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Äugeln von Kartoffeln

Das Äugeln der Kartoffel ist eine Technik, die gleich mehrere Vorteile
beim Kartoffelanbau beinhaltet. Zum Einen stellt sich beim langjährigen
Anbau aus der Knolle der gleichen Sorte ein Ertragsverlust und
Degenerationen ein, und andererseits können durch erworbene
Saatkartoffeln Krankheiten von fremden Böden eingeschleppt werden. Dies
kann durch das Äugeln vermieden werden – die Kartoffeln werden wieder
verjüngt. Die angetriebenen Augen werden mit einem scharfen und schmalen
Küchenmesser kegelförmig ausgeschnitten und in Urgesteinsmehl getaucht.
Mittels Setzdorn wird im Boden ein 5cm tiefes Loch gemacht und das Auge
nach oben gerichtet eingesetzt. Die junge Pflanze kann die Nährstoffe
nicht aus der Mutterknolle entnehmen und ist gezwungen, sofort Wurzeln
auszutreiben und die Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen, wodurch sie
sich selbst regeneriert. Die Farbe und Geschmackseigenschaft wird dabei
enorm verbessert. Jedes einzelne Auge ergibt so eine Kartoffelpflanze,
die im weiteren Verlauf wieder angehäufelt wird und zu einem normalen
Ertrag führt. Dies ist der letzte und für uns entscheidende Vorteil.
Jede Saatkartoffel hat zwischen 4 und 12 Augen ,je nach Größe der
Kartoffel, und so können wir mit einer viel geringeren Menge an Saatgut
eine große Menge an Kartoffeln ernten.

(Quelle: Walter Krieger, Permakultur-Designer / SonnenAlmGarten)