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Der Kampf um das schwarze Gold

Der Kampf um das schwarze Gold
(Quelle: arte.tv)
Ausstrahlung „Der Kampf ums schwarze Gold“ (Deutschland, 2010, 55mn, ZDF) im Fernsehen auf arte am Freitag, 18. Februar 2011 um 05.00 Uhr, Film im Internet ansehen

Noch schwimmen wir in Energie und machen die Nacht zum Tag. Öl ist der Motor unserer Zivilisation, Synonym unserer Zeit. Täglich verbrennen wir rund 14 Milliarden Liter des kostbaren Rohstoffs. Zahlreiche Wissenschaftler sagen ein nahes Ende der Ölvorräte voraus. Ist der Wettlauf noch zu gewinnen? Ob und wo sich noch weitere Ölfelder finden lassen, wird unsere Zukunft entscheidend beeinflussen. Inzwischen wird auch an bisher unzugänglichen Stellen nach Öl gebohrt – mit hohem Risiko, wie die Havarie der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko gezeigt hat.

Trotz aller Bemühungen: Eine ernstzunehmende Alternative zur Ressource Erdöl gibt es bislang nicht. Ohne das „schwarze Gold“ würden unsere Wirtschaft, das Transportwesen, der Verkehr, die Medizin und die Landwirtschaft kollabieren. Aber wie viel des begehrten Rohstoffs steckt noch in der Erde? Die Internationale Energieagentur IEA stellte 2008 offiziell fest, dass die Ölförderung weltweit dramatisch abnimmt. Ist der Zenit des Erdölzeitalters also tatsächlich überschritten? Müssen wir uns auf ein nahes Ende des vielseitigen Energieträgers einstellen? Der schwindelerregende Preisanstieg einer Tonne Rohöl in den letzten Jahren legt diesen Verdacht nahe. Hat das Ende des leicht zu fördernden Öls also längst begonnen?

Der Dokumentarfilm ist eine Reise in Forschungslabore und zu aktuellen Bohrvorhaben, die alle von der Schwierigkeit erzählen, des kostbaren Rohstoffs habhaft zu werden. Außerdem zeigt sie die Methoden auf, mit denen heute auch an bisher unzugänglichen Stellen nach Öl gebohrt wird – mit zweifelhaftem Erfolg und hohem Risiko, wie jeder inzwischen durch die Havarie der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ in diesem Sommer im Golf von Mexiko weiß.
Die Forschungszentralen der internationalen Ölkonzerne lassen Fremde nur ungern in ihre Labore blicken. Dort sind die Wissenschaftler vor allem damit beschäftigt, vorhandene Erdölfelder optimal auszubeuten. Denn im Durchschnitt kann ein Feld nur zu 35 Prozent erschlossen werden. Das heißt: Zwei Drittel des vorhandenen Rohstoffs bleiben im Boden. Wissenschaftler arbeiten inzwischen unter Hochdruck daran, den Ausbeutungsfaktor mit dem Einsatz von Chemikalien deutlich zu erhöhen.

Die Erschließung neuer Ölquellen ist inzwischen zu einer milliardenschweren Investition geworden, bei der von der Suche bis zum Moment, wo der erste Tropfen fließen kann, im Durchschnitt zehn Jahre vergehen. Während der Film wenig bekannte Forschungen im Bereich der Erdölerschließung zeigt, wird eines klar: Der Kampf ums „schwarze Gold“ bleibt eines der wichtigsten Themen auch des 21. Jahrhunderts – und es wird deutlich, dass dringend nach Alternativen gesucht werden muss, bevor sich das Erdölzeitalter seinem Ende zuneigt.

Seit über hundert Jahren wird an Methoden gefeilt, neue Erdölquellen zu entdecken. Dennoch sind die Geologen weit davon entfernt, sicher prognostizieren zu können, wo sich der kostbare Energieträger in der Erde verbirgt. Die Bohrungen gestalten sich so schwierig wie die sprichwörtliche Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Nach gängigem Wissen entsteht Erdöl aus abgestorbenem biologischem Material, das sich in Millionen Jahren unter Luftabschluss, hohem Druck und Temperaturen gebildet hat. Doch das Autorenteam Volker Barth und Susanne Richter traf bei seinen Recherchen auch russische Wissenschaftler, die behaupten, Öl bilde sich nahe des oberen Erdmantels permanent neu und sei damit ein grenzenlos vorhandener Urstoff des Kosmos. Wie viel Wahrheit steckt in dieser These und lässt sie sich beweisen? Der Experimental-Physiker Vladimir Kutcherov ist davon überzeugt, doch die Erdölindustrie zeigt bislang nur wenig Interesse an seinen Studien.

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