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Ernährungssouveränität jetzt!

Ernährungssouveränität jetzt!
Gemeinsame Vorbereitung – Nyéléni Europe Forum

Die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung des Nyéléni Europe Forum ist ein Prozess, der von möglichst vielen Menschen und Organisationen gemeinsam getragen werden soll.  Dafür hat sich eine Gruppe in Österreich zu formieren begonnen, bestehend aus Menschen aus verschiedensten Zusammenhängen (Bäuer_innen, Menschen aus NGOs, Vereinen, Einzelpersonen…). Um ein Forum der Vielfalt, der neuen Ideen, der “anderen Welt” möglich zu machen, brauchen wir noch viel mehr Menschen, die sich einbringen wollen.
Es gibt viele Dinge zu tun:
Organisation von Volxküchen, lokalem Anbau der Lebensmittel für das Forum, Kulturprogramm (Theater, Musik…), Kinder- und Jugendprogramm, Übernachtung, Orga des Camps, Aufstellen von finanziellen Mitteln, Mobilisierung, Öffentlichkeitsarbeit usw.

Einladung zum Vorbereitungstreffen

Im Feber 2007 fand in Mali das erste weltweite Forum zu Ernährungssouveränität statt, bei dem sich 500 Delegierte aus aller Welt trafen und eine Änderung des bestehenden Agrar- und Ernährungssystems diskutierten. Nyéléni war eine Frau, die in Mali als Vorkämpferin für Ernährungssouveränität und die Rechte der Frauen Geschichte geschrieben hat. Seit Nyéléni 2007 gibt es Bestrebungen, ein europäisches Forum für Ernährungssouveränität zu veranstalten,  um auch hier die Idee der Ernährungssouveränität weiter zu verbreiten.
Ernährungssouveränität ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen und stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und transnationalen Konzerne. (siehe Erklärung von Nyéléni) Ernährungssouveränität bedeutet auch, dass jedes Land bzw. jede Staatenunion seine Agrar- und Ernährungspolitik selbst bestimmen darf, ohne dabei andere Regionen zu schädigen.

Das Forum soll dazu dienen die Bewegung für Ernährungssouveränität zu stärken und zu verbreitern ein gemeinsames Verständnis dafür aufzubauen, was Ernährungssouveränität in Europa heißen kann. Herausforderungen und Hindernisse in Europa zu identifizieren . Ernährungssouveränität durch die Entwicklung gemeinsamer Strategien  zu einer Realität in Europa zu machen.

Vom 16. bis zum 21. August 2011 wird das erste europäische Forum für Ernährungssouveränität „Nyeleni Europe“ in Österreich stattfinden! Das Forum soll etwa 800 bis 1.000 Menschen in Krems versammeln und einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer starken Bewegung für Ernährungssouveränität in Europa darstellen. Es ist an der Zeit, dass sich die unzähligen Menschen miteinander vernetzen, die sich für ein anderes Landwirtschafts- und Ernährungssystem in Europa und weltweit einsetzen. Weitere Infos

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Globaler Appell gegen „Monsantosierung“ von Lebensmitteln

Globaler Appell gegen „Monsantosierung“ von Lebensmitteln
UN General Versammlung diskutiert Patente auf Saatgut und das Recht auf Nahrung

Weizen
(Foto: Jürgen Reitböck)

München, 21. 10. 2009 – Heute startet die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ einen neuen globalen Appell gegen die Ausweitung der Patentierung auf Pflanzen und Tiere. Insbesondere Landwirte geraten zunehmend in die Abhängigkeit internationaler Konzerne, die die Patente auf Saatgut und Nutztiere besitzen. Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufes gegen die so genannte „Monsantosierung“ gehören große Bauernverbände in Europa, Asien und Südamerika. Heute stellt auch der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Ernährung, Olivier de Schutter, seinen Bericht vor der UN Generalversammlung in New York vor. Die UN warnen davor, dass Patente auf Saatgut weltweite Hungerkrisen verstärken könnten.

Die Patentansprüche erreichen eine neue Dimension: Neben Saatgut und Nutztieren werden mittlerweile auch Lebensmittel wie Milch, Butter und Brot zum Patent angemeldet. Folglich drohen multinationale Konzerne wie Monsanto, Dupont und Syngenta, die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung zu kontrollieren. Die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ fordert deshalb neue Regeln, die Patente auf Saatgut und Nutztiere verhindern.

Brot
Foto: wrw

„Wir brauchen eine radikale Änderung in der Praxis der Patentämter, um Patente auf Pflanzen und Tiere zu stoppen,“ sagt François Meienberg von der Erklärung von Bern (CH). „Konzerne dürfen das Patentrecht nicht dazu missbrauchen, um sich Rechte an Saatgut, Pflanzen, Tiere und Lebensmittel anzueignen. Wenn diese Patentierung so weiter geht, werden sie zu einer Gefahr für die Welternährung.“

Die internationale Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ wurde 2007 gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Landwirten, Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen. Ihr gehören die Organisationen Erklärung von Bern, Swissaid, Kein Patent auf Leben!, Misereor, Greenpeace und der norwegische Development Fond an (Unterstützt wird der Aufruf gegen die Monsantisierung von Bauernorganisationen wie beispielsweise Coldiretti aus Italien, COAG aus Spanien, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter aus Deutschland, der Vereinigung Federación Agraria aus Argentinien und Bharat Krishak Samaj (BKS) aus Indien.
„Die großen Konzerne versuchen Saatgut, Handel und sogar die Produktion von Lebensmitteln zu kontrollieren;“ sagt Luis Contigiani von der Federación Agraria aus Argentinien. „Wir sehen, wie Monsanto versucht, Gebühren auf die Produktion von Soja zu kassieren, indem auf der Basis von Patenten versucht wird, Embargos für europäische Importeure zu verhängen, die mit argentinischer Soja arbeiten. Dies ist ein Beispiel für die Konsequenzen der Patentierung genetischer Ressourcen.“

Auch UN Sonderberichterstatter Olivier de Schutter kritisiert in seinem Hintergrundbericht (A/64/170), dass Patente auf Saatgut die Nahrungsmittelkrisen verstärken können. “Die Oligopole einiger Anbietern können dazu führen, dass armen Landwirte der Zugang zu Saatgut, einem für sie lebenswichtigen Produktionsmittel, verwehrt wird. Und sie kann dazu führen, dass die Lebensmittelpreise steigen, wodurch die Lebensmittel für die Ärmsten noch weniger verfügbar werden.“ [nicht offizielle Übersetzung]

Foto: Birgit Winter
Foto: Birgit Winter

Das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut“ begrüßt den UN Report. „Wir werden weiterhin gegen Patente auf Saatgut und Nutztiere kämpfen, sagt der Generalsekretär Miguel López Sierra von von COAG, einem der größten Europäischen Bauernverbände. „Diese Patente sind Diebstahl an den Landwirten und den traditionellen Züchtern. Die Bedenken der UN und die Proteste der Landwirte dürfen nicht länger ignoriert werden.“

(Quelle: No patents on seeds http://www.no-patents-on-seeds.org)