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Rückblick Auftakt Permakultur-Wintergespräche

Rückblick Auftakt Permakultur-Wintergespräche: Thema Bank für Gemeinwohl

Am 9. Jänner um 15 Uhr fand das erste Permakultur-Wintergespräch des Vereins Perma-Norikum in den neuen Seminarräumlichkeiten von Permakultur Weberhäusl in Wels statt.

Roland Hainzl, Aktivist und Genossenschafter des Projektes Bank für Gemeinwohl berichtete über die Ziele der Bank, was bisher schon geschehen ist und wie jeder von uns seinen Beitrag zu einer ethischen Bank leisten kann.

Hier ein Mittschnitt zum Ansehen:

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Die Gemeinwohl-Ökonomie – Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

Die Gemeinwohl-Ökonomie – Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

Zusammenfassung v. Christian Felber, August 2010

Die Gemeinwohl-Ökonomie erschien am 16. August 2010 bei Deuticke als 150-Seiten-Buch.
Die Gemeinwohl-Ökonomie erschien am 16. August 2010 bei Deuticke als 150-Seiten-Buch.

Ihre Grundlagen wurden in „Neue Werte für die Wirtschaft“ (Deuticke 2008) erarbeitet. Seither wurde das Modell rund 50mal bei Vorträgen vorgestellt und mit Hilfe von zwei Dutzend (Attac-)UnternehmerInnen weiterentwickelt. Die Veröffentlichung in Buchform hat das Ziel, dem notorischen Diskussions-Dilemma „Wer gegen den Kapitalismus ist, ist für den Kommunismus“ zu entrinnen und eine konkrete Systemalternative vorzulegen. Im Anhang des Buches scheinen knapp 70 Unternehmen als ErstunterzeichnerInnen auf – als Signal, dass das Modell nicht nur aus dem visionären Elfenbeinturm kommt, sondern auch aus der unternehmerischen Praxis. Weitere UnterstützerInnen sind herzlich willkommen!

1. Die Gemeinwohlökonomie beruht auf denselben mehrheitsfähigen Werten, die unsere Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Kooperation, Wertschätzung, Demokratie, Solidarität. (Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind gelingende Beziehungen
das, was Menschen am glücklichsten macht und am stärksten motiviert.)

2. Der rechtliche Anreizrahmen für die Wirtschaft wird von Gewinnstreben und Konkurrenz umgepolt auf Gemeinwohlstreben und Kooperation. Unternehmerischer Erfolg wird umdefiniert von Gewinn- auf Gemeinwohlstreben.

3. Das Gemeinwohl wird in einem Demokratischen Konvent definiert und in der Verfassung verankert. Gemessen wird das Gemeinwohl in der neuen Hauptbilanz aller Unternehmen: der Gemeinwohlbilanz. Die Gemeinwohlbilanz besteht aus „harten“ = messbaren Kriterien für
soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Mitbestimmung und Solidarität gegenüber allen „Berührungsgruppen“ (Stakeholder).

4. Die Finanzbilanz wird zur Nebenbilanz. Kapital wird vom Zweck zum Mittel. Es dient nur noch dazu, den Unternehmenszweck (aller Unternehmen) zu erreichen. Darin enthalten sind Einkommen aller im Unternehmen Beschäftigten bis zum 20-fachen des gesetzlichen
Mindestlohnes.

5. Die Gemeinwohlbilanz besteht aus verbindlichen Mindeststandards und Anreizen für freiwillige Höherleistungen. Die sozialsten,  ökologischsten, demokratischsten und solidarischsten Unternehmen erhalten jedoch rechtliche Vorteile und können dadurch ihre –
höheren – Kosten leichter decken: niedrigere Steuern, Zölle, günstigere Kredite, Vorrang beim öffentlichen Einkauf und bei Forschungsprogrammen, …

6. Bilanzielle Überschüsse dürfen verwendet werden für: Investitionen (mit sozialem und ökologischem Mehrwert), Rückzahlung von Krediten, Rückstellungen in einem begrenzten Ausmaß; Ausschüttung an die MitarbeiterInnen (bis zum 20-fachen des Mindestlohns) sowie
für zinsfreie Kredite an Mitunternehmen; nicht verwendet werden dürfen Überschüsse für: Ausschüttung an Personen, die nicht im Unternehmen mitarbeiten; feindliche Aufkäufe anderer Unternehmen; Investitionen auf den Finanzmärkten (diese gibt es nicht mehr).

7. Da Gewinn nur noch Mittel, aber kein Ziel mehr ist, können Unternehmen ihre optimale Größe anstreben. Sie müssen nicht mehr Angst haben, gefressen zu werden und nicht mehr wachsen, um größer, stärker oder profitabler zu sein als andere. Alle Unternehmen sind vom
allgemeinen Wachstums- und vom wechselseitigen Fresszwang erlöst.

8. Die Einkommens- und Vermögensungleichheiten werden begrenzt: die Maximal-Einkommen auf das 20-fache des gesetzlichen Mindestlohns; Privatvermögen auf 10 Millionen Euro; das Schenkungs- und Erbrecht auf 500.000 Euro pro Person; bei Familienunternehmen auf zehn Millionen Euro pro Person. Das darüber hinaus gehende Erbvermögen wird als „Demokratische Mitgift“ an alle Nachkommen der Folgegeneration
verteilt: gleiches „Startkapital“ bedeutet höhere Chancengleichheit.

9. Großunternehmen über 250 Beschäftigten gehen teilweise in das Eigentum der Beschäftigten und der Allgemeinheit über, über 5.000 Beschäftigten zu hundert Prozent. Die Öffentlichkeit wird durch dafür gewählte Abgeordnete „regionaler Wirtschaftsparlamente“ vertreten. Die Regierung hat keinen Zugriff auf öffentliche Unternehmen.

10. Das gilt auch für die „Demokratischen Allmenden“, die dritte Eigentumskategorie neben der großen Mehrheit (kleiner) Privatunternehmen und eines kleinen Anteils von gemischt-
besessenen Großunternehmen. „Demokratische Allmenden“ sind Grundversorgungsbetriebe im Bildungs-, Gesundheits-, Sozial-, Mobilitäts-, Energie- und Kommunikationsbereich: die  „Daseinsvorsorge“.

11. Eine wichtige Demokratische Allmende ist die „Demokratische Bank“. Sie dient wie alle Unternehmen dem Gemeinwohl und wird wie alle Demokratischen Allmenden vom demokratischen Souverän kontrolliert und nicht von der Regierung. Ihre Kernleistungen sind garantierte Sparvermögen, kostengünstige Kredite, ökosoziale Risikokredite sowie kostenlose Girokonten. Die Finanzmärkte in der heutigen Form wird es nicht mehr geben.

12. Die repräsentative Demokratie wird ergänzt durch direkte Demokratie und partizipative Demokratie. Der Souverän muss seine Vertretung korrigieren, selbst Gesetze initiieren und beschließen und wichtige Bereiche der Wirtschaft – wie die Banken – kontrollieren können.

13. Neben dem demokratischen Wirtschafts- oder Gemeinwohlkonvent werden weitere Konvente für die Vertiefung der Demokratie einberufen: Bildungskonvent, Medienkonvent, Daseinsvorsorgekonvent.

14. Um die Werte der Gemeinwohl-Ökonomie ähnlich tief in der neuen Generation zu verankern wie heute das sozialdarwinistische und kapitalistische Menschenbild, schlage ich fünf neue Pflichtgegenstände vor: Gefühlskunde, Wertekunde, Kommunikationskunde,
Demokratiekunde und Naturerfahrens- oder Wildniskunde.

15. Da in der Gemeinwohl-Ökonomie unternehmerischer Erfolg eine ganz andere Bedeutung haben wird als heute und deshalb ganz andere Führungsqualitäten gefragt sein werden, werden die sozial verantwortlichsten und kompetentesten, die zum Mitgefühl und zur
Empathie fähigen, die über sich hinaus sozial und ökologisch denkenden und fühlenden Menschen tendenziell nachgefragt werden und als Vorbilder gelten.

Unternehmen, die das Modell gerne unterstützen würden, können sich direkt mit Christian Felber in Verbindung setzen: www.christian-felber.at

HERMES Bank – nach 28 Jahren bankähnlicher Tätigkeit auf Vereinsbasis folgt großer Schritt

HERMES Bank – nach 28 Jahren bankähnlicher Tätigkeit auf Vereinsbasis folgt großer Schritt (Quelle: HERMES)

Eine Bank soll eine Einrichtung sein, die Einlagen entgegen nimmt, Kredite vermittelt, Menschen mit Geld versorgt und den Zahlungsverkehr abwickelt. Für viele Menschen ist allerdings in unserer Zeit das Motiv der Geldvermehrung, des Geldverdienens im Zusammenhang mit dem Bankwesen stark in den Vordergrund getreten. Im Sinne der bisherigen Arbeit von HERMES liegt es, Geldvorgänge in den Dienst der Menschen zu stellen.

Die Grundwerte der Gemeinschaftsbank HERMES stehen auf der Basis der Anthroposophie:
– durch eine umfassenden Beurteilung von Projekten und menschlichen Fähigkeiten verbunden mit einem Überblick über notwendige gesellschaftliche und  ökologische Entwicklungen.
– durch eine Unternehmensgestaltung, in der Geldbewegungen und die damit verbundene Verantwortung bewusst wahrgenommen werden.
– durch die Vermittlung zwischen Geldgebenden und Geldnehmenden in der Weise, dass Geben und Nehmen im Sinne von Solidarität geschehen.

Diese Anliegen unterscheiden sich vollkommen vom heute üblichen Verständnis einer Bank. Sie stellen den Menschen mit der ihn umgebenden Welt, für die er die Verantwortung trägt, in den Mittelpunkt. Gerade in der Zeit einer großen Finanzkrise, in der Geld der Realwirtschaft entzogen und zum Spekulationsobjekt wurde, wollen wir den Impuls setzen, eine Bank mit eigener Lizenz zu begründen, die auf der bisherigen Arbeit von HERMES mit seinen bestehenden Einlagen und Krediten aufbaut. Der Schenkgeldbereich des Vereins HERMES-Österreich wird als eigene organisatorische Einheit neben der Bank eng mit ihr zusammenarbeiten. Die Bank soll eine fördernde Wirkung entfalten.

Wer arbeitet in unserer Bank?
Menschen, die neben den gesetzlichen Voraussetzungen ein tiefes Interesse am Menschen und ihrer Arbeit haben und die Grundwerte und Kultur der Bank pflegen wollen.

Die zukünftige „Gemeinschaftsbank HERMES“ unterscheidet sich wesentlich von anderen Banken. Die Bank baut ihre Handlungen auf Vertrauen und Achtung vor der freien, sich entwickelnden Individualität des Menschen. Die in der Bank tätigen Menschen setzen sich mit verschiedenen Qualitäten des Geldes, Fragen der Solidarität, der Durchschaubarkeit von Geldprozessen, des Kapitals und Zinses, von Arbeit und Einkommen, Grund und Boden, Betriebsmittel und  Betriebsführung, Globalisierung und Nachhaltigkeit auseinander.

Vermittlung als zentrale Aufgabe

Die zu gründende Gemeinschaftsbank HERMES sieht ihre zentrale Aufgabe darin, zu vermitteln zwischen Menschen, welche die ihnen zur Verfügung stehenden Gelder sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen, umweltfördernden und die Würde des Menschen achtenden Initiativen zur Verfügung stellen wollen, und Menschen, die diese Mittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben in Unternehmen, Einrichtungen und Projekten benötigen. Beide Gruppen betrachten die Ziele und die Tätigkeit der Bank als eine Zeitnotwendigkeit und wollen sie fördern.

Geld als Tauschmittel

Geld und Kapital werden nicht als Ware betrachtet, werden weder gehandelt noch verkauft oder gekauft.

Transparenz

Die Gemeinschaftsbank HERMES berichtet in ihren Veröffentlichungen über die mit Krediten finanzierten Projekte und veröffentlicht in ihrem Geschäftsbericht jeweils die Namen ihrer Kreditnehmer.

Solidarität zwischen Geldgebenden und Kreditnehmenden

Menschen, die der Bank Geld anvertrauen, erfahren, was mit ihrem Geld geschieht. Sie können die Entwicklung der finanzierten Projekte begleiten und den Ertrag einer Initiative für das Gemeinwohl erkennen. Durch das Vergeben eines Kredites an eine Initiative verbindet sich die Bank mit den Anliegen und begleitet die Weiterentwicklung.

Verantwortung für die Folgen

Ein Vorhaben, das durch die Bank finanziert werden soll, wird nicht nur nach ökonomischen, sondern auch nach sozialen und ökologischen Aspekten bewertet. Daher gehört es zu einer Hauptaufgabe der Kreditprüfung, jedes Projekt möglichst ganzheitlich in seinem sozialen und ökologischen Umfeld zu betrachten und zu beurteilen.

Kein einseitiges Gewinnstreben

Die Gemeinschaftsbank HERMES ist nicht gewinnorientiert, weder für sich selbst noch für ihre Geldgeber. Die Gemeinschaftsbank arbeitet kostendeckend. Ein entstehender Überschuss wird dazu verwendet, das Tätigkeitsfeld der Gemeinschaftsbank zu erweitern, Reserven zu bilden und Mittel für den Schenkgeldbereich zur Verfügung zu stellen. Es werden keine „erfolgs“abhängigen Bonuszahlungen an Mitarbeiter gewährt.

Verwendungsbereich

Der Einleger kann auf dem Kontovertrag angeben, für welchen Kreditbereich seine Einlage vornehmlich verwendet werden soll. Die Gemeinschaftsbank wird in ihrem Geschäftsbericht bekannt geben, wie sich das Kreditvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die verschiedenen Verwendungsbereiche verteilte.

Freie Zinswahl

Jeder Kunde kann frei wählen, ober die jeweils marktüblichen Zinsen beanspruchen oder auf sie (auch teilweise) verzichten will, denn Zinsverzicht unterstützt eine solche Bank und ihre Förderanliegen.

Genossenschaft

Die Rechtsform der Genossenschaft bietet den Rahmen für eine Bank, die sich auf eine Gemeinschaft von Menschen gründet, die einen solidarischen, nicht auf Gewinn gerichteten Umgang mit Geld zum Wohle aller Beteiligten pflegen wollen. Menschen oder Institutionen werden durch die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen zu Mitträgern, Mitgestaltern der Bank. Um die Substanz der Genossenschaft zu gewährleisten, werden die Anteile nicht zurückbezahlt. Sie können bei Beendigung der Mitgliedschaft nach vorheriger Einwilligung des Aufsichtsrates ganz oder teilweise an bisherige oder neue
Mitglieder der Genossenschaft übertragen werden. Das Genossenschaftskapital wird nicht verzinst, es ist auch nicht am Gewinn beteiligt. Es sind daher keine Erträge zu versteuern. Die Gemeinschaftsbank muss hiefür keinen Gewinn erwirtschaften. Die persönliche Haftung der Genossenschafterinnen und Genossenschafter für Verbindlichkeiten der Genossenschaft ist ausgeschlossen. Für diese Verbindlichkeiten haftet nur das Genossenschaftsvermögen.
Sollte die Bank nicht gegründet werden, wird das eingebrachte Eigenkapital an die Mitglieder zurückbezahlt.

HERMES-Österreich Geistgemäße Geldgebarung / Arbeitsgruppe Bank
Wiener Bundesstraße 63a, A-5300 Hallwang-Salzburg
Tel. 0043-662-664737, Fax 0043-662-664737-4
hermes@hermes-oesterreich.at
http://www.hermes-oesterreich.at

5 Jahre Talente-Tauschkreis „Der Krems-Taler“ in Neuhofen

5 Jahre Talente-Tauschkreis „Der Krems-Taler“ in Neuhofen

ein Bericht von Bernhard Gruber / Talente-Tauschkreis „Der Krems-Taler“

Bernhard Gruber und Herbert Staufer

Im April 2010 werden es 5 Jahre, dass der Neuhofner Herbert Staufer den Talente-Tauschkreis gemeinsam mit einer Hand voll Neugieriger startete. Schnell wuchs das Interesse auch in umliegenden Gemeinden und die Idee der erweiterten Nachbarschaftshilfe verbreitete sich rasch. Der Krems-Taler war in seinen fünf Jahren auch mehrfach Vorbild zur Gründung weiterer Tauschkreise in Oberösterreich und angrenzenden Bundesländern.

Alles begann vor 5 Jahren, der von St. Georgen im Attergau stammende Herbert Staufer hatte aus Enns die Idee des Talente-Tauschkreises mitgebracht und eine kleine Anzeige in der Gemeindezeitung geschalten: … Treffpunkt im Café Kemetmüller. Schon beim ersten Treffen wurden Talente-Tausch-Aktivitäten wie Fahrradreperatur, Kuchen backen und Fenster putzen verabredet. Beim zweiten Stammtisch hatte sich die Teilnehmerzahl bereits verdoppelt und es kamen wieder verschiedene Talente hinzu. Mittlerweile hat der Tauschkreis annähernd 60 Teilnehmer aus Nachbargemeinden wie Kematen, Pieberbach, Eggendorf, Allhaming, St. Marien und Nöstelbach.

Präsentation im Rahmen der Veranstaltung "Gesunde Gemeinde 55+"

Grundsätzlich geht es uns beim Talente-Tausch darum, dass jeder das tut, was er wirklich gerne tut und was ihm Spass macht. Es geht darum Handgriffe zu erledigen und für diese eine Gutschrift in Talenten zu erhalten. Diese Talente können wieder bei anderen Personen gegen Dienstleistungen oder auch Waren eingetauscht werden. So füllt sich nicht die Abstellkammer des einen mit unnützen Geschenken und der andere braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, weil er seinen Nachbarn schon wieder bemühen muss ihm zu helfen. In Österreich haben sich in den letzten Jahrzehnten über 40 Talente-Tauschkreise etabliert.

Schnell entwickelte sich auch ein Interesse Linzer Talente-Tauschkreise an Neuhofner Talenten. Man möchte glauben, es gibt in Linz zu wenige handwerklich geschickte Menschen, denn es wurden aus unserer Landeshauptstadt immer wieder Talente nachgefragt. Der Sinn eines Tauschkreises liegt aber in der Nachbarschaftshilfe, Nachbarn hier im Ort oder in umliegenden Gemeinden, also in der Region. Ideal ist, wenn man die Wegstrecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen kann.

Zwei Jahre hatte ich gemeinsam mit Herbert Staufer eine Fahrgemeinschaft nach Wels. Am Weg zur Arbeit planten wir neue Aktivitäten und diskutierten darüber, wie wir unsere Region hervorheben und auch die Identifizierung mit der Region fördern könnten. Sehr schnell kamen wir auf die Idee eine eigene Tauschkreis-Währung einzuführen, so wurde dann aus den Talenten der Krems-Taler. Die Verrechnung unserer Krems-Taler erfolgt über einen einfachen Beleg, wovon ein Abschnitt an die Tauschkreis-Zentrale geht und je einer an Dienstleister und Konsument. Der administrative Aufwand ist sehr gering, alle Tauschkreis-Teilnehmer haben eine Liste, mit den Angeboten und Nachfragen der anderen, jeder kann sich somit selbst seinen Tauschpartner suchen.

In den letzten fünf Jahren gab es zahlreiche hilfsbereite Talente, Obstbäume wurden geschnitten, Rasen gemäht, Hecken getrimmt, Bäume gefällt, Kuchen gebacken, Socken gestrickt, Schnee geräumt, Glühbirnen gewechselt, Elektrogeräte repariert, Kuchen gebacken, Marmelade eingekocht, Tee getrocknet, Zimmer ausgemalt, Dachboden entrümpelt, Schutt entsorgt, Klavierunterricht und Nachhilfe gegeben, Fahrgemeinschaften gebildet und vieles mehr. Neben den Dienstleistungen wurden auch Waren wie Dekorationsmaterial, Kleidung, Schuhe, Bilder, Eier, Marmelade, Brot, Dinkel, Süßmost, Gemüse, Sträucher und Jungpflanzen getauscht.

Grillfest im Spätsommer 2009

Neben den beliebten Treffen, am zweiten Freitag im Monat, im Café Kemetmüller, gab es auch zahlreiche Veranstaltungen. Es wurden mehrere Tauschkreis-Flohmärkte am Unimarkt-Parkplatz abgehalten. Gemeinsam mit dem EZA-Fachausschuss der Pfarre die sehr erfolgreiche Ausstellung „Segen und Fluch des Geldes“ und gemeinsam mit den Grünen die Diskussionsrunde „Neue Werte für die Wirtschaft“ organisiert. Neben Veranstaltungen in Neuhofen, wurde unser Tauschkreis auch am Zukunftsfest08 in Bad Wimsbach Neydharting und am 4. Sozialforum in St. Peter in der Au präsentiert.

Auch dein Talent ist gefragt! Komm einfach unverbindlich zu einem unserer nächsten Treffen, immer am zweiten Freitag im Monat ins Café Kemetmüller, direkt am Marktplatz in Neuhofen und informiere dich, wie du deine Talente einbringen bzw. was Tauschkreis-Teilnehmer für dich tun können. Aktuelle Infos findest du auch im Internet unter http://www.krems-taler.at.tf/

Wir helfen dir auch gerne telefonisch weiter:
Herbert Staufer 07227 / 200 05
Bernhard Gruber 07227 / 200 79