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HERMES Bank – nach 28 Jahren bankähnlicher Tätigkeit auf Vereinsbasis folgt großer Schritt

HERMES Bank – nach 28 Jahren bankähnlicher Tätigkeit auf Vereinsbasis folgt großer Schritt (Quelle: HERMES)

Eine Bank soll eine Einrichtung sein, die Einlagen entgegen nimmt, Kredite vermittelt, Menschen mit Geld versorgt und den Zahlungsverkehr abwickelt. Für viele Menschen ist allerdings in unserer Zeit das Motiv der Geldvermehrung, des Geldverdienens im Zusammenhang mit dem Bankwesen stark in den Vordergrund getreten. Im Sinne der bisherigen Arbeit von HERMES liegt es, Geldvorgänge in den Dienst der Menschen zu stellen.

Die Grundwerte der Gemeinschaftsbank HERMES stehen auf der Basis der Anthroposophie:
– durch eine umfassenden Beurteilung von Projekten und menschlichen Fähigkeiten verbunden mit einem Überblick über notwendige gesellschaftliche und  ökologische Entwicklungen.
– durch eine Unternehmensgestaltung, in der Geldbewegungen und die damit verbundene Verantwortung bewusst wahrgenommen werden.
– durch die Vermittlung zwischen Geldgebenden und Geldnehmenden in der Weise, dass Geben und Nehmen im Sinne von Solidarität geschehen.

Diese Anliegen unterscheiden sich vollkommen vom heute üblichen Verständnis einer Bank. Sie stellen den Menschen mit der ihn umgebenden Welt, für die er die Verantwortung trägt, in den Mittelpunkt. Gerade in der Zeit einer großen Finanzkrise, in der Geld der Realwirtschaft entzogen und zum Spekulationsobjekt wurde, wollen wir den Impuls setzen, eine Bank mit eigener Lizenz zu begründen, die auf der bisherigen Arbeit von HERMES mit seinen bestehenden Einlagen und Krediten aufbaut. Der Schenkgeldbereich des Vereins HERMES-Österreich wird als eigene organisatorische Einheit neben der Bank eng mit ihr zusammenarbeiten. Die Bank soll eine fördernde Wirkung entfalten.

Wer arbeitet in unserer Bank?
Menschen, die neben den gesetzlichen Voraussetzungen ein tiefes Interesse am Menschen und ihrer Arbeit haben und die Grundwerte und Kultur der Bank pflegen wollen.

Die zukünftige „Gemeinschaftsbank HERMES“ unterscheidet sich wesentlich von anderen Banken. Die Bank baut ihre Handlungen auf Vertrauen und Achtung vor der freien, sich entwickelnden Individualität des Menschen. Die in der Bank tätigen Menschen setzen sich mit verschiedenen Qualitäten des Geldes, Fragen der Solidarität, der Durchschaubarkeit von Geldprozessen, des Kapitals und Zinses, von Arbeit und Einkommen, Grund und Boden, Betriebsmittel und  Betriebsführung, Globalisierung und Nachhaltigkeit auseinander.

Vermittlung als zentrale Aufgabe

Die zu gründende Gemeinschaftsbank HERMES sieht ihre zentrale Aufgabe darin, zu vermitteln zwischen Menschen, welche die ihnen zur Verfügung stehenden Gelder sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen, umweltfördernden und die Würde des Menschen achtenden Initiativen zur Verfügung stellen wollen, und Menschen, die diese Mittel zur Erfüllung ihrer Aufgaben in Unternehmen, Einrichtungen und Projekten benötigen. Beide Gruppen betrachten die Ziele und die Tätigkeit der Bank als eine Zeitnotwendigkeit und wollen sie fördern.

Geld als Tauschmittel

Geld und Kapital werden nicht als Ware betrachtet, werden weder gehandelt noch verkauft oder gekauft.

Transparenz

Die Gemeinschaftsbank HERMES berichtet in ihren Veröffentlichungen über die mit Krediten finanzierten Projekte und veröffentlicht in ihrem Geschäftsbericht jeweils die Namen ihrer Kreditnehmer.

Solidarität zwischen Geldgebenden und Kreditnehmenden

Menschen, die der Bank Geld anvertrauen, erfahren, was mit ihrem Geld geschieht. Sie können die Entwicklung der finanzierten Projekte begleiten und den Ertrag einer Initiative für das Gemeinwohl erkennen. Durch das Vergeben eines Kredites an eine Initiative verbindet sich die Bank mit den Anliegen und begleitet die Weiterentwicklung.

Verantwortung für die Folgen

Ein Vorhaben, das durch die Bank finanziert werden soll, wird nicht nur nach ökonomischen, sondern auch nach sozialen und ökologischen Aspekten bewertet. Daher gehört es zu einer Hauptaufgabe der Kreditprüfung, jedes Projekt möglichst ganzheitlich in seinem sozialen und ökologischen Umfeld zu betrachten und zu beurteilen.

Kein einseitiges Gewinnstreben

Die Gemeinschaftsbank HERMES ist nicht gewinnorientiert, weder für sich selbst noch für ihre Geldgeber. Die Gemeinschaftsbank arbeitet kostendeckend. Ein entstehender Überschuss wird dazu verwendet, das Tätigkeitsfeld der Gemeinschaftsbank zu erweitern, Reserven zu bilden und Mittel für den Schenkgeldbereich zur Verfügung zu stellen. Es werden keine „erfolgs“abhängigen Bonuszahlungen an Mitarbeiter gewährt.

Verwendungsbereich

Der Einleger kann auf dem Kontovertrag angeben, für welchen Kreditbereich seine Einlage vornehmlich verwendet werden soll. Die Gemeinschaftsbank wird in ihrem Geschäftsbericht bekannt geben, wie sich das Kreditvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die verschiedenen Verwendungsbereiche verteilte.

Freie Zinswahl

Jeder Kunde kann frei wählen, ober die jeweils marktüblichen Zinsen beanspruchen oder auf sie (auch teilweise) verzichten will, denn Zinsverzicht unterstützt eine solche Bank und ihre Förderanliegen.

Genossenschaft

Die Rechtsform der Genossenschaft bietet den Rahmen für eine Bank, die sich auf eine Gemeinschaft von Menschen gründet, die einen solidarischen, nicht auf Gewinn gerichteten Umgang mit Geld zum Wohle aller Beteiligten pflegen wollen. Menschen oder Institutionen werden durch die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen zu Mitträgern, Mitgestaltern der Bank. Um die Substanz der Genossenschaft zu gewährleisten, werden die Anteile nicht zurückbezahlt. Sie können bei Beendigung der Mitgliedschaft nach vorheriger Einwilligung des Aufsichtsrates ganz oder teilweise an bisherige oder neue
Mitglieder der Genossenschaft übertragen werden. Das Genossenschaftskapital wird nicht verzinst, es ist auch nicht am Gewinn beteiligt. Es sind daher keine Erträge zu versteuern. Die Gemeinschaftsbank muss hiefür keinen Gewinn erwirtschaften. Die persönliche Haftung der Genossenschafterinnen und Genossenschafter für Verbindlichkeiten der Genossenschaft ist ausgeschlossen. Für diese Verbindlichkeiten haftet nur das Genossenschaftsvermögen.
Sollte die Bank nicht gegründet werden, wird das eingebrachte Eigenkapital an die Mitglieder zurückbezahlt.

HERMES-Österreich Geistgemäße Geldgebarung / Arbeitsgruppe Bank
Wiener Bundesstraße 63a, A-5300 Hallwang-Salzburg
Tel. 0043-662-664737, Fax 0043-662-664737-4
hermes@hermes-oesterreich.at
http://www.hermes-oesterreich.at

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AGRAR-Investments – Kapitallenkung verstärkt in Zukunft lokale und globale Konflikte

AGRAR-Investments – Kapitallenkung verstärkt in Zukunft lokale und globale Konflikte
Finanzinteressen wider den nachhaltigen Umgang mit Erde und Menschen, ein Plädoyer und Aufruf von Georg Huber

Was haben Agrarinvestments und Permakultur miteinander zu tun? Für viele Permakulturaktive dürften andere als reine Renditeinteressen der Grund für die Zuwendung zu Grund und Boden sein.
Dass sich seit Jahren immer mehr renditehungriges Kapital geradezu auf landwirtschaftlich nutzbare Flächen stürzt, sollte alle, besonders Permakulturaktive und solche, die es werden wollen, aufhorchen lassen. Gründe dafür gibt es genug:

1.) Der Trend, wie er von Investoren und ihren Beratern gezeichnet wird, geht von einem steigenden Pro-Kopf-Flächenverbrauch aus, der sich weniger aus dem Anstieg der Weltbevölkerung ergibt (quantitativ), sondern aus geänderten Ernährungsgewohnheiten weltweit (z.B. höherer Fleisch- und Milchkonsum, siehe „Fokus: Agrartrends, Allianz Global Investors, Februar 2010“)

2.) Der westliche Lebensstil prägt den Konsumhunger aufstrebender Nationen nicht nur in puncto Auto, sondern auch bei den Ernährungsgewohnheiten. So gehen Eigentümer und Investoren industriell geführter Agrarbetriebe in Australien und Neuseeland von einem zuverlässig ansteigenden Milch- und Milchprodukte-Konsum in Asien aus. (z.B. im Beteiligungsangebot „Aquila AgrarINVEST II – Neuseeland“). Ein gefundenes „Fressen“ für mittelfristig agierende Private Equity-Investoren.

3.) Das Nord-Süd-Konfliktthema „Teller oder Tank“ wird derzeit auf Kosten von Natur und Bevölkerungen der südlichen Hemisphäre gespielt. Kann es nachhaltig sein, wenn wir verheizen, was woanders auf den Teller gehört?

4.) Auf unseren Äckern findet ein skurriler Wettstreit zwischen Strom aus Biogas und Strom aus Photovoltaik-Freiflächenanlagen statt. So ist es für Bauern inzwischen wirtschaftlicher, die eigenen Flächen langfristig Betreibern von Photovoltaik-Anlagen zu verpachten, als darauf Mais für die Biogasanlagen im Umkreis von 50 km anzubauen. Trendbezogen steht schon heute Nahrungsmittelerzeugung erst an dritter Stelle.

5.) Die Folgen, mit denen wir nüchtern „rechnen“ sollten, werden meines Erachtens jedoch ganz andere sein, als es die Hochglanzversprechen der Prospektherausgeber vermuten lassen. Und diese betreffen nicht nur die Investoren. (a) Agrarinvestoren werden einerseits, beschleunigt durch Konzentration von Kapital auf Agrarflächen, internationale und nationale Konflikte verstärken. (b) Andererseits wird die weltpolitische „Großwetterlage“ für die Erfüllung der Renditeerwartungen dieser Investoren langfristig nicht stabil genug bleiben können. Werden sich alle Betroffenen vom Landhunger des Kapitals ihre Bodenenteignung gefallen lassen, nur damit andere auf der Nordhalbkugel jeden Tag mit dem eigenen Auto in die Stadt fahren oder statt Gemüse Steak essen können? (c) Schon heute haben die Regionen mit dem höchsten Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch (USA, EU) mit einer Zuwanderung zu kämpfen, die sie kaum mehr steuern können. In der EU-Öffentlichkeit wird das Migrationsthema weitgehend verdrängt. In allein gelassenen Ländern wie Italien (Lampedusa und Sizilien) und Spanien führt dies zu Überreaktionen der Behörden wie der Bevölkerung. (d) Nach dem Ende des billigen Erdöls (Peak Oil) müssen wir unumkehrbar mit ständig steigenden Ölpreisen rechnen. Das wird unser aller Alltagsleben erheblich verändern.  Der irrwitzige Versuch, billigen Biotreibstoff aus der Dritten Welt zu verschiffen, wird scheitern. Wann werden wir endlich begreifen, daß wir Erdöl zwar verbrauchen, aber nicht ersetzen können? (e) Ein weicher und von den meisten unbemerkter Faktor ist m. E. die fortschreitende Urbanisierung, die neben der geographischen vor allem die soziokulturelle Trennung von Mensch und Natur fortführt und verstärkt.

FAZIT EINS für Permakulturaktive: Die Folgen kapitalorientierten Wirtschaftens auf die Biosphäre (z.B. Beschränkung von Zugangsrechten zu sauberem Trinkwasser, Abfallwirtschaft anstatt Kreislaufwirtschaft, Überfischung der Meere und Bodennutzung durch industrielle, wohnortferne industrielle Landwirtschaft) werden viel schneller spürbar, als es sich Bill Mollison und David Holmgren vor 40 Jahren wohl haben vorstellen können.

FAZIT ZWEI: Immer mehr Leute wollen, sofern sie das erforderliche Kapital und den eigenen Mut zum Um- und Aussteigen aufbringen, eigenen Boden erwerben und nach Permakultur-Prinzipien bewirtschaften.

FAZIT DREI: Verbalausfälle gegen Hartz-IV-Empfänger (denen FDP-Chef und Bundesaußenminister Guido Westerwelle „anstrengungslosen Wohlstand“ und „spätrömische Dekadenz“ unterstellt) und Warnungen vor „Rentnerfallen“ (so Roman Herzog)  in der deutschen Partitokratie zeugen mehr von Hilflosigkeit denn von zielführender Fantasie.

Was bleibt ist, tätiges Beispiel zu geben für Auswege. Permakultur heißt, praktisch verbunden mit der nährenden Natur zu sein und zu bleiben. Permakultur ist eine neue Kultur der Aufmerksamkeit für die Lebenszusammenhänge, in die wir ausnahmslos alle eingewoben sind, und für deren Erhalt und Stärkung wir verantwortlich sind. Permakultur führt zu nachhaltigem Frieden aus neuem Denken und Handeln und zu gemeinschaftlichen Aktionen à la Transition-Town-Bewegung.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Statt nach dem Motto „Boden für Kapital“ in eine Sackgasse zu investieren, d.h mit Kapitaleinsatz Böden weiter auszulaugen und Menschen zu bloßen Konsumwesen abzuwerten, sollte es doch umgekehrt sein. Doch zu „Kapital für Boden“, für gesunden, durch Lebensvielfalt geschützten und gestärkten Mutterboden, bedarf es persönlichen, aktiven, auch finanziellen Engagements. Es braucht Umkehr in den Köpfen und im Alltag. Möglich, daß dann auch Geld investiert wird für „ein Land, in dem Milch und Honig für alle Menschen fließen“.
Der Autor Georg Huber ist seit mehr als zwei Jahrzehnten als Finanzvermittler (Investmentfonds, Beteiligungen) selbständig tätig –siehe http://www.gruenewerte.de -, seit 2009 PDC-Zertifikatsinhaber und mit seiner Partnerin am Anfang eines eigenen Permakultur-Projektes in der Oberpfalz, namens PermaHaus