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Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro

Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro

Mount Kilimanjaro über dem Homegarden der Familie Masawe in Umbwe Onana

Ein grundsätzliches Bestreben der Natur ist die Rückkehr zum Wald. Ein gut organisierter Wald kann uns alles bieten was wir zum Leben brauchen: frisches sauberes Wasser, Nahrung, Medizin, Futter für Tiere, Baustoffe und Energie. Beinahe auf allen Kontinenten sind Völker bekannt, welche nach den Beispielen der Natur ihre Gärten organisiert hatten. So auch die Homegarden der Chagga am Kilimanjaro in Tansania, welche seit einigen Jahrzehnten in ihrer Existenz sehr bedroht sind und immer mehr verdrängt werden. Die Ideen der Permakultur bieten den Menschen neue Möglichkeiten.

Reise zu Permakultur-Projekten am Viktoria See

Geographische Übersicht Tansania

Im ersten Teil unseres Tansania-Aufenthaltes bereisten Franz Hörmannseder und ich das Land und besuchten zwei Permakultur-Projekte am Viktoria See. Mit Franz zu reisen bedeutet nicht nur einen kompetenten Ansprechpartner in Sachen Permakultur zu haben, er ist auch Tansania-Experte, er lebte hier über drei Jahre und spricht perfekt Kiswaheli und kennt die Mentalität der Menschen hier sehr gut. Über Arusha reisten wir mit dem Bus durch die Massaisteppe quer durch das sehr trockene Landesinnere. Franz und ich passierten Städte wie Singida, Nzega, Shinyanga, Mwanza und erreichten, kräftig durchgeschüttelt am dritten Tag Musoma, unser angestrebtes Reiseziel.

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Swale – ein waagrechter Wasserrückhaltegraben als Erosionsbremse

Swale – ein waagrechter Wasserrückhaltegraben als Erosionsbremse

Der Swale, ein waagrechter Wasserrückhaltegraben

Schon zu Beginn unserer Reise erzählten wir Aloisi über Permakultur und hatten Filmmaterial über Watercatchment mitgebracht. Nach dem wir uns noch einmal mögliche Plätze auf Aloisis Farm angeschaut hatten, vereinbarten wir mit ihm, am neuen Feld einen waagrechten Wasserrückhaltegraben, einen so genannten Swale anzulegen. Vorbereitend dazu bauten wir aus drei halbwegs geraden Latten einen A-Frame. Dieser Rahmen aus Holz wird mit einem Senklot versehen. So kann man ganz einfach durch Abschlagen wie mit einem Zirkel, die Geländekontur heraus finden. Es ist wichtig genau die Mitte festzustellen um genau arbeiten zu können.

Fleißige Helfer aus der Nachbarschaft

Probeweise markierten wir mehrere Konturlinien und entschieden uns die letzte Konturlinie zu verwenden, da der künftige Swale nicht nur oberflächliches Hangwasser zum Versickern bringen soll, es kann bei dieser Konturlinie auch Regenwasser von der Straße eingeleitet werden.
An der Stelle, wo der Damm des Swales hinkommen sollte, zogen wir die Humusschicht ab und häuften die lockere Erde zu einem kleinen Damm, für beispielsweise einjähriges Gemüse an. Die frei gewordene Fläche bedeckten wir mit einer Schicht organischen Materials und errichteten darauf einen großen Damm mit dem Aushubmaterial des einen Meter breiten Grabens. Wir erhielten tatkräftige Unterstützung von einigen fleißigen, sehr interessierten Helfern aus der Nachbarschaft.

Franz kontrolliert den Graben

Wir arbeiteten uns Stück für Stück an den Markierungen entlang und kontrollierten immer wieder das Niveau des Grabens, um ein Gefälle zu verhindern. Da uns immer wieder neue fleißige Helfer unterstützten schafften wir es bis zum Abend den ganzen Swale auf gut 50 Meter Länge fertig zu stellen. Tags darauf sollte sogleich auch der Regen folgen und wir konnten klar die Funktion eines Swales erkennen. Wasser wird vor Ort zum Versickern gebracht. Wichtig ist, dass der Damm des Swales dauerhaft bepflanzt und zusätzlich gut gemulcht wird. Aloisi versicherte uns, er wolle nach der Maisernte im Februar das ganze Feld mit Swales durchziehen.

Mandala-Garten mit Banana-Circle

Mandala-Garten mit Banana-Circle

Der Mandala-Garten ist fertig markiert

Da unser erster Versuch, hier am Kilimanjaro einen Swale anzulegen sehr gut funktionierte und auch von allen Beteiligten begeistert aufgenommen wurde, beschlossen wir noch ein weiteres Projekt zu starten. Eigentlich wollte Aloisi auf der Rasenfläche vor seinem Geschäft einen Marktplatz für die Menschen aus der Umgebung schaffen. Diese Idee wurde jedoch nicht angenommen und so gab es jetzt an sehr zentraler Stelle eine große freie Fläche, die es zu nutzen galt. Wir beschlossen einen Mandala-Garten, welcher verschiedene Elemente wie Banana-Circle, Schlüssellochbeet, Swale, dauerhafte Pflanzen und einjährige Gemüse miteinander vereint anzulegen.

Das Zentrum des Mandalas wird durch einen Banana-Circle gebildet

Ein Teil der Fläche war schon bearbeitet, so gestaltete sich das Markieren der Fläche etwas aufwändiger. Wir zogen mit einer Schnur Kreise, welche wir sogleich am Rasen mit Erdreich und auf der bearbeiteten Fläche mit Sägespänen markierten. Für den Banana-Circle hoben wir noch ein eineinhalb Meter tiefes Loch aus und befüllten es mit Kompostmaterial. Am nächsten Tag wurde die Grassode entfernt, welche wir als organisches Material in den Boden einbrachten. Die Markierungen blieben erhaben stehen und so konnte man immer genau

Zum Bepflanzen fertiger Mandalagarten

erkennen wie es weitergehen sollte. Ein wenig aufwändig war der Swale rundherum, da wir doch ein Gefälle hatten und so mit dem Swale dem entsprechend in den Boden mussten um zu gewährleisten, dass der Swale nicht zum Abflussgraben wird. Doch an diesem Tag war Patric ein Ire, den wir in Musoma kennen lernten zu unserer Arbeitsgruppe dazu gestoßen. Wir karrten überschüssiges Erdreich von der einen Seite des 15 m Mandalas zur abschüssigen Seite, um das Niveau auszugleichen.

Auch bei diesem Projekt wurden wir wieder fleißig unterstützt

Zum Abschluss entfernten wir am dritten Tag die restlichen Grasnarben, welche als Markierung dienten und arbeiteten Schlüssellochbeete und Wege noch heraus, in dem wir versuchten, diese auch noch halbwegs auf eine Ebene zu bringen.

Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro



Permakultur bringt Hoffnung für Kleinbauern am Kilimanjaro

Mount Kilimanjaro über dem Homegarden der Familie Masawe in Umbwe Onana

Ein grundsätzliches Bestreben der Natur ist die Rückkehr zum Wald. Ein gut organisierter Wald kann uns alles bieten was wir zum Leben brauchen: frisches sauberes Wasser, Nahrung, Medizin,  Futter für Tiere, Baustoffe und Energie. Beinahe auf allen Kontinenten sind Völker bekannt, welche nach den Beispielen der Natur ihre Gärten organisiert hatten. So auch die Homegarden der Chagga am Kilimanjaro in Tansania, welche seit einigen Jahrzehnten in ihrer Existenz sehr bedroht sind und immer mehr verdrängt werden. Die Ideen der Permakultur bieten den Menschen neue Möglichkeiten.

Geographische Übersicht Tansania

Im ersten Teil unseres Tansania-Aufenthaltes bereisten Franz Hörmannseder und ich das Land und besuchten zwei Permakultur-Projekte am Viktoria See. Mit Franz zu reisen bedeutet nicht nur einen kompetenten Ansprechpartner in Sachen Permakultur zu haben, er ist auch Tansania-Experte, er lebte hier über drei Jahre und spricht perfekt Kiswaheli und kennt die Mentalität der Menschen hier sehr gut. Über Arusha reisten wir mit dem Bus durch die Massaisteppe quer durch das sehr trockene Landesinnere. Franz und ich passierten Städte wie Singida, Nzega, Shinyanga, Mwanza und erreichten, kräftig durchgeschüttelt am dritten Tag Musoma, unser angestrebtes Reiseziel.

Reise durch das Landesinnere, Trockenheit war hier schon immer ein großes Problem