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Unermesslicher Ökologischer Schaden im Bayerischen Wald

Unermesslicher Ökologischer Schaden im Bayerischen Wald 2010/2011
In den Landkreisen Regen und Passau (angrenzende Landkreise und die
Nachbarländer Österreich und Tschechien werden wahrscheinlich auch
betroffen werden).
Ein Bericht von Anton Zech / Landau an der Isar

Hier Auszüge aus dem Artikel der Landauer/Passauer Neuen Presse
Mai.2010-05-29

„Passau. Eine Partei, zwei Meinungen: Während sich Staatssekretär
Andreas Scheuer Mitte März noch erfolgreich für die Freigabe des
Pflanzenschutzmittels  „Santana“  eingesetzt hatte, fordert nun der
CSU-Arbeitskreis Umwelt (AKU) unter Vorsitz des Landshuter Rudolf Schnur dessen sofortiges Verbot.
Begründung: Das Mittel enthalte den Wirkstoff Clothianidin, der bereits
2008 zu einem massiven Bienensterben geführt habe.“

„„Wenn mir jemand Argumente dafür liefern kann, dass die Bekämpfung des Drahtwurms wichtiger ist als der Erhalt der Bienenvölker, wäre das gut.  Aber darauf warte ich noch“ fühlt sich Schnur in der  „Santana“
-Diskussion allein gelassen. Eine vorherige Absprache zwischen Scheuer
und Schnur habe es Letzterem nicht gegeben: „Herr Scheuer ist für mich
ein Ansprechpartner in Verkehrsfragen. Dass er sich für die Freigabe von
Santana eingesetzt hat, habe ich und meine Kollegen nicht mitbekommen –
sonst hätten wir natürlich darüber diskutiert“, teilte Schnur auf
Anfrage der PNP mit.“

Stichwort: SANTANA  (der Name spricht für sich) Das Pestizid „Santana“ enthält den Wirkstoff Clothianindin – ein Mittel, das 2008 in Bayern als gebeiztes Maissaatgut ein Bienensterben ausgelöst hat. Clothianidin vergiftet das Guttationswasser, das Pflanzen bei hoher Luftfeuchtigkeit ausstoßen. Bienen und andere Insekten nutzen es zur Wasserversorgung. Aufgrund seiner Giftigkeit ist Santana laut Bundesamt für Verbraucherschutz genehmigungspflichtig, der Einsatz mit strengen
Auflagen verbunden.

PNP Mai 2010-05

2008 war nur das Saatgut damit gebeizt worden. Soweit meine Informationen richtig sind, handelt es sich diesmal um ein Granulat das in den Boden direkt eingebracht werden soll. Mit einer Halbwertszeit von sage und schreibe 3 Jahren! Also nach 3 Jahren befinden sich immer noch 50 % des Wirkstoffs im Boden. Der Wurzellbohrer is vorallem für Mais und Sonnenblumen ein Problem und tritt bei einem frischen Wiesenumbruch hauptsächlich auf. Jetzt stelle ich mir die Frage, „was isn mit der Dreifelder Wirtschaft worn“ muss ma nach an frischen Wiesenumbruch glei an Mais oder Sonnenblumen baun? Oder giebts da einfach, wegen der Subventionen und Biogasanlagen zuviel zu verdienen? Sollte es zu einem Flächendeckenden Einsatz dieses Jahr kommen, ist zu erwarten, das es in diesen Regionen nächstes Jahr, keine Bienen, Insekten und folglich durch nicht Bestäubung, keine Vögel, Obsternten ect.  geben wird. 80% unserer Lebensmittel sind von Bestäubern abhängig. Und nur um sich des mal klar zu machen. Ich spreche hier vom Großteil des Bayerischen Waldes der dazu noch Nationalpark is (große Obstanbauflächen ect.).
2008 fand unter anderem auch in Österreich und Frankreich ein großes
Bienensterben statt. Nur das in diesen beiden Ländern die Mittel  Verboten wurden. In Österreich durch Anregung und Einsetzen der
Landwirte und des Österreichischen Bauernbundes.
Sollte es zu einem Ökologischen-Holocaust kommen, in unserem Bayerischen Wald. Werde ich mit Spannung, das verhalten und die Reaktion der Weitler, beobachten.  Dann wird sich herausstellen ob da Niederbayerische Volksgeist no immer still is und solts ned so sein. Na ja dann werden die Keltischen Wurzeln durchschlagen und einige Ungerechtigkeiten werden abgeschafft werden.
Leider ist es oft so das es erst richtig weh doa muas, bis ma sich
ändert. Aber mit der Möglichkeit es danach richtiger zu machen.
In diesem sinne, es liegt an jedem einzelnen.

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Saatgutvermehrung für den Hausgarten

Hochwertiges Saatgut, Grundlage unserer Ernte

Samengärtnerei – Saatgutvermehrung für den Hausgarten
Diese Information beruhend auf dem „Handbuch Samengärtnerei“ (Loewenzahnverlag) und persönlichen Erfahrungen, des Verfassers Günter Schnaitl, aus der Praxis bei Reinsaat.
Allgemeines zur Samengärtnerei:
Der Samenbau ist dem Gemüsebau ähnlich. Im Samenbau bringt es aber zum Teil Vorteile unter nicht optimalen Bedienungen (kein gut durch düngter Boden, raues Klima, Schädlinge …) anzubauen um robustes Saatgut zu ziehen

Bestäubung durch Fremdbestäuber

Die meisten Pflanzen brauchen Pollen von einer anderen Pflanze derselben Art um fruchtbare Samen ausbilden zu können, diese gelangen über Insekten oder den Wind von der einen zur anderen.
Um ein Sorte rein zu erhalten muss man einiges beachten.

Es muss besonders bei von Wind bestäubten Pflanzen (Rona, Mangold, Spinat, Kukuruz, Gartenmelde) ein großer Abstand zwischen gleichzeitig blühenden Sorten eingehalten werden (100m bis mehrere Kilometer) um ein Kreuzen zu verhindern. Pflanzen die mit ihren  Blüten Insekten anlocken,  können – wenn mehrere Sorten gleichzeitig blühen – mit einem feinmaschigen Netz abgedeckt werden. Man muss dann allerdings für Insekten unter dem Netz sorgen die dort die Befruchtung übernehmen = aufwendig. Im Hausgarten wird häufig nur eine Sorte einer Art angebaut, das ist am einfachsten. Steht aber beim Nachbarn oder auf dem Feld in der Nähe anderes blühendes Gemüse muss man trotzdem mit einer Einkreuzung rechnen, besonders bei Karotten, Kürbissen oder Mais.

Bei Saatgut dass für den Verkauf bestimmt ist, ist dies nicht akzeptabel, für den Hausgebrauch ist es aber  kein Problem wenn von 100 Karottensamen  5 unbrauchbar sind.
Selbstbestäuber

Können sich selbst befruchten, meist direkt in der Blüte oft schon bevor sich diese öffnet. Bei ihnen ist es einfacher eine Sorte zu erhalten, es genügen geringe Abstände zwischen den Sorten bzw. sind gar keine nötig (z.B. Busch und Stangenbohnen, Tomaten)

Selektion

Die Pflanzen werden wenn sie Ihre Nutzungsreife erreicht haben genau Betrachtet, Wurzelgemüse wird geerntet. Die schönsten Pflanzen kommen zur Vermehrung. Was schön ist kann man nach Gefühl beurteilen oder nach genauer Sortenbeschreibung. Der Rest kommt in die Küche. Je größer der Bestand an Pflanzen ist aus denen Selektiert wird desto besser. Allgemein wird geachtet auf:  Frohwüchsigkeit, Schoßtoleranz, Ertrag, Geschmack, allgemeine Gesundheit der Pflanzen… Und dann soll man ausgerechnet das schönste Gemüse nicht essen? Trifft bei Wurzelgemüse leider zu!

Bei Salat und Kohlgemüse kann aber auch der Kopf abgeschnitten werden und nur der Strunk mit den sich schon geöffneten Blättern zur Blüte gebracht werden. Achtung nur die Strünke der schönsten Pflanzen belassen. Dies ergibt weniger, evtl. nicht ganz so gut Keimfähiges Saatgut ist aber besonders für kleinere Gärten eine geeignete Methode. Außerdem kann man die Kohlstrünke einfach im freien überwintern und muss sie nicht einlagern.
Saatgut  Reinigen

Auch hier muss es nicht so genau gehen wie beim Verkauf, besonders da praktisch immer mit der Hand gesät wird und nicht mit Maschinen.

Dreschen

Die ganz trockenen Samenträger können meist gut gedroschen werden indem man sie in einen Stoffsack gibt und auf einer weichen Unterlage (z.B. Polster, Matratze) ausklopft. Die groben Anteile mit der Hand entfernen und dann geht’s weiter mit Ausblasen, in den Wind schmeißen und oder Sieben (Siebe sind leider teuer). Besonders zu empfehlen bei größeren Körnen ist die Reinigung mit dem Staubsauger. Dazu einer PET Flasche den Boden abschneiden und mit dem Verschluss auf den Staubsaugerschlauch montieren und schon hat man einen Windsichter. Die leichten (Staub)Teile werden mit gesaugt, die schweren Samenkörner fallen zurück.

Lagerung

Die Samen müssen gut getrocknet werden und sind dann Luftdicht zu verpacken. Lagerung optimal bei 0 bis 10 °C, ein trockener Keller oder eine Speisekammer ist auch ausreichend. Dunkel und trocken, z.B. Schraubgläßer sind gut weil sie Schutz vor Lebensmittelmotten bieten.
Gute Beschriftung und gute Organisation sind beim Samenbau vom Anfang bis zum Ende ein Muss

Doldenblütler

Alle Doldenblütler sind Fremdbestäuber, einige Vertreter davon sind: Petersilie, Sellerie, Pastinak, Fenchel, Dill …

Karotte

Bestäubung:
Fremdbefruchtung notwendig = Kreuzungsgefahr mit anderen Sorten (nur eine Sorte pro Jahr oder Isolierung mit Netz) und der bei uns häufigen Wildmöhre (ein Zeitlicher Blüh-Unterschied zu dieser kann erzielt werden indem die Karotten ab Februar im Topf  vorgetrieben werden)

Samenbau:
Aussaat rel. Spät (Juni) außer man möchte auf Frühzeitigkeit selektieren. Ernte so spät als möglich (können geschützt im Winter auch draußen bleiben, für die Selektion ist aber eine Ernte und Begutachtung notwendig)

Selektion: gesunde und schöne (Sorte!) Karotten ungewaschen und unverletzt mit ca. 2cm Blattansatz einlagern (optimal in feuchtem Sand bei ca. 1- 3 °C und hoher Luftfeuchtigkeit)
zweite Selektion im Frühjahr auf Lagerfähigkeit und Geschmack.
Jetzt sollten mind. 30 schöne Karotten, je mehr desto besser, für die Weitervermehrung überbleiben

Setzen im Frühjahr März/April
Die Wurzelbildung kann angeregt werden indem man die Karotte 3-4-mal längs einschneidet, einen Tag abtrocknen lassen dann setzen. Zwischen den Reihen ca. 50 cm in der Reihe ca. 25cm Abstand lassen.

Für die Blüten ein Stützgerüst bauen, die Dolden an den Haupttrieben geben die besten Samen, Die Dolden die braun und trocken werden sind erntereif (kurz bevor die Samen von selber abfallen)

Die Dolden ca. 2 Wochen nachtrocknen und dann in einem Stoffsack auf weicher Unterlage ausdreschen und mit Sieben, Luft und Wind reinigen.

Gänsefußgewächse werden vom Wind bestäubt,

Vorsicht sie sind meist gute Nitratspeicher (keine stickstoffhaltigen Böden und evtl. Ernte an einem sonnigen Nachmittag z.B. Spinat) und enthalten Oxalsäure, einige Vertreter sind: Spinat, Mangold, Gartenmelde, Quinoa…

Rote Rübe oder Rona

Bestäubung:
Kann sich mit Mangold, Zucker- und Futterrüben kreuzen

Samenbau:
Für die Vermehrung nicht vor Ende Juni säen. Im ersten Jahr blühende und komisch wachsende Pflanzen aussortieren. Im Herbst schöne (Sorte!) und unverletzte Rüben mit Blattansatz einlagern (absolut Dunkel 0-5 °C) 10 Pflanzen reichen aus. Zweite Selektion im Frühjahr auf Lagerfähigkeit und Geschmack. Setzen im Frühjahr (Wetter beachten) bis zum Blattansatz eingraben und gut angießen, genügend Platz geben ca. 50 x 50 cm. Die reifen Samen fallen nicht aus, man kann die Pflanze daher gut reifen lassen, dann an einem sonnigen Tag alles abschneiden zwei Wochen nachtrocknen, dreschen und mit Sieben reinigen.

Hülsenfrüchtler wie Soja, Kichererbsen, Linsen

Sie bringen mit Hilfe der Knötchenbakterien an ihren Wurzeln den Luftstickstoff in den Boden und bereichern diesen.

Gartenbohne (Busch und Stangenbohnen):

Ist leicht zu vermehren da sie sich meistens selbst bestäubt und sich auch bei geringem Abstand nicht mit anderen Sorten kreuzt.

Man wählt am besten einige schöne Pflanzen aus, an denen man die ersten Schoten für die Samen lässt (damit die Bohnen gut ausreifen können), die späteren sind zum Essen. Zum Lagern müssen die Bohnen gut getrocknet sein.

Weite Fruchtfolge einhalten; gut für den Anbau sind offene windige Lagen.

Feuerbohne / Prunkbohne / Käferbohnen:

Das sind die großen Bohnen, bei denen die Pflanzen sehr schön blühen. Sie sind strenge Fremdbefruchter und kreuzen sich wenn verschiedene Sorten in ihrer Nähe sind.

Sind robuster als die Gartenbohnen, mögen es nicht heiß und können sogar im Herbst ausgegraben und im Keller überwintert werden (wie Dahlien). Auch hier einige schöne Pflanzen auswählen für die Saatgut Bohnen

Erbsen

Es gibt Mark-, Roll- und Zuckererbsen.
Befruchten sich meistens selbst und kreuzen sich nicht. Aus einem Bestand von etwa 50 Pflanzen die schönsten auswählen und nur diese für Saatgut verwenden. Die Erbsen auf ihre Sorteneigenschaften prüfen.

Korbblütler wie Artischocke, Endivie, Chicoree, Topinambur, Sonnenblume

Salat

Bestäubung:
Salat befruchtet sich ausschließlich selbst, ein geringer Abstand zwischen den Sorten ist aber von Vorteil

Samenbau:
Etwa 20 Pflanzen ziehen ( je mehr desto besser ) und daraus die 10 schönsten  (Festigkeit! Sorte! ) Köpfe auswählen, bei Pflücksalat evtl. mit noch mehr Pflanzen arbeiten und diese locker anbauen damit sie besser beurteilt werden können. Die ausgewählten Pflanzen mit einem Stab markieren.

Der Salat bildet durch die Züchtung so feste Köpfe aus, dass es ihm von alleine oft nicht mehr möglich ist die Blüte durchzutreiben, deshalb wird er wenn der Kopf gerade am schönsten ist „ geschält“ bis auf ein Herz von der Größe einer Faust. Sonst kann es passieren, dass der Kopf verfault und stirbt.

Vorsicht der blühende Salat braucht mind. doppelt so viel Platz wie die jugendliche Pflanze, Die Blüte mit einem Stecken vor dem Umfallen schützen.

Die Samen sind reif wenn sie locker aus den Körbchen gehen, es empfiehlt sich die ersten Samen mit Hand abzuzupfen und später die ganze Pflanze abschneiden und über einem Eimer aus klopfen. Vorsicht vor Wind (Pusteblume!) und Regenwetter (Fäulnis). Bei ungünstiger Witterung kann auch die ganze Pflanze ausgezogen werden und an einem geschützten Ort nachreifen.

Die Samen müssen gut nachgetrocknet werden und sind – leider – schwer zu reinigen (Sieben)

Kreuzblütler:

Raphanus Sativus

Dazu gehören Rettich und Radieschen, sie sind strenge Fremdbestäuber und kreuzen sich untereinander. Daher nur eine Sorte pro Jahr im Garten, oder abdecken.

Radieschen und frühe Rettiche werden einjährig vermehrt, wenn Sie gerade am schönsten sind werden sie geerntet und selektiert (z.B. Frühzeitigkeit, Form, Farbe …). Aus einem möglichst großen Bestand (50-100 Pflanzen) werden die schönsten 15 -20 Pflanzen ausgewählt. Kürzt bei diesen das Laub ein und setzt sie tief (ganzes Radieschen in den Boden) auf ca. 30x30cm. Die Samenträger werden sehr hoch und müssen gestützt werden;

Winter- und Lagerrettich werden zweijährig vermehrt und müssen eingelagert werden ansonsten ähnlich, wie bei den einjährigen Raphanus Sativus.

Brassica rapa: Mairübe, Chinakohl, Mizuna …

Brassica oleracea (Kohlgewächse): Weißkraut, Rotkraut, Karfiol, Brokkoli, Wirsing, Sprossenkohl, Grünkohl …

Bestäubung:
Kohlgewächse sind Fremdbestäuber und werden von Insekten bestäubt (Kreuzungsgefahr mit anderen Sorten – nur eine Sorte pro Jahr oder Isolierung mit Netz). Es lohnt sich ein Jahr lang die Vermehrung von nur einer Sorte zu forcieren, da eine Pflanze mehrere tausend Samen ausbildet die sich bei guter Lagerung bis zu 10 Jahren halten: Dafür die Jahre darauf wieder eine andere Sorte vermehren, die auch wieder Samen für ca. 10 Jahre liefert. So kann über mehrere Jahre eine große Sortenvielfalt vermehrt werden ohne, dass es zu Kreuzungen kommt.

Samenbau:
Die meisten Kohlsorten sind zweijährig und bilden daher erst im zweiten Jahr Blüten und Samen aus. Sie werden mit dem Lagergemüse gesät (ca. Juni). Es muss eine Überwinterungsmöglichkeit (z.B. Keller) vorhanden sein. Es sollen mindestens 30 Pflanzen gezogen werden, aus denen dann im Herbst die schönsten (Sorte!) 10 bis 15 Pflanzen ausgesucht werden.

Überwinterung der ganzen Pflanze:
Dies ist die schwierigste Episode der ganzen Vermehrung. Sie hängt vom Klima und den vorhandenen Möglichkeiten ab. Am besten die Pflanzen bei trockenem Wetter ausstechen und nur die kopfbildenden Blätter belassen, evtl. eintopfen und anschließend im Erdkeller, Dachboden oder Kalthaus überwintern. Regelmäßig kontrollieren, schwarze und/oder schimmelige Blätter mit einem scharfen Messer ausschneiden; die entstandenen Wunden evtl. mit Kohle desinfizieren.

Setzen:
Im Frühjahr die Pflanzen mit viel Abstand setzen und die entstehenden Blüten stützen.

Kohlsorten mit Kopfbildung:
wie beim Salat muss dem Blütentrieb beim Durchbrechen des gezüchteten Kopfes geholfen werden, z.B. durch kreuzweises einschneiden (Herz nicht verletzen) oder freischälen des Herzens (Faustgroß)

Samenernte:
Wenn die ersten Schoten brüchig bzw. die meisten braun sind, die ganzen Samenträger abschneiden und für ca. 2 Wochen zum Trocknen auflegen.

Reinigung:
Ausdreschen in einem Stoffsack auf weicher Unterlage, anschließend mit Sieben und Luft (Staubsauger mit abgeschnittener PET-Flasche) reinigen.

weitere Vertreter sind: Senf, Raps, Kren, Rukola, Kresse

Nachtschattengewächse

Tomaten:

Da diese Pflanzen Selbstbestäuber sind, ist die Vermehrung einfach. Verschiedene Sorten können nebeneinander  angebaut werden.

Anbau wie beim Gemüsebau, schon von klein auf den gesamten Wuchs der Pflanzen beobachten und solche Pflanzen mit schönem aufrechtem Wuchs und nur einem Haupttrieb markieren für die Saatgutgewinnung;

Samengewinnung:
Dafür schöne ausgereifte frühe Tomaten nehmen. Nicht die letzten kleineren.

Vergärung:
Viele Samen die aus Früchten kommen sind mit einer gallertigen Schicht umgeben die ein vorzeitiges Keimen noch in der Frucht verhindert. diese keimhemmende Schicht muss erst weg verdaut oder vergärt werden. Das samenhaltige Fruchtmark der Tomate in ein Glas mit Schraubverschluss pressen, höchstens halb voll, gut beschriften und den Deckel nur drauflegen. Der Batz darf nicht austrocknen, bei sehr geringen Mengen etwas Wasser und eine Priese Zucker zugeben. Bei Zimmertemperatur etwa 3 Tage stehen lassen bis das ganze schön gammlig ist und dann mit Wasser auffüllen, zuschrauben und gut schütteln. Die Kerne sinken jetzt zu Boden und das dreckige Wasser kann abgegossen werde, ein paar Mal wiederholen und die Kerne sind sauber. Gleich auf Papier auflegen und rasch trocknen lassen, abfüllen und Beschriften.

Paprika und Chilli

Gehören alle zur selben Art, sind meist Selbstbestäuber, sollten aber mit Abstand angebaut werden. Im Hausgarten empfiehlt es sich die Ersten Blüten mit Fließ z.B. Teefilter einzuschließen (den ganzen Ast) um eine Selbstbefruchtung zu garantieren, diese Früchte markieren und ganz ausreifen lassen (Farbumschlag!). Nun den Paprika / Pfefferoni essen und die Kerne vom Gehäuse lösen – keine Schimmeligen oder braunen nehmen. Zum trocknen auflegen und dann abfüllen.

Weitere Nachtschatengewächse: Physalis, Tomatillo, Schwarzbeere,  Kartoffel, Tabak, Aubergine und viele mehr

Günter Schnaitl
Tel. +43 650 5656124
schnaitl@gmx.at

Globaler Appell gegen „Monsantosierung“ von Lebensmitteln

Globaler Appell gegen „Monsantosierung“ von Lebensmitteln
UN General Versammlung diskutiert Patente auf Saatgut und das Recht auf Nahrung

Weizen
(Foto: Jürgen Reitböck)

München, 21. 10. 2009 – Heute startet die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ einen neuen globalen Appell gegen die Ausweitung der Patentierung auf Pflanzen und Tiere. Insbesondere Landwirte geraten zunehmend in die Abhängigkeit internationaler Konzerne, die die Patente auf Saatgut und Nutztiere besitzen. Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufes gegen die so genannte „Monsantosierung“ gehören große Bauernverbände in Europa, Asien und Südamerika. Heute stellt auch der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Ernährung, Olivier de Schutter, seinen Bericht vor der UN Generalversammlung in New York vor. Die UN warnen davor, dass Patente auf Saatgut weltweite Hungerkrisen verstärken könnten.

Die Patentansprüche erreichen eine neue Dimension: Neben Saatgut und Nutztieren werden mittlerweile auch Lebensmittel wie Milch, Butter und Brot zum Patent angemeldet. Folglich drohen multinationale Konzerne wie Monsanto, Dupont und Syngenta, die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung zu kontrollieren. Die Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ fordert deshalb neue Regeln, die Patente auf Saatgut und Nutztiere verhindern.

Brot
Foto: wrw

„Wir brauchen eine radikale Änderung in der Praxis der Patentämter, um Patente auf Pflanzen und Tiere zu stoppen,“ sagt François Meienberg von der Erklärung von Bern (CH). „Konzerne dürfen das Patentrecht nicht dazu missbrauchen, um sich Rechte an Saatgut, Pflanzen, Tiere und Lebensmittel anzueignen. Wenn diese Patentierung so weiter geht, werden sie zu einer Gefahr für die Welternährung.“

Die internationale Koalition „Keine Patente auf Saatgut“ wurde 2007 gegründet. Sie setzt sich zusammen aus Landwirten, Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen. Ihr gehören die Organisationen Erklärung von Bern, Swissaid, Kein Patent auf Leben!, Misereor, Greenpeace und der norwegische Development Fond an (Unterstützt wird der Aufruf gegen die Monsantisierung von Bauernorganisationen wie beispielsweise Coldiretti aus Italien, COAG aus Spanien, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter aus Deutschland, der Vereinigung Federación Agraria aus Argentinien und Bharat Krishak Samaj (BKS) aus Indien.
„Die großen Konzerne versuchen Saatgut, Handel und sogar die Produktion von Lebensmitteln zu kontrollieren;“ sagt Luis Contigiani von der Federación Agraria aus Argentinien. „Wir sehen, wie Monsanto versucht, Gebühren auf die Produktion von Soja zu kassieren, indem auf der Basis von Patenten versucht wird, Embargos für europäische Importeure zu verhängen, die mit argentinischer Soja arbeiten. Dies ist ein Beispiel für die Konsequenzen der Patentierung genetischer Ressourcen.“

Auch UN Sonderberichterstatter Olivier de Schutter kritisiert in seinem Hintergrundbericht (A/64/170), dass Patente auf Saatgut die Nahrungsmittelkrisen verstärken können. “Die Oligopole einiger Anbietern können dazu führen, dass armen Landwirte der Zugang zu Saatgut, einem für sie lebenswichtigen Produktionsmittel, verwehrt wird. Und sie kann dazu führen, dass die Lebensmittelpreise steigen, wodurch die Lebensmittel für die Ärmsten noch weniger verfügbar werden.“ [nicht offizielle Übersetzung]

Foto: Birgit Winter
Foto: Birgit Winter

Das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut“ begrüßt den UN Report. „Wir werden weiterhin gegen Patente auf Saatgut und Nutztiere kämpfen, sagt der Generalsekretär Miguel López Sierra von von COAG, einem der größten Europäischen Bauernverbände. „Diese Patente sind Diebstahl an den Landwirten und den traditionellen Züchtern. Die Bedenken der UN und die Proteste der Landwirte dürfen nicht länger ignoriert werden.“

(Quelle: No patents on seeds http://www.no-patents-on-seeds.org)

Äugeln von Kartoffeln

Das Äugeln der Kartoffel ist eine Technik, die gleich mehrere Vorteile
beim Kartoffelanbau beinhaltet. Zum Einen stellt sich beim langjährigen
Anbau aus der Knolle der gleichen Sorte ein Ertragsverlust und
Degenerationen ein, und andererseits können durch erworbene
Saatkartoffeln Krankheiten von fremden Böden eingeschleppt werden. Dies
kann durch das Äugeln vermieden werden – die Kartoffeln werden wieder
verjüngt. Die angetriebenen Augen werden mit einem scharfen und schmalen
Küchenmesser kegelförmig ausgeschnitten und in Urgesteinsmehl getaucht.
Mittels Setzdorn wird im Boden ein 5cm tiefes Loch gemacht und das Auge
nach oben gerichtet eingesetzt. Die junge Pflanze kann die Nährstoffe
nicht aus der Mutterknolle entnehmen und ist gezwungen, sofort Wurzeln
auszutreiben und die Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen, wodurch sie
sich selbst regeneriert. Die Farbe und Geschmackseigenschaft wird dabei
enorm verbessert. Jedes einzelne Auge ergibt so eine Kartoffelpflanze,
die im weiteren Verlauf wieder angehäufelt wird und zu einem normalen
Ertrag führt. Dies ist der letzte und für uns entscheidende Vorteil.
Jede Saatkartoffel hat zwischen 4 und 12 Augen ,je nach Größe der
Kartoffel, und so können wir mit einer viel geringeren Menge an Saatgut
eine große Menge an Kartoffeln ernten.

(Quelle: Walter Krieger, Permakultur-Designer / SonnenAlmGarten)