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Projekt-Team zurück aus Tansania

Das Projekt-Team von Perma-Norikum ist Dienstag Abend, 26. Oktober 2010, wieder aus Tansania heimgekehrt. Zwei Wochen lang wurde in Umbwe Onana, in der Kibosho-Region am Kilimanjaro ein Permakultur-Designkurs abgehalten. Teilnehmer kamen vorwiegend aus den umliegenden Dörfern, aber auch aus anderen Landesteilen und aus Kenja und Österreich.

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Mitglieder des Vereins Perma-Norikum hielten für afrikanische Kleinstbauern/innen und Lehrer/innen in der Kibosho-Region, auf 2000 m Seehöhe, direkt am Fuße des Kilimanjaro, vom 10. bis 23. Oktober, einen zweiwöchigen Permakultur Designkurs. Ein durchschnittlicher Bauernhof hat in dieser Region eine Fläche zwischen 5.000 m² und 2 ha, wobei lange Zeit von diesen kleinen Flächen große Familien ernährt werden konnten. Die Chaggas schafften es, um den Kilimanjaro herum, ein Waldgartensystem zu entwickeln, was bis zur Ankunft der deutschen Kolonialmacht, ihnen alles lieferte was sie zu einem guten Leben brauchten. Durch die Pflanzung von Mais und Kaffee in Monokultur ging viel Fläche verloren und auch der Boden hat wie alle tropischen Böden kein hohes Nährstoffspeichervermögen, dazu kommt noch die globale Klimaveränderung, welche auch die Menschen hier spüren, wenn der Regen ausbleibt.

Ziel war es, den Menschen mit den Prinzipien, Ideen und Werkzeugen der Permakultur, alternativen zu kostspieligem Industriedünger-, Herbizid-, Allroundeinsatz, Perspektivlosigkeit und Armut aufzuzeigen. Im Rahmen dieses zweiwöchigen Lehrgangs wurde neben vielen Gruppenarbeiten auch viele praktische Dinge umgesetzt. So wurde zum Beispiel der Hausgarten der Gastgeberfamilie Massawe von den Kursteilnehmern neu geplant und auch als Kräuter- und Salatgarten im Nahbereich der Küche konzipiert. Jeder Teilnehmer präsentierte zum Abschluss das eigene geplante Projekt. Vom Bauernhof, über Jugendzentren bis hin zu Schulgärten wurden geplant.

Recht herzliche möchten wir uns bei den Mitgliedern von Perma-Norikum, der deutschen Permakultur-Akademie, dem Verein Arche Noah und zahlreichen privaten Unterstützer/innen bedanken.

Ein Ausführlicher Bericht folgt in den kommenden Tagen.

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Stachellose Biene produziert Heilmittel

Stachellose Biene produziert Heilmittel

So einfach kann die Honigernte sein!

Eine kleine, stachellose Bienenart ist seine Spezialität, es gab in der Region nur noch zwei alte Männer mit je einem Bienenvolk. Aloisi holte sich einen Ableger und vermehrte diesen erfolgreich und gab dann weitere Ableger auch an Nachbarn und Interessierte weiter. Jetzt kommen Menschen aus ganz Tansania zu ihm und lassen sich in der Bienenhaltung und Honiggewinnung unterrichten. Er entwickelte auch im Laufe der Zeit eine spezielle Beute für diese Bienenart. Die Onana-Beute ist so im Größenverhältnis abgestimmt, dass das Brutnest im vorderen Bereich beim Flugloch angesiedelt ist und hinten der Honig in Wachstrauben eingelagert werden kann.

Beute mit Volk einer stachellosen Honigbiene am Mount Kilimanjaro

So wird bei der einfachen Honigernte auch das Brutnest nicht gestört. Dieses eigenartige kleine wunderbare Geschöpf kann ohne Probleme in Nahbereich von Mensch und Tier gehalten werden, so findet man auch im ganzen Innenhof unter den Dachvorsprüngen zahlreiche Bienenstöcke.

Swale – ein waagrechter Wasserrückhaltegraben als Erosionsbremse

Swale – ein waagrechter Wasserrückhaltegraben als Erosionsbremse

Der Swale, ein waagrechter Wasserrückhaltegraben

Schon zu Beginn unserer Reise erzählten wir Aloisi über Permakultur und hatten Filmmaterial über Watercatchment mitgebracht. Nach dem wir uns noch einmal mögliche Plätze auf Aloisis Farm angeschaut hatten, vereinbarten wir mit ihm, am neuen Feld einen waagrechten Wasserrückhaltegraben, einen so genannten Swale anzulegen. Vorbereitend dazu bauten wir aus drei halbwegs geraden Latten einen A-Frame. Dieser Rahmen aus Holz wird mit einem Senklot versehen. So kann man ganz einfach durch Abschlagen wie mit einem Zirkel, die Geländekontur heraus finden. Es ist wichtig genau die Mitte festzustellen um genau arbeiten zu können.

Fleißige Helfer aus der Nachbarschaft

Probeweise markierten wir mehrere Konturlinien und entschieden uns die letzte Konturlinie zu verwenden, da der künftige Swale nicht nur oberflächliches Hangwasser zum Versickern bringen soll, es kann bei dieser Konturlinie auch Regenwasser von der Straße eingeleitet werden.
An der Stelle, wo der Damm des Swales hinkommen sollte, zogen wir die Humusschicht ab und häuften die lockere Erde zu einem kleinen Damm, für beispielsweise einjähriges Gemüse an. Die frei gewordene Fläche bedeckten wir mit einer Schicht organischen Materials und errichteten darauf einen großen Damm mit dem Aushubmaterial des einen Meter breiten Grabens. Wir erhielten tatkräftige Unterstützung von einigen fleißigen, sehr interessierten Helfern aus der Nachbarschaft.

Franz kontrolliert den Graben

Wir arbeiteten uns Stück für Stück an den Markierungen entlang und kontrollierten immer wieder das Niveau des Grabens, um ein Gefälle zu verhindern. Da uns immer wieder neue fleißige Helfer unterstützten schafften wir es bis zum Abend den ganzen Swale auf gut 50 Meter Länge fertig zu stellen. Tags darauf sollte sogleich auch der Regen folgen und wir konnten klar die Funktion eines Swales erkennen. Wasser wird vor Ort zum Versickern gebracht. Wichtig ist, dass der Damm des Swales dauerhaft bepflanzt und zusätzlich gut gemulcht wird. Aloisi versicherte uns, er wolle nach der Maisernte im Februar das ganze Feld mit Swales durchziehen.

Die letzten Tage in Umbwe Onana

Die letzten Tage in Umbwe Onana

Franz und ich verbrachten über eine Woche auf Aloisis Farm und erlebten und lernten viel. Wir fischten am Umbwe River, der bis vor zwanzig Jahren keine Fische führte. Aloisi hat sich damals entschlossen, nach Versuchen mit verschiedenen Fischen,

Seit Aloisi hier Forellen eingesetzt hat, können sich die Anwohner am Umbwe River über eine Erweiterung ihres Speiseplans freuen

Regenbogenforelle und Lacksforelle einzusetzen, da in Tansania heimische Fische für dieses kalte Gewässer nicht geeignet erschienen. Bei einem Behördenbesuch reichte alleine unsere Anwesenheit zur Unterstützung eines Workshopprojektes, welches Aloisi gemeinsam mit einer norwegischen NGO gestartet hat. In verschiedenen Workshops sollen Jugendliche welche sich mit Betteln durchschlagen, die Möglichkeit haben, einen handwerklichen Beruf zu erlernen.

Marktplatz von Umbwe Onana

Dieses Ausbildungsprogramm ist bereits sehr gut angelaufen und viele der Praktikanten erhalten kurze Zeit später auch eine Arbeitsstelle. Wir hatten auch die Gelegenheit eine organisch geführte Kaffeeplantage in Mischkultur mit Bananen und Bohnen zu besuchen. An unserem letzten Tag machten wir noch eine ausgedehnte Wanderung in die Umgebungen, Aloisi Masawe erklärte uns zahlreiche Kräuter und deren Verwendungen.

Masai-Frauen am Wegesrand

Auf unserer Reise durch das Landesinnere sahen wir viel Not, Bauernhöfe die wegen Trockenheit aufgegeben worden waren sowie kranke und hungernde Menschen. Doch wir sahen beim Besuch von Permakultur-Projekten auch die Hoffnung und Möglichkeiten der Menschen. Wir freuten uns über die Aufgeschlossenheit der Menschen in Umbwe Onana am Mount Kilimanjaro und möchten diese Region im Oktober 2010 mit einem Permakultur-Designkurs unterstützten.