9. – 23. 8. Lehrgang: Permakultur-Designzertifikatskurs in Wels/OÖ

Gruppenfoto beim Zertifikatskurs im Sommer 09 in Wels

Gruppenfoto beim Zertifikatskurs im Sommer 09 in Wels

72h Permakultur-Designzertifikatskurs
in Wels / OÖ – Sommer 2015
Permakultur-Projekt Weberhäusl
Termin: 9. bis 23. August 2015

Permakultur als Planungskonzept vereint Ökologie und Ökonomie und gibt uns das Werkzeug für ein resilientes Umfeld in Stadt und Land. Permakultur lehrt uns den achtsamen Umgang mit der Natur, mit unseren Mitmenschen und uns selbst.

Waldgarten des Permakultur-Projektes Weberhäusl

Waldgarten des Permakultur-Projektes Weberhäusl in den Anfängen

Das Permakultur-Projekt Weberhäusl mit seinem ca. 5.000 m² großen und über 20 Jahre alten Waldgarten war bereits 2007 Austragungsort für einen Permakultur-Designzertifikatskurs mit dem Austro-Neuseeländer Joe Polaischer. Nach 4 Jahren Pause gibt es wieder die Gelegenheit vor Ort einen Permakultur-Designzertifikatskurs zu besuchen.

Eine ausführliche Beschreibung mit zahlreichen Fotos ist im Buch "Die kleine Permakultur-Fibel" zu finden

Eine ausführliche Beschreibung mit zahlreichen Fotos ist im Buch „Die kleine Permakultur-Fibel“ zu finden

Die Grundlage des Permakultur-Designzertifikatskurses ist das Buch: “Permaculture – a Designerś Manual” oder “Handbuch der Permakultur Gestaltung” – als Kursmanuskript erhält jeder Teilnehmer das Buch „Die kleine Permakultur-Fibel“.

Jeder Teilnehmer plant im Rahmen des Lehrgangs sein eigenes Projekt

Projekt kann sein: Hausgarten, Waldgarten, CSA, Landwirtschaft, Schulgarten, Gemeinschaftsgarten, Dorfentwicklungskonzept, Alternativwährungskonzept, Vertriebskonzept, …

Je nach Entfernung zum Haus kann im Terrassengarten auch intensieves einjähries Gemüse zu finden sein

Je nach Entfernung zum Haus kann im Terrassengarten auch intensieves einjähries Gemüse zu finden sein

Lehrgangsinhalt: Einführung, Bereiche und Geschichte der Permakultur, Ethik der Permakultur, Konzepte im Permakultur-Design, Methoden, Muster und Klimafaktoren im Permakultur-Design, Bäume und ihre Funktion, Wasser im Permakultur-Design, Aquakultur, Boden und Bodenverbesserung, Erdbewegung und Erdarbeiten, Kaltes Klima, Tropen, Trockene Gebiete, Strategien für alternative Nationen, Projektplanung und Projektpräsentation

Veranstaltungsort: Permakultur-Projekt Weberhäusl, Stadlhof 2, 4600 Wels

Ein Permakultur-Designkurs mit vielen praktischen Anleitungen

Ein Permakultur-Designkurs mit vielen praktischen Anleitungen

Kursbeitrag Privatpersonen € 900,- bei Selbstversorgung, ohne Unterkunft.
Kursbeitrag für Mitarbeiter von Unternehmen, öffentlichen Institutionen, Förderungsempfänger, AMS-Maßnahmen udgl. € 1.500,- bei Selbstversorgung, ohne Unterkunft.

Vollverpflegung: € 200,-
Zeltplatz / Person: € 50,-
Standplatz Camper / Person: € 100,-
Matratzenlager / Person: € 150,-

Projektpräsentation der Permakultur-Planung zum Abschluss des Lehrganges

Projektpräsentation der Permakultur-Planung zum Abschluss des Lehrganges

Der Kursbeitrag ist bei Anmeldung zu begleichen. Anmeldung mit Foto, aktueller Postanschrift, Lebenslauf und Motivationsschreiben an bernhard.gruber2@gmx.net

Bei Abmeldung durch Teilnehmer 4 Wochen vor Kursbeginn, werden 50% der Kurskosten einbehalten. Bei Abmeldung 1 Woche vor Kursbeginn und teilnehmerseitigem Nichterscheinen ohne Abmeldung wird der volle Kursbeitrag einbehalten. Ersatzpersonen können vom Teilnehmer genannt werden.

Kurzfilm vom Dorfgarten in Piesenhausen

Karin Frank Permakultur-Designerin aus Bernau am Chiemsee, Karin Frank skype: karin-fk mobil: +49 176 914 907 52

Karin Frank Permakultur-Designerin aus Bernau am Chiemsee

Kurzfilm vom Dorfgarten in Piesenhausen

Die Permakultur-Designerin Karin Frank aus Bernau Chiemgau, ehemalige Kursteilnehmerin beim Permakultur-Designkurs des Vereins Perma-Norikum im Jahr 2009, hat in kürzester Zeit gemeinsam mit Bewohnern von Piesenhausen einen wunderschönen Gemeinschaftsgarten wahrlich aus dem Boden gestampft!

Eines der häufigsten Muster der Natur ist die Spirale und dieses Muster hat auch Karin für das Design der Anlage übernommen. Seit dem Frühjahr 2014 arbeitet sie beinahe jeden Tag vor Ort und steckt ihre ganze Energie und auch ihr Herzblut in den Garten, diese gute Energie ist förmlich spürbar!


Karin Frank
skype: karin-fk
mobil: +49 176 914 907 52

Newsletter 0812

Liebe Permakultur-Freunde,

Ich möchte mich noch einmal kurz aus der Winterpause melden und euch ein paar Infos zukommen lassen. Da ich vom 18. Jänner bis 8. Februrar 09 die Gelegenheit habe, die Ideen der Permakultur im Projekt Miak Wadang (www.miakwadang.at) direkt vor Ort, im Süd-Sudan, einfließen lassen kann, wird es den nächsten Newsletter erst ende Februar geben. Unser nächstes Vereinstreffen wird im März sein. Bücher können von Vereinsmitgliedern aber durchgehend aus unserer Vereinsbibliothek kostenlos entlehnt werden. Weiters können bisherige Newsletter und auch andere interessante Berichte direkt auf unserer frisch aktualisierten Homepage http://www.perma-norikum.net nachgelesen werden.

Themen in diesem Rundschreiben:

1. Einführungs-Seminar in die Permakultur
2. Brot auf die Teller und nicht in die Tanks
3. Einführung eines Zivilen Friedensdienstes in Österreich
4. Geostrategische Bedeutung Afrikas für China
5. Buchtip: Kein Kernkraftwerk in Zwentendorf
6. Blauzungenkrankheit – Das Geschäft mit der Seuche
7. Solidarische Ökonomie Kongress
8. 72h Permakultur-Zertifikatskurs Sommer 09 in Wels
9. Permakultur-Zertifikatskurs-Absolventen-Treffen in Südtirol

Dieser Newsletter kann gerne an alle Interessierten weitergeleitet werden, wer unseren Perma-Norikum – Newsletter nicht mehr erhalten möchte, sendet bitte eine kurze Info zurück.

Permakulturelle Grüße und vielleicht auch Ruhe und mehr Zeit

Bernhard Gruber
Schriftführer Perma-Norikum
http://www.perma-norikum.net

1. Permakultur-Seminar am 10.01.09 in A-4600 Wels

Permakultur ist nicht nur ein Planungssystem das sich auf den Garten oder die Landwirtschaft beschränkt, dahinter steckt ein komplexes, lebendiges System, für viele auch ein Lebensstil. Ohne permanente Kultur kann keine Gesellschaft überleben. Ziel ist es ökologisch intakte und wirtschaftlich tragfähige Systeme zu schaffen die ihren eigenen Bedarf decken, weder ausbeuten noch verschmutzen und auf lange Sicht nachhaltig sind. Dieses System ist für die Versorgung von Stadt und Land gedacht. Dazu dient auch die kleinste praktisch nutzbare Fläche. Der Permakultur-Designer Bernhard Gruber gibt Ihnen einen Einblick in die Ethik und Geschichte der Permakultur. Anhand von einfachen Beispielen wird er erläutern, was jeder einzelne beitragen kann.

Veranstaltungsort ist das Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ der Familie Gruber in Wels, Stadlhof 25, 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr, Seminarbeitrag euro 45,- / Mittagessen euro 7,-
Anmeldung unter Tel. 0043 (0) 650 76 314 28 oder bernhard.gruber@co1.at

2. Brot auf die Teller und nicht in die Tanks

Sol fordert in der Petition an den Bundeskanzler und die Regierung:  Das Recht auf Nahrung soll auf allen Ebenen Vorrang haben. Die Energieproduktion darf nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen.  Für die Energiegewinnung aus Biomasse dürfen nur organische Abfallstoffe (z.B. Erntereste) sowie Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft eingesetzt werden.  Kein Beimischungszwang für Agrotreibstoffe („Biosprit“).  Erreichung der Klimaschutzziele z. B. durch verstärkte Förderung von Wärmedämmung, öffentlichem Verkehr, Sonnen- und Windenergie.
Jetzt die Petition Brot auf die Teller und nicht in die Tanks online unterzeichnen: http://www.nachhaltig.at/agrosprit/

Wer ist Sol?  SOL steht für Solidarität, Ökologie und Lebensstil. Das 21. Jahrhundert erfordert einen neuen Lebensstil – einen Lebensstil, der Solidarität und Ökologie ernst nimmt. Denn auch die Benachteiligten bei uns und in anderen Ländern und die Menschen künftiger Generationen haben ein Anrecht auf ein erfülltes Leben in einer intakten Umwelt. SOL hat ca. 1800 Mitglieder in ganz Österreich, von denen rund 100 in verschiedenem Ausmaß aktiv sind. (Quelle: http://www.nachhaltig.at)

3. Einführung eines Zivilen Friedensdienstes in Österreich

Konflikte innerhalb von Gesellschaften und zwischen gesellschaftlichen Gruppen und Staaten sind ein Faktum menschlichen Zusammenlebens. Es zeigt sich immer deutlicher, dass gewaltsame Formen der Austragung von Konflikten nicht zu mehr Frieden und Sicherheit führen, sondern dass nur gewaltfreie, zivile Mittel der Konfliktbearbeitung für nachhaltige Lösungen Erfolg versprechen. Zwar gibt es inzwischen viele Beispiele und erprobte und bewährte Methoden ziviler Konfliktbearbeitung, allerdings sind das Wissen darum und ihre Anwendung häufig zu wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert und erfahren keine ausreichende Unterstützung von politischer Seite.

Im Zivilen Friedensdienst steht die Entsendung von Friedensfachkräften, also von Frauen und Männern, die für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten ausgebildet und vorbereitet werden und diese Aufgabe auf Anfrage von und in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen im Konfliktgebiet für eine bestimmte Zeit (8 – 24 Monate) ausüben, im Mittelpunkt. Zivile Friedensdienste werden also von Zivilpersonen („Friedensfachkräften“) durchgeführt, von NGOs in breiter Trägerschaft organisiert und umgesetzt sowie staatlich gefördert.

Die Einführung und Verwirklichung eines Zivilen Friedensdienstes bedarf einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung auf allen Ebenen!  Wenn Sie diesen AUFRUF zur Einführung eines Zivilen Friedensdienstes in Österreich unterstützen wollen, geht es hier http://www.zfd.at/Unterschreiben zum Online-Formular.  (Quelle: http://www.zfd.at/)

4. Geostrategische Bedeutung Afrikas für China

Vor über 600 Jahren erreichte Admiral Zehng He die afrikanische Küste des heutigen Mosambik. Noch vor den Portugiesen sollen Chinesische Seeleute das Kap der Guten Hoffnung erreicht haben. Die Volksrepublik China hat demnach eine lange Tradition auf dem afrikanischen Kontinent. Die Beziehungen sind dabei weitreichend und vielschichtig. Waren die Motive einer Kooperation lange Zeit lediglich wirtschaftlicher Natur, so unterstützte man politisch seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts den Freiheitskampf gegen die Unterdrückung durch die übermächtigen Kolonialmächte. Der vergessene Kontinent rückt aus wirtschaftlichen Interessen seit dem Machtvakuum des Ende des Kalten Krieges in den Vordergrund der chinesischen Politik.

Um ein kontinuierliches Wachstum zu gewährleisten ist China seit 1993 auf Ölimporte angewiesen. Der Gesamtbedarf an Rohöl betrug in 2003 rund
252 Millionen Tonnen. Dies entsprach einem Wachstum von 10,5% gegenüber dem Vorjahr. Dagegen schafft die heimische Ölförderung nur eine Wachstumsrate von 1,5%. Knapp 40% des Verbrauchten Öls muss China importieren, wobei im Jahre 2004 knapp 25% der Erdölimporte aus Afrika stammten. Im Gegensatz zu den USA, welche sich vorrangig auf Westafrika konzentrieren, versucht China vom gesamten Kontinent Öl zu kaufen. Ob sich China und die USA in der Region Westafrikas in den künftigen Jahren in die Quere kommen, bleibt abzuwarten. Die wichtigsten afrikanischen Lieferstaaten sind der Sudan und Angola. China verdankt diesen Umstand, dass die Weltbank und der Internationaler Währungsfond Angola, nach dem Ende des Bürgerkrieges, einen Kredit zum Wiederaufbau des Landes auf Grund der gravierenden Korruption verweigerten. Peking nutzte diese Chance und sprang kurzerhand ein. Als dieser nahezu ungebundene Kredit gewährt wurde, erhielt es den Zuschlag für ein Offshore – Ölfeld im Atlantik. Im Sudan konnten das chinesische Erdölunternehmen CNPC relativ ungehindert eine Vormachtstellung auf dem dortigen Erdölmarkt aufbauen, nachdem die Sanktionen westlicher Staaten den eigenen Unternehmen den Ausbau der eigenen Position verhinderten.

China hat sich seine Zusammenarbeit erarbeitet, da der Wirtschaftsaspekt für China im Vordergrund steht. Das dabei nichtdemokratische Regime unterstützt werden, man durch die nichtkonditionierte Hilfe westliche Vorhaben indirekt sabotiert oder ähnliches ist ein ganz anderer Punkt. China könnte sein Potential nutzen um die Entwicklung Afrikas voranzutreiben, dabei müsste es jedoch auf die Belange Afrikas mehr eingehen und seine eigenen, vor allem wirtschaftlichen Ambitionen in den Hintergrund stellen. Ob dies jedoch der Fall sein wird bleibt abzuwarten.

(Quelle: Martin Hohnhold / http://www.neia-ev.de)

5. Buchtip: Kein Kernkraftwerk in Zwentendorf  -30 Jahre danach
von Heimo Halbrainer , ISBN 978-3-85252-930-1

Eine Generation „atomfreies Österreich“!Mit Aufnahmen der heutigen Kunstfotografin Sigrid Schönfelder einerseits, und andrerseits die Erinnerungen, Erzählungen einer Reihe an Zeitzeugen, die damals mit Haut und Haar, mit Leib und Seele dabei waren, von Prominenten und weniger Bekannten, lassen die Stimmung, das politische Beben, die demokratische Erhebung der Zeit um die erste Atom-Volksabstimmung weltweit wiedererstehen.

Späte Einsicht:“Die Erkenntnis meines Lebens ist die, dass man gegen die Atomenergie sein muss.“

Bundeskanzler Bruno Kreisky änderte im Alter seine Haltung zur Atomenergie. In einer circa 1988 gehaltenen Rede sagte er: „Mit jedem Tag, der vergeht, werden die Kraftwerke älter, gebrauchsunfähiger und gefährlicher. Und wir wissen heute, wie lebensgefährlich die Kernenergie ist. Nach Tschernobyl, nach dem, was wir sonst erleben in der Welt. Ich glaube also, dass es gar nichts anderes gibt, als dass wir die Menschen vor dieser zusätzlichen Sorge im Leben bewahren müssen. Warum haben wir ein ganzes Leben lang gekämpft auf dem Gebiet der Sozialpolitik, um weniger Angst vor der Krankheit, um weniger Angst vor der Armut, wenn wir am Schluss machtlos sind, wenn’s um die neue Angst geht. Und ich bin deshalb der Meinung, wir brauchen diese neue Angst nicht haben, man muss nur den Mut haben, gegen die Atomenergie mit ihren ungeheuren, gefährlichen Konsequenzen zu warnen, und es gibt nichts anderes als einfach darauf zu verzichten.
(Quelle: http://www.bibliothekderprovinz.at)

6. Blauzungenkrankheit

Aus aktuellem Grund betreffend der „Blauzungen-Pandemie“ möchte ich noch diese Info anbringen, mein Bruder hat zwei derzeit trächtige Mutterschafe und einen Bock dazu. Gerade vergangene Woche war der Amtstierarzt bei meinen Eltern, bei der Androhung einer Strafe von euro 7.000 wollte er sie zwingen die Schafe impfen zu lassen. Er wollte aber auch keine Garantie über auftretende Folgeschäden abgeben. Meine Eltern konnten sich soweit dann doch noch vor einer Impfung drücken, da der eigentliche Besitzer mein Bruder ist, der aber beim überfallsmäßigen Besuch des Amtstierarztes nicht angetroffen werden konnte! Jetzt wartet mein Bruder auf den Anruf des Amtstierarztes.

Blauzungenkrankheit: Das Geschäft mit der Seuche

Die Blauzungenkrankheit wurde in aller Stille über nacht zur Seuche
erkoren, obwohl diese (auch nach offiziellen Erkenntnissen) nicht von
Tier zu Tier übertragbar ist, sondern angeblich nur durch eine Mücke.
Auch ist diese Krankheit nicht auf den Menschen übertragbar.

Die enormen Schäden bei den Tieren nach der Impfung sind allerdings
sofort (auch ohne Studien) klar erkennbar. Todgeburten, Durchfall,
Milchrückgang, generell schlechter Gesundheitszustand, und vieles mehr
sind unmittelbare Folgen auf die Impfungen. Bei Ziegen in Deutschland
verendeten die Jungen nachdem sie die Milch der frisch geimpften
Muttertiere getrunken hatten. Weitere Infos unter: http://www.initiative.cc/Artikel/2008_11_23_blauzungenkrankheit.htm

7. Einladung zum Solidarische Ökonomie Kongress

20. bis 22. Februar 09, Institut für Bodenkultur / Wien
Vor dem Hintergrund einer lebendigen globalisierungskritischen Bewegung gewinnen vielfältige Projekte solidarischer Ökonomie an Kraft. Unsere Hoffnung gilt der Stärkung und Vernetzung aller Initiativen, die kritische Theorien und praktische Projekte verbinden. Sie alle suchen gemeinsame Wege in Richtung gesellschaftspolitischer, ökologischer und kultureller Veränderungen.

Ausgehend von diesem Kongress formulieren wir unsere Ziele:
– Aufzeigen von Projekten auf lokaler, regionaler und globaler Ebene
– Den Begriff „Solidarische Ökonomie“ bekannt machen.
– Austausch, Auseinandersetzung und Vernetzung in Theorie und Praxis
– Motivieren in diesem Sinne aktiv zu werden.

Das Verständnis von Solidarökonomie soll dabei breit angelegt werden – also bezogen auf Solidarität als gegenseitige Unterstützung und eine Ökonomie, die sich an den menschlichen Bedürfnissen orientiert und nicht umgekehrt. (Quelle: http://www.solidarische-oekonomie.at/)

8. 72h Permakultur-Zertifikatskurs Sommer 2009 in Wels

Für den Sommer 09 plant der Verein Perma-Norikum den zweiten 72h Permakultur-Zertifikatskurs nach dem Curriculum von Bill Mollison. Neben umfangreicher Theorie wird es auch wieder Praxis und Exkursionen geben. Neu im Kurs wird sein, dass jeder an seinem geplantem Projekt vom ersten Tag an arbeiten wird. Teilnehmen kann am Kurs jeder, der an einem ökologischen Lebensstil interessiert ist.
Geplanter Termin: 11. bis 25. Juli 2009
Nähere Infos zum geplanten Kurs unter http://www.perma-norikum.net

9. Permakultur-Zertifikatskurs-Absolventen-Treffen in Südtirol

– am 18.04.2009 findet im Ökozentrum von Kloster Neustift bei Brixen, ein Treffen für
Permakultur-Kurs-Absolventen statt. Die Veranstaltung sollte um 17.00 Uhr beginnen. Im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens in Kloster Neustift und evt. einem Impulsreferat
können die Teilnehmer die Möglichkeit nutzen, sich zu informieren, auszutauschen und evt. neu zu orientieren, sich Anregungen holen. Auch eine gemeinsame Perspektive für die Zukunft der Permakultur-Gruppe in Südtirol könnte bei dieser Veranstaltung zur Sprache gebracht werden.

Impressum/Offenlegung gem. §§ 24f Mediengesetz (BGBl. Nr. 49/2005):
Medieninhaber und Herausgeber ist der Verein Perma-Norikum (www.perma-norikum.net) mit Sitz in A-4600 Wels, Stadlhof 25
Redaktion: Schriftführer Perma-Norikum Bernhard Gruber
Dieses Medium dient zur Information und gegenseitigen Unterstützung im Sinne der Permakultur

Einführung in die Perma-Kultur, 06. Juni 2009 Wels / Oö

Einführungsseminar mit Bernhard Gruber am Permakultur-Projekt Weberhäusl.
Geschichte, Ethik, einfache Beispiele, Grundsätzliches zur Permakultur, Führung durch das Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ der Fam. Gruber, Planungsbeispiele.

Zielgruppe: alle Interessierten, mögliche Teilnehmer am Permakultur-Zertifikatskurs im Sommer 09
Zeit: 9 bis 17.30 Uhr

Veranstaltungsort: Fam. Gruber, Stadlhof 25, A-4600 Wels
Teilnahmebeitrag: € 45,- excl. Unterkunft und Verpflegung
Info / Anmeldung: Tel. 0043 (0) 650 76 314 28, bernhard.gruber@sonnenkinder.org

Joe Polaischer ist von uns gegangen, doch er wird in unseren Herzen bleiben!

Permakultur Zertifikatskurs 2007Am 14. Februar 2008 ist Joe Polaischer in den Armen seiner Frau Trish gestorben. Noch im Sommer 2007 durften wir mit ihm, bei unserem 72h Permakultur-Zertifikatskus am Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ in Wels, eine wunderbare Zeit verbringen. Jetzt schied er völlig unerwartet auf Grund eines Gehirntumor von uns.

Joe Polaischer wurde ende der 40er Jahre geboren und wuchs auf einem Bauernhof in der West-Steiermark auf. Seinen Zugang zur Permakultur fand er in Entwicklungsländern rund um die Welt, wo er mit den Menschen lebte und viel Zeit verbrachte. Im Jahr 1984 besuchte er seinen ersten Permkultur-Designkurs und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Vertreter dieser Lebens- und Arbeitsweise, die weltweit immer mehr Aufmerksamkeit findet. Von Anfang an ein Rebell, kämpfte er unaufhaltsam für die Umwelt, betrieb eine biodynamische Landwirtschaft, schrieb Artikel und unterrichtet in Neuseeland, Japan und Europa.

kraeuterspiraleDie ersten Schritte zu Joes Landwirtschaft, der Rainbow Valley Farm Matakana / Neuseeland erfolgten im Jahr 1988, als er mit seiner Frau Trish Allen so genanntes Rubishland, durch intensive Landwirtschaft ausgelaugter, erodierter Boden, erwarb. Zunächst lebten sie ohne Strom und Telefon in einem Wohnwagen. Aus einem Meer von Stechginster entstanden schließlich wieder fruchtbare Gärten, Teichsysteme, Gebäude, ein ganz neues Ökosystem!

Seit Gründung der Farm, wurden über 13.000 Bäume, davon 800 Obst- und Nussbäume, gepflanzt. In dieser essbaren Landschaft gibt es zahlreiche Tiere, die zu diesem Zusammenspiel beitragen: Kühe zur Milch-, Joghurt- und Käseproduktion, Schafe für Wolle …lebende Rasenmäher… und Kunekune-Schweine, die helfen, den Boden umzugraben, um neue Pflanzengemeinschaften aufbauen zu können. Buntgemischtes Federvieh, hilft Nährstoffe zu erzeugen und zu verwerten, legt Eier und reguliert die Insekten-Population (Gänse, Enten, Hühner, Perlhühner, Tauben und Pfaue). Das Fleisch der Tiere wird natürlich auch gegessen.
holzDas Wasser für die Farm kommt aus einer eigenen Quelle, wird bergab über das Grundstück geleitet und in zahlreichen Teichen zwischengespeichert, bis es die Farm wieder sauber verlässt. Schwarzwasser gibt es nicht, da die wertvollen Nährstoffe in Kompostklos aufgefangen werden. Mikroorganismen und nicht zuletzt Regenwürmer helfen, den Nährstoffkreislauf wieder zu schließen. Das selbst gebaute Haus ist ein Passivsolarhaus mit Grasdach, Lehmziegelwänden und liebevoll gestalteten Details aus Holz, Glas und bunten Fliesenmosaiken.

Joes Ziel war es, die Einheit des ganzheitlichen Systems und des ganzheitlichen Lebens auf der Rainbow Valley Farm als sein Lebensprinzip weiter zu geben. Die Rainbow Valley Farm bietet Permakultur zum Ansehen und Anfassen. Im Laufe der letzten Jahre nahmen Gruppen aus Japan, China, Thailand, Indonesien, Südafrika und Europa sowie Neuseeland daran teil. Aus Neuseeland selber besuchten Joe zusätzlich auch Kinder und Pädagog/Innen aus Kindergärten und Schulen bis hin zu Student/Innen und Professor/Innen der Universitäten.

haselnussIm Sommer 2007 wurde Joe am Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ von Margit Wolfsberger, WUK-Radio, über sein Leben als Permakultur-Pionier interviewt.…anhören

Tagebuch 72h Permakultur-Zertifikatskurs Sommer 07

72 Stunden Permakultur-Zertifikatskurs72 Stunden Permakultur-Zertifikatskurs nach dem Curriculum von Bill Mollison mit Joe Polaischer am Permakultur-Projekt „Weberhäusl“ in Wels, vom 23. Juli bis 4. August 2007

Sonntag, 22. Juli 2007 Anreise
Schon mittags traf Bernhard, der erste Kursteilnehmer ein. Aus dem Rheinland kommend war er einer derer mit der weitesten Anreise. Bei Mama Gruber gab’s natürlich gleich ein reichhaltiges Mittagessen, bevor er sich als erster seinen Zeltplatz aussuchen konnte. Am frühen Nachmittag trafen Joe, Christoff und Shiho ein. Christoff brachte dann später Shiho nach Wien, von wo sie dann zurück nach Japan flog.  Nach und nach trafen dann Jana, Peter, die Hummers und bis auf Albrecht und Michael die restlichen Camper ein. Bis zum Abend war im Garten zusammen mit dem großen Partyzelt in dem der Kurs stattfinden soll eine kleine Zeltstadt entstanden. Das Partyzelt war schön, schön weiß, so versuchten wir es abzudunkeln. Wir verhängten die Fenster und auch den gesamten vorderen Bereich, doch wie sich noch herausstellen sollte war das auch noch zu wenig. Beim gemeinsamen Abendessen war dann gleich noch Gelegenheit sich gegenseitig kennen zu lernen. Da dem Kursgelände eine lange Trockenheit voraus ging, trommelte Peter auf seiner tibetanischen Trommel um Regen. Auch wenn man´s nicht glauben mag, ein leichtes Nieseln hat wirklich eingesetzt.
Montag, 23. Juli 2007, erster Kurstag – Einstieg in die Permakultur
Um den ersten Tag ein wenig ruhiger zu beginnen, wurde der Start für den Kurs auf 8 Uhr angesetzt. Frühstück gab es ab 6.30 Uhr, so begann der Tagesablauf für meine Mutter und mich wie in den folgenden Tagen um 5 Uhr, Rainer weckte ich um 6 Uhr, er hatte seine Hängematte zwischen zwei Bäumen im Garten aufgehängt. Bis zum Kursbeginn war die Truppe dann beinahe vollzählig, nur Albrecht, der kurzfristig für einen Ausfall eingesprungen war und eine der weiteren Anreisen hatte, sollte dann erst kurz vor Mittag dazu stoßen.
Erster Programmpunkt war natürlich dass sich die Kursteilnehmer vorstellen, es sind zu den Teilnehmern welche am Gelände übernachten noch die regionalen Teilnehmer dazu gekommen. Nach dem sich jeder Kursteilnehmer vorgestellt und seine Beweggründe am Kurs teilzunehmen dargebracht hatte,  führte Hermann die Teilnehmer über das Gelände seines Waldgartenprojekts. Wahrscheinlich hatten sich viele eine blühende und fruchtbare Oase in mitten der Monokulturwüste erwartet, doch da es beinahe den ganzen Winter über keinen Niederschlag und für die Jahreszeit viel zu hohe Temperaturen gab, fehlte es trotz Mulch  an Feuchtigkeit. Was oben Schnecken übrig ließen, holten sich von unten die Wühlmäuse. Während der Führung halfen Rainer und ich in der Küche, denn es sollte ja um 12 Uhr das Essen fertig sein. In der Gartenlaube hatte Tante Mizi platz genommen und schälte Äpfel für einen Apfelstrudel. Sie und mein Bruder Martin zählten in der Küche auch immer zu den fleißigen Helfern, damit alles rund lief. Kurz vor Mittag erreichte mich dann noch ein Anruf von Albrecht, der am Bahnhof abzuholen war.
Nach dem Mittagessen stieg Joe in die Geschichte, die Ethik und die Gestaltungsprinzipien der Permakultur ein.  Es war ein sonniger, warmer Tag, so war es dann im Zelt nicht nur zu hell für den Overheadprojektor, es wurde auch noch zu schwül und die Kursteilnehmer begaben sich zur weiteren Theorie in den Schatten der Obstbäume. Durchziehender Wind verschaffte eine Linderung. Bis 17.30 Uhr und einer Kaffeepause am Nachmittag war dann auch das Abendessen, ein kaltes Buffet fertig. Am Abend stand dann noch Joe´s einzigartiges Projekt die Rainbow Valley Farm auf dem Programm. Dieser Vortrag war öffentlich zugänglich, wir luden zusätzlich auch noch Leute aus der Nachbarschaft und Freunde ein. Für viele der Gäste war die Idee der Permakultur neu, für manche auch zu fantastisch, so ergaben sich noch interessante Diskussionen im Anschluss.
Dienstag, 24. Juli 2007, zweiter Kurstag
Zeitig begannen wir wieder das Frühstück vorzubereiten, Bernhard, Peter und Hans freuten sich auch dann schon um 6.30 Uhr, als es Kaffee gab. Manch anderer musste geweckt werden.  Das Wetter hatte ein wenig umgeschlagen, es war ein frischer Morgen und sollte ein kühler Tag werden. Bei der Morgenrunde kamen natürlich gleich der Vortrag und die Diskussion zum Gespräch. Alle Kursteilnehmer waren nach dem ersten Tag voll motiviert und brannten darauf mehr aus der Welt der Permakultur zu erfahren, so stieg die Truppe in die Zonierung  in der Permakultur ein.  Nach der Pause ging es dann weiter mit dem Vorteil von Mikroklima und wie wir es für uns nützen können. Spontan mussten wir mit dem Mittagessen ins Weberhäusl übersiedeln, lang erhoffter Regen setzte jetzt doch etwas unverhofft ein.  In der Stube wurde es ein wenig eng, doch bei diesen Temperaturen war das nur von Vorteil.
Nach dem Mittagessen ging es dann mit dem Klima, Landschaftsformen, Schematik und Naturgesetzen weiter, dazu begab sich die Gemeinschaft auf eine kurze Wanderung in die Umgebung, um einen Eindruck der Landschaft vor Ort und die Einflüsse darauf zu bekommen. Während dessen bereiteten Rainer und ich den Stadel für den weiteren Vortrag vor. Wir schlichteten die für das geplante Strohballenhaus gestapelten Strohballen in Sitzreihen, einem Unterricht mit guten Lichtverhältnissen konnte nichts mehr im Weg stehen. Der geplante Besuch beim nahe liegenden Bienenlehrpfad wurde auf Grund des Wetters und mangelnder Zeit abgesagt. Zeitgerecht für unsere hungrigen Mäuler, war um 17.30 Uhr die Jause fertig.
Diesen Abend sollte ich mit dem Thema alternative Währungen durch das Programm führen. Als Einstieg wählte ich den Film „Der 10 Punkteplan“, welcher unser jetziges Finanzsystem sehr gut veranschaulicht. Mit der Entstehung des Geldes und ersten Umlaufgesicherten Währungen, ging ich dann über zum Versuch mit Schwundgeld in Wörgl und beendete mit einem Bericht aus meiner Praxis, mit dem Talente-Tauschkreis „Der Krems-Taler“. Im Anschluss ergab sich noch eine sehr spannende und heiße Diskussion.
Auch wenn wir erst Ende August hatten, war es dann am Abend und auch auf Grund der Witterung doch eher nasskalt, so waren dann noch einige froh um das wärmende Lagerfeuer, bevor es in den klammen Schlafsack ging. Für einen stimmungsvollen Ausklang sorgten Peter mit seiner Tibetanischen Trommel und Richard mit seinem Didgeridoo.
Mittwoch, 25. Juli 2007, dritter Kurstag
Für diesen Tag war ein wenig praxisnahe Arbeit auf dem Plan, doch nichts desto trotz musste auch wieder zeitig mit dem Vorbereiten des Frühstücks begonnen werden. Jedoch ging uns am dritten Morgen schon alles sehr glatt von der Hand. Wir waren schon ein eingespieltes Team in der Küche. Kaffee aufsetzen, Platten mit Käse und Wurst belegen, Schalen mit Marmelade, Honig, Joghurt und Müsli auffüllen und dann noch vor dem Anrichten des Buffets, die Spuren des Vorabends beseitigen.  Als die Tische gedeckt waren, warteten auch schon die ersten Kursteilnehmer auf frischen, munter machenden Kaffee. Um 6.30 Uhr startete ich meine Runde durch unser kleines Zelt-Dorf und weckte alle jene auf, die es doch noch nicht geschafft hatten.
Pünktlich um halb acht Uhr morgens starteten wir mit unserer Morgenrunde in den neuen Tag, es wurden dann auch gleich noch Gruppen eingeteilt, eine Gruppe sollte beginnen ein Hügelbeet zu bauen, die andere einen einfachen Backofen aus Lehm, eine weitere eine kleine Weidenkuppel und die letzte eine Kräuterspirale. Reihum sollten die Gruppen wechseln, so dass man von jeder Station etwas lernen kann. An diesem Tag hatten wir leider unseren ersten Ausfall, Martin hatte sich in den letzten Tagen eine Verkühlung zugezogen und drohte jetzt auf unbestimmte Zeit auszufallen. Er nahm schon den Tag zuvor in Decken gewickelt und mit frischem Tee aus dem Garten gestärkt am Unterricht teil.
Für das Hügelbeet hatten wir einem Anhänger voll Wurzelstöcke und anderes grobes Material bekommen, das hier zu verwenden war. Für den Lehmofen verwendeten wir das vorhandene Gestell unseres alten Lehmofens, den wir kurzer Hand im Hügelbeet zur Renaturierung entsorgten. Der Lehm wurde am Ufer unseres ausgetrockneten Baches abgebaut und herangekarrt. Die Weidenruten hatte ich in der Woche zuvor an der Krems geschnitten, mit meinem Auto, durchs Schiebedach transportiert  und in zwei Regentonnen zwischengelagert. Weidenbau sollte man eigentlich nur im Frühjahr machen, wir haben die fertige Kuppel gut eingewässert und noch gut gemulcht, so trieben die Ruten dann auch noch im Hochsommer aus. Die Kräuterspirale wurde auf einen Kegel aus Schutt aufgebaut. Als Baumaterial hatten wir beim Nachbarn entsorgte Porphyr-Pflastersteine. Klemens, Kursteilnehmer und Mitglied bei Perma-Norikum, der im Berufsleben Landschaftsgärtner ist und schon so manche Trockensteinmauer gebaut hat, übernahm hier die Anleitung. Bis zum Mittagessen konnten das Hügelbeet und unsere Weidenkuppel fertig gestellt werden.
Nach der Mittagspause waren bei Joe Polaischer die Themen Ressourcen, Recycling und Kreisläufe an der Reihe. Speziell Kreisläufe sind in der Permakultur ein wichtiges Thema, unsere Abfallgesellschaft ist eine kurzfristige und keine dauerhafte Gesellschaft, alles Tun beruht auf unserem endlichen Rohstoff dem Erdöl. Nahrungsmittel werden mit Dünger und hohem Energieaufwand hergestellt, bis zum Verbraucher werden Unmengen an Ressourcen verschwendet, wobei dann noch bis zu 70% aller Nahrungsmittel vor dem Verzehr weggeschmissen werden. Unsere Ausscheidungen, mit einem hohen Nährstoffanteil behaftet, werden mit unserem kostbarsten Gut, dem Wasser ins Schwarze Meer gespült.
Um 15.30 Uhr gab es Kaffee und Kuchen, bevor es dann um 16.00 Uhr mit Barbara Bammer´s Vortrag Wildkräuter und alte Gemüsesorten weiterging. Dieser Vortrag war wieder öffentlich zugänglich, so kamen noch einige Interessierte dazu. In einer großen Runde führte uns Barbara durch den Garten und öffnete uns die Augen für Wildkräuter und deren Verwendung in Küche und Gesundheit. Im Stadel präsentierte uns die Permakulturistin an Hand von Bildern auf der Leinwand alte Gemüsesorten.
Als Abendveranstaltung präsentierte uns Rainer, unser fleißiger Küchengehilfe, Kellner, Vereinsmitglied und Permakulturist das Permakultur-Projekt seiner Schwester Roswitha Heger und ihrem Partner Martin Gutenbrunner, beide selbst auch Gründungsmitglieder bei Perma-Norikum. Auf dem Gelände vom Permakultur-Projekt Kalmberg7 findet man Pferdehaltung, Schafe, Streuobstwiese, Bienen, Flechtzäune, Biotope, Trockensteinmauern aus Abbruchmaterial und verschiedene Beete. Nach diesem ausführlichen Abendprogramm ließen die Teilnehmer den Abend gemütlich in der alten Stube ausklingen.
Donnerstag, 26. Juli 2007, vierter Kurstag
Dieser Vormittag war als ein weiterer aktiver Kurstag angesetzt, so hatten die Kursteilnehmer noch Zeit den Backofen aus Lehm und die Kräuterspirale fertig zu stellen.  Alle ohne Arbeit konnten eine Baumscheibe bepflanzen. Nicht ausgestochen, wie man es immer wieder in Hausgärten sieht, bepflanzt zum Schutz des Baumes und zum Nutzen der Fläche soll sie werden. Joe gab während dessen ein Interview an eine Reporterin vom WUK-Radio aus Wien. Bis zum Mittagessen konnten so alle Projekte fertig gestellt werden, nur der Lehmofen braucht länger Aufmerksamkeit, seine Oberfläche muss immer und immer wieder verschmiert werden. Joe ging vor Ort auch noch näher auf die Baumscheibenbepflanzung ein.
Zum Mittagessen gab es an diesem Tag deftige österreichische Hausmannskost, Bratl in der Rein mit Semmelknödel, natürlich wurde auch für die vegetarischen Kursteilnehmer bestens gesorgt. Nachmittagsprogramm waren die theoretischen Themen Ökonomie, Energie und menschenfreundliche Technologien.
Mittlerweile hatten sich schon zu den Kursteilnehmern beim Abendprogramm Dauerkursbesucher gebildet, welche angeregt das Abendprogramm begleiteten. Gerade der Vortrag von Robert Hanke, Obmann des Vereins Biotrieb zog wieder weitere Interessierte an. Wir bekamen einen Einblick in das Umrüsten von Dieselbetriebenen Fahrzeugen mit Alt-Pflanzenöl und auch dem so genannten Bio-Sprit. Treibstoff- bzw. Treibstoffanteile aus Rapsöl sind deswegen Umstritten, da der Energieaufwand zur Herstellung teilweise noch immer Höher ist, als der eigentliche Energie-Ertrag. Ganz zu schweigen von Bio-Sprit aus Maisöl, wie in den Energie hungrigen Vereinigten Staaten, welcher die Grundnahrungsmittel im angrenzenden Mexiko drastisch erhöhte und so wieder auf kosten der Armen geht. Um auf Biotrieb zurück zu kommen, für unsere Breiten  hat sich ein Zweikammersystem bewährt, ich fahre mit Diesel los, schalte auf das aufbereitete Altspeiseöl während der Fahrt um und kurz vor dem Ziel wieder zurück auf Dieselbetrieb. Das im Winter gestockte bis zähflüssige Altspeiseöl wird während des Dieselbetriebes in der Kammer vorgewärmt bis es zum Einsatz kommt. Vor Betriebs-Ende werden die Leitungen noch mit Diesel gespült, damit es dann bei Stillstand zu keinen Verstopfungen kommt. Bei der Beschau des umgebauten Autos ist uns Leihen eigentlich gar nichts aufgefallen, der Vortragende bestätigte uns, dass oft in Kfz-Werkstätten bei den alljährlichen Inspektionen den Profis nichts auffällt. Im Cockpit des Wagens ist es eigentlich nur ein zusätzlicher Knopf, ansonsten gar nichts!  Das Interesse der Zuhörer war so groß, dass der Rahmen des Vortrags weit gesprengt wurde und ich mich schlussendlich im Namen des Vereins und der Teilnehmer bedankte und alle zum gemütlichen Teil des Abends, einen Ausklang am Lagerfeuer einlud.
Freitag, 27. Juli 2007, fünfter Kurstag
Erste Ermüdungserscheinungen traten auf, oder es hatten sich so manche an das andauernde Dröhnen der Motoren von der nahe gelegenen Autobahn gewöhnt. Ja der eine oder andere, welcher sonst bei den ersten am Frühstückstisch war, musste jetzt extra geweckt werden. Auch mit der Morgenrunde konnte erst verzögert begonnen werden.  Dieser Mangel an Disziplin wurde auch gleich zur Sprache gebracht. Die Unpünktlichkeit einzelner konnte nicht zu Lasten der Gemeinschaft gehen. Sepp Hundsberger versorgte uns mit Neuigkeiten von der Außenwelt, die für uns alle ganz weit in die Ferne gerückt war. Viel interessanter erschien uns die Wettervorhersage für die nächsten Tage.
Für diesen Tagen waren zwei große, theoretische Blöcke an der Reihe, am Vormittag Mulch, Kompost und Komposttoiletten, Pflanzenkläranlagen und Nutzung von Tieren in der Permakultur, nach dem Essen waren Solares Design, Arbeiten mit Sonnenenergie und Low Tech am Lehrplan. Mit diesen interessanten Themen sollte der theoretische Teil der ersten Woche abgeschlossen sein und jeder freute sich bereits jetzt auf den nächsten Tag mit einer Exkursion ins Eferdinger Becken. So ging uns auch die Arbeit in der Küche noch leichter von der Hand, wir hatten die erste Woche sehr gut in einem entspannten Team hinter uns gebracht. Rainer, welcher uns die letzten Tage hilfreich zur Seite gestanden war, wollte uns diesen Abend für das Wochenende verlassen. Da er mit dem Zug angereist war und zu Hause, bei Bekannten einen Hydraulischen Widder zur Ansicht abholen wollte, lieh ich ihm kurzer Hand mein Auto, welches ich die nächsten Tage sowieso nicht brauchen sollte. Der nächste Helfer, Daniel aus Vorarlberg hatte sich am Donnerstag angemeldet und wollte uns die nächsten Tage unterstützen. Daniel hatte ursprünglich um einen Platz in unserem Kurs angefragt, zu diesem Zeitpunkt wäre er aber auf die Warteliste gekommen, so besuchte er den Kurs im Ökozentrum Neustift, wo ich auch die Gelegenheit hatte ihn zu treffen. Schon dort war ich von der Virtuosität seines Gitarrenspiels begeistert. Am späten Nachmittag traf Petra aus Deutschland mit dem Zug angereist mit einem Taxi ein. Petra fand bei uns im Kurs keinen Platz mehr, war aber Kursgast bei den Exkursionen der nächsten Tage. Die Exkursionen boten sich als ideale Ergänzung zu ihrem Kurs, den sie ein paar Wochen später in der Steiermark bei Keimblatt Ökodorf besuchen wollte an. Aus Ungarn erreichte uns ein Email, Emi wollte mit Miki beim Strohballenbau und den folgenden Exkursionen mitmachen. Bevor wir noch Gelegenheit fanden ihr erstes Email zu lesen, hatte sie schon ein zweites an uns verfasst und drängte auf eine Entscheidung ob sie teilnehmen könnten. Vater und ich entschlossen uns kurzer Hand, die beiden Ungarn teilnehmen zu lassen und sagten ihnen zu.
Da für diesen Abend kein Vortrag geplant war und es für Bernhard einem Kursteilnehmer aus dem Rheinland ein großes Anliegen war, uns über seine Art der extensiven Bienenhaltung zu informieren, schob ich ihn kurzer Hand ins Programm. So manch ein Zuhörer konnte sich dann schon eher mit der Idee anfreunden Bienen zu halten. Die Wichtigkeit der Bienenhaltung war jedem klar.
Samstag, 28. Juli 2007, Exkursion Biohof Achleitner in Eferding und Langerhorst in Waizenkirchen
Wie die vergangene Woche bereiteten wir auch an diesem Tag das Frühstück, Mittag und Abendessen sollten wir an unseren Exkursionszielen einnehmen.  Für unsere Superköchin Erika, war dieser Tag zum Einkaufen gedacht. In den letzten Tagen wurden große Mengen verzehrt und der große Garten hatte auch mit seinen Erträgen durch die große Trockenheit zuvor ausgelassen, so war Nachschub aller Art dringend notwendig. Mit frischem Bio-Gemüse für beide Wochen versorgte uns Matthias, Mitglied bei Perma-Norikum und Kursteilnehmer. Kurz nach dem Frühstück, gerade recht zur Morgenrunde erschien Daniel, den sein Freund Richard vom Welser Bahnhof abgeholt hatte. Da ich für die Exkursion bei mehreren regionalen Busunternehmen einen Bus angefragt hatte und der günstigste Anbieter einen Bus mit 50 Sitzen bereitstellte, schrieb ich auch alle unsere Exkursionen öffentlich aus. Als der Bus kurz vor 8.00 Uhr eintraf, waren auch schon alle unsere Tagesgäste aus Ober-  und Niederösterreich eingetroffen. Zeitgerecht erreichten wir den Biohof der Familie Achleitner in Unterschaden bei Eferding, wo wir bereits vom Betriebsführer empfangen wurden. Uns wurde ein Biobetrieb mit Schwerpunkt Biologische Gemüseproduktion, Kompostierung (CMC-Verfahren), Jungpflanzenerzeugung, Gemüselagerung und -aufbereitung gezeigt. Der Biohof Achleitner ist ein gutes Beispiel, wie die Produktion von Biogemüse auch im großen Rahmen geschehen kann. Im Anschluss fuhren wir mit unserem Bus zur 5 Kilometer entfernten Biovermarktung, wo wir durch ein baubiologisch, interessantes Gebäude mit Strohdämmung und Raumklimatisierung mit Pflanzen vom Marketingleiter geführt wurden und uns die Vermarktungsstrategien mit der Öko-Kiste, dem Biofrischmarkt und dem Biokulinarium vorgestellt wurden. Anschließend gab es die Möglichkeit im Biokulinarium Mittag zu essen.
Nach der Stärkung machten wir uns auf den Weg zur Familie Langerhorst in Waizenkirchen. Margarete und Jakobus Langerhorst bewirtschaften seit 1973 ihre Landwirtschaft erwerbsmäßig im Anbau von Obst und Gemüse in Mischkultur. Durch Einbringung von Gründüngungspflanzen und Flächenkompostierung verzichten sie auf ihrem Mischkulturgut bewusst auf schwere Maschinen. Der durch diese Gartenbaumethode entstandene feine Oberflächenhumus ist nicht nur ein Nährboden bei dem laut ihrer Aussage auf tierische Düngung verzichtet werden kann, er hält auch Schädlinge wie Schnecken ab. Vor dem großen Gartentor erwarteten uns weitere Besucher und unsere Gruppe wuchs auf über 40 Personen an. Wir marschierten durch den Nussbaumhain hinunter zum Haus, wo uns bereits Margarete freudig erwartete. Nach der Begrüßung begann sie sogleich mit ihrer Lebensgeschichte auf diesem Bauernhof und wie sie beide zu dieser Wirtschaftsweise gekommen waren. Neben beinahe überquellenden Gemüsebeeten, sahen wir noch ihr Anzuchthaus, ein Glashaus, Frühbeete, von Kiwi überwucherte Erlenhecken als Windbrecher für ein optimales Kleinklima, Beerensträucher und verschiedene Obstbäume. Den zweiten Teil der Führung übernahm Jakobus, Margarete musste in die Küche, gemeinsam mit fleißigen Helfern das Abendessen zubereiten. Zum Abschluss der Führung zeigte Jakobus uns seine Arbeitsweise beim Anlegen neuer Gemüseflächen und seine Kompostwirtschaft. Derweilen war auch das vegane Abendessen aufgetischt. Das Essen war nicht nur gesund, sondern auch für die Augen eine Pracht, alles mit Blüten und Blättern reich verziert. Um 19.00 Uhr waren wir dann wieder zurück in Wels, wo sich noch ein paar Tagesgäste das Gelände von Hermanns Permakultur-Projekt und Kursgelände zeigen ließen.
Obwohl eigentlich für diesen Abend keine öffentlichen Vorträge geplant waren, stellten sich wieder Gäste ein. Am Programm stand ein Film zu Globalisierung und Ausbeutung der 3. Welt, Darwins Nightmare.
Sonntag, 29. Juli 2007, Bau eines einfachen, kleinen Strohballenhauses
Dieser Tag war als Wahltag im Kurs angesetzt, die Teilnehmer konnten sich entscheiden, ob sie einen freien Tag haben wollten oder sich am Bau eines kleinen Strohballenhauses beteiligen wollen. Das Frühstück war für 7.00 Uhr angesetzt, jeder sollte an diesem Tag die Gelegenheit haben etwas länger zu schlafen. Nach der Morgenrunde wurde dann das geplante Tagesprojekt erläutert. Wir sahen uns auch noch einen Film zum Strohballenhausbau an bevor wir zu Tat schritten.
Gemeinsam mit weiteren Helfern als Tagesgäste wurden die Strohballen aus dem Stadel an die Baustelle gekarrt. Ein Plateau auf in die Erde versenkten Telefonmasten wurde errichtet. Latten aus Palettenholz wurden zu Holznägeln mit Äxten gespalten und auf der Hoanzlbank zugespitzt. Ein altes, großes Kunststoffschwimmbecken wurde als Schutz gegen Feuchtigkeit von unten zerschnitten und auf das Plateau aufgelegt. Mehrere Leute schnitten aus altem Blech Teller als Klettersperre für Mäuse und andere Nager. Da einige Strohballen als Sitzgelegenheit sehr strapaziert wurden und aufgegangen waren, wurde das lose Stroh gleich als Mulch um Bäume und Sträucher ausgebracht. Während die einen dann schon damit begonnen hatten die Strohballen auf dem Plateau zu stapeln, bauten andere den Türstock und Fensterstöcke. Wieder andere waren damit beschäftigt, Flaschen für die Flaschenfenster von den Etiketten zu reinigen. Nach dem Mittagessen zersägte eine Gruppe mit einer alten Bogensäge einen Baum in mehrere Stämme für ein Cordwood-Element in der Strohballenwand. Zu große Strohballen wurden kurzer Hand mit neu eingezogenen Schnüren geteilt. Beim Alteisen fanden wir ein an den Enden flachgepreßtes, mit Löchern versehenes Eisenrohr, vom Gestänge einer alten Hollywoodschaukel welches sich ideal als Nadel zum Einziehen der Schnüre eignete. Aus Stabilitätsgründen zogen wir bereits nach der dritten Strohballenreihe einen Ringanker ein. Die Strohballen wurden von oben nach unten, teilweise über 3 Reihen mit den vorbereiteten Holznägeln zusätzlich vernagelt. An der Forderseite wurde ein der vorbereitete Türstock eingesetzt und nach 4 Reihen Stroh die Fensterstöcke. Zwischendurch besuchten uns Nachbarn, Freunde und Verwandte und beobachteten den Ablauf und ließen sich informieren. Es zogen zwar schon längere Zeit dunkle Wolken herum, doch wir schafften auch noch oben den abschließenden Ringanker, bevor dann der Sturm so richtig losbrach. Wir konnten gerade noch mit vereinten Kräften den Rohbau abdecken von oben her gegen Regen schützen. Der weilen wir noch am Arbeiten waren, grillte Wolfgang, Vereinsmitglied bei Perma-Norikum und Freund der Familie Gruber, unser Abendessen. Wir freuten uns alle auf die warme Stube in gemütlicher Runde. In die abendliche Geselligkeit platzten dann auch noch die beiden Ungarn, Emi und Miki, welche sich angekündigt hatten, so saßen wir dann noch bis uns die allgemeine Erschöpfung nach diesem arbeitsreichen Tag übermannte.
Montag, 30. Juli 2007, Theorie und Exkursion zum Permakultur-Projekt Fraunberger
Vor dem Frühstück musste ich erst die Spuren des letzten abends beseitigen, bisher schaffte ich es doch immer bei den letzten zu sein, um noch etwas für Ordnung zu sorgen, doch die ganze letzte Woche hatte sich bemerkbar gemacht. Trotz lautem Schnarchen unserer ungarischen Gäste und anderer Tagesgäste, welche sich zum Übernachten entschieden hatten, bekam ich im Matratzenlager nicht viel mit. Das Frühstück war wieder um 6.30 Uhr fertig und alle freuten sich schon auf frischen Kaffee. Bei der Morgenrunde war die Kursgruppe wieder komplett, neben den beiden Ungarn konnten wir auch noch Daniel aus Passau begrüßen, welcher ebenfalls Kursteilnehmer im Kurs in Südtirol war. Er hatte im Obstgarten bei den anderen Zelten sein eigenes aufgeschlagen, denn er wollte an den Exkursionen zu den Fraunbergers und  Rathmosergut mit SolarCity teilnehmen. Martin war auch wieder in der Lage am Kurs teilzunehmen, er hatte die letzten Tage seine Verkühlung kuriert. Seine fehlenden Kurseinheiten sollte er wie vereinbart bei Joe´s anschließendem Kurs in Riegersburg in der Steiermark im Haus Sonnenschein beim Keimblatt Ökodorf nachholen. Bei der Morgenrunde kam auch noch die Bausicherheit des vergangenen Arbeitstages, welche am Vortag schon teilweise sehr vernachlässigt wurde, zur Sprache. Theoretische Tagesthemen für den Vormittag waren, Urbanes Design, Verbaute Landschaft, Stadtlandwirtschaft und essbare Landschaft.
Nach dem Mittagessen begaben wir uns gemeinsam mit dem Bus zur Landwirtschaft von Christine und Heinrich Fraunberger nach Prambachkirchen, um uns ihr reichhaltiges Permakultur-Projekt anzusehen. Vor einigen Jahren hatte Joe Polaischer auch hier schon einmal einen Permakultur-Zertifikatskurs abgehalten, seither haben die Frauenbergers einiges aus ihrer damaligen Planung umgesetzt. Auf ihrer Anlage findet man Hügelbeete, Biotope, Trockensteinmauern, Kräuterspirale, Ringmulch, Waldgarten, Weidendom und verschiedene Versuchsflächen. Christine und Heinrich Fraunberger versuchen Permakultur und Geomantie zu verbinden und beschäftigen sich intensiv mit Erdheilung. Nach dem veganen Abendessen hatten Interessierte noch Zeit, den Meditationsraum mit seinen verschiedenen, großen Kristallen zu Besuchen. Zurück in Wels, stand der Abend wieder bereit zum Filme schauen und gemütlichem Beisammensein. Da jetzt keine Strohballen im Stadel mehr wahren mussten die Kursteilnehmer mit gewöhnlichen Sesseln und Bänken vorlieb nehmen.
Dienstag, 31. Juli 2007, Exkursion Rathmosergut und SolarCity
Gleich nach dem Frühstück und unserer Morgenrunde fuhren wir zum Rathmosergut nach St. Ulrich bei Steyr, dem Hof von unseren Vereinsmitgliedern und Kursteilnehmern Veronika und Sepp Hundsberger. Dort angekommen, wurden wir gleich sehr herzlich aufgenommen, jeder der Teilnehmer war schon gespannt auf dass was wir zu sehen bekommen würden. Der Agronom Sepp startete mit seinen Kurskollegen im Innenhof wo er uns die Geschichte seines Hauses und die gemeinsame mit seiner Frau Veronika und ihre Ansichten und Visionen näher brachte. Neben der Energieversorgung des Hofes erzählte er uns auch noch von den zahlreichen positiven Erfahrungen mit ihren WWOOFern aus aller Welt, die nicht zuletzt auch einen tollen Praktikumsplatz, sondern auch eine gemütliche Familie mit offenen Armen und Ohren vorfinden. So erzählte er uns auch, dass er den einen oder anderen auch schon ablehnen musste, da die Nachfrage nach einem Platz bei ihnen so groß ist. Grundsätzlich sind die Arbeiten auf seinem Hof so einfach, dass jeder ohne großartige Anleitung und aufwändigen Einschulungen diese unkontrolliert verrichten kann. Das ist ja eigentlich der Sinn, die Arbeit soll weniger werden und dem der sie verrichtet Freude bereiten.
Veronika bereitete in der Küche mit fleißigen Helferinnen das Mittagessen vor, während uns Sepp über das weitläufige Gelände führte. Besonders beeindruckt waren alle vom vielen Wasser. Zu einem geschätzten Werkzeug, wurde in den letzten Jahren ein Bagger, mit dem Sepp Detailarbeiten an neuen Teichen selbst vornimmt. Wie uns Joe bestätigte, rechnet sich der Energieeinsatz eines Baggers in kurzer Zeit, so kann auch der ökologische Fußabdruck gering gehalten werden. Joe meinte auch noch, wenn das Erdöl ausgeht, dass man hoffentlich noch ein wenig für die Bagger übrig lässt. Gerade Aquakultur ist ein wichtiger Teil der Permakultur. Teiche können dreidimensional auf die vielfältigste Weise genützt werden. An einem Mäander des unteren Teiches konnte wer sich traute einen Balance-Akt über einen über fünf Meter langen Baum wagen. Auch wenn so mancher ein wenig weiche Knie bekam, reingefallen ist doch niemand. Theoretische Kurs-Themen wie Wasser, Aquakultur, Fischzucht, Bodenkunde, Fruchtbarkeit und Erdbewegungen konnten hier vor Ort behandelt werden. Nach dem Mittagessen ging dann Joe noch einmal detailliert auf die Themen im Seminar-Raum der Hundsbergers ein. Zu diesem Zweck hatten wir alle nötigen technischen Geräte im Bus mitgebracht.
Nach einer Jause verließen wir dann gegen 17.00 Uhr das Rathmosergut in Richtung Linz. Angekommen in der SolarCity bestand noch für alle die Gelegenheit, sich mit allen nötigen Dingen des täglichen Lebens einzudecken, bevor uns dann Ewald Reinthaler, Mitarbeiter des Magistrats Linz und ehemaliger Projektleiter der SolarCity empfing. Herr Reinthaler betreute das Projekt von der Planung bis zur Bauausführung und konnte uns alle Details erzählen. Von Seite der Kursteilnehmer kamen durchaus sehr kritische Fragen, zu denen er auch offen Rede und Antwort stand. Der zweite Teil der Exkursion in diesen neuen Stadtteil von Linz führte uns über das Gelände, durch Häuserzeilen hindurch, vorbei an kleinen Vorgärten, die wir natürlich genau begutachteten und nach essbaren Pflanzen absuchten. Herr Reinthaler erzählte uns noch einen kleinen Schildbürgerstreich am Rande, so waren kleine Schrebergärten für interessierte Bewohner gedacht, doch war dann die Nachfrage so groß, dass man mit der Verteilung überfordert war und der Linzer-Stadtrat dieses Projekt einfach fallen ließ. Zurück am Ausgangspunkt, bedankten wir uns und ließen die SolarCity hinter uns und fuhren mit dem Bus wieder nach Wels. Zurück in Wels verabschiedeten wir Petra, welche mit uns die Exkursions-Ziele der letzten Tage besuchte. Sie war mit dem Zug angereist, hatte jetzt die Gelegenheit mit einer Arbeitskollegin wieder zurück nach Deutschland zu fahren. Für Petra sollte der Kurs in ein paar Wochen in der Steiermark beginnen.

Mittwoch, 1. August 2007, Gruppenplanung Ökodorf-Projekt Augendobl
Bildung von Gemeinschaften ist ein weiteres Ziel der Permakultur und so bot sich das Ökodorf-Projekt als ideales Planungs-Projekt für die Gruppenplanung im Rahmen unseres Kurses an. Vorangegangen war ein Besuch unseres Vereins in Augendobl in Dorf an der Pram im März 2007. Die Projektleiter Ernst Junger und Barbara Strauch freuten sich über das große Interesse, so folgten um die 40 Personen unserem Angebot zur gemeinsamen Besichtigung des Projekts, bei dem Barbara und Ernst uns über das Gelände führten und uns einen Einblick in das Ökodorfgeschehen gaben. Wie jedes der Exkursionsziele besuchte ich auch Augendobl noch, um die Details zu vereinbaren.
Die Projektbetreiber haben eine Vision von einem Zusammenleben in guter Nachbarschaft,  Unterstützung durch gute Kommunikationsstrukturen und Zusammenarbeit bei der Selbstversorgung. Es soll ein Garten für Körper, Geist und Seele, ein Biotop für Menschen wachsen. Das  Ökodorf-Projekt Augendobl soll ein Zusammenleben verschiedener Generationen bieten. Obst und Gemüse soll aus dem eigenen Garten kommen. Arbeiten soll zu Hause möglich sein, durch die gute Verkehrsanbindung wäre auch Pendeln möglich. Es sind Arbeitsbereiche wie Baumschule und Gärtnereibetrieb, Urlaub am Bauernhof, Seminarbetrieb, Betreute Plätze für Mütter mit Kindern, Bio-Jausenstation und Bio-Hausladen geplant.
Nach dem Frühstück und der Morgenrunde wurden die Teams noch gleich in Wels eingeteilt. Bis zum Mittagessen ging Joe noch theoretisch auf das Thema Bildung von Gemeinschaften und Ökodörfer und die bevorstehende Gruppenplanung ein. Kurz bevor dann der Bus eintraf, erreichte uns auch noch Juliane aus Deutschland. Sie wollte an der Gruppenplanung in Augendobl teilnehmen. Rainer der frischgebackene Onkel war auch wieder bei uns im Team, gemeinsam mit ihm und Daniel sollte es jetzt auch in der Küche leichter gehen. Nach der einstündigen Anreise teilten wir uns die Zimmer auf oder suchten uns einen guten Schlafplatz im Stroh des Stadels, bevor uns Barbara Strauch empfing und uns die Projekt-Ziele mitteilte. Ernst, Mitglied im Verein Perma-Norikum, Kursteilnehmer und Grundstückseigentümer teilte an die einzelnen Gruppen Katasterpläne aus und führte uns dann über das Gelände des geplanten Ökodorfes. Neben dem Folientunell zeigte er uns den gemeinsam mit Margarete Langerhorst nach Richtlinien der Mischkultur angelegten Gemüsegarten. Von hier aus umrundeten wir den neu angelegten Teich. Entlang der Obstbaum-Allee welche als Windschutzgürtel angelegt wurde und aus verschiedenen alten Apfelsorten bestand, schritten wir die Außengrenze des Projektes ab und erreichten die Baumschule. Baumschule ist eher etwas untertrieben, es ist schon mehr ein Obstbaumwald in dem die Schafe das Gras kurz halten daraus entstanden. Viele der Bäume drohten unter der Last der Früchte zu knicken und wir schlugen uns die Bäuche mit Pflaumen, Zwetschken und Ringlotten voll.
Als wir nach einer ausgiebigen Führung wieder zurück waren, begannen die Interviews mit den Beteiligten, die sich gefunden hatten und hier leben wollten. Ziel der Kursteilnehmer war es, möglichst viel über die Wünsche und Bedürfnisse der einzelnen heraus zu finden. Bis auf Arbeitskraft waren hier vor Ort viele Ressourcen zu finden und fleißig wurden die Ressourcen-Listen der Planenden ergänzt. Manch einer bekam ein unangenehmes Gefühl im Bauch, es war nicht nur der Hunger vor dem Abendessen, es waren vielmehr die Forderungen der Leute, die Ernst, den wir in den letzten eineinhalb Wochen als gutmütigen Freund kennen und schätzen gelernt hatten, gegenüber standen. Dank Rainer und Daniel, die auch hier fleißig in der Küche halfen, hatte ich Gelegenheit die Gruppenplanung zu verfolgen. Richard ein Kursteilnehmer aus Vorarlberg packte bereitwillig im Stall mit an und half die Kühe zu melken. Nach dem Abendessen ging das Interview im Stadel weiter, es wurde empfindlich frisch, so packte ich mich in meinen Schlafsack ein. Die aufsteigende wohlige Wärme und die kurzen Nächte der vergangenen Tage, taten das Nötige dazu, dass ich in einer beinahe etwas angespannten Runde in das Land der Träume absank. Manch einer hielt anfangs mein Schnarchen für das Knurren der Hunde unter dem Tisch. Irgendwie und irgendwann schaffte ich es doch noch unser Zimmer, welches ich mir mit drei Kursteilnehmern teilte zu erreichen und sank auf meine Unterlagsmatte nieder.

Donnerstag, 2. August 2007, Gruppenplanung Ökodorf-Projekt Augendobl
Nach einem Frühstück im Stadel legten wir uns für die Morgenrunde Strohballen zum Sitzen im Kreis auf und besprachen die Geschehnisse des vergangenen Tages und was an diesem Tag auf dem Programm stehen sollte. Jetzt waren die vier Teams gefragt mit der Planung zu beginnen. Viel Zeit war nicht, am späten Nachmittag sollte die erste Gruppe mit der Präsentation beginnen und so suchten sie sich Plätze wo hin sie sich zurückziehen konnten. Fleißig wurde diskutiert, skizziert und überlegt, wie das von Joe gelehrte der letzten eineinhalb Wochen eingesetzt werden konnte. Die Köpfe rauchten und die Ideen wurden auf Papier gebannt. Zur Präsentation wurden wieder Sitzreihen aus Strohballen errichtet und die erste Gruppe schlug ihre Planung an den Toren der Maschinenhalle an. Die Präsentation war wieder öffentlich zugänglich und so folgten auch einige Interessierte gespannt den Ausführungen der Kursteilnehmer. Gerade als wir mit dem Abendessen fertig waren, setzte Regen ein und so übersiedelten wir in den Stadel, wo die drei weiteren Gruppen mit ihren spannenden Ausführungen vor Publikum fortsetzten. In gemütlicher Runde ließen wir den Abend ausklingen.
Freitag, 3. August 2007, Einzelplanung
Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns vom Ökodorf, luden unser Gepäck in den Bus, welcher wieder pünktlich zur Stelle war und fuhren nach Hause. Nicht nur ich, der ich über 30 Jahre im Stadlhof gelebt hatte, sondern auch so manch anderer verband mit der Familie Gruber und dem Gelände auf dem der 72h Permakultur-Zertifikatskurs abgehalten wurde ein Stück Heimat. Bereits im Bus ging Joe auf die Einzelplanung ein, so mancher hatte die vergangenen Tage freie Zeit dazu genutzt am eigenen Projekt zu arbeiten. Zurück im Stadlhof mussten ein paar erst ihre Zelte trocken legen. Ein Sturm in der vergangenen Nacht hatte so manches Zelt flachgelegt und der Regen den Inhalt ein wenig aufgeweicht. Auch unser Strohballenhaus wurde ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Während die bunte Truppe in ihren eigenen Projekten plante, reparierte ich mit Rainer und Daniel die Abdeckung des Strohkubus, bevor wir dann zu Mama Erika in die Küche eilten und gemeinsam das Mittagessen vorbereiteten. Dies sollte das letzte von Erika zubereitete Mittagessen für die Kursteilnehmer sein. Kathi die Schwester in der Schweiz, wollte dieses Wochenende den 70er feiern und da durfte sie natürlich nicht fehlen. Meiner Mutter viel der Abschied von der sehr angenehmen Kursgruppe sichtlich sehr schwer und so vermied sie einen großen Abschied.
Während den Permakulturisten bei der Planung die Köpfe rauchten, schrieb ich die Zertifikate, welche ich als Kursleiter neben Joe Polaischer als Referent zu unterzeichnen hatte und mit dem Rundsiegel unseres Vereins Perma-Norikum versah. Nach der Jause am Abend, welche ich jetzt als Herr über Pfannen und Töpfe gemeinsam mit meinem fleißigen Team anrichtete, begannen die ersten Präsentationen der Einzelplanungen. Die Präsentation der Einzelplanung war auch wieder öffentlich zugänglich und so freuten wir uns wieder über so manchen Abendgast. Ein paar Kursteilnehmer stellten sich als wahre Alleinunterhalter heraus und so wurde die Stimmung in der Gemeinschaft, welche in den letzten Tagen ein wenig strapaziert wurde, wieder gehoben.
Samstag, 4. August 2007, Präsentation Einzelplanung und Abschlussfest
Um 5.00 Uhr war für mich wieder Tagwache, zu erst räumte ich noch auf, Flaschen, Teller und Besteck waren vom Vorabend noch liegen geblieben. Dann setzte ich Kaffee auf und bereitete das Frühstück vor. Um 6.30 Uhr weckte ich unsere Kursteilnehmer und Daniel, der mir half das Frühstück anzutragen. Gleich nach der Morgenrunde starteten wir in die Präsentation der Einzelplanungen, wozu wieder ein paar Gäste erschienen waren. Um 10.00 Uhr startete ich gemeinsam mit meinem Bruder Martin, Rainer und Daniel in der Küche. Das ich meine Mutter in der Küche nicht überbieten konnte war mir klar und so beschränkte ich mich auf einfache, warme Gerichte und Salate in ausreichenden Mengen. Wir schafften es auch zeitig fertig zu werden und alle hungrigen Mäuler zu füllen. Nach dem Mittagessen gab es dann die letzten Präsentationen bevor wir zur Verteilung der Zertifikate schritten. Der Erste erhielt sein Zertifikat von Joe überreicht und durfte selbst die Auszeichnung an den nächsten im Stapel weiterreichen. So gingen die Zertifikate reihum, was alle für eine sehr schöne Geste hielten. Nach der Zertifikatsverteilung hielt Ernst unser Obstbaumspezialist noch ein Referat über Obstbaumveredelung. Derweilen baute Wolfgang, ein Gründungsmitglied unseres Vereins seinen Holzkohlen-Griller auf, mein Team und ich bereiteten die Zuspeisen und das Brot vor. Weitere Gäste und Familienmitglieder von Teilnehmern besuchten noch unser Permakultur-Picknick und brachten süße und saure Speisen mit. So ging es dann in gemütlicher Runde dahin bis wir uns bei einfallender Dunkelheit zur bereits hell erleuchteten Lagerfeuerstelle begaben und uns rundherum nieder ließen. Am Feuer wurde noch gesungen, getrommelt und auf Didgeridoos gespielt. Daniel improvisierte dazu virtuos auf der Gitarre.
Sonntag, 5. August 2007, Abschied
Unser 72h Permakultur-Zertifikatskurs in Wels am Permakultur-Projekt Weberhäusl war vorüber, so mancher Kursteilnehmer hatte sich noch am Vorabend verabschiedet. Ich machte mir wegen dem Frühstück auch keinen Stress mehr. Frühstück ab 8.00 Uhr war eine gute Zeit, die sich an diesem Vormittag auch ein jeder nahm. Schön langsam und gemächlich leerte sich unser Zeltplatz, Koffer, Taschen und Zelte wurden in Autos verstaut. Barbara half noch Martin und Tante Mizi in der Küche die vielen schmutzigen Teller vom Vortag zu waschen. Um ca. 13.00 Uhr war der Rummel dann vorüber, die letzten Kursteilnehmer waren gefahren und auch ich hatte mich nach zwei spannenden Wochen wieder zu meiner Familie nach Hause begeben.
Zum Abschluss ein Dankeschön
Herzlich Bedanken möchte ich mich noch bei allen die mitgewirkt haben. Zu allererst bei meiner Familie, die nicht nur diese zwei Wochen nicht viel von mir mitbekommen haben. Da ich über ein Jahr an diesem Kurs vorbereitet hatte, fiel auch so manches gemeinsame Wochenende ins Wasser. Überhaupt ermöglicht hatte diesen Kurs meine Mutter Erika, sie war für das leibliche Wohl der Kursteilnehmer verantwortlich. Sie gewährleistete durch ihren Einsatz einen runden Kursablauf. Mein Vater Hermann, selbst Kursteilnehmer und unser Obmann im Verein Perma-Norikum war größten teils für die Infrastuktur verantwortlich. Natürlich gilt Joe Polaischer ein großer Dank, der sich bereit erklärt hatte, in seinem Veranstaltungs-Maraton im Sommer 2007 bei uns in Oberösterreich diesen Kurs abzuhalten. Mit seiner Ausstrahlung sorgte er immer für eine äußert gute Gruppendynamik. Seine Stimme wurde oft durch den Lärm der nahe liegenden Autobahn und den Kunstfliegern über uns stark beansprucht. Zuletzt möchte ich noch einmal das Küchenteam meiner Mutter Erika erwähnen, Rainer unser Vereinsmitglied, Daniel unser Gitarrenvirtuose, mein Bruder Martin, der zwischendurch auch für Nachschub an Essen und Trinken sorgte und Tante Mizi, die immer zur Stelle war wenn Hilfe gebraucht wurde. Zu erwähnen ist auch noch unser Grillmeister Wolfgang, auch Gulasch und Rahmsuppe wahren vorzüglich! Zu guter Letzt möchte ich mich auch noch bei allen Kursteilnehmern für ihre rege Teilnahme und das Engagement bedanken.
Und es geht weiter …

Errichtung eines geflochtenen Spelten-Zauns

Workshop im Rahmen des Permakultur-Zertifikatskurs des Ökozentrums Klosterneustift, am Schüsslerhof im Ahrntal in Südtirol.

Ein Bericht von Bernhard Gruber, Oberösterreich

Permakultur 2005 081Rudl, ein begeisterter Permakulturist aus Südtirol absolvierte selbst den Permakulturdesigner in der Ökowerkstatt von Klosterneustift unter Joe Polaischer im Jahr 2003 und ging auch sogleich ans Werk seinen auf 1200 m gelegenen Hof, den Schüsslerhof, mit Hilfe des Permakulturplanungssystems neu zu organisieren. Er legte eine terassierten Kräuter- und Gemüsegarten an, fasste Quellen für zwei Forellenteiche und baut auf einer beachtlichen Fläche wie in früheren Zeiten wieder Roggen an. Diese Anlage und Kuhgatter begrenzte er mit für die Region typischen Zäunen aus Lärchenholz. Die Teilnehmer des Kurses 2005 hatten Gelegenheit einen Ausflug dorthin zu machen und auch selbst Hand anzulegen.

Zur Begrüßung wurden wir durchs Gelände geführt und Rudl erzählte uns über seinen Hof, die Umstellung auf Permakultur und was er noch alles vorhat. Die Landwirtschaft der Familie Obermair umfasst 5,5 ha Wiese und 16 ha Wald. Der Permakulturgarten mit den Teichen ist ca. 0,5 ha groß. Getreide (Roggen, Weizen und Gerste) wird zu Versuchszwecken und Saatgutvermehrung auf ca. 300 m² angebaut. Ein zusätzliches Standbein der mehrköpfigen Familie sind ihre beiden Ferienwohnungen. Die Gäste sollen in Zukunft mit Kost aus dem Permakulturgarten versorgt werden sollen.

Nach der Einführung ging es dann zum praktischen Teil über, wir sollten unter der Anleitung des Hausherren, seiner Frau Monika und dem älteren Sohn ein Gatter für die Kühe errichten. Rudl zeigte uns, wie er 2 Meter lange, geschälte Lärchenholzstämme mit einem hydraulischen Holzspalter der Länge nach in schmale Latten teilt. Beim Spalten wird das Holz der Faser nach geteilt, wie es auch bei Dachschindeln geschieht, welche auf Grund der Haltbarkeit nicht geschnitten, sondern eben auch gespalten werden. Das Wasser läuft entlang der Faser und rinnt ab, bei geschnittenen Brettern dringt das Wasser in die Poren ein, die Feuchtigkeit bleibt im Holz. Zum Schutz gegen die Nässe im Übergangsbereich zwischen Luft und Boden, werden die unten zugespitzten Zaunlatten auf der doppelten Einschlaglänge von ca. 60 cm angebrannt.

Gut hundert Stück so vorbereiteter Latten transportierten wir zur nahe liegenden Baustelle. Rudl hatte auf einer Länge von 20 Meter Pfähle eingeschlagen und bereits auch zur Querverbindung Stangen eingezapft. Monika entfachte in einem halbierten, alten Ölfass ein Holzfeuer, darin wurden am Vortag geschnittene, fingerdicke Tannenäste so lange geröstet, bis diese schön biegsam waren. In der Zwischenzeit schlugen Rudl und sein Sohn eine Latte 30 Zentimeter in den Boden ein, mit dicken Arbeitshandschuhen an den Händen wurde die erste noch sehr heiße Rute übers Kreuz um Latte und Querstange geschlungen und straff gespannt. Zu diesem Zweck wird auf der anderen Seite des Zaunes ein Helfer, der die Rute dicht ans Holz drückt  und wieder zurück biegt gebraucht.

Nach den ersten in einer Rekordzeit vorgelegten Metern, durften auch wir unser Geschick zeigen. Paarweise und unter Rudls Anleitung errichteten wir mit sehr viel Freude am Werk einige Laufmeter eines sehr stabilen, zweckmäßigen und auch sehr schönen Zaunes. In der gleichen Zeit hätten wir nicht einmal einen herkömmlichen verzinkten Maschenzaun mit einbetonierten Stehern errichten können. Das Holz für den Zaun hatte Rudl aus seinem eigenen Wald.

Neben dem geflochtenen Speltenzaun findet man am Hof der Obermairs noch den Ringzaun, den Ranggen- oder auch Schärenzaun, den Stangenzaun und den Schrankzaun.
Für Interessierte hält Rudl gelegentlich auf Sepp Brunners Hof in Osttirol einen Workshop ab. Infos unter www.permakulturwerkstatt.net/
oder Sepp und Margit Brunner , A – 9951 Ainet, Glanz 21, Osttirol
Tel: 04853/5509  montags, mittwochs  17 -20 Uhr

Obermair Rudolf u.Monika
Schüsslerhof
Michelreiserweg 15
I – 39032 Sand in Taufers
Tel: 0039 / 0474-678772
schuesslerhof@web.de

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