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Saatgut aus dem Hausgarten

Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4
Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4

Saatgut aus dem Hausgarten – Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen
Marlies Ortner

Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen. Leitfaden für eine faszinierende Liebhaberei.

Im Bauerngarten gab es in früheren Zei­ten oftmals ganz spezielle Blumen- und Gemüsesorten, die regionaltypisch waren und von Generation zu Genera­tion weitergegeben wurden – Stolz jeder Gärtnerin und jedes Gärtners. Das neue Interesse an alten Obstsorten, farbigen Kartoffeln und Tomatenvariationen hat auch die Tradition der Saatgutgewinnung wieder in unser Bewusstsein gebracht und eine Vorstellung davon, wie wertvoll und erhaltenswert unsere Kulturpflanzen und der reiche Schatz der genetischen Vielfalt sind.

Die Beschäftigung mit der Vielfalt von Samen und Jungpflänzchen ist erfreulich, anregend und voller Überraschungen! In diesem Buch wird gezeigt, wie Samen von Gemüse, Blumen und Kräutern im Hausgarten für das nächste Jahr geerntet werden können. Die Gemüsearten sind dabei nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet, so dass auch Anfänger einen sicheren Erfolg damit haben werden.
Nach einer kurzen Einführung in die Methoden der Saatgutgewinnung und in die Praxis der Vermehrung beschreibt die Autorin, die sich seit mehr als 20 Jahren mit Samengärtnerei beschäftigt, die nötigen Hilfsmittel, die Ernte, die Reinigung und Lagerung der Samen sowie die Aussaat und Aufzucht im darauffolgenden Jahr.
Mit kurzen Pflanzenporträts aller im Hausgarten üblichen Kräuter, Gemüse und Blumen.

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Saatgut: Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Saatgut:  Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Ein Bericht von Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten

Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen
Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen

Kommt die Umsetzung der „Erhaltungssortenrichtlinie“ so wie sie das Österreichische „Lebensministerium“ bereits verordnet hat, droht ein Kahlschlag im Sortenhandbuch der Arche Noah! Auch Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat schon begonnen! Bereits seit Jänner 2010 können Sorten in einem beschleunigten und vereinfachten Zulassungsverfahren als Erhaltungssorten, bzw. als Amateursorten zur Anmeldung gebracht werden. Das wurde bei einer offiziellen Infoveranstaltung des Ministeriums vorletzte Woche bekannt gegeben, die ich besucht habe. Es sind bereits 70 Sorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie „Green Zebra“, „Gelbe Dattelweintomate“ und „Roter Augsburger“!

Im Juni 2008 hat die EU-Kommission die Richtlinie 2008/62/EG erlassen. Sie regelt die Zulassung von Landsorten und seltenen Sorten, die von genetischer Erosion bedroht sind und bis jetzt noch nicht registriert waren sowie das „Inverkehrbringen“ dieser Sorten. Bei einer Informationsveranstaltung des Lebensministeriums wurden nun die Durchführungsbestimmungen für Österreich vorgestellt. Die anwesenden ErhalterInnen von seltenen und bedrohten Sorten reagierten entsetzt: „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen“, so Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten. „Dies ist das Aus für die so beliebten Pflanzentauschmärkte! Das mühsam aufgebaute Netzwerk von ErhalterInnen in Österreich wird mit diesen Regelungen in Frage gestellt.“

70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"
70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"

Bisher waren Erhaltungssorten freie Sorten, die genutzt, vermehrt und weitergegeben werden durften. Nach Inkrafttreten der Umsetzungsbestimmungen können diese Sorten in einem – im Vergleich zum regulären Zulassungsverfahren – vereinfachten und billigeren Verfahren zugelassen werden. Bis jetzt gab es diese Möglichkeit nicht. Sobald jedoch eine Sorte als Erhaltungssorte zugelassen ist, darf sie nur mehr von den jeweiligen Zulassungsinhabern vermehrt und verkauft werden. Die Sorte, die bisher allen frei zu Verfügung stand, wird somit privatisiert.

Genau dieser Punkt löst Empörung auf Seiten der ErhalterInnen aus. „Diese traditionellen und seltenen Sorten werden seit Jahren von zahlreichen Bauern und Bäuerinnen sowie GärtnerInnen vermehrt, betreut und züchterisch verbessert. Nun sollen wir sie nicht mehr verkaufen, ja nicht einmal mehr tauschen dürfen! Für uns ErhalterInnen bedeutet das ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiter zu entwickeln?“ so Walter entrüstet. Derzeit befinden sich in Österreich fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte und beliebte Sorten wie die Tomaten „Green Zebra“ und „Auriga“ oder der Paprika „Roter Augsburger“. EU-weit sind bereits 100 Sorten zugelassen. Sobald ein EU-Mitgliedsland eine Region als „Ursprungsregion“ einer gewissen Sorte anerkennt, darf diese nur mehr in dieser Region angebaut werden. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Mitgliedsstaaten sind damit vorprogrammiert. Zusätzlich gelten strenge Mengenbeschränkungen.

„Die EU-Kommission hat vorgegeben, durch die Erhaltungssortenrichtlinie die Bewahrung und Weiterentwicklung von traditionellen und seltenen Sorten erleichtern zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Richtlinie und insbesondere auch ihre Umsetzung in Österreich machen die Arbeit der ErhalterInnen zunichte. Im Internationalen UN-Vertrag über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR-FA) ist das bäuerliche Recht, Samen aus eigener Ernte zu gewinnen, zu tauschen und zu vermarkten, festgeschrieben. Dieser Vertrag wurde von der EU und allen Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Durch die Erhaltungssortenrichtlinie wird dieses Recht verletzt. „Die Umsetzung der Saatgutrichtlinie legalisiert die Biopiraterie: Pflanzensorten, die über Jahrhunderte von unzähligen Generationen von Bäuerinnen und Bauern gezüchtet wurden, sollen nun zum Eigentum einzelner Zulassungsinhaber werden. Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Die Erhaltungssortenrichtlinie ist ein EU-Gesetz und wird wie folgt in Österreich umgesetzt werden:

In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten gebrau erlaubt.
In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten Gebrauch erlaubt.

Zusätzlich zum regulären Zulassungsverfahren (Kosten € 2943.-) gibt es jetzt die Zulassung als Erhaltungssorte (Kosten € 243.-). EU weit sind derzeit bereits 100 Sorten zugelassen, in Österreich sind fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren. Die Sorte kann als Erhaltungssorte, eine traditionelle Sorte, bei strikter Anbaubeschränkung auf eine Region oder als Liebhabersorte bei Neuzüchtung, Abgabe nur Kleinstpackungen, zugelassen werden, jedoch niemals aber als Beides. Im Zweifel hat der schnellere die Zulassung. Wenn die Ursprungsregion einer Sorte in mehreren Ländern liegt, müssen sich „die betroffenen Länder bemühen in einem bilateralen Prozeß Einvernehmen herzustellen. Arche Noah und die Firma Reinsaat haben bereits einige Sorten aus dem Sortenhandbuch ins Zulassungsverfahren gebracht, so zum Beispiel die bekannten Sorten: Roter Augsburger, Auriga, Gelbe Dattelwein, Black Plum, sowie berühmte Sorte Green Zebra, die der Züchter eigentlich der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat. Ist eine Sorte zugelassen, gelten die Regeln für Nachbausaatgut!

In Österreich gibt es laut Ministerium noch keine Nachbaugebühren, aber ein Inverkehrbringen von Saatgut ist verboten. Als „Inverkehrbringen“ gilt der Verkauf, aber auch das „Anbieten von Nachbausaatgut“, das „Vorrätighalten zum Verkauf“ (abgefülltes Samensackerl), sowie „Tausch“, erlaubt ist nur die Verwendung zum eigenen Gebrauch. Einzige Ausnahme ist die Abgabe zu „nachweislich züchterischem Zweck“, oder zu Ausstellungszwecken. Die erlaubte Abgabemenge pro Sorte!!!! (nicht pro Züchter ) liegt hier bei bei Gemüse nur 0,2kg, sowie bei bei Getreide nur 2kg. Zum Vergleich: Die erlaubte Abgabemenge von nicht zugelassenen Getreidesorten liegt bei immerhin max. bei 200kg.

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.
Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Es gibt die Möglichkeit, daß sich pro Sorte mehrere Erhaltungszüchter eintragen lassen (Kosten 110.-) die erlaubte Anbaumenge wird dann „proportional zugeteilt“. Die EU muß regelmäßig informiert werden, auf keinen Fall dürfen die maximalen Mengenbeschränkungen überschritten werden. Es haben sich bis heute keine Schlupflöcher aufgetan. Selbst wenn sich Arche Noah als weiterer Erhaltungszüchter registrieren ließe (Kosten!!!), dürfte nur Arche Noah das Saatgut anbieten, nicht aber die unzähligen ErhalterInnen aus dem Netzwerk.

Meinem Aufschrei, daß jede registrierte Sorte privatisiert, und für das ErhalterInnenetzwerk verloren sei, wurde vom Podium nicht widersprochen. Für unser Sortenhandbuch heißt das, daß sukzessive die attraktivsten Sorten verschwinden werden. Für uns ErhalterInnen heißt das zusätzlich ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiterzuentwicken?

Gerne kann dieser Text für ein Protestschreiben an Ministerialrat Zach vom Lebensministerium genutzt werden, in Kopie bitte an uns.

Rückfragen an: Florian Walter, 03579/8037 oder 0664/4165649;

CSA am Ochsenherz Gärtnerhof in Gänserndorf

Community Supported Agriculture am Ochsenherz Gärtnerhof in Gänserndorf
(Quelle: Ochsenherz Gärtnerhof)

(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Am Ochsenherz Gärtnerhof wird nach dem Konzept "gemeinsam landwirtschaften" angelehnt an Community Supportet Agriculture gearbeitet. (Quelle: Gaertnerhof Ochsenherz )
(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Am Ochsenherz Gärtnerhof wird nach dem Konzept "gemeinsam landwirtschaften" angelehnt an Community Supportet Agriculture gearbeitet. (Quelle: Gaertnerhof Ochsenherz )

Der Ochsenherz Gärtnerhof ist ein biologisch-dynamisch arbeitender Landwirtschaftsbetrieb in Gänserndorf, etwa 30 km nordöstlich von Wien gelegen. Seit 2002 besteht der Betrieb. Auf unserer derzeit etwa 5 ha umfassenden Betriebsfläche kultivieren wir eine große Vielfalt an Gemüse- und Kräuterkulturen, sowie etwas Beerenobst. Alte Gemüsesorten und Sortenraritäten sind ein wesentlicher Teil unseres Sortiments. Im Anbau haben wir nur samenfeste Sorten. Auf unseren Marktständen bieten wir ein saisonales und nur von unserem Gärtnerhof stammendes Sortiment an. Saatgut ist ein wesentliches Betriebsmittel. Wir vermarkten ausschließlich eigene Produkte im direkten Kundenkontakt und bieten seit 2008 eine Gemüse-Anteils-Kiste an.

(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Der Ochsenherz Gärtnerhof Saatgutvermehrungsbetrieb für Reinsaat und Arche Noah
(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Der Ochsenherz Gärtnerhof Saatgutvermehrungsbetrieb für Reinsaat und Arche Noah

Das Konzept der „gemeinsam landwirtschaften“ (Partnerschaft von KonsumentInnen und ProduzentInnen) an dem wir seit 2009 gemeinsam mit aktiven KonsumentInnen arbeiten, lehnt sich an die „community supported agriculture“ (CSA) an, die seit Ende der achtziger Jahre vor allem in den USA und in Japan zunehmend Verbreitung findet. CSA basiert auf Ideen des „assoziativen Wirtschaftens“ von Rudolf Steiner und hat seine Wurzeln in der biologisch-dynamischen Bewegung. Mit „gemeinsam landwirtschaften“ (gela) möchten wir die klassische Trennung von Konsumierenden und Produzierenden aufheben und eine gemeinsam getragene Kulturform, die sozial verträgliche Landwirtschaft möglich macht, entwickeln.

Derzeit gibt es in den USA und Kanada bereits etwa 1000 CSA-Betriebe. Grundlage dieses Modells ist das Gewahrwerden des Umstandes, dass Landwirtschaft eine Lebens-Grundvoraussetzung ist und deshalb nicht als bloßes „Geschäft“ betrieben werden sollte. Der Lösungsansatz der CSA´s besteht darin, eine Form der Landwirtschaft zu entwickeln, in der ProduzentInnen und KonsumentInnen gemeinsam Verantwortung übernehmen und sich durch eine direkte Zusammenarbeit gegenseitig unterstützen.

(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Auf fünf Hektar werden samenfeste Gemüsesorten, Kräuter und Beerenobst in Demeter-Qualität angebaut
(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Auf fünf Hektar werden samenfeste Gemüsesorten, Kräuter und Beerenobst in Demeter-Qualität angebaut

In einer CSA verabredet sich eine Gruppe von Menschen mit einer/einem Bäuerin/Bauern, die Lebensmittel für eine Saison zu erzeugen. Die Gemeinschaft finanziert diese Unternehmung im Vorhinein, erhält dafür qualitätsvolle Nahrungsmittel und trägt auch das Risiko von Ernteausfällen (z. B. durch Unwetter, Schädlinge) mit. Ohne den ökonomischen Druck, die Lebensmittelproduktion den Marktgegebenheiten anpassen zu müssen, kann die Landwirtschaft nach ökologischen Kriterien, nach einem Prinzip von Qualität und Vielfalt betrieben werden und auch kleine, nachhaltig wirtschaftende Betriebe können sich entfalten.

Weitere Infos zum Ochsenherz Gärtnerhof in Gänserndorf

Handbuch Bio-Gemüse – Sortenvielfalt für den eigenen Garten

Andrea Heistinger/Arche Noah
Handbuch Bio-Gemüse
Sortenvielfalt für den eigenen Garten

ISBN: 978-3-7066-2459-6

Handbuch Biogemüse - Sortenvielfalt für den eigenen Garten, von Andrea Heistinger/Arche Noah
Handbuch Biogemüse - Sortenvielfalt für den eigenen Garten, von Andrea Heistinger/Arche Noah

Ob Paradeiser, Paprika oder Gartenbohne: Dieses Buch beschreibt über 100 Kulturarten in ihrer ganzen Sorten-, Farben- und Formenvielfalt. Neben Anbau, Aufzucht und den Sortentypen der einzelnen Gemüsearten werden altbewährte und jüngere Kulturtechniken des biologischen Gärtnerns erklärt, die aus der Erfahrung und Praxis der Arche Noah GärtnerInnen stammen. Außerdem finden Sie alle wichtigen Informationen zu Pflanzengesundheit, Mischkultur und Fruchtfolge, Balkon- und Hausgärten, Ernte, Lagerung und Nutzung.
Spielerisch und profund, lustvoll und leicht nachvollziehbar zeigt dieses Buch GartenanfängerInnen und -profis, wie sich Gemüsevielfalt erfolgreich kultivieren lässt.

Alte Kulturpflanzen
Alte Kulturpflanzen

Von Artischocke bis Kardone, von Luffagurke bis Zwiebel:
· Handbuch für AnfängerInnen und Fortgeschrittene
· einmalig umfassend mit über 500 Sortenporträts
· praktische Tipps von Arche Noah GärtnerInnen
· Wiederentdeckung und Bewahrung der Sorten- und Artenvielfalt von Gemüse
· viele gesunde Rezepte mit Bio-Gemüse aus eigenem Anbau
· hunderte Farbfotos und Zeichnungen

Buch bestellen

Verein Arche Noah

Saatgutvermehrung für den Hausgarten

Hochwertiges Saatgut, Grundlage unserer Ernte

Samengärtnerei – Saatgutvermehrung für den Hausgarten
Diese Information beruhend auf dem „Handbuch Samengärtnerei“ (Loewenzahnverlag) und persönlichen Erfahrungen, des Verfassers Günter Schnaitl, aus der Praxis bei Reinsaat.
Allgemeines zur Samengärtnerei:
Der Samenbau ist dem Gemüsebau ähnlich. Im Samenbau bringt es aber zum Teil Vorteile unter nicht optimalen Bedienungen (kein gut durch düngter Boden, raues Klima, Schädlinge …) anzubauen um robustes Saatgut zu ziehen

Bestäubung durch Fremdbestäuber

Die meisten Pflanzen brauchen Pollen von einer anderen Pflanze derselben Art um fruchtbare Samen ausbilden zu können, diese gelangen über Insekten oder den Wind von der einen zur anderen.
Um ein Sorte rein zu erhalten muss man einiges beachten.

Es muss besonders bei von Wind bestäubten Pflanzen (Rona, Mangold, Spinat, Kukuruz, Gartenmelde) ein großer Abstand zwischen gleichzeitig blühenden Sorten eingehalten werden (100m bis mehrere Kilometer) um ein Kreuzen zu verhindern. Pflanzen die mit ihren  Blüten Insekten anlocken,  können – wenn mehrere Sorten gleichzeitig blühen – mit einem feinmaschigen Netz abgedeckt werden. Man muss dann allerdings für Insekten unter dem Netz sorgen die dort die Befruchtung übernehmen = aufwendig. Im Hausgarten wird häufig nur eine Sorte einer Art angebaut, das ist am einfachsten. Steht aber beim Nachbarn oder auf dem Feld in der Nähe anderes blühendes Gemüse muss man trotzdem mit einer Einkreuzung rechnen, besonders bei Karotten, Kürbissen oder Mais.

Bei Saatgut dass für den Verkauf bestimmt ist, ist dies nicht akzeptabel, für den Hausgebrauch ist es aber  kein Problem wenn von 100 Karottensamen  5 unbrauchbar sind.
Selbstbestäuber

Können sich selbst befruchten, meist direkt in der Blüte oft schon bevor sich diese öffnet. Bei ihnen ist es einfacher eine Sorte zu erhalten, es genügen geringe Abstände zwischen den Sorten bzw. sind gar keine nötig (z.B. Busch und Stangenbohnen, Tomaten)

Selektion

Die Pflanzen werden wenn sie Ihre Nutzungsreife erreicht haben genau Betrachtet, Wurzelgemüse wird geerntet. Die schönsten Pflanzen kommen zur Vermehrung. Was schön ist kann man nach Gefühl beurteilen oder nach genauer Sortenbeschreibung. Der Rest kommt in die Küche. Je größer der Bestand an Pflanzen ist aus denen Selektiert wird desto besser. Allgemein wird geachtet auf:  Frohwüchsigkeit, Schoßtoleranz, Ertrag, Geschmack, allgemeine Gesundheit der Pflanzen… Und dann soll man ausgerechnet das schönste Gemüse nicht essen? Trifft bei Wurzelgemüse leider zu!

Bei Salat und Kohlgemüse kann aber auch der Kopf abgeschnitten werden und nur der Strunk mit den sich schon geöffneten Blättern zur Blüte gebracht werden. Achtung nur die Strünke der schönsten Pflanzen belassen. Dies ergibt weniger, evtl. nicht ganz so gut Keimfähiges Saatgut ist aber besonders für kleinere Gärten eine geeignete Methode. Außerdem kann man die Kohlstrünke einfach im freien überwintern und muss sie nicht einlagern.
Saatgut  Reinigen

Auch hier muss es nicht so genau gehen wie beim Verkauf, besonders da praktisch immer mit der Hand gesät wird und nicht mit Maschinen.

Dreschen

Die ganz trockenen Samenträger können meist gut gedroschen werden indem man sie in einen Stoffsack gibt und auf einer weichen Unterlage (z.B. Polster, Matratze) ausklopft. Die groben Anteile mit der Hand entfernen und dann geht’s weiter mit Ausblasen, in den Wind schmeißen und oder Sieben (Siebe sind leider teuer). Besonders zu empfehlen bei größeren Körnen ist die Reinigung mit dem Staubsauger. Dazu einer PET Flasche den Boden abschneiden und mit dem Verschluss auf den Staubsaugerschlauch montieren und schon hat man einen Windsichter. Die leichten (Staub)Teile werden mit gesaugt, die schweren Samenkörner fallen zurück.

Lagerung

Die Samen müssen gut getrocknet werden und sind dann Luftdicht zu verpacken. Lagerung optimal bei 0 bis 10 °C, ein trockener Keller oder eine Speisekammer ist auch ausreichend. Dunkel und trocken, z.B. Schraubgläßer sind gut weil sie Schutz vor Lebensmittelmotten bieten.
Gute Beschriftung und gute Organisation sind beim Samenbau vom Anfang bis zum Ende ein Muss

Doldenblütler

Alle Doldenblütler sind Fremdbestäuber, einige Vertreter davon sind: Petersilie, Sellerie, Pastinak, Fenchel, Dill …

Karotte

Bestäubung:
Fremdbefruchtung notwendig = Kreuzungsgefahr mit anderen Sorten (nur eine Sorte pro Jahr oder Isolierung mit Netz) und der bei uns häufigen Wildmöhre (ein Zeitlicher Blüh-Unterschied zu dieser kann erzielt werden indem die Karotten ab Februar im Topf  vorgetrieben werden)

Samenbau:
Aussaat rel. Spät (Juni) außer man möchte auf Frühzeitigkeit selektieren. Ernte so spät als möglich (können geschützt im Winter auch draußen bleiben, für die Selektion ist aber eine Ernte und Begutachtung notwendig)

Selektion: gesunde und schöne (Sorte!) Karotten ungewaschen und unverletzt mit ca. 2cm Blattansatz einlagern (optimal in feuchtem Sand bei ca. 1- 3 °C und hoher Luftfeuchtigkeit)
zweite Selektion im Frühjahr auf Lagerfähigkeit und Geschmack.
Jetzt sollten mind. 30 schöne Karotten, je mehr desto besser, für die Weitervermehrung überbleiben

Setzen im Frühjahr März/April
Die Wurzelbildung kann angeregt werden indem man die Karotte 3-4-mal längs einschneidet, einen Tag abtrocknen lassen dann setzen. Zwischen den Reihen ca. 50 cm in der Reihe ca. 25cm Abstand lassen.

Für die Blüten ein Stützgerüst bauen, die Dolden an den Haupttrieben geben die besten Samen, Die Dolden die braun und trocken werden sind erntereif (kurz bevor die Samen von selber abfallen)

Die Dolden ca. 2 Wochen nachtrocknen und dann in einem Stoffsack auf weicher Unterlage ausdreschen und mit Sieben, Luft und Wind reinigen.

Gänsefußgewächse werden vom Wind bestäubt,

Vorsicht sie sind meist gute Nitratspeicher (keine stickstoffhaltigen Böden und evtl. Ernte an einem sonnigen Nachmittag z.B. Spinat) und enthalten Oxalsäure, einige Vertreter sind: Spinat, Mangold, Gartenmelde, Quinoa…

Rote Rübe oder Rona

Bestäubung:
Kann sich mit Mangold, Zucker- und Futterrüben kreuzen

Samenbau:
Für die Vermehrung nicht vor Ende Juni säen. Im ersten Jahr blühende und komisch wachsende Pflanzen aussortieren. Im Herbst schöne (Sorte!) und unverletzte Rüben mit Blattansatz einlagern (absolut Dunkel 0-5 °C) 10 Pflanzen reichen aus. Zweite Selektion im Frühjahr auf Lagerfähigkeit und Geschmack. Setzen im Frühjahr (Wetter beachten) bis zum Blattansatz eingraben und gut angießen, genügend Platz geben ca. 50 x 50 cm. Die reifen Samen fallen nicht aus, man kann die Pflanze daher gut reifen lassen, dann an einem sonnigen Tag alles abschneiden zwei Wochen nachtrocknen, dreschen und mit Sieben reinigen.

Hülsenfrüchtler wie Soja, Kichererbsen, Linsen

Sie bringen mit Hilfe der Knötchenbakterien an ihren Wurzeln den Luftstickstoff in den Boden und bereichern diesen.

Gartenbohne (Busch und Stangenbohnen):

Ist leicht zu vermehren da sie sich meistens selbst bestäubt und sich auch bei geringem Abstand nicht mit anderen Sorten kreuzt.

Man wählt am besten einige schöne Pflanzen aus, an denen man die ersten Schoten für die Samen lässt (damit die Bohnen gut ausreifen können), die späteren sind zum Essen. Zum Lagern müssen die Bohnen gut getrocknet sein.

Weite Fruchtfolge einhalten; gut für den Anbau sind offene windige Lagen.

Feuerbohne / Prunkbohne / Käferbohnen:

Das sind die großen Bohnen, bei denen die Pflanzen sehr schön blühen. Sie sind strenge Fremdbefruchter und kreuzen sich wenn verschiedene Sorten in ihrer Nähe sind.

Sind robuster als die Gartenbohnen, mögen es nicht heiß und können sogar im Herbst ausgegraben und im Keller überwintert werden (wie Dahlien). Auch hier einige schöne Pflanzen auswählen für die Saatgut Bohnen

Erbsen

Es gibt Mark-, Roll- und Zuckererbsen.
Befruchten sich meistens selbst und kreuzen sich nicht. Aus einem Bestand von etwa 50 Pflanzen die schönsten auswählen und nur diese für Saatgut verwenden. Die Erbsen auf ihre Sorteneigenschaften prüfen.

Korbblütler wie Artischocke, Endivie, Chicoree, Topinambur, Sonnenblume

Salat

Bestäubung:
Salat befruchtet sich ausschließlich selbst, ein geringer Abstand zwischen den Sorten ist aber von Vorteil

Samenbau:
Etwa 20 Pflanzen ziehen ( je mehr desto besser ) und daraus die 10 schönsten  (Festigkeit! Sorte! ) Köpfe auswählen, bei Pflücksalat evtl. mit noch mehr Pflanzen arbeiten und diese locker anbauen damit sie besser beurteilt werden können. Die ausgewählten Pflanzen mit einem Stab markieren.

Der Salat bildet durch die Züchtung so feste Köpfe aus, dass es ihm von alleine oft nicht mehr möglich ist die Blüte durchzutreiben, deshalb wird er wenn der Kopf gerade am schönsten ist „ geschält“ bis auf ein Herz von der Größe einer Faust. Sonst kann es passieren, dass der Kopf verfault und stirbt.

Vorsicht der blühende Salat braucht mind. doppelt so viel Platz wie die jugendliche Pflanze, Die Blüte mit einem Stecken vor dem Umfallen schützen.

Die Samen sind reif wenn sie locker aus den Körbchen gehen, es empfiehlt sich die ersten Samen mit Hand abzuzupfen und später die ganze Pflanze abschneiden und über einem Eimer aus klopfen. Vorsicht vor Wind (Pusteblume!) und Regenwetter (Fäulnis). Bei ungünstiger Witterung kann auch die ganze Pflanze ausgezogen werden und an einem geschützten Ort nachreifen.

Die Samen müssen gut nachgetrocknet werden und sind – leider – schwer zu reinigen (Sieben)

Kreuzblütler:

Raphanus Sativus

Dazu gehören Rettich und Radieschen, sie sind strenge Fremdbestäuber und kreuzen sich untereinander. Daher nur eine Sorte pro Jahr im Garten, oder abdecken.

Radieschen und frühe Rettiche werden einjährig vermehrt, wenn Sie gerade am schönsten sind werden sie geerntet und selektiert (z.B. Frühzeitigkeit, Form, Farbe …). Aus einem möglichst großen Bestand (50-100 Pflanzen) werden die schönsten 15 -20 Pflanzen ausgewählt. Kürzt bei diesen das Laub ein und setzt sie tief (ganzes Radieschen in den Boden) auf ca. 30x30cm. Die Samenträger werden sehr hoch und müssen gestützt werden;

Winter- und Lagerrettich werden zweijährig vermehrt und müssen eingelagert werden ansonsten ähnlich, wie bei den einjährigen Raphanus Sativus.

Brassica rapa: Mairübe, Chinakohl, Mizuna …

Brassica oleracea (Kohlgewächse): Weißkraut, Rotkraut, Karfiol, Brokkoli, Wirsing, Sprossenkohl, Grünkohl …

Bestäubung:
Kohlgewächse sind Fremdbestäuber und werden von Insekten bestäubt (Kreuzungsgefahr mit anderen Sorten – nur eine Sorte pro Jahr oder Isolierung mit Netz). Es lohnt sich ein Jahr lang die Vermehrung von nur einer Sorte zu forcieren, da eine Pflanze mehrere tausend Samen ausbildet die sich bei guter Lagerung bis zu 10 Jahren halten: Dafür die Jahre darauf wieder eine andere Sorte vermehren, die auch wieder Samen für ca. 10 Jahre liefert. So kann über mehrere Jahre eine große Sortenvielfalt vermehrt werden ohne, dass es zu Kreuzungen kommt.

Samenbau:
Die meisten Kohlsorten sind zweijährig und bilden daher erst im zweiten Jahr Blüten und Samen aus. Sie werden mit dem Lagergemüse gesät (ca. Juni). Es muss eine Überwinterungsmöglichkeit (z.B. Keller) vorhanden sein. Es sollen mindestens 30 Pflanzen gezogen werden, aus denen dann im Herbst die schönsten (Sorte!) 10 bis 15 Pflanzen ausgesucht werden.

Überwinterung der ganzen Pflanze:
Dies ist die schwierigste Episode der ganzen Vermehrung. Sie hängt vom Klima und den vorhandenen Möglichkeiten ab. Am besten die Pflanzen bei trockenem Wetter ausstechen und nur die kopfbildenden Blätter belassen, evtl. eintopfen und anschließend im Erdkeller, Dachboden oder Kalthaus überwintern. Regelmäßig kontrollieren, schwarze und/oder schimmelige Blätter mit einem scharfen Messer ausschneiden; die entstandenen Wunden evtl. mit Kohle desinfizieren.

Setzen:
Im Frühjahr die Pflanzen mit viel Abstand setzen und die entstehenden Blüten stützen.

Kohlsorten mit Kopfbildung:
wie beim Salat muss dem Blütentrieb beim Durchbrechen des gezüchteten Kopfes geholfen werden, z.B. durch kreuzweises einschneiden (Herz nicht verletzen) oder freischälen des Herzens (Faustgroß)

Samenernte:
Wenn die ersten Schoten brüchig bzw. die meisten braun sind, die ganzen Samenträger abschneiden und für ca. 2 Wochen zum Trocknen auflegen.

Reinigung:
Ausdreschen in einem Stoffsack auf weicher Unterlage, anschließend mit Sieben und Luft (Staubsauger mit abgeschnittener PET-Flasche) reinigen.

weitere Vertreter sind: Senf, Raps, Kren, Rukola, Kresse

Nachtschattengewächse

Tomaten:

Da diese Pflanzen Selbstbestäuber sind, ist die Vermehrung einfach. Verschiedene Sorten können nebeneinander  angebaut werden.

Anbau wie beim Gemüsebau, schon von klein auf den gesamten Wuchs der Pflanzen beobachten und solche Pflanzen mit schönem aufrechtem Wuchs und nur einem Haupttrieb markieren für die Saatgutgewinnung;

Samengewinnung:
Dafür schöne ausgereifte frühe Tomaten nehmen. Nicht die letzten kleineren.

Vergärung:
Viele Samen die aus Früchten kommen sind mit einer gallertigen Schicht umgeben die ein vorzeitiges Keimen noch in der Frucht verhindert. diese keimhemmende Schicht muss erst weg verdaut oder vergärt werden. Das samenhaltige Fruchtmark der Tomate in ein Glas mit Schraubverschluss pressen, höchstens halb voll, gut beschriften und den Deckel nur drauflegen. Der Batz darf nicht austrocknen, bei sehr geringen Mengen etwas Wasser und eine Priese Zucker zugeben. Bei Zimmertemperatur etwa 3 Tage stehen lassen bis das ganze schön gammlig ist und dann mit Wasser auffüllen, zuschrauben und gut schütteln. Die Kerne sinken jetzt zu Boden und das dreckige Wasser kann abgegossen werde, ein paar Mal wiederholen und die Kerne sind sauber. Gleich auf Papier auflegen und rasch trocknen lassen, abfüllen und Beschriften.

Paprika und Chilli

Gehören alle zur selben Art, sind meist Selbstbestäuber, sollten aber mit Abstand angebaut werden. Im Hausgarten empfiehlt es sich die Ersten Blüten mit Fließ z.B. Teefilter einzuschließen (den ganzen Ast) um eine Selbstbefruchtung zu garantieren, diese Früchte markieren und ganz ausreifen lassen (Farbumschlag!). Nun den Paprika / Pfefferoni essen und die Kerne vom Gehäuse lösen – keine Schimmeligen oder braunen nehmen. Zum trocknen auflegen und dann abfüllen.

Weitere Nachtschatengewächse: Physalis, Tomatillo, Schwarzbeere,  Kartoffel, Tabak, Aubergine und viele mehr

Günter Schnaitl
Tel. +43 650 5656124
schnaitl@gmx.at

Rückblick Vereinstreffen Perma-Norikum in Neuhofen

Das Fundament für das Anlehngewächshaus wird gelegt
Das Fundament für das Anlehngewächshaus wird gelegt

Das letzte Treffen des Vereins Perma-Norikum fand am Samstag den 10. Oktober 09 in A-4501 Neuhofen an der Krems, im kleinen Hausgarten von Bernhard Gruber und Sigrid Eisenhuber statt.  Tagesziel war es ein einfaches  Anlehngewächshauses aus Altbaustoffen zu starten. Auf dem gewachsenen Lehmboden wurden gebrauchte Leistensteine aus Beton als Fundament aufgelegt und in die Waage gerichtet. Dazu musste noch an manchen Stellen etwas Erdreich abgetragen werden. Der auf das Fundament aufgebaute Holzrahmen wurde durch eine Lage Teerpappe getrennt.

Gebrauchte Fenster werden in die Holzkonstruktion aus altem Dachstuhlholz eingesetzt
Gebrauchte Fenster werden in die Holzkonstruktion aus altem Dachstuhlholz eingesetzt

Die ersten beiden Steher wurden direkt an die Hausmauer geschraubt und von da an ging es Schritt für Schritt weiter, es wurden einfach immer gleich Fenster bzw. Türen mit den Stehern verschraubt, dann wurden die Steher mit dem Auflager am Boden verschraubt, wenn eine Seite fertig war, wurde ein Holzüberleger aufgelegt und damit die Steher darunter verschraubt. Als die beiden Seiten fertiggestellt waren, wurden sie mit einem langen Holzüberleger verbunden und die fehlenden Fenster wurden eingesetzt.

Ausklang nach getaner Arbeit bei Kaffee und Kuchen und einem netten Plausch
Ausklang nach getaner Arbeit bei Kaffee und Kuchen und einem netten Plausch

Der erste Schritt für dieses Anlehngewächshaus wurde gemacht, jetzt gilt es noch die Dachkonstruktion zu errichten und auch die Dacheindeckung vorzunehmen. Dieses Anlehngewächshaus soll einerseits als Gewächshaus für Gemüse und Salat dienen und aber auch als Wärmepuffer vor dem Arbeitszimmer im Kellergeschoss. Weitere Funktion hätte der Dachüberstand um Tomaten im Freiland vor Regen zu schützen und so vor Krautfäule zu Schützen, auch Regenwasser kann zusätzlich gesammelt werden.