Schlagwort-Archive: Gemüse

Gemeinsam selbst versorgen – gemeinsam neue Werte leben

Gemeinsam säen und anpflanzen, pflegen, ernten, einmachen bzw. einlagern und feiern.
Gemeinsam säen und anpflanzen, pflegen, ernten, einmachen bzw. einlagern und feiern.

Gemeinsam selbst versorgen – gemeinsam neue Werte leben
Gemüse, Nutz- und Heilkräuter – regional, saisonal, ökologisch wertvoll, 100% frisch

Wir suchen Menschen die sich gemeinsam ab sofort auf unserem Hof das ganze Jahr über mit hochwertigem, biologischem Gemüse und Kräuter versorgen möchten.  Das heißt gemeinsam säen und anpflanzen, pflegen, ernten, einmachen bzw. einlagern und feiern.

So funktioniert´s:
Alle Interessierten bilden eine Gemeinschaft für jeweils ein Jahr (April bis April). Die Jahresgruppe trifft sich anschließend jeden Samstag von April bis ca. Oktober zum gemeinsamen gärtnern. Wir stellen die benötigte Anbaufläche zur Verfügung, kümmern uns um die Vor- und Nachbereitung (Ankauf von Samen/Pflanzen, …) unter der Woche und geben all unser Know-how an die TeilnehmerInnen weiter. Das heißt, auch Gartenneulinge sind herzlich willkommen.

Für das Anlegen des Gemeinschaftsgartens stehen ca. 2,5 ha zur Verfügung. Die genaue Größe des Gartens ergibt sich je nach Bedarf der Jahresgruppe.
Für das Anlegen des Gemeinschaftsgartens stehen ca. 2,5 ha zur Verfügung. Die genaue Größe des Gartens ergibt sich je nach Bedarf der Jahresgruppe.

Adresse des Gemeinschaftsgartens: Rührndorf 29, 4551 Ried im Traunkreis (Bez. Kirchdorf)

Kosten:
€ 270,- für Einzelpersonen
€ 370,- für Paare und Familien
Im Betrag ist der Eigenbedarf von Gemüse und Kräutern für das gesamte Jahr inkludiert.
Weiters werden die Kosten für Samen, Pflanzensetzlinge und Gartenfläche damit gedeckt.

Es besteht die Möglichkeit für die TeilnehmerInnen der Jahresgruppe auch Obst (Beeren, Äpfel, Trauben, Nüsse, …), Mostessig, div. Fruchtsäfte, Eier, Ziegenmilch/-käse und Schweinefleisch (aus der Freilandhaltung) direkt und frisch vom Hof zu beziehen.

Wertvoller Nutzen für die TeilnehmerInnen der Jahresgruppe:
das ganze Jahr über qualitative LEBENsmittel, Tipps & Tricks zur Gartenarbeit (tw. mit Seminarcharakter, z.B. Mischkultur, Bodenbearbeitung, Naturdünger selber herstellen, Gärtnern ohne Gift, Kräuter – unsere natürlichsten Heilmittel, Ansiedelung von Nützlingen im Garten, richtige Lagerung von Wintergemüse, usw.), Lernen in und von der Natur, Synergie und Freude erleben in der Gemeinschaft sinnvolles „Arbeiten“, Erholung für Körper, Geist und Seele

Franz & Bettina Windischbauer
Franz & Bettina Windischbauer

Wer sind WIR? Was ist uns wichtig?
Wir, dass sind Franz und Bettina Windischbauer. Wir sind 37 und 33 Jahre jung, seit ein paar Jahren glücklich verheiratet und haben zwei wundervolle kleine Kinder. Unsere Persönlichkeiten und Berufe (Landwirt, Tischler, Lebensberaterin, Seminar- und Aufstellungsleiterin,  …) bilden eine sich gut ergänzende Vielfalt. Die Natur gehört schon immer als fixer Bestandteil zu unserem Leben, denn wir sind beide auf einem Bauernhof aufgewachsen.
2006 hat Franz den elterlichen Betrieb (konventioneller Schweinezucht u. –mastbetrieb) in Ried/Trk. übernommen, welchen wir seither gemeinsam im Vollerwerb führen.

Über die Jahre hinweg ist in uns die Vision und mittlerweile der dringende Wunsch herangereift, den Hof mit allem was dazugehört (Tiere, Äcker, …) wieder so naturgerecht wie möglich „leben zu lassen“. Uns natürlich inklusive! Wir möchten der Natur das wieder zurückgeben, was wir ihr seit Generationen genommen haben, um sie den kommenden Generationen wertvoller zu hinterlassen. Gleichzeitig wollen wir uns bereits jetzt schon in Dankbarkeit an der Fülle die uns die Natur Jahr für Jahr schenkt, erfreuen.  Unser Ziel ist es gemeinsam mit anderen Menschen mit der Natur und ihren Gesetzen zu arbeiten und zu lernen.

Es besteht die Möglichkeit für die TeilnehmerInnen der Jahresgruppe auch Beeren, Äpfel, Trauben und Nüsse zu beziehen
Es besteht die Möglichkeit für die TeilnehmerInnen der Jahresgruppe auch Beeren, Äpfel, Trauben und Nüsse zu beziehen

Weitere Möglichkeiten für gemeinschaftliche Projekte der Jahresgruppe:
Bau eines Erdkellers zur optimalen Lagerung, Bau einer (Solar-)Trocknungsanlage, Erzeugung von Terra Preta Erde bzw. Hügelbeeten

Infos & Kontakt:
Franz & Bettina Windischbauer
Rührndorf 29, 4551 Ried im Traunkreis
0699 / 81 61 36 30 bzw. 0699 / 81 88 31 79

Infoveranstaltung für Interessierte beim Gemeinschaftsgarten: am Samstag, den 31. März 2012 um 9.30 Uhr 

Vorbereitungen für PDC in Sri Lanka abgeschlossen

wunderschöne Bergwelt Sri Lankas
wunderschöne Bergwelt Sri Lankas

Vorbereitungen für die 10-tägigie Permakultur-Ausbildung im Herbst in Sri Lanka abgeschlossen

Andrea Hartl, ihr Mann und ihre 2 Söhne sind gerade (Ende Februar) von ihrer 16-tägigen Sri Lanka Reise zurückgehrt.

Zweck der Reise war die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsort für ca. 30 Personen, der sowohl Unterkunft, Verpflegung als auch einen überdachten Lernraum  bieten kann. Und es galt auch ein geeignetes Gelände für die praktischen Arbeiten zu finden. Des weiteren ein geeignetes Exkursionsziel, bei  dem die Teilnehmer „organic farming „und auch schon Permakultur in Praxis kennenlernen können.

Ausgewählt wurde dazu das „Agricultural Training Center“ in Bindunuwewaim Badulla Dicstrict- in den wunderschönen Highlands von Sri Lanka. Dieses Center eignet sichbesonders gut für den Ausbildungslehrgang, den Bernhard Gruber hauptsächlich anleiten wird.

Mitglieder einer Dorfgemeinschaft, einige davon werden am Kurs teilnehmen
Mitglieder einer Dorfgemeinschaft, einige davon werden am Kurs teilnehmen

Die Reise bot ebenfalls die Möglichkeit, gleich viele der zukünftigen Teilnehmer persönlich kennen zu lernen. 

 Die Bewerber stellten ihre bisherige Lebenssituation vor und hatten die Möglichkeit von ihren Visionen für die Zukunft zu erzählen, für die die Permakultur ein gutes Werkzeug darstellen wird. 

Manche der Bewerber sind einfache Bauern, die nach einer neuen Möglichkeit suchen ihr Land vielfältiger, eigenständiger und unabhängiger zu bewirtschaften – daneben gab es auch einige Bewerber, die nach der Ausbildung konkret vorhaben, dieses neue Wissen und die Erfahrungen gleich in ihre Dorfgemeinschaften  weiter zutragen und dort umzusetzen.

Es gibt die Möglichkeit für ca. 5 europäische Teilnehmer an dieser speziellen Ausbildung teilzuhaben – entweder als Permakultur-Praktiker (um 390,- Euro –exkl. Anreise), um sich näher mit der „tropischen Version“ der Permakultur auseinander zusetzen  (sehr gut geeignet für NGOs), aber auch für Neueinsteiger ( um 1290,-Euro exkl.Anreise) .  Für Neueinsteiger ist die Teilnahme an dieser Ausbildung auch gleichzeitig das Grundausbildungsmodul für den 72h Permakultur-Zertifikats-Lehrgang (weitere Module können in Österreich ergänzend nachgeholt werden und sind dann kostenfrei)

Koslanda: Feldarbeiter auf dem Heimweg in die Bergdörfer
Koslanda: Feldarbeiter auf dem Heimweg in die Bergdörfer
Die  Teilnahmegebühr  der europäischen Teilnehmer ist wesentlicher Bestandteil der Finanzierung für die Ausbildung der einheimischen Teilnehmer (für die Singhalesen kostet die Ausbildung nichts – dies ist unsere Form der Sozialarbeit: „Hilfe zur Selbsthilfe“

Wenn Du teilnehmen möchtest oder dieses Projekt finanziell unterstützen möchtest melde Dich bitte bei Andrea Hartl: Tel 0660 – 878 99 90 oder bei Bernhard Gruber  Tel: 0650 – 763 14 28

Voranmeldungen, Bewerbungsschreiben u. Motivationsschreiben auf     www.perma-norikum.net

Kosten, die pro einheimischen Teilnehmer anfallen sind konkret: 225,- Euro –(Du kannst also auch zB. ganz konkret einer Person die Teilnahme ermöglichen)

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Nachbericht: 2. Terra Preta-Workshop – Aufbau eines Hügelbeetes am Naturbauernhof Strasser

Die Entstehung eines großen Terra-Preta Hügelbeetes in Gemeinschaftsarbeit
Die Entstehung eines großen Terra-Preta Hügelbeetes in Gemeinschaftsarbeit

 (Ein Bericht von Andrea Hartl) 

Terra Preta – diese besonders fruchtbare Erde, die im Amazonas entdeckt wurde- durchläuft bis zur „Fertigstellung“ verschiedene Phasen.

Zuerst müssen alle Grundzutaten zusammengeführt, verdichtet und luftdicht abgeschlossen werden – danach erfolgt ein Fermentierungsprozess von ca. 6 Wochen.

In dieser Zeit werden viele Stoffe abgebaut und andere Stoffe aufgebaut – dieser Prozess ist die Grundlage für den Aufbau eines stabilen, extrem fruchtbaren Dauerhumuses.

Am Naturbauernhof Strasser in Zipf wurde am 9. Oktober eine große Menge Terra Preta „angesetzt“ und am 20. November (also nach den 6 Wochen Fermentierungsprozess) wurde in Teamarbeit aus dem „Ansatz“ ein äußerst großes Hügelbeet aufgebaut.

Dieser Hügel wurde noch gut abgedeckt und muss nun mindestens weitere 6 Monate ruhen – im Frühling wird er bereit sein, um bepflanzt zu werden.

Über die Erfolge und Vorteile dieser Art von Humusaufbau werden wir Euch bei Interesse auch weiterhin gerne auf dem Laufenden halten.

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Saatgut aus dem Hausgarten

Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4
Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4

Saatgut aus dem Hausgarten – Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen
Marlies Ortner

Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen. Leitfaden für eine faszinierende Liebhaberei.

Im Bauerngarten gab es in früheren Zei­ten oftmals ganz spezielle Blumen- und Gemüsesorten, die regionaltypisch waren und von Generation zu Genera­tion weitergegeben wurden – Stolz jeder Gärtnerin und jedes Gärtners. Das neue Interesse an alten Obstsorten, farbigen Kartoffeln und Tomatenvariationen hat auch die Tradition der Saatgutgewinnung wieder in unser Bewusstsein gebracht und eine Vorstellung davon, wie wertvoll und erhaltenswert unsere Kulturpflanzen und der reiche Schatz der genetischen Vielfalt sind.

Die Beschäftigung mit der Vielfalt von Samen und Jungpflänzchen ist erfreulich, anregend und voller Überraschungen! In diesem Buch wird gezeigt, wie Samen von Gemüse, Blumen und Kräutern im Hausgarten für das nächste Jahr geerntet werden können. Die Gemüsearten sind dabei nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet, so dass auch Anfänger einen sicheren Erfolg damit haben werden.
Nach einer kurzen Einführung in die Methoden der Saatgutgewinnung und in die Praxis der Vermehrung beschreibt die Autorin, die sich seit mehr als 20 Jahren mit Samengärtnerei beschäftigt, die nötigen Hilfsmittel, die Ernte, die Reinigung und Lagerung der Samen sowie die Aussaat und Aufzucht im darauffolgenden Jahr.
Mit kurzen Pflanzenporträts aller im Hausgarten üblichen Kräuter, Gemüse und Blumen.

Bestellen bei ökobuch Verlag

Saatgut: Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Saatgut:  Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Ein Bericht von Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten

Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen
Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen

Kommt die Umsetzung der „Erhaltungssortenrichtlinie“ so wie sie das Österreichische „Lebensministerium“ bereits verordnet hat, droht ein Kahlschlag im Sortenhandbuch der Arche Noah! Auch Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat schon begonnen! Bereits seit Jänner 2010 können Sorten in einem beschleunigten und vereinfachten Zulassungsverfahren als Erhaltungssorten, bzw. als Amateursorten zur Anmeldung gebracht werden. Das wurde bei einer offiziellen Infoveranstaltung des Ministeriums vorletzte Woche bekannt gegeben, die ich besucht habe. Es sind bereits 70 Sorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie „Green Zebra“, „Gelbe Dattelweintomate“ und „Roter Augsburger“!

Im Juni 2008 hat die EU-Kommission die Richtlinie 2008/62/EG erlassen. Sie regelt die Zulassung von Landsorten und seltenen Sorten, die von genetischer Erosion bedroht sind und bis jetzt noch nicht registriert waren sowie das „Inverkehrbringen“ dieser Sorten. Bei einer Informationsveranstaltung des Lebensministeriums wurden nun die Durchführungsbestimmungen für Österreich vorgestellt. Die anwesenden ErhalterInnen von seltenen und bedrohten Sorten reagierten entsetzt: „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen“, so Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten. „Dies ist das Aus für die so beliebten Pflanzentauschmärkte! Das mühsam aufgebaute Netzwerk von ErhalterInnen in Österreich wird mit diesen Regelungen in Frage gestellt.“

70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"
70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"

Bisher waren Erhaltungssorten freie Sorten, die genutzt, vermehrt und weitergegeben werden durften. Nach Inkrafttreten der Umsetzungsbestimmungen können diese Sorten in einem – im Vergleich zum regulären Zulassungsverfahren – vereinfachten und billigeren Verfahren zugelassen werden. Bis jetzt gab es diese Möglichkeit nicht. Sobald jedoch eine Sorte als Erhaltungssorte zugelassen ist, darf sie nur mehr von den jeweiligen Zulassungsinhabern vermehrt und verkauft werden. Die Sorte, die bisher allen frei zu Verfügung stand, wird somit privatisiert.

Genau dieser Punkt löst Empörung auf Seiten der ErhalterInnen aus. „Diese traditionellen und seltenen Sorten werden seit Jahren von zahlreichen Bauern und Bäuerinnen sowie GärtnerInnen vermehrt, betreut und züchterisch verbessert. Nun sollen wir sie nicht mehr verkaufen, ja nicht einmal mehr tauschen dürfen! Für uns ErhalterInnen bedeutet das ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiter zu entwickeln?“ so Walter entrüstet. Derzeit befinden sich in Österreich fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte und beliebte Sorten wie die Tomaten „Green Zebra“ und „Auriga“ oder der Paprika „Roter Augsburger“. EU-weit sind bereits 100 Sorten zugelassen. Sobald ein EU-Mitgliedsland eine Region als „Ursprungsregion“ einer gewissen Sorte anerkennt, darf diese nur mehr in dieser Region angebaut werden. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Mitgliedsstaaten sind damit vorprogrammiert. Zusätzlich gelten strenge Mengenbeschränkungen.

„Die EU-Kommission hat vorgegeben, durch die Erhaltungssortenrichtlinie die Bewahrung und Weiterentwicklung von traditionellen und seltenen Sorten erleichtern zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Richtlinie und insbesondere auch ihre Umsetzung in Österreich machen die Arbeit der ErhalterInnen zunichte. Im Internationalen UN-Vertrag über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR-FA) ist das bäuerliche Recht, Samen aus eigener Ernte zu gewinnen, zu tauschen und zu vermarkten, festgeschrieben. Dieser Vertrag wurde von der EU und allen Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Durch die Erhaltungssortenrichtlinie wird dieses Recht verletzt. „Die Umsetzung der Saatgutrichtlinie legalisiert die Biopiraterie: Pflanzensorten, die über Jahrhunderte von unzähligen Generationen von Bäuerinnen und Bauern gezüchtet wurden, sollen nun zum Eigentum einzelner Zulassungsinhaber werden. Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Die Erhaltungssortenrichtlinie ist ein EU-Gesetz und wird wie folgt in Österreich umgesetzt werden:

In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten gebrau erlaubt.
In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten Gebrauch erlaubt.

Zusätzlich zum regulären Zulassungsverfahren (Kosten € 2943.-) gibt es jetzt die Zulassung als Erhaltungssorte (Kosten € 243.-). EU weit sind derzeit bereits 100 Sorten zugelassen, in Österreich sind fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren. Die Sorte kann als Erhaltungssorte, eine traditionelle Sorte, bei strikter Anbaubeschränkung auf eine Region oder als Liebhabersorte bei Neuzüchtung, Abgabe nur Kleinstpackungen, zugelassen werden, jedoch niemals aber als Beides. Im Zweifel hat der schnellere die Zulassung. Wenn die Ursprungsregion einer Sorte in mehreren Ländern liegt, müssen sich „die betroffenen Länder bemühen in einem bilateralen Prozeß Einvernehmen herzustellen. Arche Noah und die Firma Reinsaat haben bereits einige Sorten aus dem Sortenhandbuch ins Zulassungsverfahren gebracht, so zum Beispiel die bekannten Sorten: Roter Augsburger, Auriga, Gelbe Dattelwein, Black Plum, sowie berühmte Sorte Green Zebra, die der Züchter eigentlich der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat. Ist eine Sorte zugelassen, gelten die Regeln für Nachbausaatgut!

In Österreich gibt es laut Ministerium noch keine Nachbaugebühren, aber ein Inverkehrbringen von Saatgut ist verboten. Als „Inverkehrbringen“ gilt der Verkauf, aber auch das „Anbieten von Nachbausaatgut“, das „Vorrätighalten zum Verkauf“ (abgefülltes Samensackerl), sowie „Tausch“, erlaubt ist nur die Verwendung zum eigenen Gebrauch. Einzige Ausnahme ist die Abgabe zu „nachweislich züchterischem Zweck“, oder zu Ausstellungszwecken. Die erlaubte Abgabemenge pro Sorte!!!! (nicht pro Züchter ) liegt hier bei bei Gemüse nur 0,2kg, sowie bei bei Getreide nur 2kg. Zum Vergleich: Die erlaubte Abgabemenge von nicht zugelassenen Getreidesorten liegt bei immerhin max. bei 200kg.

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.
Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Es gibt die Möglichkeit, daß sich pro Sorte mehrere Erhaltungszüchter eintragen lassen (Kosten 110.-) die erlaubte Anbaumenge wird dann „proportional zugeteilt“. Die EU muß regelmäßig informiert werden, auf keinen Fall dürfen die maximalen Mengenbeschränkungen überschritten werden. Es haben sich bis heute keine Schlupflöcher aufgetan. Selbst wenn sich Arche Noah als weiterer Erhaltungszüchter registrieren ließe (Kosten!!!), dürfte nur Arche Noah das Saatgut anbieten, nicht aber die unzähligen ErhalterInnen aus dem Netzwerk.

Meinem Aufschrei, daß jede registrierte Sorte privatisiert, und für das ErhalterInnenetzwerk verloren sei, wurde vom Podium nicht widersprochen. Für unser Sortenhandbuch heißt das, daß sukzessive die attraktivsten Sorten verschwinden werden. Für uns ErhalterInnen heißt das zusätzlich ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiterzuentwicken?

Gerne kann dieser Text für ein Protestschreiben an Ministerialrat Zach vom Lebensministerium genutzt werden, in Kopie bitte an uns.

Rückfragen an: Florian Walter, 03579/8037 oder 0664/4165649;

CSA am Ochsenherz Gärtnerhof in Gänserndorf

Community Supported Agriculture am Ochsenherz Gärtnerhof in Gänserndorf
(Quelle: Ochsenherz Gärtnerhof)

(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Am Ochsenherz Gärtnerhof wird nach dem Konzept "gemeinsam landwirtschaften" angelehnt an Community Supportet Agriculture gearbeitet. (Quelle: Gaertnerhof Ochsenherz )
(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Am Ochsenherz Gärtnerhof wird nach dem Konzept "gemeinsam landwirtschaften" angelehnt an Community Supportet Agriculture gearbeitet. (Quelle: Gaertnerhof Ochsenherz )

Der Ochsenherz Gärtnerhof ist ein biologisch-dynamisch arbeitender Landwirtschaftsbetrieb in Gänserndorf, etwa 30 km nordöstlich von Wien gelegen. Seit 2002 besteht der Betrieb. Auf unserer derzeit etwa 5 ha umfassenden Betriebsfläche kultivieren wir eine große Vielfalt an Gemüse- und Kräuterkulturen, sowie etwas Beerenobst. Alte Gemüsesorten und Sortenraritäten sind ein wesentlicher Teil unseres Sortiments. Im Anbau haben wir nur samenfeste Sorten. Auf unseren Marktständen bieten wir ein saisonales und nur von unserem Gärtnerhof stammendes Sortiment an. Saatgut ist ein wesentliches Betriebsmittel. Wir vermarkten ausschließlich eigene Produkte im direkten Kundenkontakt und bieten seit 2008 eine Gemüse-Anteils-Kiste an.

(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Der Ochsenherz Gärtnerhof Saatgutvermehrungsbetrieb für Reinsaat und Arche Noah
(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Der Ochsenherz Gärtnerhof Saatgutvermehrungsbetrieb für Reinsaat und Arche Noah

Das Konzept der „gemeinsam landwirtschaften“ (Partnerschaft von KonsumentInnen und ProduzentInnen) an dem wir seit 2009 gemeinsam mit aktiven KonsumentInnen arbeiten, lehnt sich an die „community supported agriculture“ (CSA) an, die seit Ende der achtziger Jahre vor allem in den USA und in Japan zunehmend Verbreitung findet. CSA basiert auf Ideen des „assoziativen Wirtschaftens“ von Rudolf Steiner und hat seine Wurzeln in der biologisch-dynamischen Bewegung. Mit „gemeinsam landwirtschaften“ (gela) möchten wir die klassische Trennung von Konsumierenden und Produzierenden aufheben und eine gemeinsam getragene Kulturform, die sozial verträgliche Landwirtschaft möglich macht, entwickeln.

Derzeit gibt es in den USA und Kanada bereits etwa 1000 CSA-Betriebe. Grundlage dieses Modells ist das Gewahrwerden des Umstandes, dass Landwirtschaft eine Lebens-Grundvoraussetzung ist und deshalb nicht als bloßes „Geschäft“ betrieben werden sollte. Der Lösungsansatz der CSA´s besteht darin, eine Form der Landwirtschaft zu entwickeln, in der ProduzentInnen und KonsumentInnen gemeinsam Verantwortung übernehmen und sich durch eine direkte Zusammenarbeit gegenseitig unterstützen.

(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Auf fünf Hektar werden samenfeste Gemüsesorten, Kräuter und Beerenobst in Demeter-Qualität angebaut
(Bild Quelle:Ochsenherz Gärtnerhof) Auf fünf Hektar werden samenfeste Gemüsesorten, Kräuter und Beerenobst in Demeter-Qualität angebaut

In einer CSA verabredet sich eine Gruppe von Menschen mit einer/einem Bäuerin/Bauern, die Lebensmittel für eine Saison zu erzeugen. Die Gemeinschaft finanziert diese Unternehmung im Vorhinein, erhält dafür qualitätsvolle Nahrungsmittel und trägt auch das Risiko von Ernteausfällen (z. B. durch Unwetter, Schädlinge) mit. Ohne den ökonomischen Druck, die Lebensmittelproduktion den Marktgegebenheiten anpassen zu müssen, kann die Landwirtschaft nach ökologischen Kriterien, nach einem Prinzip von Qualität und Vielfalt betrieben werden und auch kleine, nachhaltig wirtschaftende Betriebe können sich entfalten.

Weitere Infos zum Ochsenherz Gärtnerhof in Gänserndorf

Handbuch Bio-Gemüse – Sortenvielfalt für den eigenen Garten

Andrea Heistinger/Arche Noah
Handbuch Bio-Gemüse
Sortenvielfalt für den eigenen Garten

ISBN: 978-3-7066-2459-6

Handbuch Biogemüse - Sortenvielfalt für den eigenen Garten, von Andrea Heistinger/Arche Noah
Handbuch Biogemüse - Sortenvielfalt für den eigenen Garten, von Andrea Heistinger/Arche Noah

Ob Paradeiser, Paprika oder Gartenbohne: Dieses Buch beschreibt über 100 Kulturarten in ihrer ganzen Sorten-, Farben- und Formenvielfalt. Neben Anbau, Aufzucht und den Sortentypen der einzelnen Gemüsearten werden altbewährte und jüngere Kulturtechniken des biologischen Gärtnerns erklärt, die aus der Erfahrung und Praxis der Arche Noah GärtnerInnen stammen. Außerdem finden Sie alle wichtigen Informationen zu Pflanzengesundheit, Mischkultur und Fruchtfolge, Balkon- und Hausgärten, Ernte, Lagerung und Nutzung.
Spielerisch und profund, lustvoll und leicht nachvollziehbar zeigt dieses Buch GartenanfängerInnen und -profis, wie sich Gemüsevielfalt erfolgreich kultivieren lässt.

Alte Kulturpflanzen
Alte Kulturpflanzen

Von Artischocke bis Kardone, von Luffagurke bis Zwiebel:
· Handbuch für AnfängerInnen und Fortgeschrittene
· einmalig umfassend mit über 500 Sortenporträts
· praktische Tipps von Arche Noah GärtnerInnen
· Wiederentdeckung und Bewahrung der Sorten- und Artenvielfalt von Gemüse
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