Schlagwort-Archive: Saatgut

Aktuelles aus dem Böhmerwald

Liebe Permakulturinteressierte!

Wir hoffen, dass ihr eine schöne Weihnachtszeit verbracht habt und wünschen euch von Herzen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016.

Besonders freut es mich, dass wir schon wieder einige Zusagen zu den Stammtischen in der nächsten Zeit erhalten haben. Auch die Wanderung im Böhmerwald mit Thomas Engleder wird möglich werden.

Wem zwischenzeitlich etwas Interessantes über den Weg läuft, bitte per E-Mail an mich (Roswitha) oder am nächsten Stammtisch Unterlagen, Kontakt mitbringen.
Auch unsere Aktion: „DAS BÜCHERKISTL“ gibt es wieder.
Bitte Bücher mitbringen zum Entlehnen, die Bücher mit euren Kontaktdaten beschriften, Waltraud verwaltet dann wieder die Listen.


Saatgut von Roswitha
Saatgut von Roswitha

Besonders herzlich laden wir wieder zu unserm nächsten Stammtisch ein:
Permakultur-Stammtisch, 7.1.2016, 19.00 Uhr, Stiftskeller Schlägl
Ablauf:
1. Interessantes aus der Region (Terminhinweise)
2. Saatgut aus der Region mit Martina Kramer/ Arche Noah
(Herstellung, Austausch, Besonderheiten)
Wer hat und möchte, kann auch schon eigenes Saatgut zum Tauschen mitbringen.

3. Diskussion: Was heißt das für uns
„Die Ethik der Permakultur“
Sorge für die Erde
Sorge für die Menschen
Reduziere und teile gerecht

4. Gemütlicher Ausklang und persönliche Gespräche


Rückblick/ Terminübersicht


Biogespräche Bioschule Schlägl
Geführte Wanderungen im Böhmerwaldgebiet
Angebote der Böhmerwaldschule
Angebote s’Stoareich (Reitinger Steinbruch)
Kursangebot BioAustriaOÖ


Termine zum Vormerken:


Saatgut Rucola
Saatgut Rucola

Do. 7.1.2016 Permakultur-Stammtisch – Stiftskeller Schlägl
Saatgutstammtisch mit Martina Kramer/Arche Noah, Möglichkeit zum Tausch von Saatgut?


Do. 4.2.2016 Permakultur-Stammtisch – Stiftskeller Schlägl
Wintergärtnerei: Vorbereitung Exkursion HLA für Gartenbau Wien/ DI W. Palme


Do. 3.3.2016 Permakultur-Stammtisch – Stiftskeller Schlägl
Regionale Nahrungsmittelproduzenten:Netzwerke und Direktvermarktungsbörsen
mit Bioregion, Fam. Lang, Fam. Wöss und hoffentlich Achtsamgruppe Auberg


Do. 7.4.2016 Permakultur-Stammtisch – S´Stoareich
Saatgut und Pflanzerltauschmöglichkeit, Vorbereitung Rundgang im Schaugarten und Bodenaufbau/ Kompostgewinnung bei Josef Reitinger im Steinbruch


Lernen sie alles was sie über Obstbaumschnitt und -Pflege wissen wollten beim Baumflüserer Ernst Junger
Lernen sie alles was sie über Obstbaumschnitt und -Pflege wissen wollten beim Baumflüserer Ernst Junger

Do. 5.5.2016 Permakultur-Stammtisch
Grundlagen Permakultur, Vorbereitung Artgerechte Bienenhaltung, warum? Exkursion Vorbereitung Bäume veredeln und schneiden mit Junger Ernst


Do. 2.6.2016 Permakultur-Stammtisch
Mitfahrbörsen Flinc? Vorbereitung Sensenmähkurs


Do. 7.7.2016 Permakultur-Stammtisch
im Böhmerwald mit Thomas Engleder, Grundlagen Permakultur, Vorbereitung Permawandertag im Böhmerwald


Do. 4.8.2016 Permakultur-Stammtisch, Biogartenhof Mühlland, 4160 Aigen -Schlägl
Blick in den Gemeinschaftsgarten & Weg mit dem Schneck?? (Vortrag)
Vorbereitung Naturkosmetik


Do. 1.9.2016 Permakultur-Stammtisch
Grundlagen Permakultur, ÖBV österr. Berg- und Kleinbauernverein via campesina
Lisa Hofer, Arnreit


Do. 6.10.2016 Permakultur-Stammtisch
Stiftskeller Schlägl
Reflexion und Progammplanung 2016


Roswitha und Waltraud leiten die Regionalgruppe Böhmerwald von Perma-Norikum
Roswitha und Waltraud leiten die Regionalgruppe Böhmerwald von Perma-Norikum

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr vielleicht beim nächsten Mal auch dabei wärt.

Liebe Permagrüße
Waltraud Müller & Roswitha Diaz Winter

Permakultur-Wintergespräche 2015

Wie im Jänner 2012 soll es auch 2013 wieder ein Wintergespräch in Waldhausen geben
Wie in den letzten Jahren soll es auch 2015 wieder Permakultur-Wintergespräch geben

Permakultur-Wintergespräche 2015
Termine und Veranstaltungsplätze gesucht!

Der Verein Perma-Norikum veranstaltet Anfang 2015 seine fünften Permakultur-Wintergespräche. Am Jahresanfang treffen wir uns bei verschiedenen Permakultur-Freunden im Großraum Oberösterreich. Zur Teilnahme eingeladen ist grundsätzlich jeder der sich gerne mit Permakultur-Interessierten auszutauschen möchte.

Wir spannen wieder einen weiten Bogen zum Themenkreis Permakultur, auch “Neueinsteiger” ins Thema sind willkommen. Teilnahme ist kostenlos, wir freuen uns jedoch wenn jeder etwas für die Allgemeinheit mitbringt.

1. Termin Permakultur-Wintergespräch in Waldhausen
2. Termin Permakultur-Wintergespräch in Haibach
3. Termin Permakultur-Wintergespräch in Wels

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Programm im Garten des Lebens

Garten des LebensVortrags- und Seminarprogramm Garten des Lebens von Annette Holländer & Hans Sondermeier in D-85625 Baiern

GEMÜSERARITÄTEN, ALTE GEMÜSESORTEN, VERKOSTUNGEN, KOCHEVENTS

Vortragsabend mit Verkostung: Vielfalt erhalten – gesundes Gemüse genießen Detailbeschreibung

Vortragsabend mit Verkostung: Gemüsevielfalt des Monats Detailbeschreibung

Einführung, Gartenbegehung, Sammeln und Zubereitung von Blüten : Essbare Blüten Detailbeschreibung

Praxiskurs: Alte Gemüsesorten neu entdeckt Detailbeschreibung


SAATGUT UND PFLANZEN, ANBAU, SAMENGÄRTNEREI

Vortrag mit Saatguttausch: Gesundes Gemüse ernten – Saatgut und Pflanzen für den Eigenanbau Detailbeschreibung

Vortrag: Gemüse und Kräuter ernten auf kleinstem Raum – Bio-Gärtnerei für Balkon und Terrasse Detailbeschreibung

Praxiskurs (Tagesseminare): Gemüse und Kräuter selbst vermehren – Samengärtnerei für den Hausgarten Detailbeschreibung

2-Tage Praxiskurs: Obst und Gemüse im Hausgarten selbst kultivieren und vermehren Detailbeschreibung


PERMAKULTUR

Vortrag: Permakultur – Gesunde Ernährung auf Basis ökologischer Kreislaufwirtschaft Detailbeschreibung

Praxisseminar (je zwei Seminartage): Grundlagen der Permakultur im Zyklus der Jahreszeiten Detailbeschreibung

Praxiskurs (Tagesseminare): Permakultur Familientage Detailbeschreibung


28.4. Markt: Pflanzerlmarkt am Wochenmarkt in Wels

Auch dieses Jahr soll es am Welser Wochenmarkt einen Pflanzentauschmarkt geben
Auch dieses Jahr soll es am Welser Wochenmarkt einen Pflanzentauschmarkt geben

28. April 2012 Pflanzerlmarkt am Wochenmarkt in Wels
Pflanzentauschmarkt des Vereins Perma-Norikum

Der Verein Perma-Norikum veranstaltet zum 2. mal im Rahmen des europäischen Tag der Sonne, am Samstag den 28. April am Wochenmarkt der Stadt Wels von 7.00 bis 12.00 Uhr einen Pflanzen-Raritäten-Markt. Pflanzen sind noch immer die einfachste und effektivste Möglichkeit, Sonnenenergie umzusetzen und für uns in den verschiedensten Formen verfügbar zu machen. So kann die Energie der Sonne in Lebensmittel, Medizin, Futter, Energiepflanze, Bauholz und auch Edelholz umgesetzt werden.

Wer sich gerne mit seinen Pflanzenraritäten beteiligen möchte, bitte anmelden! Wir suchen auch noch jemanden der für das nötige Tam-tam sorgt, ein bunter Reigen an Pflanzenvielfalt, Musik und Geselligkeit wäre nett!

Veranstaltungsort: Marktplatz Wels, Kreuzung Dragonerstraße / Dr.-Salzmann-Straße, Anlieferung der Pflanzen muss zischen 6.00 und 7.00 Uhr geschehen!

Saatgut aus dem Hausgarten

Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4
Saatgut aus dem Hausgarten Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen Marlies Ortner 1. Auflage 2010 138 Seiten, 17 cm × 24 cm mit vielen farb. Abb. Hardcover ISBN 978-3-936896-53-4

Saatgut aus dem Hausgarten – Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen
Marlies Ortner

Blumen-, Kräuter- und Gemüsesamen selbst gewinnen. Leitfaden für eine faszinierende Liebhaberei.

Im Bauerngarten gab es in früheren Zei­ten oftmals ganz spezielle Blumen- und Gemüsesorten, die regionaltypisch waren und von Generation zu Genera­tion weitergegeben wurden – Stolz jeder Gärtnerin und jedes Gärtners. Das neue Interesse an alten Obstsorten, farbigen Kartoffeln und Tomatenvariationen hat auch die Tradition der Saatgutgewinnung wieder in unser Bewusstsein gebracht und eine Vorstellung davon, wie wertvoll und erhaltenswert unsere Kulturpflanzen und der reiche Schatz der genetischen Vielfalt sind.

Die Beschäftigung mit der Vielfalt von Samen und Jungpflänzchen ist erfreulich, anregend und voller Überraschungen! In diesem Buch wird gezeigt, wie Samen von Gemüse, Blumen und Kräutern im Hausgarten für das nächste Jahr geerntet werden können. Die Gemüsearten sind dabei nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet, so dass auch Anfänger einen sicheren Erfolg damit haben werden.
Nach einer kurzen Einführung in die Methoden der Saatgutgewinnung und in die Praxis der Vermehrung beschreibt die Autorin, die sich seit mehr als 20 Jahren mit Samengärtnerei beschäftigt, die nötigen Hilfsmittel, die Ernte, die Reinigung und Lagerung der Samen sowie die Aussaat und Aufzucht im darauffolgenden Jahr.
Mit kurzen Pflanzenporträts aller im Hausgarten üblichen Kräuter, Gemüse und Blumen.

Bestellen bei ökobuch Verlag

Der Meierhof in St. Bernhard bei Horn bietet Fläche für Gartenbau und Feldgemüse

Der Meierhof  in St. Bernhard bei Horn bietet Fläche für Gartenbau und Feldgemüse
Ein Bericht von Helma Hamader & Josef Ehrenberger

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.
Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Wir bewirtschaften in St. Bernhard bei Horn den MEIERHOF nach biologisch-dynamischen Kriterien. Unser hauptsächliches Arbeitsfeld ist der Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung alter Getreidesorten. Daneben haben wir als „Hobby“ einen Garten angelegt. Da jedoch unser Zeitrahmen aufgrund der umfangreichen Tätigkeiten beschränkt ist, sind wir auf der Suche nach einer/m KooperationspartnerIn.Vielleicht gibt es jemanden, der gerne als Demeter-Gärtner aktiv werden will, aber nicht über den notwendigen Platz verfügt. Wir würden gerne unseren Garten und anteilige Ackerflächen dafür zur Verfügung stellen, inklusive der vorhanden Geräte, Maschinen, Materialien sowie unsere Arbeitszeit, soweit möglich.

Die angelegte Gartenfläche umfasst derzeit 1.900 m². Zusätzlich sind noch Ackerflächen für Feldgemüse möglich sowie die Nutzung der bestehenden Wildobst- und Wildkräuterbestände. Das Saatgut aus der eigenen Vermehrung steht selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung. Im Garten besteht ein Folientunnel mit 36 m².

Was haben wir bisher angebaut und geerntet:
Kräuter, Paradeiser, Paprika, Chili, Karfiol, Brokkoli, Kraut, Salate, Kohlrabi, Sprossenkohl, Grünkohl, Wirsing, Lauch, Knoblauch, Rote Rüben, Sellerie, Mangold, Karotten, Radieschen, Rettich, Erbsen, Bohnen, Pastinaken, Petersilie, Gurken, Melonen, Andenbeeren, Okra, Kürbis, Zucchini, Zuckermais, Melanzani, …..

Hauptsächliches Arbeitsfeld des Meierhofes ist der Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung alter Getreidesorten
Hauptsächliches Arbeitsfeld des Meierhofes ist der Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung alter Getreidesorten

Wildobsthecke:
Knorpelkirsche, Steinweichsel, Roter und Schwarzer Holunder, Elsbeeren, Maroni, Vogelbeeren, Kriecherl in allen Farben, Schlehdorn, Hagebutten, Haselnüsse, Wildpflaumen, Zwetschken, Eierpflaumen, Apfelsämlinge,
Weingartenpfirsiche, Dirndln, …..

Als Anteil am Garten möchten wir unseren Eigenbedarf an Gemüse decken. Eine Wohnmöglichkeit steht eventuell zur Verfügung.
Bei Interesse, bitten wir um Rückmeldung an Helma Tel.: +43 (0)676 6771111 oder Sepp +43 (0)676 6771110

Wir würden uns sehr freuen, wenn unser Garten mit Liebe und Engagement bewirtschaftet würde.

Herzliche Grüße aus dem Waldviertel
Helma Hamader & Josef Ehrenberger
MEIERHOF
www.meierhof.at
A-3580 St. Bernhard 48

Saatgut: Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Saatgut:  Umsetzung der EU-Erhaltungssortenrichtlinie privatisiert freie Sorten

Ein Bericht von Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten

Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen
Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören, die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat begonnen

Kommt die Umsetzung der „Erhaltungssortenrichtlinie“ so wie sie das Österreichische „Lebensministerium“ bereits verordnet hat, droht ein Kahlschlag im Sortenhandbuch der Arche Noah! Auch Saatguttauschmärkte könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Jagd auf exklusive Rechte von attraktiven Erhaltungssorten hat schon begonnen! Bereits seit Jänner 2010 können Sorten in einem beschleunigten und vereinfachten Zulassungsverfahren als Erhaltungssorten, bzw. als Amateursorten zur Anmeldung gebracht werden. Das wurde bei einer offiziellen Infoveranstaltung des Ministeriums vorletzte Woche bekannt gegeben, die ich besucht habe. Es sind bereits 70 Sorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie „Green Zebra“, „Gelbe Dattelweintomate“ und „Roter Augsburger“!

Im Juni 2008 hat die EU-Kommission die Richtlinie 2008/62/EG erlassen. Sie regelt die Zulassung von Landsorten und seltenen Sorten, die von genetischer Erosion bedroht sind und bis jetzt noch nicht registriert waren sowie das „Inverkehrbringen“ dieser Sorten. Bei einer Informationsveranstaltung des Lebensministeriums wurden nun die Durchführungsbestimmungen für Österreich vorgestellt. Die anwesenden ErhalterInnen von seltenen und bedrohten Sorten reagierten entsetzt: „Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen“, so Florian Walter, Bergbauer in Pöls und Erhalter zahlreicher Sorten. „Dies ist das Aus für die so beliebten Pflanzentauschmärkte! Das mühsam aufgebaute Netzwerk von ErhalterInnen in Österreich wird mit diesen Regelungen in Frage gestellt.“

70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"
70 Sorten sind bereits im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte wie "Green Zebra", "Gelbe Dattelweintomate" und "Roter Augsburger"

Bisher waren Erhaltungssorten freie Sorten, die genutzt, vermehrt und weitergegeben werden durften. Nach Inkrafttreten der Umsetzungsbestimmungen können diese Sorten in einem – im Vergleich zum regulären Zulassungsverfahren – vereinfachten und billigeren Verfahren zugelassen werden. Bis jetzt gab es diese Möglichkeit nicht. Sobald jedoch eine Sorte als Erhaltungssorte zugelassen ist, darf sie nur mehr von den jeweiligen Zulassungsinhabern vermehrt und verkauft werden. Die Sorte, die bisher allen frei zu Verfügung stand, wird somit privatisiert.

Genau dieser Punkt löst Empörung auf Seiten der ErhalterInnen aus. „Diese traditionellen und seltenen Sorten werden seit Jahren von zahlreichen Bauern und Bäuerinnen sowie GärtnerInnen vermehrt, betreut und züchterisch verbessert. Nun sollen wir sie nicht mehr verkaufen, ja nicht einmal mehr tauschen dürfen! Für uns ErhalterInnen bedeutet das ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiter zu entwickeln?“ so Walter entrüstet. Derzeit befinden sich in Österreich fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren, darunter so bekannte und beliebte Sorten wie die Tomaten „Green Zebra“ und „Auriga“ oder der Paprika „Roter Augsburger“. EU-weit sind bereits 100 Sorten zugelassen. Sobald ein EU-Mitgliedsland eine Region als „Ursprungsregion“ einer gewissen Sorte anerkennt, darf diese nur mehr in dieser Region angebaut werden. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Mitgliedsstaaten sind damit vorprogrammiert. Zusätzlich gelten strenge Mengenbeschränkungen.

„Die EU-Kommission hat vorgegeben, durch die Erhaltungssortenrichtlinie die Bewahrung und Weiterentwicklung von traditionellen und seltenen Sorten erleichtern zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Richtlinie und insbesondere auch ihre Umsetzung in Österreich machen die Arbeit der ErhalterInnen zunichte. Im Internationalen UN-Vertrag über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR-FA) ist das bäuerliche Recht, Samen aus eigener Ernte zu gewinnen, zu tauschen und zu vermarkten, festgeschrieben. Dieser Vertrag wurde von der EU und allen Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Durch die Erhaltungssortenrichtlinie wird dieses Recht verletzt. „Die Umsetzung der Saatgutrichtlinie legalisiert die Biopiraterie: Pflanzensorten, die über Jahrhunderte von unzähligen Generationen von Bäuerinnen und Bauern gezüchtet wurden, sollen nun zum Eigentum einzelner Zulassungsinhaber werden. Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Die Erhaltungssortenrichtlinie ist ein EU-Gesetz und wird wie folgt in Österreich umgesetzt werden:

In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten gebrau erlaubt.
In Zukunft ist der Handel und das Tauschen von Saatgut verboten. Reproduktion ist nur noch für privaten Gebrauch erlaubt.

Zusätzlich zum regulären Zulassungsverfahren (Kosten € 2943.-) gibt es jetzt die Zulassung als Erhaltungssorte (Kosten € 243.-). EU weit sind derzeit bereits 100 Sorten zugelassen, in Österreich sind fast 70 Gemüsesorten im Zulassungsverfahren. Die Sorte kann als Erhaltungssorte, eine traditionelle Sorte, bei strikter Anbaubeschränkung auf eine Region oder als Liebhabersorte bei Neuzüchtung, Abgabe nur Kleinstpackungen, zugelassen werden, jedoch niemals aber als Beides. Im Zweifel hat der schnellere die Zulassung. Wenn die Ursprungsregion einer Sorte in mehreren Ländern liegt, müssen sich „die betroffenen Länder bemühen in einem bilateralen Prozeß Einvernehmen herzustellen. Arche Noah und die Firma Reinsaat haben bereits einige Sorten aus dem Sortenhandbuch ins Zulassungsverfahren gebracht, so zum Beispiel die bekannten Sorten: Roter Augsburger, Auriga, Gelbe Dattelwein, Black Plum, sowie berühmte Sorte Green Zebra, die der Züchter eigentlich der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat. Ist eine Sorte zugelassen, gelten die Regeln für Nachbausaatgut!

In Österreich gibt es laut Ministerium noch keine Nachbaugebühren, aber ein Inverkehrbringen von Saatgut ist verboten. Als „Inverkehrbringen“ gilt der Verkauf, aber auch das „Anbieten von Nachbausaatgut“, das „Vorrätighalten zum Verkauf“ (abgefülltes Samensackerl), sowie „Tausch“, erlaubt ist nur die Verwendung zum eigenen Gebrauch. Einzige Ausnahme ist die Abgabe zu „nachweislich züchterischem Zweck“, oder zu Ausstellungszwecken. Die erlaubte Abgabemenge pro Sorte!!!! (nicht pro Züchter ) liegt hier bei bei Gemüse nur 0,2kg, sowie bei bei Getreide nur 2kg. Zum Vergleich: Die erlaubte Abgabemenge von nicht zugelassenen Getreidesorten liegt bei immerhin max. bei 200kg.

Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.
Seltene Sorten, die zynisch als „Liebhabersorte ohne ökonomischen Nutzen“ bezeichnet werden, sind durch das teure Zulassungsverfahren und die restriktiven Anbaubestimmungen vom Aussterben bedroht.

Es gibt die Möglichkeit, daß sich pro Sorte mehrere Erhaltungszüchter eintragen lassen (Kosten 110.-) die erlaubte Anbaumenge wird dann „proportional zugeteilt“. Die EU muß regelmäßig informiert werden, auf keinen Fall dürfen die maximalen Mengenbeschränkungen überschritten werden. Es haben sich bis heute keine Schlupflöcher aufgetan. Selbst wenn sich Arche Noah als weiterer Erhaltungszüchter registrieren ließe (Kosten!!!), dürfte nur Arche Noah das Saatgut anbieten, nicht aber die unzähligen ErhalterInnen aus dem Netzwerk.

Meinem Aufschrei, daß jede registrierte Sorte privatisiert, und für das ErhalterInnenetzwerk verloren sei, wurde vom Podium nicht widersprochen. Für unser Sortenhandbuch heißt das, daß sukzessive die attraktivsten Sorten verschwinden werden. Für uns ErhalterInnen heißt das zusätzlich ein ständiges Leben in Ungewissheit, ob nicht morgen auch die geschätzte und gehütete Lieblingssorte privatisiert ist und nicht mehr weitergegeben werden darf. Wer wird sich dann noch die Mühe machen Sorten zu erhalten und weiterzuentwicken?

Gerne kann dieser Text für ein Protestschreiben an Ministerialrat Zach vom Lebensministerium genutzt werden, in Kopie bitte an uns.

Rückfragen an: Florian Walter, 03579/8037 oder 0664/4165649;

Unermesslicher Ökologischer Schaden im Bayerischen Wald

Unermesslicher Ökologischer Schaden im Bayerischen Wald 2010/2011
In den Landkreisen Regen und Passau (angrenzende Landkreise und die
Nachbarländer Österreich und Tschechien werden wahrscheinlich auch
betroffen werden).
Ein Bericht von Anton Zech / Landau an der Isar

Hier Auszüge aus dem Artikel der Landauer/Passauer Neuen Presse
Mai.2010-05-29

„Passau. Eine Partei, zwei Meinungen: Während sich Staatssekretär
Andreas Scheuer Mitte März noch erfolgreich für die Freigabe des
Pflanzenschutzmittels  „Santana“  eingesetzt hatte, fordert nun der
CSU-Arbeitskreis Umwelt (AKU) unter Vorsitz des Landshuter Rudolf Schnur dessen sofortiges Verbot.
Begründung: Das Mittel enthalte den Wirkstoff Clothianidin, der bereits
2008 zu einem massiven Bienensterben geführt habe.“

„„Wenn mir jemand Argumente dafür liefern kann, dass die Bekämpfung des Drahtwurms wichtiger ist als der Erhalt der Bienenvölker, wäre das gut.  Aber darauf warte ich noch“ fühlt sich Schnur in der  „Santana“
-Diskussion allein gelassen. Eine vorherige Absprache zwischen Scheuer
und Schnur habe es Letzterem nicht gegeben: „Herr Scheuer ist für mich
ein Ansprechpartner in Verkehrsfragen. Dass er sich für die Freigabe von
Santana eingesetzt hat, habe ich und meine Kollegen nicht mitbekommen –
sonst hätten wir natürlich darüber diskutiert“, teilte Schnur auf
Anfrage der PNP mit.“

Stichwort: SANTANA  (der Name spricht für sich) Das Pestizid „Santana“ enthält den Wirkstoff Clothianindin – ein Mittel, das 2008 in Bayern als gebeiztes Maissaatgut ein Bienensterben ausgelöst hat. Clothianidin vergiftet das Guttationswasser, das Pflanzen bei hoher Luftfeuchtigkeit ausstoßen. Bienen und andere Insekten nutzen es zur Wasserversorgung. Aufgrund seiner Giftigkeit ist Santana laut Bundesamt für Verbraucherschutz genehmigungspflichtig, der Einsatz mit strengen
Auflagen verbunden.

PNP Mai 2010-05

2008 war nur das Saatgut damit gebeizt worden. Soweit meine Informationen richtig sind, handelt es sich diesmal um ein Granulat das in den Boden direkt eingebracht werden soll. Mit einer Halbwertszeit von sage und schreibe 3 Jahren! Also nach 3 Jahren befinden sich immer noch 50 % des Wirkstoffs im Boden. Der Wurzellbohrer is vorallem für Mais und Sonnenblumen ein Problem und tritt bei einem frischen Wiesenumbruch hauptsächlich auf. Jetzt stelle ich mir die Frage, „was isn mit der Dreifelder Wirtschaft worn“ muss ma nach an frischen Wiesenumbruch glei an Mais oder Sonnenblumen baun? Oder giebts da einfach, wegen der Subventionen und Biogasanlagen zuviel zu verdienen? Sollte es zu einem Flächendeckenden Einsatz dieses Jahr kommen, ist zu erwarten, das es in diesen Regionen nächstes Jahr, keine Bienen, Insekten und folglich durch nicht Bestäubung, keine Vögel, Obsternten ect.  geben wird. 80% unserer Lebensmittel sind von Bestäubern abhängig. Und nur um sich des mal klar zu machen. Ich spreche hier vom Großteil des Bayerischen Waldes der dazu noch Nationalpark is (große Obstanbauflächen ect.).
2008 fand unter anderem auch in Österreich und Frankreich ein großes
Bienensterben statt. Nur das in diesen beiden Ländern die Mittel  Verboten wurden. In Österreich durch Anregung und Einsetzen der
Landwirte und des Österreichischen Bauernbundes.
Sollte es zu einem Ökologischen-Holocaust kommen, in unserem Bayerischen Wald. Werde ich mit Spannung, das verhalten und die Reaktion der Weitler, beobachten.  Dann wird sich herausstellen ob da Niederbayerische Volksgeist no immer still is und solts ned so sein. Na ja dann werden die Keltischen Wurzeln durchschlagen und einige Ungerechtigkeiten werden abgeschafft werden.
Leider ist es oft so das es erst richtig weh doa muas, bis ma sich
ändert. Aber mit der Möglichkeit es danach richtiger zu machen.
In diesem sinne, es liegt an jedem einzelnen.

Saatgutvermehrung für den Hausgarten

Hochwertiges Saatgut, Grundlage unserer Ernte

Samengärtnerei – Saatgutvermehrung für den Hausgarten
Diese Information beruhend auf dem „Handbuch Samengärtnerei“ (Loewenzahnverlag) und persönlichen Erfahrungen, des Verfassers Günter Schnaitl, aus der Praxis bei Reinsaat.
Allgemeines zur Samengärtnerei:
Der Samenbau ist dem Gemüsebau ähnlich. Im Samenbau bringt es aber zum Teil Vorteile unter nicht optimalen Bedienungen (kein gut durch düngter Boden, raues Klima, Schädlinge …) anzubauen um robustes Saatgut zu ziehen

Bestäubung durch Fremdbestäuber

Die meisten Pflanzen brauchen Pollen von einer anderen Pflanze derselben Art um fruchtbare Samen ausbilden zu können, diese gelangen über Insekten oder den Wind von der einen zur anderen.
Um ein Sorte rein zu erhalten muss man einiges beachten.

Es muss besonders bei von Wind bestäubten Pflanzen (Rona, Mangold, Spinat, Kukuruz, Gartenmelde) ein großer Abstand zwischen gleichzeitig blühenden Sorten eingehalten werden (100m bis mehrere Kilometer) um ein Kreuzen zu verhindern. Pflanzen die mit ihren  Blüten Insekten anlocken,  können – wenn mehrere Sorten gleichzeitig blühen – mit einem feinmaschigen Netz abgedeckt werden. Man muss dann allerdings für Insekten unter dem Netz sorgen die dort die Befruchtung übernehmen = aufwendig. Im Hausgarten wird häufig nur eine Sorte einer Art angebaut, das ist am einfachsten. Steht aber beim Nachbarn oder auf dem Feld in der Nähe anderes blühendes Gemüse muss man trotzdem mit einer Einkreuzung rechnen, besonders bei Karotten, Kürbissen oder Mais.

Bei Saatgut dass für den Verkauf bestimmt ist, ist dies nicht akzeptabel, für den Hausgebrauch ist es aber  kein Problem wenn von 100 Karottensamen  5 unbrauchbar sind.
Selbstbestäuber

Können sich selbst befruchten, meist direkt in der Blüte oft schon bevor sich diese öffnet. Bei ihnen ist es einfacher eine Sorte zu erhalten, es genügen geringe Abstände zwischen den Sorten bzw. sind gar keine nötig (z.B. Busch und Stangenbohnen, Tomaten)

Selektion

Die Pflanzen werden wenn sie Ihre Nutzungsreife erreicht haben genau Betrachtet, Wurzelgemüse wird geerntet. Die schönsten Pflanzen kommen zur Vermehrung. Was schön ist kann man nach Gefühl beurteilen oder nach genauer Sortenbeschreibung. Der Rest kommt in die Küche. Je größer der Bestand an Pflanzen ist aus denen Selektiert wird desto besser. Allgemein wird geachtet auf:  Frohwüchsigkeit, Schoßtoleranz, Ertrag, Geschmack, allgemeine Gesundheit der Pflanzen… Und dann soll man ausgerechnet das schönste Gemüse nicht essen? Trifft bei Wurzelgemüse leider zu!

Bei Salat und Kohlgemüse kann aber auch der Kopf abgeschnitten werden und nur der Strunk mit den sich schon geöffneten Blättern zur Blüte gebracht werden. Achtung nur die Strünke der schönsten Pflanzen belassen. Dies ergibt weniger, evtl. nicht ganz so gut Keimfähiges Saatgut ist aber besonders für kleinere Gärten eine geeignete Methode. Außerdem kann man die Kohlstrünke einfach im freien überwintern und muss sie nicht einlagern.
Saatgut  Reinigen

Auch hier muss es nicht so genau gehen wie beim Verkauf, besonders da praktisch immer mit der Hand gesät wird und nicht mit Maschinen.

Dreschen

Die ganz trockenen Samenträger können meist gut gedroschen werden indem man sie in einen Stoffsack gibt und auf einer weichen Unterlage (z.B. Polster, Matratze) ausklopft. Die groben Anteile mit der Hand entfernen und dann geht’s weiter mit Ausblasen, in den Wind schmeißen und oder Sieben (Siebe sind leider teuer). Besonders zu empfehlen bei größeren Körnen ist die Reinigung mit dem Staubsauger. Dazu einer PET Flasche den Boden abschneiden und mit dem Verschluss auf den Staubsaugerschlauch montieren und schon hat man einen Windsichter. Die leichten (Staub)Teile werden mit gesaugt, die schweren Samenkörner fallen zurück.

Lagerung

Die Samen müssen gut getrocknet werden und sind dann Luftdicht zu verpacken. Lagerung optimal bei 0 bis 10 °C, ein trockener Keller oder eine Speisekammer ist auch ausreichend. Dunkel und trocken, z.B. Schraubgläßer sind gut weil sie Schutz vor Lebensmittelmotten bieten.
Gute Beschriftung und gute Organisation sind beim Samenbau vom Anfang bis zum Ende ein Muss

Doldenblütler

Alle Doldenblütler sind Fremdbestäuber, einige Vertreter davon sind: Petersilie, Sellerie, Pastinak, Fenchel, Dill …

Karotte

Bestäubung:
Fremdbefruchtung notwendig = Kreuzungsgefahr mit anderen Sorten (nur eine Sorte pro Jahr oder Isolierung mit Netz) und der bei uns häufigen Wildmöhre (ein Zeitlicher Blüh-Unterschied zu dieser kann erzielt werden indem die Karotten ab Februar im Topf  vorgetrieben werden)

Samenbau:
Aussaat rel. Spät (Juni) außer man möchte auf Frühzeitigkeit selektieren. Ernte so spät als möglich (können geschützt im Winter auch draußen bleiben, für die Selektion ist aber eine Ernte und Begutachtung notwendig)

Selektion: gesunde und schöne (Sorte!) Karotten ungewaschen und unverletzt mit ca. 2cm Blattansatz einlagern (optimal in feuchtem Sand bei ca. 1- 3 °C und hoher Luftfeuchtigkeit)
zweite Selektion im Frühjahr auf Lagerfähigkeit und Geschmack.
Jetzt sollten mind. 30 schöne Karotten, je mehr desto besser, für die Weitervermehrung überbleiben

Setzen im Frühjahr März/April
Die Wurzelbildung kann angeregt werden indem man die Karotte 3-4-mal längs einschneidet, einen Tag abtrocknen lassen dann setzen. Zwischen den Reihen ca. 50 cm in der Reihe ca. 25cm Abstand lassen.

Für die Blüten ein Stützgerüst bauen, die Dolden an den Haupttrieben geben die besten Samen, Die Dolden die braun und trocken werden sind erntereif (kurz bevor die Samen von selber abfallen)

Die Dolden ca. 2 Wochen nachtrocknen und dann in einem Stoffsack auf weicher Unterlage ausdreschen und mit Sieben, Luft und Wind reinigen.

Gänsefußgewächse werden vom Wind bestäubt,

Vorsicht sie sind meist gute Nitratspeicher (keine stickstoffhaltigen Böden und evtl. Ernte an einem sonnigen Nachmittag z.B. Spinat) und enthalten Oxalsäure, einige Vertreter sind: Spinat, Mangold, Gartenmelde, Quinoa…

Rote Rübe oder Rona

Bestäubung:
Kann sich mit Mangold, Zucker- und Futterrüben kreuzen

Samenbau:
Für die Vermehrung nicht vor Ende Juni säen. Im ersten Jahr blühende und komisch wachsende Pflanzen aussortieren. Im Herbst schöne (Sorte!) und unverletzte Rüben mit Blattansatz einlagern (absolut Dunkel 0-5 °C) 10 Pflanzen reichen aus. Zweite Selektion im Frühjahr auf Lagerfähigkeit und Geschmack. Setzen im Frühjahr (Wetter beachten) bis zum Blattansatz eingraben und gut angießen, genügend Platz geben ca. 50 x 50 cm. Die reifen Samen fallen nicht aus, man kann die Pflanze daher gut reifen lassen, dann an einem sonnigen Tag alles abschneiden zwei Wochen nachtrocknen, dreschen und mit Sieben reinigen.

Hülsenfrüchtler wie Soja, Kichererbsen, Linsen

Sie bringen mit Hilfe der Knötchenbakterien an ihren Wurzeln den Luftstickstoff in den Boden und bereichern diesen.

Gartenbohne (Busch und Stangenbohnen):

Ist leicht zu vermehren da sie sich meistens selbst bestäubt und sich auch bei geringem Abstand nicht mit anderen Sorten kreuzt.

Man wählt am besten einige schöne Pflanzen aus, an denen man die ersten Schoten für die Samen lässt (damit die Bohnen gut ausreifen können), die späteren sind zum Essen. Zum Lagern müssen die Bohnen gut getrocknet sein.

Weite Fruchtfolge einhalten; gut für den Anbau sind offene windige Lagen.

Feuerbohne / Prunkbohne / Käferbohnen:

Das sind die großen Bohnen, bei denen die Pflanzen sehr schön blühen. Sie sind strenge Fremdbefruchter und kreuzen sich wenn verschiedene Sorten in ihrer Nähe sind.

Sind robuster als die Gartenbohnen, mögen es nicht heiß und können sogar im Herbst ausgegraben und im Keller überwintert werden (wie Dahlien). Auch hier einige schöne Pflanzen auswählen für die Saatgut Bohnen

Erbsen

Es gibt Mark-, Roll- und Zuckererbsen.
Befruchten sich meistens selbst und kreuzen sich nicht. Aus einem Bestand von etwa 50 Pflanzen die schönsten auswählen und nur diese für Saatgut verwenden. Die Erbsen auf ihre Sorteneigenschaften prüfen.

Korbblütler wie Artischocke, Endivie, Chicoree, Topinambur, Sonnenblume

Salat

Bestäubung:
Salat befruchtet sich ausschließlich selbst, ein geringer Abstand zwischen den Sorten ist aber von Vorteil

Samenbau:
Etwa 20 Pflanzen ziehen ( je mehr desto besser ) und daraus die 10 schönsten  (Festigkeit! Sorte! ) Köpfe auswählen, bei Pflücksalat evtl. mit noch mehr Pflanzen arbeiten und diese locker anbauen damit sie besser beurteilt werden können. Die ausgewählten Pflanzen mit einem Stab markieren.

Der Salat bildet durch die Züchtung so feste Köpfe aus, dass es ihm von alleine oft nicht mehr möglich ist die Blüte durchzutreiben, deshalb wird er wenn der Kopf gerade am schönsten ist „ geschält“ bis auf ein Herz von der Größe einer Faust. Sonst kann es passieren, dass der Kopf verfault und stirbt.

Vorsicht der blühende Salat braucht mind. doppelt so viel Platz wie die jugendliche Pflanze, Die Blüte mit einem Stecken vor dem Umfallen schützen.

Die Samen sind reif wenn sie locker aus den Körbchen gehen, es empfiehlt sich die ersten Samen mit Hand abzuzupfen und später die ganze Pflanze abschneiden und über einem Eimer aus klopfen. Vorsicht vor Wind (Pusteblume!) und Regenwetter (Fäulnis). Bei ungünstiger Witterung kann auch die ganze Pflanze ausgezogen werden und an einem geschützten Ort nachreifen.

Die Samen müssen gut nachgetrocknet werden und sind – leider – schwer zu reinigen (Sieben)

Kreuzblütler:

Raphanus Sativus

Dazu gehören Rettich und Radieschen, sie sind strenge Fremdbestäuber und kreuzen sich untereinander. Daher nur eine Sorte pro Jahr im Garten, oder abdecken.

Radieschen und frühe Rettiche werden einjährig vermehrt, wenn Sie gerade am schönsten sind werden sie geerntet und selektiert (z.B. Frühzeitigkeit, Form, Farbe …). Aus einem möglichst großen Bestand (50-100 Pflanzen) werden die schönsten 15 -20 Pflanzen ausgewählt. Kürzt bei diesen das Laub ein und setzt sie tief (ganzes Radieschen in den Boden) auf ca. 30x30cm. Die Samenträger werden sehr hoch und müssen gestützt werden;

Winter- und Lagerrettich werden zweijährig vermehrt und müssen eingelagert werden ansonsten ähnlich, wie bei den einjährigen Raphanus Sativus.

Brassica rapa: Mairübe, Chinakohl, Mizuna …

Brassica oleracea (Kohlgewächse): Weißkraut, Rotkraut, Karfiol, Brokkoli, Wirsing, Sprossenkohl, Grünkohl …

Bestäubung:
Kohlgewächse sind Fremdbestäuber und werden von Insekten bestäubt (Kreuzungsgefahr mit anderen Sorten – nur eine Sorte pro Jahr oder Isolierung mit Netz). Es lohnt sich ein Jahr lang die Vermehrung von nur einer Sorte zu forcieren, da eine Pflanze mehrere tausend Samen ausbildet die sich bei guter Lagerung bis zu 10 Jahren halten: Dafür die Jahre darauf wieder eine andere Sorte vermehren, die auch wieder Samen für ca. 10 Jahre liefert. So kann über mehrere Jahre eine große Sortenvielfalt vermehrt werden ohne, dass es zu Kreuzungen kommt.

Samenbau:
Die meisten Kohlsorten sind zweijährig und bilden daher erst im zweiten Jahr Blüten und Samen aus. Sie werden mit dem Lagergemüse gesät (ca. Juni). Es muss eine Überwinterungsmöglichkeit (z.B. Keller) vorhanden sein. Es sollen mindestens 30 Pflanzen gezogen werden, aus denen dann im Herbst die schönsten (Sorte!) 10 bis 15 Pflanzen ausgesucht werden.

Überwinterung der ganzen Pflanze:
Dies ist die schwierigste Episode der ganzen Vermehrung. Sie hängt vom Klima und den vorhandenen Möglichkeiten ab. Am besten die Pflanzen bei trockenem Wetter ausstechen und nur die kopfbildenden Blätter belassen, evtl. eintopfen und anschließend im Erdkeller, Dachboden oder Kalthaus überwintern. Regelmäßig kontrollieren, schwarze und/oder schimmelige Blätter mit einem scharfen Messer ausschneiden; die entstandenen Wunden evtl. mit Kohle desinfizieren.

Setzen:
Im Frühjahr die Pflanzen mit viel Abstand setzen und die entstehenden Blüten stützen.

Kohlsorten mit Kopfbildung:
wie beim Salat muss dem Blütentrieb beim Durchbrechen des gezüchteten Kopfes geholfen werden, z.B. durch kreuzweises einschneiden (Herz nicht verletzen) oder freischälen des Herzens (Faustgroß)

Samenernte:
Wenn die ersten Schoten brüchig bzw. die meisten braun sind, die ganzen Samenträger abschneiden und für ca. 2 Wochen zum Trocknen auflegen.

Reinigung:
Ausdreschen in einem Stoffsack auf weicher Unterlage, anschließend mit Sieben und Luft (Staubsauger mit abgeschnittener PET-Flasche) reinigen.

weitere Vertreter sind: Senf, Raps, Kren, Rukola, Kresse

Nachtschattengewächse

Tomaten:

Da diese Pflanzen Selbstbestäuber sind, ist die Vermehrung einfach. Verschiedene Sorten können nebeneinander  angebaut werden.

Anbau wie beim Gemüsebau, schon von klein auf den gesamten Wuchs der Pflanzen beobachten und solche Pflanzen mit schönem aufrechtem Wuchs und nur einem Haupttrieb markieren für die Saatgutgewinnung;

Samengewinnung:
Dafür schöne ausgereifte frühe Tomaten nehmen. Nicht die letzten kleineren.

Vergärung:
Viele Samen die aus Früchten kommen sind mit einer gallertigen Schicht umgeben die ein vorzeitiges Keimen noch in der Frucht verhindert. diese keimhemmende Schicht muss erst weg verdaut oder vergärt werden. Das samenhaltige Fruchtmark der Tomate in ein Glas mit Schraubverschluss pressen, höchstens halb voll, gut beschriften und den Deckel nur drauflegen. Der Batz darf nicht austrocknen, bei sehr geringen Mengen etwas Wasser und eine Priese Zucker zugeben. Bei Zimmertemperatur etwa 3 Tage stehen lassen bis das ganze schön gammlig ist und dann mit Wasser auffüllen, zuschrauben und gut schütteln. Die Kerne sinken jetzt zu Boden und das dreckige Wasser kann abgegossen werde, ein paar Mal wiederholen und die Kerne sind sauber. Gleich auf Papier auflegen und rasch trocknen lassen, abfüllen und Beschriften.

Paprika und Chilli

Gehören alle zur selben Art, sind meist Selbstbestäuber, sollten aber mit Abstand angebaut werden. Im Hausgarten empfiehlt es sich die Ersten Blüten mit Fließ z.B. Teefilter einzuschließen (den ganzen Ast) um eine Selbstbefruchtung zu garantieren, diese Früchte markieren und ganz ausreifen lassen (Farbumschlag!). Nun den Paprika / Pfefferoni essen und die Kerne vom Gehäuse lösen – keine Schimmeligen oder braunen nehmen. Zum trocknen auflegen und dann abfüllen.

Weitere Nachtschatengewächse: Physalis, Tomatillo, Schwarzbeere,  Kartoffel, Tabak, Aubergine und viele mehr

Günter Schnaitl
Tel. +43 650 5656124
schnaitl@gmx.at

Globaler Appell gegen „Monsantosierung“ von Lebensmitteln

Globaler Appell gegen „Monsantosierung“ von Lebensmitteln
UN General Versammlung diskutiert Patente auf Saatgut und das Recht auf Nahrung

Weizen
(Foto: Jürgen Reitböck)

München, 21. 10. 2009 – Heute startet die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ einen neuen globalen Appell gegen die Ausweitung der Patentierung auf Pflanzen und Tiere. Insbesondere Landwirte geraten zunehmend in die Abhängigkeit internationaler Konzerne, die die Patente auf Saatgut und Nutztiere besitzen. Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufes gegen die so genannte „Monsantosierung“ gehören große Bauernverbände in Europa, Asien und Südamerika. Heute stellt auch der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Ernährung, Olivier de Schutter, seinen Bericht vor der UN Generalversammlung in New York vor. Die UN warnen davor, dass Patente auf Saatgut weltweite Hungerkrisen verstärken könnten.

Die Patentansprüche erreichen eine neue Dimension: Neben Saatgut und Nutztieren werden mittlerweile auch Lebensmittel wie Milch, Butter und Brot zum Patent angemeldet. Folglich drohen multinationale Konzerne wie Monsanto, Dupont und Syngenta, die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung zu kontrollieren. Die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ fordert deshalb neue Regeln, die Patente auf Saatgut und Nutztiere verhindern.

Brot
Foto: wrw

„Wir brauchen eine radikale Änderung in der Praxis der Patentämter, um Patente auf Pflanzen und Tiere zu stoppen,“ sagt François Meienberg von der Erklärung von Bern (CH). „Konzerne dürfen das Patentrecht nicht dazu missbrauchen, um sich Rechte an Saatgut, Pflanzen, Tiere und Lebensmittel anzueignen. Wenn diese Patentierung so weiter geht, werden sie zu einer Gefahr für die Welternährung.“

Die internationale Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ wurde 2007 gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Landwirten, Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen. Ihr gehören die Organisationen Erklärung von Bern, Swissaid, Kein Patent auf Leben!, Misereor, Greenpeace und der norwegische Development Fond an (Unterstützt wird der Aufruf gegen die Monsantisierung von Bauernorganisationen wie beispielsweise Coldiretti aus Italien, COAG aus Spanien, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter aus Deutschland, der Vereinigung Federación Agraria aus Argentinien und Bharat Krishak Samaj (BKS) aus Indien.
„Die großen Konzerne versuchen Saatgut, Handel und sogar die Produktion von Lebensmitteln zu kontrollieren;“ sagt Luis Contigiani von der Federación Agraria aus Argentinien. „Wir sehen, wie Monsanto versucht, Gebühren auf die Produktion von Soja zu kassieren, indem auf der Basis von Patenten versucht wird, Embargos für europäische Importeure zu verhängen, die mit argentinischer Soja arbeiten. Dies ist ein Beispiel für die Konsequenzen der Patentierung genetischer Ressourcen.“

Auch UN Sonderberichterstatter Olivier de Schutter kritisiert in seinem Hintergrundbericht (A/64/170), dass Patente auf Saatgut die Nahrungsmittelkrisen verstärken können. “Die Oligopole einiger Anbietern können dazu führen, dass armen Landwirte der Zugang zu Saatgut, einem für sie lebenswichtigen Produktionsmittel, verwehrt wird. Und sie kann dazu führen, dass die Lebensmittelpreise steigen, wodurch die Lebensmittel für die Ärmsten noch weniger verfügbar werden.“ [nicht offizielle Übersetzung]

Foto: Birgit Winter
Foto: Birgit Winter

Das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut“ begrüßt den UN Report. „Wir werden weiterhin gegen Patente auf Saatgut und Nutztiere kämpfen, sagt der Generalsekretär Miguel López Sierra von von COAG, einem der größten Europäischen Bauernverbände. „Diese Patente sind Diebstahl an den Landwirten und den traditionellen Züchtern. Die Bedenken der UN und die Proteste der Landwirte dürfen nicht länger ignoriert werden.“

(Quelle: No patents on seeds http://www.no-patents-on-seeds.org)