Schlagwort-Archive: neem

Go together well – Anamed und Permakultur treffen in Tansania aufeinander

Go together well – Anamed und Permakultur treffen in Tansania aufeinander
Ein Bericht von Susanne Kathrin Hoff

Am Hof der Familie Massawe fand bereits im Oktober 2010 ein Permakultur-Designkurs statt
Am Hof der Familie Massawe fand bereits im Oktober 2010 ein Permakultur-Designkurs statt

In dem kleinen Bergdorf Umwe Onana nähe Moschi mit Sicht auf den Kilimanjaro hat vor zwei Wochen (29.11.- 03.12.2011) ein Permakultur-Seminar von Perma-Norikum stattgefunden. Direkt im Anschluss daran ging es in ein einwöchiges Anamed (Aktion für natürliche Medizin) Seminar über. Insgesamt waren es gute 20 Teilnehmer, die mit ihrem Arrangement gezeigt haben, dass diese zwei Bereiche nicht nur nebeneinander stehen, sondern ganz hervorragend ineinander greifen und sich ergänzen.

Permakultur-Training für Fortgeschrittene - für Teilnehmer vom letzten Jahr wurde ein praktisches Training abgehalten
Permakultur-Training für Fortgeschrittene - für Teilnehmer vom letzten Jahr wurde ein praktisches Training abgehalten

Sowohl Permakultur als auch Anamed richten den Blick auf die Ressourcen, die bereits vorhanden sind. Es geht darum, diese zunächst einmal zu erkennen und anschließend nachhaltig zu verwenden, angepasst an das jeweilige Klima und die Kultur. Dies soll dazu führen, dass die Menschen sich ihre Lebensgrundlage selbst schaffen können und somit auch finanzieller unabhängiger werden können. Permakultur lehrt den Menschen ein Zuhause aufzubauen, das fast alle Grundbedürfnisse erfüllt. Sie zeigt unzählige Wege auf Wasser-, Wind und Energieressourcen so zu lenken, dass Nutzpflanzen in Fülle gedeihen und das Zuhause in ein natureingebundene Grundstück verwandelt wird.

Dr. Feleshi von ANAMED hielt im Anschluss an das Permakultur-Training einen Workshop über Naturheilkunde in den Tropen
Dr. Feleshi von ANAMED hielt im Anschluss an das Permakultur-Training einen Workshop über Naturheilkunde in den Tropen

Fast alle Grundbedürfnisse deswegen, weil sich die Nutzpflanzen bisher hauptsächlich auf Nahrungs- und Industriepflanzen konzentriert haben. Genau hier befindet die Schnittstelle zu Anamed, deren Ziel es ist, den Menschen in tropischen Ländern ihre vorhandenen Heilpflanzenressourcen aufzuzeigen und ihnen beizubringen diese zu verwenden.
In dem Seminar wurde unter anderem Wissen über Primary Health Care, verschiedene Krankheiten und viele Heilpflanzen gelehrt. Im Anschluss an drei Tage Theorie, wurden die letzten zwei Tage aus den vorgesellten Pflanzen medizinische Produkte hergestellt. Die Palette reichte von Seifen, Salben und Zahnpastapulver bis zu „black stones“ – „Steine“ die aus Knochen hergestellt werden und mit denen sich Gift aus Schlagen-, Insekten- oder Skorpionstichen ziehen lässt. Des Weiteren zog der Anbau und die Verwendung der sehr wirkstoffreichen Pflanze Artemisia annua anamed (A-3) besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Sie ist besonders hilfreich bei Malaria, HIV+/Aids, Magenprobleme aber auch bei Krebs und vielen weiteren Krankheiten. Die Seminarteilnehmer haben am letzten Tag Keimlinge von A-3 bekommen und wollen diese in ihre Farmen integrieren. Aber auch Moringa Olifera oder Mlongelonge wie man in kiswahili sagt, hat bei den Seminarteilnehmern zu Diskussionen geführt. Diese ist ebenfalls eine sehr starke Heil- und vor allem nährstoffreiche Pflanze und wird ebenfalls bei HIV+/Aids und bei Unter- bzw. Mangelernährung und vielem mehr eingesetzt.

Großes Interesse galt Pflanzen wie Artemisia, Neembaum, Baobab und Moringa
Großes Interesse galt Pflanzen wie Artemisia, Neembaum, Baobab und Moringa

Da die Seminarteilnehmer schon alle ein gewisses botanisches Vorwissen mitbrachten und die Motivation groß war dieses Wissen auch auf medizinisch verwendetete Pflanzen auszuweiten, führte das häufig zu tiefergehenden Fragen und Diskussionen. Da nicht alle Anwesenden sehr gut in kiswahili waren, wurden alle wichtigen Inhalte abwechselnd von den Seminarteilnehmern ins Englische übersetzt.

Teilnehmer des Permakultur-Training und ANAMED Workshop in Umbwe Onana, am Fuß des Kilimanjaro in Tansania
Teilnehmer des Permakultur-Training und ANAMED Workshop in Umbwe Onana, am Fuß des Kilimanjaro in Tansania

Das Seminar fand in dem Haus von Aloys J. Massawe statt, dessen Familie versorgte die Teilnehmer mit gesundem, meist aus dem Garten stammendem Essen. Er baut aber nicht nur Nahrungspflanzen an, sondern hat ebenfalls ein großes Wissen über Heilpflanzen. Wobei die Teilnehmer alle zusammen feststellten, dass man das im Grunde nicht exakt trennen kann, denn all unser Gemüse, Obst und so weiter, ist sowohl Essen als auch Medizin. Somit fand das Seminar in einem sehr passenden Ort statt und ein paar Teilnehmer kamen am Tag nach dem Seminar sogar dazu zu beobachten, wie Aloys einen Bienenstock teilte und Honig erntete. Aloys ist ein Spezialist auf diesem Gebiet und da man für die Salbenherstellung, nach dem Rezept von Anamed Wachs benötigt, empfahl Dr. Feleshi, der Leiter des Seminars und Chairman von Anamed Tanzania, sich eigene Bienen zu halten.

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass in diesen zwei Wochen nicht nur separates Wissen von Permakultur und Anamed vermittelt wurde, sondern dass eine Grundlage für eine Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil geschaffen wurde. Das große Interesse und die Begeisterung der Teilnehmer lassen darauf schließen, dass es auch in Zukunft in diesem Bereich eine Zusammenarbeit geben könnte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Werbeanzeigen