Aktuelles aus dem Böhmerwald

Liebe Permakulturinteressierte!

Wir hoffen, dass ihr eine schöne Weihnachtszeit verbracht habt und wünschen euch von Herzen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016.

Besonders freut es mich, dass wir schon wieder einige Zusagen zu den Stammtischen in der nächsten Zeit erhalten haben. Auch die Wanderung im Böhmerwald mit Thomas Engleder wird möglich werden.

Wem zwischenzeitlich etwas Interessantes über den Weg läuft, bitte per E-Mail an mich (Roswitha) oder am nächsten Stammtisch Unterlagen, Kontakt mitbringen.
Auch unsere Aktion: „DAS BÜCHERKISTL“ gibt es wieder.
Bitte Bücher mitbringen zum Entlehnen, die Bücher mit euren Kontaktdaten beschriften, Waltraud verwaltet dann wieder die Listen.


Saatgut von Roswitha

Saatgut von Roswitha

Besonders herzlich laden wir wieder zu unserm nächsten Stammtisch ein:
Permakultur-Stammtisch, 7.1.2016, 19.00 Uhr, Stiftskeller Schlägl
Ablauf:
1. Interessantes aus der Region (Terminhinweise)
2. Saatgut aus der Region mit Martina Kramer/ Arche Noah
(Herstellung, Austausch, Besonderheiten)
Wer hat und möchte, kann auch schon eigenes Saatgut zum Tauschen mitbringen.

3. Diskussion: Was heißt das für uns
„Die Ethik der Permakultur“
Sorge für die Erde
Sorge für die Menschen
Reduziere und teile gerecht

4. Gemütlicher Ausklang und persönliche Gespräche


Rückblick/ Terminübersicht


Biogespräche Bioschule Schlägl
Geführte Wanderungen im Böhmerwaldgebiet
Angebote der Böhmerwaldschule
Angebote s’Stoareich (Reitinger Steinbruch)
Kursangebot BioAustriaOÖ


Termine zum Vormerken:


Saatgut Rucola

Saatgut Rucola

Do. 7.1.2016 Permakultur-Stammtisch – Stiftskeller Schlägl
Saatgutstammtisch mit Martina Kramer/Arche Noah, Möglichkeit zum Tausch von Saatgut?


Do. 4.2.2016 Permakultur-Stammtisch – Stiftskeller Schlägl
Wintergärtnerei: Vorbereitung Exkursion HLA für Gartenbau Wien/ DI W. Palme


Do. 3.3.2016 Permakultur-Stammtisch – Stiftskeller Schlägl
Regionale Nahrungsmittelproduzenten:Netzwerke und Direktvermarktungsbörsen
mit Bioregion, Fam. Lang, Fam. Wöss und hoffentlich Achtsamgruppe Auberg


Do. 7.4.2016 Permakultur-Stammtisch – S´Stoareich
Saatgut und Pflanzerltauschmöglichkeit, Vorbereitung Rundgang im Schaugarten und Bodenaufbau/ Kompostgewinnung bei Josef Reitinger im Steinbruch


Lernen sie alles was sie über Obstbaumschnitt und -Pflege wissen wollten beim Baumflüserer Ernst Junger

Lernen sie alles was sie über Obstbaumschnitt und -Pflege wissen wollten beim Baumflüserer Ernst Junger

Do. 5.5.2016 Permakultur-Stammtisch
Grundlagen Permakultur, Vorbereitung Artgerechte Bienenhaltung, warum? Exkursion Vorbereitung Bäume veredeln und schneiden mit Junger Ernst


Do. 2.6.2016 Permakultur-Stammtisch
Mitfahrbörsen Flinc? Vorbereitung Sensenmähkurs


Do. 7.7.2016 Permakultur-Stammtisch
im Böhmerwald mit Thomas Engleder, Grundlagen Permakultur, Vorbereitung Permawandertag im Böhmerwald


Do. 4.8.2016 Permakultur-Stammtisch, Biogartenhof Mühlland, 4160 Aigen -Schlägl
Blick in den Gemeinschaftsgarten & Weg mit dem Schneck?? (Vortrag)
Vorbereitung Naturkosmetik


Do. 1.9.2016 Permakultur-Stammtisch
Grundlagen Permakultur, ÖBV österr. Berg- und Kleinbauernverein via campesina
Lisa Hofer, Arnreit


Do. 6.10.2016 Permakultur-Stammtisch
Stiftskeller Schlägl
Reflexion und Progammplanung 2016


Roswitha und Waltraud leiten die Regionalgruppe Böhmerwald von Perma-Norikum

Roswitha und Waltraud leiten die Regionalgruppe Böhmerwald von Perma-Norikum

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr vielleicht beim nächsten Mal auch dabei wärt.

Liebe Permagrüße
Waltraud Müller & Roswitha Diaz Winter

Permakultur-Wintergespräche 2015

Wie im Jänner 2012 soll es auch 2013 wieder ein Wintergespräch in Waldhausen geben

Wie in den letzten Jahren soll es auch 2015 wieder Permakultur-Wintergespräch geben

Permakultur-Wintergespräche 2015
Termine und Veranstaltungsplätze gesucht!

Der Verein Perma-Norikum veranstaltet Anfang 2015 seine fünften Permakultur-Wintergespräche. Am Jahresanfang treffen wir uns bei verschiedenen Permakultur-Freunden im Großraum Oberösterreich. Zur Teilnahme eingeladen ist grundsätzlich jeder der sich gerne mit Permakultur-Interessierten auszutauschen möchte.

Wir spannen wieder einen weiten Bogen zum Themenkreis Permakultur, auch “Neueinsteiger” ins Thema sind willkommen. Teilnahme ist kostenlos, wir freuen uns jedoch wenn jeder etwas für die Allgemeinheit mitbringt.

1. Termin Permakultur-Wintergespräch in Waldhausen
2. Termin Permakultur-Wintergespräch in Haibach
3. Termin Permakultur-Wintergespräch in Wels

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Programm im Garten des Lebens

Garten des LebensVortrags- und Seminarprogramm Garten des Lebens von Annette Holländer & Hans Sondermeier in D-85625 Baiern

GEMÜSERARITÄTEN, ALTE GEMÜSESORTEN, VERKOSTUNGEN, KOCHEVENTS

Vortragsabend mit Verkostung: Vielfalt erhalten – gesundes Gemüse genießen Detailbeschreibung

Vortragsabend mit Verkostung: Gemüsevielfalt des Monats Detailbeschreibung

Einführung, Gartenbegehung, Sammeln und Zubereitung von Blüten : Essbare Blüten Detailbeschreibung

Praxiskurs: Alte Gemüsesorten neu entdeckt Detailbeschreibung


SAATGUT UND PFLANZEN, ANBAU, SAMENGÄRTNEREI

Vortrag mit Saatguttausch: Gesundes Gemüse ernten – Saatgut und Pflanzen für den Eigenanbau Detailbeschreibung

Vortrag: Gemüse und Kräuter ernten auf kleinstem Raum – Bio-Gärtnerei für Balkon und Terrasse Detailbeschreibung

Praxiskurs (Tagesseminare): Gemüse und Kräuter selbst vermehren – Samengärtnerei für den Hausgarten Detailbeschreibung

2-Tage Praxiskurs: Obst und Gemüse im Hausgarten selbst kultivieren und vermehren Detailbeschreibung


PERMAKULTUR

Vortrag: Permakultur – Gesunde Ernährung auf Basis ökologischer Kreislaufwirtschaft Detailbeschreibung

Praxisseminar (je zwei Seminartage): Grundlagen der Permakultur im Zyklus der Jahreszeiten Detailbeschreibung

Praxiskurs (Tagesseminare): Permakultur Familientage Detailbeschreibung


28.4. Markt: Pflanzerlmarkt am Wochenmarkt in Wels

Auch dieses Jahr soll es am Welser Wochenmarkt einen Pflanzentauschmarkt geben

Auch dieses Jahr soll es am Welser Wochenmarkt einen Pflanzentauschmarkt geben

28. April 2012 Pflanzerlmarkt am Wochenmarkt in Wels
Pflanzentauschmarkt des Vereins Perma-Norikum

Der Verein Perma-Norikum veranstaltet zum 2. mal im Rahmen des europäischen Tag der Sonne, am Samstag den 28. April am Wochenmarkt der Stadt Wels von 7.00 bis 12.00 Uhr einen Pflanzen-Raritäten-Markt. Pflanzen sind noch immer die einfachste und effektivste Möglichkeit, Sonnenenergie umzusetzen und für uns in den verschiedensten Formen verfügbar zu machen. So kann die Energie der Sonne in Lebensmittel, Medizin, Futter, Energiepflanze, Bauholz und auch Edelholz umgesetzt werden.

Wer sich gerne mit seinen Pflanzenraritäten beteiligen möchte, bitte anmelden! Wir suchen auch noch jemanden der für das nötige Tam-tam sorgt, ein bunter Reigen an Pflanzenvielfalt, Musik und Geselligkeit wäre nett!

Veranstaltungsort: Marktplatz Wels, Kreuzung Dragonerstraße / Dr.-Salzmann-Straße, Anlieferung der Pflanzen muss zischen 6.00 und 7.00 Uhr geschehen!

Saatgut aus dem Hausgarten

Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4

Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4

Saatgut aus dem Hausgarten – Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen
Marlies Ortner

Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen. Leitfaden für eine faszinierende Liebhaberei.

Im Bauerngarten gab es in früheren Zei­ten oftmals ganz spezielle Blumen- und Gemüsesorten, die regionaltypisch waren und von Generation zu Genera­tion weitergegeben wurden – Stolz jeder Gärtnerin und jedes Gärtners. Das neue Interesse an alten Obstsorten, farbigen Kartoffeln und Tomatenvariationen hat auch die Tradition der Saatgutgewinnung wieder in unser Bewusstsein gebracht und eine Vorstellung davon, wie wertvoll und erhaltenswert unsere Kulturpflanzen und der reiche Schatz der genetischen Vielfalt sind.

Die Beschäftigung mit der Vielfalt von Samen und Jungpflänzchen ist erfreulich, anregend und voller Überraschungen! In diesem Buch wird gezeigt, wie Samen von Gemüse, Blumen und Kräutern im Hausgarten für das nächste Jahr geerntet werden können. Die Gemüsearten sind dabei nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet, so dass auch Anfänger einen sicheren Erfolg damit haben werden.
Nach einer kurzen Einführung in die Methoden der Saatgutgewinnung und in die Praxis der Vermehrung beschreibt die Autorin, die sich seit mehr als 20 Jahren mit Samengärtnerei beschäftigt, die nötigen Hilfsmittel, die Ernte, die Reinigung und Lagerung der Samen sowie die Aussaat und Aufzucht im darauffolgenden Jahr.
Mit kurzen Pflanzenporträts aller im Hausgarten üblichen Kräuter, Gemüse und Blumen.

Bestellen bei ökobuch Verlag

Der Meierhof in St. Bernhard bei Horn bietet Fläche für Gartenbau und Feldgemüse

Der Meierhof  in St. Bernhard bei Horn bietet Fläche für Gartenbau und Feldgemüse
Ein Bericht von Helma Hamader & Josef Ehrenberger

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Wir bewirtschaften in St. Bernhard bei Horn den MEIERHOF nach biologisch-dynamischen Kriterien. Unser hauptsächliches Arbeitsfeld ist der Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung alter Getreidesorten. Daneben haben wir als „Hobby“ einen Garten angelegt. Da jedoch unser Zeitrahmen aufgrund der umfangreichen Tätigkeiten beschränkt ist, sind wir auf der Suche nach einer/m KooperationspartnerIn.Vielleicht gibt es jemanden, der gerne als Demeter-Gärtner aktiv werden will, aber nicht über den notwendigen Platz verfügt. Wir würden gerne unseren Garten und anteilige Ackerflächen dafür zur Verfügung stellen, inklusive der vorhanden Geräte, Maschinen, Materialien sowie unsere Arbeitszeit, soweit möglich.

Die angelegte Gartenfläche umfasst derzeit 1.900 m². Zusätzlich sind noch Ackerflächen für Feldgemüse möglich sowie die Nutzung der bestehenden Wildobst- und Wildkräuterbestände. Das Saatgut aus der eigenen Vermehrung steht selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung. Im Garten besteht ein Folientunnel mit 36 m².

Was haben wir bisher angebaut und geerntet:
Kräuter, Paradeiser, Paprika, Chili, Karfiol, Brokkoli, Kraut, Salate, Kohlrabi, Sprossenkohl, Grünkohl, Wirsing, Lauch, Knoblauch, Rote Rüben, Sellerie, Mangold, Karotten, Radieschen, Rettich, Erbsen, Bohnen, Pastinaken, Petersilie, Gurken, Melonen, Andenbeeren, Okra, Kürbis, Zucchini, Zuckermais, Melanzani, …..

Hauptsächliches Arbeitsfeld des Meierhofes ist der Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung alter Getreidesorten

Hauptsächliches Arbeitsfeld des Meierhofes ist der Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung alter Getreidesorten

Wildobsthecke:
Knorpelkirsche, Steinweichsel, Roter und Schwarzer Holunder, Elsbeeren, Maroni, Vogelbeeren, Kriecherl in allen Farben, Schlehdorn, Hagebutten, Haselnüsse, Wildpflaumen, Zwetschken, Eierpflaumen, Apfelsämlinge,
Weingartenpfirsiche, Dirndln, …..

Als Anteil am Garten möchten wir unseren Eigenbedarf an Gemüse decken. Eine Wohnmöglichkeit steht eventuell zur Verfügung.
Bei Interesse, bitten wir um Rückmeldung an Helma Tel.: +43 (0)676 6771111 oder Sepp +43 (0)676 6771110

Wir würden uns sehr freuen, wenn unser Garten mit Liebe und Engagement bewirtschaftet würde.

Herzliche Grüße aus dem Waldviertel
Helma Hamader & Josef Ehrenberger
MEIERHOF
www.meierhof.at
A-3580 St. Bernhard 48

Saatgut: Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Saatgut:  Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Ein Bericht von Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten

Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen

Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen

Kommt die Umsetzung der „Erhaltungssortenrichtlinie“ so wie sie das Österreichische „Lebensministerium“ bereits verordnet hat, droht ein Kahlschlag im Sortenhandbuch der Arche Noah! Auch Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat schon begonnen! Bereits seit Jänner 2010 können Sorten in einem beschleunigten und vereinfachten Zulassungsverfahren als Erhaltungssorten, bzw. als Amateursorten zur Anmeldung gebracht werden. Das wurde bei einer offiziellen Infoveranstaltung des Ministeriums vorletzte Woche bekannt gegeben, die ich besucht habe. Es sind bereits 70 Sorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie „Green Zebra“, „Gelbe Dattelweintomate“ und „Roter Augsburger“!

Im Juni 2008 hat die EU-Kommission die Richtlinie 2008/62/EG erlassen. Sie regelt die Zulassung von Landsorten und seltenen Sorten, die von genetischer Erosion bedroht sind und bis jetzt noch nicht registriert waren sowie das „Inverkehrbringen“ dieser Sorten. Bei einer Informationsveranstaltung des Lebensministeriums wurden nun die Durchführungsbestimmungen für Österreich vorgestellt. Die anwesenden ErhalterInnen von seltenen und bedrohten Sorten reagierten entsetzt: „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen“, so Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten. „Dies ist das Aus für die so beliebten Pflanzentauschmärkte! Das mühsam aufgebaute Netzwerk von ErhalterInnen in Österreich wird mit diesen Regelungen in Frage gestellt.“

70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"

70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"

Bisher waren Erhaltungssorten freie Sorten, die genutzt, vermehrt und weitergegeben werden durften. Nach Inkrafttreten der Umsetzungsbestimmungen können diese Sorten in einem – im Vergleich zum regulären Zulassungsverfahren – vereinfachten und billigeren Verfahren zugelassen werden. Bis jetzt gab es diese Möglichkeit nicht. Sobald jedoch eine Sorte als Erhaltungssorte zugelassen ist, darf sie nur mehr von den jeweiligen Zulassungsinhabern vermehrt und verkauft werden. Die Sorte, die bisher allen frei zu Verfügung stand, wird somit privatisiert.

Genau dieser Punkt löst Empörung auf Seiten der ErhalterInnen aus. „Diese traditionellen und seltenen Sorten werden seit Jahren von zahlreichen Bauern und Bäuerinnen sowie GärtnerInnen vermehrt, betreut und züchterisch verbessert. Nun sollen wir sie nicht mehr verkaufen, ja nicht einmal mehr tauschen dürfen! Für uns ErhalterInnen bedeutet das ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiter zu entwickeln?“ so Walter entrüstet. Derzeit befinden sich in Österreich fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte und beliebte Sorten wie die Tomaten „Green Zebra“ und „Auriga“ oder der Paprika „Roter Augsburger“. EU-weit sind bereits 100 Sorten zugelassen. Sobald ein EU-Mitgliedsland eine Region als „Ursprungsregion“ einer gewissen Sorte anerkennt, darf diese nur mehr in dieser Region angebaut werden. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Mitgliedsstaaten sind damit vorprogrammiert. Zusätzlich gelten strenge Mengenbeschränkungen.

„Die EU-Kommission hat vorgegeben, durch die Erhaltungssortenrichtlinie die Bewahrung und Weiterentwicklung von traditionellen und seltenen Sorten erleichtern zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Richtlinie und insbesondere auch ihre Umsetzung in Österreich machen die Arbeit der ErhalterInnen zunichte. Im Internationalen UN-Vertrag über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR-FA) ist das bäuerliche Recht, Samen aus eigener Ernte zu gewinnen, zu tauschen und zu vermarkten, festgeschrieben. Dieser Vertrag wurde von der EU und allen Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Durch die Erhaltungssortenrichtlinie wird dieses Recht verletzt. „Die Umsetzung der Saatgutrichtlinie legalisiert die Biopiraterie: Pflanzensorten, die über Jahrhunderte von unzähligen Generationen von Bäuerinnen und Bauern gezüchtet wurden, sollen nun zum Eigentum einzelner Zulassungsinhaber werden. Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Die Erhaltungssortenrichtlinie ist ein EU-Gesetz und wird wie folgt in Österreich umgesetzt werden:

In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten gebrau erlaubt.

In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten Gebrauch erlaubt.

Zusätzlich zum regulären Zulassungsverfahren (Kosten € 2943.-) gibt es jetzt die Zulassung als Erhaltungssorte (Kosten € 243.-). EU weit sind derzeit bereits 100 Sorten zugelassen, in Österreich sind fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren. Die Sorte kann als Erhaltungssorte, eine traditionelle Sorte, bei strikter Anbaubeschränkung auf eine Region oder als Liebhabersorte bei Neuzüchtung, Abgabe nur Kleinstpackungen, zugelassen werden, jedoch niemals aber als Beides. Im Zweifel hat der schnellere die Zulassung. Wenn die Ursprungsregion einer Sorte in mehreren Ländern liegt, müssen sich „die betroffenen Länder bemühen in einem bilateralen Prozeß Einvernehmen herzustellen. Arche Noah und die Firma Reinsaat haben bereits einige Sorten aus dem Sortenhandbuch ins Zulassungsverfahren gebracht, so zum Beispiel die bekannten Sorten: Roter Augsburger, Auriga, Gelbe Dattelwein, Black Plum, sowie berühmte Sorte Green Zebra, die der Züchter eigentlich der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat. Ist eine Sorte zugelassen, gelten die Regeln für Nachbausaatgut!

In Österreich gibt es laut Ministerium noch keine Nachbaugebühren, aber ein Inverkehrbringen von Saatgut ist verboten. Als „Inverkehrbringen“ gilt der Verkauf, aber auch das „Anbieten von Nachbausaatgut“, das „Vorrätighalten zum Verkauf“ (abgefülltes Samensackerl), sowie „Tausch“, erlaubt ist nur die Verwendung zum eigenen Gebrauch. Einzige Ausnahme ist die Abgabe zu „nachweislich züchterischem Zweck“, oder zu Ausstellungszwecken. Die erlaubte Abgabemenge pro Sorte!!!! (nicht pro Züchter ) liegt hier bei bei Gemüse nur 0,2kg, sowie bei bei Getreide nur 2kg. Zum Vergleich: Die erlaubte Abgabemenge von nicht zugelassenen Getreidesorten liegt bei immerhin max. bei 200kg.

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Es gibt die Möglichkeit, daß sich pro Sorte mehrere Erhaltungszüchter eintragen lassen (Kosten 110.-) die erlaubte Anbaumenge wird dann „proportional zugeteilt“. Die EU muß regelmäßig informiert werden, auf keinen Fall dürfen die maximalen Mengenbeschränkungen überschritten werden. Es haben sich bis heute keine Schlupflöcher aufgetan. Selbst wenn sich Arche Noah als weiterer Erhaltungszüchter registrieren ließe (Kosten!!!), dürfte nur Arche Noah das Saatgut anbieten, nicht aber die unzähligen ErhalterInnen aus dem Netzwerk.

Meinem Aufschrei, daß jede registrierte Sorte privatisiert, und für das ErhalterInnenetzwerk verloren sei, wurde vom Podium nicht widersprochen. Für unser Sortenhandbuch heißt das, daß sukzessive die attraktivsten Sorten verschwinden werden. Für uns ErhalterInnen heißt das zusätzlich ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiterzuentwicken?

Gerne kann dieser Text für ein Protestschreiben an Ministerialrat Zach vom Lebensministerium genutzt werden, in Kopie bitte an uns.

Rückfragen an: Florian Walter, 03579/8037 oder 0664/4165649;

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