Traditionelles Chagga Haus

Traditionelles Chagga Haus – ein multifunktionales Haus

Aloice Massawe zeigt seine Rekonstruktion eines traditionellen Chagga Hauses, ein sogenanntes „Bananahouse“. Als Chagga bezeichnen sich die Bewohner am höchten Berge Afrikas, dem Mount Kilimanjaro in Tansania. Ihre traditionelle Bewirtschaftungsform des Landes waren Waldgärten. Die Chagga lebten in Mitten ihrer Waldgärten mit ihren Domen aus Farnholz und Bananenblatteindeckung.

Die Konstruktion dieser Dome erlaubte es, im Innenraum Feuer zu entfachen, seine Bewohner konnten in der kälteren Jahreszeit, der Regenzeit im Haus kochen, sich wärmen, gleichzeitig wurden Bananen getrocknet und Saatgut von Schädlingen frei gehalten. Das traditionelle Gebäude war auch Stallung für Rinder, Schafe, Ziegen und Geflügel – so konnte auch mit der Abwähre der Tiere der Wohnraum gut termperiert werden.

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Go together well – Anamed und Permakultur treffen in Tansania aufeinander

Go together well – Anamed und Permakultur treffen in Tansania aufeinander
Ein Bericht von Susanne Kathrin Hoff

Am Hof der Familie Massawe fand bereits im Oktober 2010 ein Permakultur-Designkurs statt

Am Hof der Familie Massawe fand bereits im Oktober 2010 ein Permakultur-Designkurs statt

In dem kleinen Bergdorf Umwe Onana nähe Moschi mit Sicht auf den Kilimanjaro hat vor zwei Wochen (29.11.- 03.12.2011) ein Permakultur-Seminar von Perma-Norikum stattgefunden. Direkt im Anschluss daran ging es in ein einwöchiges Anamed (Aktion für natürliche Medizin) Seminar über. Insgesamt waren es gute 20 Teilnehmer, die mit ihrem Arrangement gezeigt haben, dass diese zwei Bereiche nicht nur nebeneinander stehen, sondern ganz hervorragend ineinander greifen und sich ergänzen.

Permakultur-Training für Fortgeschrittene - für Teilnehmer vom letzten Jahr wurde ein praktisches Training abgehalten

Permakultur-Training für Fortgeschrittene - für Teilnehmer vom letzten Jahr wurde ein praktisches Training abgehalten

Sowohl Permakultur als auch Anamed richten den Blick auf die Ressourcen, die bereits vorhanden sind. Es geht darum, diese zunächst einmal zu erkennen und anschließend nachhaltig zu verwenden, angepasst an das jeweilige Klima und die Kultur. Dies soll dazu führen, dass die Menschen sich ihre Lebensgrundlage selbst schaffen können und somit auch finanzieller unabhängiger werden können. Permakultur lehrt den Menschen ein Zuhause aufzubauen, das fast alle Grundbedürfnisse erfüllt. Sie zeigt unzählige Wege auf Wasser-, Wind und Energieressourcen so zu lenken, dass Nutzpflanzen in Fülle gedeihen und das Zuhause in ein natureingebundene Grundstück verwandelt wird.

Dr. Feleshi von ANAMED hielt im Anschluss an das Permakultur-Training einen Workshop über Naturheilkunde in den Tropen

Dr. Feleshi von ANAMED hielt im Anschluss an das Permakultur-Training einen Workshop über Naturheilkunde in den Tropen

Fast alle Grundbedürfnisse deswegen, weil sich die Nutzpflanzen bisher hauptsächlich auf Nahrungs- und Industriepflanzen konzentriert haben. Genau hier befindet die Schnittstelle zu Anamed, deren Ziel es ist, den Menschen in tropischen Ländern ihre vorhandenen Heilpflanzenressourcen aufzuzeigen und ihnen beizubringen diese zu verwenden.
In dem Seminar wurde unter anderem Wissen über Primary Health Care, verschiedene Krankheiten und viele Heilpflanzen gelehrt. Im Anschluss an drei Tage Theorie, wurden die letzten zwei Tage aus den vorgesellten Pflanzen medizinische Produkte hergestellt. Die Palette reichte von Seifen, Salben und Zahnpastapulver bis zu „black stones“ – „Steine“ die aus Knochen hergestellt werden und mit denen sich Gift aus Schlagen-, Insekten- oder Skorpionstichen ziehen lässt. Des Weiteren zog der Anbau und die Verwendung der sehr wirkstoffreichen Pflanze Artemisia annua anamed (A-3) besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Sie ist besonders hilfreich bei Malaria, HIV+/Aids, Magenprobleme aber auch bei Krebs und vielen weiteren Krankheiten. Die Seminarteilnehmer haben am letzten Tag Keimlinge von A-3 bekommen und wollen diese in ihre Farmen integrieren. Aber auch Moringa Olifera oder Mlongelonge wie man in kiswahili sagt, hat bei den Seminarteilnehmern zu Diskussionen geführt. Diese ist ebenfalls eine sehr starke Heil- und vor allem nährstoffreiche Pflanze und wird ebenfalls bei HIV+/Aids und bei Unter- bzw. Mangelernährung und vielem mehr eingesetzt.

Großes Interesse galt Pflanzen wie Artemisia, Neembaum, Baobab und Moringa

Großes Interesse galt Pflanzen wie Artemisia, Neembaum, Baobab und Moringa

Da die Seminarteilnehmer schon alle ein gewisses botanisches Vorwissen mitbrachten und die Motivation groß war dieses Wissen auch auf medizinisch verwendetete Pflanzen auszuweiten, führte das häufig zu tiefergehenden Fragen und Diskussionen. Da nicht alle Anwesenden sehr gut in kiswahili waren, wurden alle wichtigen Inhalte abwechselnd von den Seminarteilnehmern ins Englische übersetzt.

Teilnehmer des Permakultur-Training und ANAMED Workshop in Umbwe Onana, am Fuß des Kilimanjaro in Tansania

Teilnehmer des Permakultur-Training und ANAMED Workshop in Umbwe Onana, am Fuß des Kilimanjaro in Tansania

Das Seminar fand in dem Haus von Aloys J. Massawe statt, dessen Familie versorgte die Teilnehmer mit gesundem, meist aus dem Garten stammendem Essen. Er baut aber nicht nur Nahrungspflanzen an, sondern hat ebenfalls ein großes Wissen über Heilpflanzen. Wobei die Teilnehmer alle zusammen feststellten, dass man das im Grunde nicht exakt trennen kann, denn all unser Gemüse, Obst und so weiter, ist sowohl Essen als auch Medizin. Somit fand das Seminar in einem sehr passenden Ort statt und ein paar Teilnehmer kamen am Tag nach dem Seminar sogar dazu zu beobachten, wie Aloys einen Bienenstock teilte und Honig erntete. Aloys ist ein Spezialist auf diesem Gebiet und da man für die Salbenherstellung, nach dem Rezept von Anamed Wachs benötigt, empfahl Dr. Feleshi, der Leiter des Seminars und Chairman von Anamed Tanzania, sich eigene Bienen zu halten.

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass in diesen zwei Wochen nicht nur separates Wissen von Permakultur und Anamed vermittelt wurde, sondern dass eine Grundlage für eine Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil geschaffen wurde. Das große Interesse und die Begeisterung der Teilnehmer lassen darauf schließen, dass es auch in Zukunft in diesem Bereich eine Zusammenarbeit geben könnte.

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Dankesschreiben von Alois Massawe für PDC Kilimanjaro

 

Unterstütze unser Tansania-Projekt mit deiner Kursteilnahme beim Permakultur-Designkurs in Wels, vom 31. Juli bis 13. August!

Unterstütze unser Tansania-Projekt mit deiner Kursteilnahme beim Permakultur-Designkurs in Wels, vom 31. Juli bis 13. August!

Thank you very much for the cource you provided to us!

Familie von Alois Massawe

Familie von Alois Massawe

Mr. Bernhard, Please accept our most sincere thanks for the permaculture design course you conducted in our village. We also thank Mr. Christoff for his dedication to his mission. We thank you for everything. I personally thank you for a great help to me. Financially, materially and most of it all, the knowledge we will never forget.

Designübung im Innenhof der Familie Massawe

Designübung im Innenhof der Familie Massawe

It is unfortunatelly that we had this course the time of the climax of political campeign nationally, the reason of poor participation to some  participants. But we promise to emplement it so that those who
didi not chance this opportunity can see and copy from us.

Thanks again Mr. Gruber. Please pass our best regards to our dear friend Mr, Franz. Tell him, we appreciate every bit of his efforts towards making this course possible.

Sonnenuntergang über Umbwe Onana

Sonnenuntergang über Umbwe Onana

Tell him we wish him a quick recovery.

Regards,

Alois and family.

Projekt-Team zurück aus Tansania

Das Projekt-Team von Perma-Norikum ist Dienstag Abend, 26. Oktober 2010, wieder aus Tansania heimgekehrt. Zwei Wochen lang wurde in Umbwe Onana, in der Kibosho-Region am Kilimanjaro ein Permakultur-Designkurs abgehalten. Teilnehmer kamen vorwiegend aus den umliegenden Dörfern, aber auch aus anderen Landesteilen und aus Kenja und Österreich.

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Mitglieder des Vereins Perma-Norikum hielten für afrikanische Kleinstbauern/innen und Lehrer/innen in der Kibosho-Region, auf 2000 m Seehöhe, direkt am Fuße des Kilimanjaro, vom 10. bis 23. Oktober, einen zweiwöchigen Permakultur Designkurs. Ein durchschnittlicher Bauernhof hat in dieser Region eine Fläche zwischen 5.000 m² und 2 ha, wobei lange Zeit von diesen kleinen Flächen große Familien ernährt werden konnten. Die Chaggas schafften es, um den Kilimanjaro herum, ein Waldgartensystem zu entwickeln, was bis zur Ankunft der deutschen Kolonialmacht, ihnen alles lieferte was sie zu einem guten Leben brauchten. Durch die Pflanzung von Mais und Kaffee in Monokultur ging viel Fläche verloren und auch der Boden hat wie alle tropischen Böden kein hohes Nährstoffspeichervermögen, dazu kommt noch die globale Klimaveränderung, welche auch die Menschen hier spüren, wenn der Regen ausbleibt.

Ziel war es, den Menschen mit den Prinzipien, Ideen und Werkzeugen der Permakultur, alternativen zu kostspieligem Industriedünger-, Herbizid-, Allroundeinsatz, Perspektivlosigkeit und Armut aufzuzeigen. Im Rahmen dieses zweiwöchigen Lehrgangs wurde neben vielen Gruppenarbeiten auch viele praktische Dinge umgesetzt. So wurde zum Beispiel der Hausgarten der Gastgeberfamilie Massawe von den Kursteilnehmern neu geplant und auch als Kräuter- und Salatgarten im Nahbereich der Küche konzipiert. Jeder Teilnehmer präsentierte zum Abschluss das eigene geplante Projekt. Vom Bauernhof, über Jugendzentren bis hin zu Schulgärten wurden geplant.

Recht herzliche möchten wir uns bei den Mitgliedern von Perma-Norikum, der deutschen Permakultur-Akademie, dem Verein Arche Noah und zahlreichen privaten Unterstützer/innen bedanken.

Ein Ausführlicher Bericht folgt in den kommenden Tagen.

Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro

Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro

Mount Kilimanjaro über dem Homegarden der Familie Masawe in Umbwe Onana

Ein grundsätzliches Bestreben der Natur ist die Rückkehr zum Wald. Ein gut organisierter Wald kann uns alles bieten was wir zum Leben brauchen: frisches sauberes Wasser, Nahrung, Medizin, Futter für Tiere, Baustoffe und Energie. Beinahe auf allen Kontinenten sind Völker bekannt, welche nach den Beispielen der Natur ihre Gärten organisiert hatten. So auch die Homegarden der Chagga am Kilimanjaro in Tansania, welche seit einigen Jahrzehnten in ihrer Existenz sehr bedroht sind und immer mehr verdrängt werden. Die Ideen der Permakultur bieten den Menschen neue Möglichkeiten.

Reise zu Permakultur-Projekten am Viktoria See

Geographische Übersicht Tansania

Im ersten Teil unseres Tansania-Aufenthaltes bereisten Franz Hörmannseder und ich das Land und besuchten zwei Permakultur-Projekte am Viktoria See. Mit Franz zu reisen bedeutet nicht nur einen kompetenten Ansprechpartner in Sachen Permakultur zu haben, er ist auch Tansania-Experte, er lebte hier über drei Jahre und spricht perfekt Kiswaheli und kennt die Mentalität der Menschen hier sehr gut. Über Arusha reisten wir mit dem Bus durch die Massaisteppe quer durch das sehr trockene Landesinnere. Franz und ich passierten Städte wie Singida, Nzega, Shinyanga, Mwanza und erreichten, kräftig durchgeschüttelt am dritten Tag Musoma, unser angestrebtes Reiseziel.

Die letzten Tage in Umbwe Onana

Die letzten Tage in Umbwe Onana

Franz und ich verbrachten über eine Woche auf Aloisis Farm und erlebten und lernten viel. Wir fischten am Umbwe River, der bis vor zwanzig Jahren keine Fische führte. Aloisi hat sich damals entschlossen, nach Versuchen mit verschiedenen Fischen,

Seit Aloisi hier Forellen eingesetzt hat, können sich die Anwohner am Umbwe River über eine Erweiterung ihres Speiseplans freuen

Regenbogenforelle und Lacksforelle einzusetzen, da in Tansania heimische Fische für dieses kalte Gewässer nicht geeignet erschienen. Bei einem Behördenbesuch reichte alleine unsere Anwesenheit zur Unterstützung eines Workshopprojektes, welches Aloisi gemeinsam mit einer norwegischen NGO gestartet hat. In verschiedenen Workshops sollen Jugendliche welche sich mit Betteln durchschlagen, die Möglichkeit haben, einen handwerklichen Beruf zu erlernen.

Marktplatz von Umbwe Onana

Dieses Ausbildungsprogramm ist bereits sehr gut angelaufen und viele der Praktikanten erhalten kurze Zeit später auch eine Arbeitsstelle. Wir hatten auch die Gelegenheit eine organisch geführte Kaffeeplantage in Mischkultur mit Bananen und Bohnen zu besuchen. An unserem letzten Tag machten wir noch eine ausgedehnte Wanderung in die Umgebungen, Aloisi Masawe erklärte uns zahlreiche Kräuter und deren Verwendungen.

Masai-Frauen am Wegesrand

Auf unserer Reise durch das Landesinnere sahen wir viel Not, Bauernhöfe die wegen Trockenheit aufgegeben worden waren sowie kranke und hungernde Menschen. Doch wir sahen beim Besuch von Permakultur-Projekten auch die Hoffnung und Möglichkeiten der Menschen. Wir freuten uns über die Aufgeschlossenheit der Menschen in Umbwe Onana am Mount Kilimanjaro und möchten diese Region im Oktober 2010 mit einem Permakultur-Designkurs unterstützten.

Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro



Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro

Mount Kilimanjaro über dem Homegarden der Familie Masawe in Umbwe Onana

Ein grundsätzliches Bestreben der Natur ist die Rückkehr zum Wald. Ein gut organisierter Wald kann uns alles bieten was wir zum Leben brauchen: frisches sauberes Wasser, Nahrung, Medizin,  Futter für Tiere, Baustoffe und Energie. Beinahe auf allen Kontinenten sind Völker bekannt, welche nach den Beispielen der Natur ihre Gärten organisiert hatten. So auch die Homegarden der Chagga am Kilimanjaro in Tansania, welche seit einigen Jahrzehnten in ihrer Existenz sehr bedroht sind und immer mehr verdrängt werden. Die Ideen der Permakultur bieten den Menschen neue Möglichkeiten.

Geographische Übersicht Tansania

Im ersten Teil unseres Tansania-Aufenthaltes bereisten Franz Hörmannseder und ich das Land und besuchten zwei Permakultur-Projekte am Viktoria See. Mit Franz zu reisen bedeutet nicht nur einen kompetenten Ansprechpartner in Sachen Permakultur zu haben, er ist auch Tansania-Experte, er lebte hier über drei Jahre und spricht perfekt Kiswaheli und kennt die Mentalität der Menschen hier sehr gut. Über Arusha reisten wir mit dem Bus durch die Massaisteppe quer durch das sehr trockene Landesinnere. Franz und ich passierten Städte wie Singida, Nzega, Shinyanga, Mwanza und erreichten, kräftig durchgeschüttelt am dritten Tag Musoma, unser angestrebtes Reiseziel.

Reise durch das Landesinnere, Trockenheit war hier schon immer ein großes Problem

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