplatz haben – da dürfen alle Permakulturisten
(Privatleute, Institute, Vereine, Designer, Akademien,…) „ihren Stand“ haben und ihre „Produkte“ anpreisen. Und die Interessenten/Suchenden können frei sich alles ansehen und anhören und hier oder da was tauschen, leihen, verschenken oder auch mal kaufen und können überlegen wann sie wo mit wem was machen wollen oder auch nicht. Wir haben da den Vorteil, daß wir Permakultur nicht beruflich betreiben, keine Kurse anbieten oder dergleichen…
* Wir hoffen, mit diesem „neutralen Boden“ dazu beizutragen, daß die vielen guten vorhandenen Gruppen etwas enger zusammenrutschen und wir unser aller Ziel – die weitere Bekanntmachung und Stärkung der Permakulturprinzipien unterstützen können.

Es natürlich schon so, daß es an verschiedenen Stellen im Netz
„Schnittmengen“ gibt, also beispielsweise habt Ihr auch einiges an Wissen zusammengetragen und auf Eurer Homepage verfügbar gemacht. Da wäre es schön, wenn man diese Rubrik an unsere „Know-How-Börse“ koppelt (verlinkt). Ebenso würden wir gerne auch Eure Termine aller Art in unseren großen Terminfundus mit aufnehmen. Einen Termin haben wir exemplarisch schon mal aufgenommen. Weitere bitte selbst einstellen.

Durch die regionale Suchfunktion finden Suchende schnell alle Angebote in einem definierten Umkreis. Dadurch werden die einzelnen Gebiete gestärkt und unnötiges Fahren vermieden, was auch ein kleiner Beitrag zur Reduzierung des persönlichen ökologischen Fußabdrucks ist.

Noch was zur „Unabhängigkeit“: ich habe festgestellt, daß viele Vereine, Institutionen und Berater natürlich eigene Interessen haben und nur zum Teil an einer wahren Vernetzung interessiert sind. Daher habe ich zwar zu einigen Institutionen Kontakt, aber habe Angebote „exklusiver“ Zusammenarbeit abgelehnt. Da gibt es nämlich viele „Befindlichkeiten“, manch einer meint, der beste Permakulturist zu sein und kocht sein eigenes Süppchen. Ja, manchmal scheint es beinahe ein Wettrennen um Marktanteile zu sein. Na ja, die Pflanzen machen es uns ja so vor – in ihrer Konkurrenz um Wasser und Licht. Und trotzdem arrangieren sie sich irgendwie… also werden wir das vielleicht auch schaffen ;-)

Also, was haltet Ihr davon? Wie verringern wir die Schnittmenge oder nutzen sie zu unserem beiderseitigen Vorteil?

Ich würde mich sehr freuen, von Euch zu hören.

Viele Grüße, Beatrix Isermann aus Oberbayern…

E-Mail: Beatrix Isermann
Zur Permakultur-Börse

5 Jahre Talente-Tauschkreis „Der Krems-Taler“ in Neuhofen

5 Jahre Talente-Tauschkreis „Der Krems-Taler“ in Neuhofen

ein Bericht von Bernhard Gruber / Talente-Tauschkreis „Der Krems-Taler“

Bernhard Gruber und Herbert Staufer

Im April 2010 werden es 5 Jahre, dass der Neuhofner Herbert Staufer den Talente-Tauschkreis gemeinsam mit einer Hand voll Neugieriger startete. Schnell wuchs das Interesse auch in umliegenden Gemeinden und die Idee der erweiterten Nachbarschaftshilfe verbreitete sich rasch. Der Krems-Taler war in seinen fünf Jahren auch mehrfach Vorbild zur Gründung weiterer Tauschkreise in Oberösterreich und angrenzenden Bundesländern.

Alles begann vor 5 Jahren, der von St. Georgen im Attergau stammende Herbert Staufer hatte aus Enns die Idee des Talente-Tauschkreises mitgebracht und eine kleine Anzeige in der Gemeindezeitung geschalten: … Treffpunkt im Café Kemetmüller. Schon beim ersten Treffen wurden Talente-Tausch-Aktivitäten wie Fahrradreperatur, Kuchen backen und Fenster putzen verabredet. Beim zweiten Stammtisch hatte sich die Teilnehmerzahl bereits verdoppelt und es kamen wieder verschiedene Talente hinzu. Mittlerweile hat der Tauschkreis annähernd 60 Teilnehmer aus Nachbargemeinden wie Kematen, Pieberbach, Eggendorf, Allhaming, St. Marien und Nöstelbach.

Präsentation im Rahmen der Veranstaltung "Gesunde Gemeinde 55+"

Grundsätzlich geht es uns beim Talente-Tausch darum, dass jeder das tut, was er wirklich gerne tut und was ihm Spass macht. Es geht darum Handgriffe zu erledigen und für diese eine Gutschrift in Talenten zu erhalten. Diese Talente können wieder bei anderen Personen gegen Dienstleistungen oder auch Waren eingetauscht werden. So füllt sich nicht die Abstellkammer des einen mit unnützen Geschenken und der andere braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, weil er seinen Nachbarn schon wieder bemühen muss ihm zu helfen. In Österreich haben sich in den letzten Jahrzehnten über 40 Talente-Tauschkreise etabliert.

Schnell entwickelte sich auch ein Interesse Linzer Talente-Tauschkreise an Neuhofner Talenten. Man möchte glauben, es gibt in Linz zu wenige handwerklich geschickte Menschen, denn es wurden aus unserer Landeshauptstadt immer wieder Talente nachgefragt. Der Sinn eines Tauschkreises liegt aber in der Nachbarschaftshilfe, Nachbarn hier im Ort oder in umliegenden Gemeinden, also in der Region. Ideal ist, wenn man die Wegstrecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen kann.

Zwei Jahre hatte ich gemeinsam mit Herbert Staufer eine Fahrgemeinschaft nach Wels. Am Weg zur Arbeit planten wir neue Aktivitäten und diskutierten darüber, wie wir unsere Region hervorheben und auch die Identifizierung mit der Region fördern könnten. Sehr schnell kamen wir auf die Idee eine eigene Tauschkreis-Währung einzuführen, so wurde dann aus den Talenten der Krems-Taler. Die Verrechnung unserer Krems-Taler erfolgt über einen einfachen Beleg, wovon ein Abschnitt an die Tauschkreis-Zentrale geht und je einer an Dienstleister und Konsument. Der administrative Aufwand ist sehr gering, alle Tauschkreis-Teilnehmer haben eine Liste, mit den Angeboten und Nachfragen der anderen, jeder kann sich somit selbst seinen Tauschpartner suchen.

In den letzten fünf Jahren gab es zahlreiche hilfsbereite Talente, Obstbäume wurden geschnitten, Rasen gemäht, Hecken getrimmt, Bäume gefällt, Kuchen gebacken, Socken gestrickt, Schnee geräumt, Glühbirnen gewechselt, Elektrogeräte repariert, Kuchen gebacken, Marmelade eingekocht, Tee getrocknet, Zimmer ausgemalt, Dachboden entrümpelt, Schutt entsorgt, Klavierunterricht und Nachhilfe gegeben, Fahrgemeinschaften gebildet und vieles mehr. Neben den Dienstleistungen wurden auch Waren wie Dekorationsmaterial, Kleidung, Schuhe, Bilder, Eier, Marmelade, Brot, Dinkel, Süßmost, Gemüse, Sträucher und Jungpflanzen getauscht.

Grillfest im Spätsommer 2009

Neben den beliebten Treffen, am zweiten Freitag im Monat, im Café Kemetmüller, gab es auch zahlreiche Veranstaltungen. Es wurden mehrere Tauschkreis-Flohmärkte am Unimarkt-Parkplatz abgehalten. Gemeinsam mit dem EZA-Fachausschuss der Pfarre die sehr erfolgreiche Ausstellung „Segen und Fluch des Geldes“ und gemeinsam mit den Grünen die Diskussionsrunde „Neue Werte für die Wirtschaft“ organisiert. Neben Veranstaltungen in Neuhofen, wurde unser Tauschkreis auch am Zukunftsfest08 in Bad Wimsbach Neydharting und am 4. Sozialforum in St. Peter in der Au präsentiert.

Auch dein Talent ist gefragt! Komm einfach unverbindlich zu einem unserer nächsten Treffen, immer am zweiten Freitag im Monat ins Café Kemetmüller, direkt am Marktplatz in Neuhofen und informiere dich, wie du deine Talente einbringen bzw. was Tauschkreis-Teilnehmer für dich tun können. Aktuelle Infos findest du auch im Internet unter http://www.krems-taler.at.tf/

Wir helfen dir auch gerne telefonisch weiter:
Herbert Staufer 07227 / 200 05
Bernhard Gruber 07227 / 200 79